Autor: Sebastian Becker/ Jan Hoffmann

Hamburg, 17.03.2016

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Ressortübergreifender Ansatz – Seminarteilnehmer AA, BMVg und BMZ

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Workshop zu Instrumenten des BMVg

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Das „BMVg“ steht „aufrecht“ hinter einem ressortübergreifenden Ansatz in der Steuerungsgruppe

„Fragile Staatlichkeit“ war vom 14. bis 16. März 2016 das Thema für die künftigen Attachés des Auswärtigen Amtes (AA), eine kleine Delegation des LGAN 2014 und den Nachwuchs des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Unter wissenschaftlicher Betreuung der Sonderforschungsgruppe des AA analysierten sie an deren Akademie in Berlin in sechs Arbeitsgruppen die Hintergründe und Folgen von Fragilität für die Länderbeispiele Kolumbien, Somalia, Irak, Nepal, Mali und Südsudan. Aufgrund der unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven der Teilnehmer wurde schnell deutlich, dass die Herausforderung nur mit einer gemeinsamen Strategie erreicht werden würde. Ein vorgestelltes Modell zur "logischen Deduktion strategischen Handelns" sollte sich hierfür als besonders wertvoll erweisen.

Ausgehend von der Kernfrage, was Deutschland im entsprechenden Land erreichen wolle, wurde die Brücke zu möglichen deutschen Beiträgen geschlagen und ressortspezifische Handlungsoptionen untersucht.

Hierzu stellten das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg), das AA und das BMZ in Workshops eigene Fähigkeiten und Instrumente zur Unterstützung fragiler Staaten vor, welche sich wie passende Puzzleteile zu ressortübergreifenden Ansätzen zusammenfügten.

Nach hitzigen Diskussionen zur Ertüchtigung von Sicherheitskräften, dem Ausbau von Straßen und der Stärkung von Landwirtschaft standen auch die Auswirkungen auf Konfliktparteien sowie die Zukunft der untersuchten Länder im Licht der Betrachtung. Nach nur zwei Tagen war es den Arbeitsgruppen eindrucksvoll gelungen, eine komplexe Ländersituation eingehend zu analysieren, Schwerpunkte herauszustellen und erste Ansatzpunkte im Vollplenum zur Bewältigung von fragiler Staatlichkeit vorzustellen.

Aufbauend auf die gemeinsamen Erfahrungen aus dem politisch-strategischen Planspiel AURIGA an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, wurde die Ausbildungskooperation zwischen dem 70. Attachélehrgang und dem LGAN 2014 im ressortgemeinsamen Ansatz zur Krisenbewältigung substanziell fortgesetzt. Eine angehende Diplomatin schlussfolgerte: „Die Erfahrungen in Hamburg und Berlin mit dem LGAN 2014 waren sehr wertvoll. Der persönliche Austausch kann niemals durch ein Studium von Konzeptpapieren ersetzt werden!“

Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung stand am letzten Seminartag die Funktion der neu geschaffenen Steuerungsgruppe im Mutterhaus des AA im Fokus. Die Steuerungsgruppe übernimmt die hausinterne und ressortübergreifende Koordination von Krisen auf Ebene der Abteilungsleiter und erarbeitet gemeinsame Bewertungen und Handlungsmöglichkeiten.

In einer Simulation übernahmen die Seminarteilnehmer die Funktion der repräsentierten Akteure. Aufgrund der an den Vortagen gewonnen Erkenntnisse gelang der Ansatz, die abteilungs- und ressortspezifische Haltungen zu den Ländern Irak, Somalia und Nepal abzuleiten und in einer fiktiven Steuerungsgruppensitzung einzubringen.
 
Zum Ende des Seminars Bestand im Teilnehmerkreis darüber Einigkeit, dass insbesondere der direkte Austausch und gemeinsame Ausbildungsvorhaben den Geist einer gemeinsamen Konfliktbewältigung stärken werden.