Autor: Matthias Hoopmann; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 15.02.2016

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Prof. Dr. Christof Parnreiter, Generalmajor Achim Lidsba und Abgeordneter Jan van Aken diskutierten sehr angeregt

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Die beiden Schüler der Stadtteilschule Blankenese schlugen sich als Moderatoren hervorragend

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Die Podiumsdiskussion in der Stadtteilschule Blankese endete mit viel Beifall

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Engagement, Religion, Wirtschaft, Bundeswehr. Klare Worte gab es auch von Dietrich Gerstner.

Die Flüchtlingskrise ist weiterhin das bestimmende Thema. Schüler der Stadtteilschule Blankenese führten am 11. Februar 2016 einen Professor, einen Journalisten, einen Referenten für Menschenrechte, Bundestagsabgeordnete von SPD und Die Linke sowie Generalmajor Achim Lidsba von der Führungsakademie der Bundeswehr zu einer spannenden Podiumsdiskussion zusammen.

Fluchtgründe in Zeiten der Globalisierung gebe es viele, eröffnet Jan van Aken, Bundestagsabgeordneter für Die Linke, die Diskussion an der Stadtteilschule Blankenese. Die ungerechte Weltwirtschaft und fehlgeleitete Waffenexporte sind ihm ein Dorn im Auge. Professor Dr. Christof Parnreiter, Wirtschaftsgeograf an der Uni Hamburg, wirft darauf aufbauend die Frage auf, ob die deutsche Gesellschaft bereit sei, über eine Umverteilung des Reichtums in Deutschland zu denken. Bereits als Gastprofessor in Mexiko erlebte er die grausamen Konsequenzen, die auf der Grundlage unstabiler Verhältnisse aufleben können.

Ursachen und Folgen

„Die Diskussion ist nicht immer bequem, doch wir müssen sie führen“, zeigt Hauke Friederichs auf. Rüstungsexporte in NATO-Partnerstaaten seien grundsätzlich notwendig, doch man müsse immer die Zusammenhänge und die Weitergabe von Waffen in Drittstaaten im Blick behalten, fordert der Journalist und Autor. Während die Ursachen für die Flüchtlingskrise nicht abschließend analysiert werden können, sind die Folgen derzeit für die Bürger ersichtlich. Die daraus resultierende notwendigen Hilfsleistungen werden auch von der Führungsakademie der Bundeswehr geleistet, beschreibt Generalmajor Achim Lidsba die Unterstützung der Soldaten unter Leitung von Hauptmann Vanessa Feldmann.

Wir schaffen das

Dietrich Gerstner zeigt sich zufrieden mit diesem Engagement. Der Referent für Menschenrechte und Migration der Nordkirche lebt seit 20 Jahren in einer Hausgemeinschaft mit Flüchtlingen und arbeitet für die kirchliche Entwicklungshilfe. Er zeigt sich besorgt, da es seiner Meinung nach in den aktuellen Konflikten nicht um Religion, sondern um den Missbrauch von Religion gehe. Zustimmend reagierte Dr. Matthias Bartke, der den Fokus sodann auf die zukünftigen innenpolitischen Herausforderungen legte. Eine planvolle Qualifizierungsoffensive sei notwendig, ist der Bundestagsabgeordnete für die SPD überzeugt. „Wir schaffen das. Wir wollen es aber auch gut schaffen“, verdeutlicht er seine Erwartungshaltung und fordert damit ein wenig mehr Geduld für die aktuelle Regierung.

Ohne Sicherheit ist alles nichts

Ein wenig mehr Geduld. Das ist dann auch das Stichwort von Generalmajor Achim Lidsba. Stets seien eine ganzheitliche Analyse und ein umfassender Ansatz bei der Betrachtung von internationalen Krisen notwendig. Die Bundeswehr sei hierbei nur ein Instrument im Werkzeugkasten der Bundesregierung und unserer Partnerstaaten. Migration und Integration müssten nun zusammengelebt werden. Doch dazu brauche es strategische Geduld. Professor Dr. Christof Parnreiter wirft dazu ein, dass Integration immer über Integration funktioniere. Er forderte damit dazu auf, Flüchtlinge aktiv zu integrieren und ihnen Arbeitsplätze einfacher zur Verfügung zu stellen. Pragmatischer Grundgedanke, aber noch existieren auch bürokratische Hürden.

Intensive Vorbereitung, voller Erfolg

Die Hürden bei der Vorbereitung einer Podiumsdiskussion haben zumindest die Schüler des Oberstufenprofils der Stadtteilschule Blankenese erfolgreich übersprungen. „Unsere Vorbereitung dauerte rund vier Monate, und mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden“, beschreibt Schüler Sebastian Schrenke, einer der beiden Moderatoren der Veranstaltung, den Planungsprozess. Schulleiter Mathias Morgenroth-Marwedel pflichtet seinem Schüler bei. Die Stadtteilschule Blankenese habe sich von der bestmöglichen Seite präsentiert. „Ich bin stolz auf meine Schüler“, sagt er erfreut. Dass „der Generalmajor der Bundeswehr und der Bundestagsabgeordnete der Linken in mehreren Punkten deckungsgleich analysierten“, erstaunte die Sozialpädagogin der Stadtteilschule Kathrin Schubert. Für sie habe die Podiumsdiskussion sehr anregende Aspekte geliefert. Ein Schritt weiter ging dann sogar ein Mitglied des Elternrats. „Diese Veranstaltung ist viel lebendiger und interessanter als so manche Diskussion im Fernsehen.“