Autor: Matthias Hoopmann; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 26.02.2016

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Die präzise Vorbereitung ist die Grundlage für ein gutes Statement

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Die Arbeit darf auch Spaß machen

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Was wollen wir sagen? Und wie formuliere ich meine Botschaft so, dass andere sie verstehen?

Der Moment vor der Fernsehkamera ist für viele Menschen mit einer großen Portion Ehrfurcht verbunden. Interviews, Presseanfragen oder das Livegespräch vor der Fernsehkamera sind nicht jedermanns Lieblingsaufgabe. Wie auch diese Aufgabe gemeistert werden kann, erfahren die Lehrgangsteilnehmer im neuen Basislehrgang Stabsoffizier an der Führungsakademie der Bundeswehr.

An den Grundsätzen „wahrhaftig, verbindlich, ehrlich, zuverlässig und offen" orientiere sich die Presse- und Medienarbeit der Bundeswehr, so Oberst i.G. Michael Strunk. Nach dem Wegfall der Wehrpflicht fehle vielen Bürgern der persönliche Bezug zu unserer Armee. Die Wahrnehmung der Bundeswehr in der Gesellschaft erfolge heutzutage zum größten Teil über die Medien. Aus diesem Grund sei es sehr wichtig, ein solides Grundverständnis über die Bundeswehr in der Gesellschaft und der Medienlandschaft zu etablieren.

Vorbereitung ist alles

Dass die Bundeswehr mit 185.000 Soldatinnen und Soldaten eine überaus komplexe Institution mit zahlreichen unterschiedlichen Aufgaben, Ausbildungen, Einsätzen und Erfahrungen ist, macht es dann jedoch erforderlich, dass der einzelne Soldat oder die einzelne Soldatin die eigene Fachexpertise zuschauergerecht erklären kann. „Vorbereitung ist dabei alles“, verdeutlicht der medienerfahrene Oberst den Lehrgangsteilnehmern im neu konzipierten Basislehrgang Stabsoffizier. Es sei wichtig, die eigene Botschaft ehrlich  vermitteln zu können, beschreibt der Dozent vom Fachbereich Führung und Management. „Wenn wir informieren, dann muss es auch transparent und präzise erfolgen“, pflichtet Oberst i.G. Karl Hasse bei.

Praxis: Vorbereiten und üben

Deshalb erhalten die angehenden Stabsoffiziere für den nächsten Tag innerhalb des dreitätigen Ausbildungsblocks nun die Aufgabe, sich auf eine Interviewsituation vorzubereiten. Das sei keine ganz einfache Herausforderung, wenn man dieses Erlebnis zum ersten Mal erfährt, weiß Oberst i.G. Hasse. Für den erfahrenen Stabsoffizier ist es immer wieder faszinierend, wie gut die Lehrgangsteilnehmer ihre Aufgaben meistern, die noch am Vortag unmöglich zu bewältigen schienen. Doch hier hilft die umsichtige Devise von Oberst i.G. Strunk: „Das Streben nach dem Optimum bringt uns oft weiter als das Streben nach dem Maximum.“

Tue Gutes und rede drüber

„Wir haben viel Positives zu erzählen und genau das sollten wir auch machen“, berichtet Oberstleutnant Jürgen Bredtmann im Parallelhörsaal. Als auslandserfahrener Pressesprecher war er zuletzt in Erbil im Nord-Irak tätig. In einem dynamischen und komplexen Umfeld sei der Grundgedanke des „Führens mit Auftrag“ auch im Bereich der Informationsarbeit besonders wichtig. Das mediale Interesse an den Auslandseinsätzen sei derzeit riesig. Journalisten aus vielen Regionen der Welt erfragen Informationen aus erster Hand und wollen nach Möglichkeit direkt vor Ort sein, wenn es in neue Einsätze geht. Und wie so häufig drängt die Zeit: "Journalisten wollen frische Informationen möglichst als erste im Medium haben."

Was will ich sagen?

Damit die Lehrgangsteilnehmer in diesen hektischen Momenten nicht den Überblick verlieren, werden sie an der Führungsakademie der Bundeswehr unter anderem von Oberstleutnant Berthold Eisenreich auf solche Herausforderungen hin weitergebildet. Die Lehrgangsteilnehmer lernen in seinem Unterricht den Umgang mit diesen anspruchsvollen Situationen. „Seien sie stets offen und ehrlich, gleichzeitig niemals unvorbereitet“, legt der Stabsoffizier seinen Zuhörern nahe.

Auftrag aus dem Grundgesetz

Für Hauptmann Thomas Beyer ist der Ausbildungsabschnitt zur Informationsarbeit eine ideale Ergänzung zum sonstigen Lehrplan. Aus eigener Erfahrung weiß er um die Herausforderungen in ungeplanten Augenblicken. Er selbst stand vor einigen Jahren als Technischer Offizier spontan vor der Kamera, nachdem ein Hubschrauber in einem bewaldeten Gebiet notlanden musste: keine dankbare Situation. Auf dem Basislehrgang Stabsoffizier erhält er nun zusätzliches Handwerkzeug, das ihn vergleichbare Situationen mit anderen Augen sehen lassen. Denn die Medienvertreter sind unsere Partner bei unserem grundgesetzlichen Auftrag, die Aufgaben und Tätigkeiten der Bundeswehr den Bürgerinnen und Bürgern des Landes zu erklären.