Autor: LGAN; Fotograf: FüAkBw

Hamburg, 27.04.2016

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Besuch der Delegation bei der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der OSZE in Wien.

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Austausch von Gastgeschenken im polnischen Verteidigungsausschuss.

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Die Delegation der FüAkBw mit Vertretern des Garnisonskommandos Warschau vor dem Grabmal des unbekannten Soldaten.

Im Rahmen der NATO-EU-Reise nach Wien und Warschau hatte die Delegation unter Leitung von Oberst i.G. Fritsch das Privileg, sich mit einer sehr breiten Vielfalt an aktuellen sicherheitspolitischen Themen zu befassen, sowie den Austausch mit Vertretern von internationalen Organisationen und nationalen Einrichtungen der Gastländer zu suchen.

In Wien wurden die 14 Reiseteilnehmer durch die deutsche Botschaft in die traditionell sehr guten deutsch-österreichischen Beziehungen eingewiesen. Zusätzlich wurden die Grundzüge der österreichischen Außen- und Sicherheitspolitik erläutert, die ständig einen Ausgleich zwischen dem verfassungsrechtlichen Grundsatz der immerwährenden Neutralität und einem starken Engagement im Rahmen der EU-Mitgliedschaft finden muss. Weiterhin erläuterte Botschafter Eberhard Pohl, Leiter der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der OSZE in Wien, die Agenda des diesjährigen deutschen OSZE-Vorsitzes sowie die Herausforderung, insbesondere Russland zu einem aktiven Engagement in den OSZE-Gremien zu bewegen.

Ein weiterer Programmpunkt in Wien war die Begegnung mit Vertretern der österreichischen Landesverteidigungsakademie, vertreten durch Oberst d.G. Krasser, Kommandant des 21. Generalstabslehrgangs an der LVAk. Neben den Grundsätzen der aktuellen österreichischen Generalstabsausbildung wurden unter anderem die bevorstehende Umstrukturierung der LVAk zu einer Militärhochschule sowie der gründliche und umfangreiche Auswahlprozess für die Teilnahme an der dreijährigen Generalstabsausbildung in Österreich erörtert. Daneben diente die LVAk als Gastgeber für einen Vortrag durch Oberst d.G. Fronek, Leiter des Büros für Sicherheitspolitik im Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport, zum Thema „Schwerpunkte und aktuelle Entwicklungen der österreichischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik“. Seine Analyse machte deutlich, das aus österreichischer Sicht angesichts sich verschärfender Konflikte in der europäischen Nachbarschaft die Fähigkeit der EU zu einem solidarischen sicherheitspolitischen Handeln schwindet. Dieser Entwicklung möchte Österreich mit einem verstärkten eigenen Engagement – vornehmlich auf dem Balkan – sowie durch eine Stärkung der europäischen Resilienz begegnen.

Der Besuch der UNO-City in Wien, eingeleitet durch ein Gespräch mit dem Ständigen Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei dem Büro der Vereinten Nationen in Wien und vertieft durch Grundsatzvorträge durch Mitarbeiter der Internationalen Atomenergie-Organisation und des United Nations Office on Drugs an Crime, rundete das Verständnis der Delegation für die internationale Bedeutung der österreichischen Hauptstadt ab.

Die Weiterreise der Delegation nach Warschau war von den Eindrücken der deutsch-polnischen Geschichte einerseits und der partnerschaftlichen Bewältigung aktueller Herausforderungen andererseits geprägt. Eine erste Begegnung zwischen der Delegation der FüAkBw und Angehörigen der polnischen Streitkräfte ergab sich im Rahmen eines von der deutschen Botschaft in Warschau ausgerichteten ALUMNI-Treffens. Gastreden durch Generalleutnant Bühler, AL Planung im BMVg, sowie Herrn Pawel Pietrzak, AL im polnischen Büro für Nationale Sicherheit, lieferten den thematischen Hintergrund für den Abend.

Beim Besuch der polnischen Akademie für Nationale Verteidigung erhielten die Delegationsteilnehmer einen umfassenden Einblick in die Ausbildung von Führungskräften der polnischen Streitkräfte, die im Rahmen einer umfassenden Akademisierung auch zunehmend zivilen Studenten in Teilen zugänglich gemacht wird.

Ein Höhepunkt während des Besuchs in Warschau war die Gelegenheit zu einem Gespräch mit Herrn Michał Jach, Vorsitzender des polnischen Verteidigungsausschuss, in den Räumlichkeiten des Sejm. In dem sehr offenen Gespräch wurde vor allem die polnische Perzeption einer Bedrohung der östlichen NATO-Grenze durch Russland und die Erwartung an ein verstärktes Engagement der NATO auf dem Gebiet ihrer östlichen Bündnismitglieder deutlich.

 

Während des folgenden Besuchs des Generalkommandos der polnischen Streitkräfte wurde der Delegation gezeigt, mittels welcher Maßnahmen in den Bereichen Organisation, Rüstung und Ausbildung die polnischen Streitkräfte ihren Beitrag zu einer Erhöhung der Einsatzbereitschaft leisten. Insbesondere das Konzept des Generalkommandos an sich, welches die Kommandos der Teilstreitkräfte unter dem Dach eines Truppenstellerkommandos zusammenfasst, stieß auf großes Interesse der Lehrgangsteilnehmer.

Ein abschließendes Zeichen der gegenseitigen Verbundenheit und Anerkennung war eine Kranzniederlegung am Grabmal des unbekannten Soldaten im Zentrum Warschaus. Begleitet durch eine Ehrenabordnung des Warschauer Garnisonskommandos erwies die Delegation der Führungsakademie der Bundeswehr den in vergangenen Konflikten Gefallenen der polnischen Streitkräfte die Ehre.  

Insgesamt beeindruckten die Teilreisen nach Wien und Warschau nicht nur durch ihre sicherheitspolitische Aktualität, sondern auch durch das in beiden Ländern deutlich gewordene Bedürfnis nach stabilen Beziehungen zu Deutschland. Sowohl die Vertreter aus Polen wie auch Österreich haben deutlich gemacht, dass eine außen- und sicherheitspolitische Stabilität in den jeweiligen Ländern nur vor dem Hintergrund fester Beziehungen zum Nachbarland Deutschland herzustellen ist.