Autor: Matthias Hoopmann

Hamburg, 04.02.2016

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Der Stabsoffizierfortbildungslehrgang bereitet auf höherwertige Verwendungen vor

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Fregattenkapitän Andreas Wagner ist Oberbürgermeister der Stadt Wilhelmshaven

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Oberst Dr. Harald Sternberg ist Professor an der Hafencity Universität Hamburg

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Kapitänleutnant Björn Röhlich ist Verkaufsleiter im Mittelstand

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Blick in den Hörsaal

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In den Lehrgebäuden der Graf-von-Baudissin-Kaserne diskutieren die Teilnehmer über aktuelle Herausforderungen der Bundeswehr

Der Vizepräsident der Hafencity Universität, der Oberbürgermeister der Stadt Wilhelmshaven, ein Berufsschullehrer oder der Verkaufsleiter eines erfolgreichen Unternehmens des Mittelstands haben manchmal mehr gemeinsam, als es zu erwarten wäre…

Wenn man dieser Tage in die Hörsäle der Führungsakademie schaut, dann wirkt alles wie immer. Soldaten der Akademie tauschen mit Dozenten Wissen und Erfahrung aus. Die Lernenden tragen Uniformen von Heer, Luftwaffe und Marine und haben unterschiedlichste Karrieren bei der Bundeswehr durchlaufen. Sie diskutieren mit den Referenten Themen von Offshore Windparks über Migration hin zu den grundlegenden sicherheitspolitischen Aspekten und Aufgaben der Bundeswehr. Noch facettenreicher als dieser Lehrplan sind die hauptberuflichen Tätigkeiten der Reservedienstleistenden, die in dieser Woche den Stabsoffizierfortbildungslehrgang der Reserve besuchen.

„Man spürt, dass wir wichtig sind“

Einer der Lehrgangsteilnehmer ist Fregattenkapitän Andreas Wagner. Nach seinem Wehrdienst entschied er sich für den Reservedienst bei der Bundeswehr. Heute ist der Fregattenkapitän Oberbürgermeister der Stadt Wilhelmshaven. Die Nähe der Hafenstadt zur Bundeswehr trägt auch Andreas Wagner in sich. Sofern es sein Terminplan hergibt, bemüht er sich regelmäßig um eine Reservedienstleistung, die früher Wehrübung genannt wurde. Die Erfahrungen, die er hier in Diskussionen mit anderen Lehrgangsteilnehmer aus den Bereichen Wissenschaft, Politik oder Wirtschaft für sich gewinnen kann, sind für ihn als Bürgermeister sehr wertvoll. „Man spürt, dass wir wichtig sind“,  beschreibt Wagner die Atmosphäre an der Führungsakademie. Die Lehrbedingungen seien optimal. Das abwechslungs- und umfangreiche Programm, das die Akademie für die Reservedienstleistenden auf die Beine stellt, gefällt auch den anderen Teilnehmern. Während einer Barkassenfahrt und einer Stadtrundfahrt lernen sie sich und die Stadt Hamburg besser kennen.

Beiderseitiger Wissensaustausch

Im Gegensatz zu der Mehrzahl der Teilnehmer am Lehrgang kennt Oberst Professor Dr. Harald Sternberg die Stadt Hamburg bereits sehr gut. Oberst Sternberg ist Vizepräsident für Lehre und Studium an der Hafencity Universität Hamburg. „Der beidseitige Wissensaustausch und die vermittelte Führungskompetenz an der Akademie sind hervorragend“, betont der ehemalige Zeitsoldat der Bundeswehr den Grund für seine Teilnahme. Im normalen Berufsalltag ist er für rund 50 Professoren und über 2.500 Studierende verantwortlich. Hier an unserer Akademie bildet er sich für zwei Wochen in seiner Heeresuniform weiter.  Für den Ingenieur der Geodäsie ist der Lehrgang eine lehrreiche Abwechslung zum Alltag an der Universität. Seine Frau wie seine Kollegen unterstützten sein Vorhaben.

Persönliches Engagement

Leider können nicht alle Betriebe in gleicher Art und Weise Unterstützung leisten, wenn sie auf einzelne Mitarbeiter projektbezogen angewesen sind. Kapitänleutnant Björn Röhlich beispielsweise kämpft derzeit an mehreren Fronten gleichzeitig. Neben dem Lehrgang nimmt er regelmäßig früh morgens oder spät abends an internationalen Telefonkonferenzen teil. „Die Mehrfachbelastung ist natürlich anstrengend. Aber es macht mir einfach Spaß, mich auch für die Bundeswehr einzubringen“, erklärt der Familienvater. Gleichzeitig hat Röhlich zurzeit eine Flüchtlingsfamilie bei sich zuhause aufgenommen, und auch da gibt es natürlich einiges zu organisieren. All diese Herausforderungen treiben Kapitänleutnant Röhlich an, stets hat er ein Lächeln auf den Lippen.
Attraktivität bei der Bundeswehr war dann auch ein wichtiges Thema innerhalb des Lehrgangs. Hier sind es insbesondere die Lehrgangsteilnehmer, die wertvollen Input aus ihrer externen Sicht geben. Den demografischen Wandel und die daraus resultierende Konkurrenz um das zivile Personal diskutierten Oberst Professor Dr. Harald Sternberg, Fregattenkapitän (und Oberbürgermeister) Andreas Wagner sowie Verkaufsleiter Björn Röhlich mit den anderen Lehrgangsteilnehmern und ihren Dozenten. Dabei präsentierten die Vortragenden spannende und sich durchaus positiv entwickelnde Bewerberzahlen. Für die Reservedienstleistenden geht es auf dem Lehrgang auch um ihre persönliche zukünftige Karriere bei der Bundeswehr. Dazu erhalten sie ein individuelles Personalgespräch, in dem ihnen potentielle Verwendungen und Einsatzgebiete aufzeigt werden. Für den Großteil wird es nun jedoch erst einmal zurück an den gewohnten Schreibtisch gehen. Die wichtige – und spürbare – Verbundenheit wird bleiben.