Autor: Christoph Weigmann; Fotos: GIDS

Hamburg, 21.09.2018

 

 

 

 

 

 

 

 

Das German Institute for Defence and Strategic Studies – GIDS – untersucht geostrategische, sicherheitsrelevante Fragestellungen unserer Zeit. Das GIDS nutzt dazu konsequent seine hochrangigen internationalen Kontakte für den Diskurs und die Forschung. Es veranstaltet in Kooperation mit der Hanns-Seidel-Stiftung, München, am 25. September 2018 eine Tagung zum Thema „Kritische Infrastrukturen und Klimawandel – Herausforderungen für die Sicherheitspolitik: Südamerikanische Erfahrungen als Modell für Deutschland?“  

Mit Unterstützung des Alumni-Netzwerkes der Führungsakademie der Bundeswehr sollen diese Themen mit militärischen und zivilen Expertinnen und Experten aus Lateinamerika und Deutschland diskutiert werden und daraus Impulse für den strategischen Diskurs abgeleitet werden.

Das GIDS wurde am 30.Juni 2018 durch Verteidigungsministerin Dr. Ursula von der Leyen an der Helmut-Schmidt-Universität vor mehr als 120 Gästen in Hamburg eröffnet Wir werden darüber berichten.

Mehr zum GIDS

Autor: Roberst Jorra; Fotos: Lene Bartel

Hamburg, 19.09.2018

Jörn Thießen (m) begrüßte die Delegation an der FüAkBw

Die fünftägige Deutschlandreise der kroatischen Sicherheitspolitiker und Experten für Sicherheitspolitik begann für die Delegation mit einem Besuch der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw). Ein Ziel dabei war es, sich über den Auftrag, die Aufgaben und die Struktur der höchsten Bildungseinrichtung der deutschen Streitkräfte zu informieren. Die durch die Konrad-Adenauer-Stiftung organisierte und begleitete Studienreise sollte die hochrangigen Teilnehmer im Laufe der Woche noch zu weiteren Institutionen führen, darunter in Hamburg zum Landesamt für Verfassungsschutz und zur Akademie der Polizei. Darüber hinaus erfolgte ein Besuch des Bundesministeriums des Inneren, für Bau und Heimat (BMI), des Bundesministeriums für Verteidigung (BMVg) und des Deutschen Spionagemuseums in Berlin.

Comprehensive Security im Fokus

Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Direktor Strategie und Fakultäten, Jörn Thießen und der traditionellen Eintragung in das Gästebuch durch den Delegationsleiter, Brigadier Tomislav Galić, erfolgte ein Briefing über die Akademie. Im Anschluss diskutierten die Experten mit Vertretern der FüAk über den Themenkomplex „Vernetzter Sicherheitsansatz“. Die anregenden Gespräche mussten leider, organisatorischen Zwängen geschuldet, aus Sicht aller Beteiligten zu früh beendet werden. Die Delegation wurde durch Direktor Thießen verabschiedet. Ein Bus brachte die Delegation sodann in die Hamburger Innenstadt, wo sie im Landesamt für Verfassungsschutz von der stellvertretenden Amtsleiterin, Frau Anja Domres, begrüßt wurde. Das Briefing im Landesamt war der nächste Programmpunkt, die die Experten auf der Agenda hatten.

 

Autor: Philipp Lenske; Fotos: Laura Clayborn

Hamburg, 14.09.2018

Der Lehrgang Generalstabsdienst / Admiralstabsdienst International 2018 vor dem Hamburger Rathaus

Oberst i.G. Frank Wasgindt bei seiner Begrüßungsanasprache

Major Mwongoso übergibt Staatsrat Krösser ein Foto des Lehrgangs als Dank für die Gastfreundschaft

Führung durch das architektonisch prachtvolle Rathaus

Seit 56 Jahren bildet die Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) nationale und internationale Stabsoffiziere im Lehrgang Generalstabsdienst / Admiralstabsdienst international (LGAI) aus. Somit wird auch dieses Jahr die Hansestadt Hamburg wieder für ein Jahr zur Heimat der Lehrgangsteilnehmenden, die aus 30 Nationen zu uns in die alte, weltoffene Hansestadt gekommen sind. ,,Sie müssen wissen, wo sind und das sie herzlich willkommen sind“, gab der Lehrgangsleiter des LGAI, Oberst i.G. Frank Wasgindt, bei seiner Begrüßungsansprache im Kaisersaal des Hamburger Rathauses dem LGAI als Wunsch mit auf den Lehrgangsweg. Es ist gute Tradition, dass der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg den jeweiligen LGAI in das Hamburger Rathaus zum Empfang einlädt.

Militär ist für Hamburg immer von großer Bedeutung

Im altehrwürdigen Hamburger Rathaus wurden die internationalen Lehrgangsteilnehmer der FüAk durch den Staatsrat der Behörde für Inneres und Sport, Bernd Krösser, begrüßt. Er hieß die internationalen Hörsäle des Heeres, der Luftwaffe und der Marine wie auch ihre Tutoren unter Führung von Oberst Wasgindt in herzlichen Worten willkommen. Er wies darauf hin, dass das Militär für Hamburg immer von großer Bedeutung gewesen ist, denn nicht zuletzt begründet sich der Wohlstand der Stadt auf einem stabilen sicherheitspolitischen Umfeld. Er wünschte den Lehrgangsteilnehmern, dass sie ein „Gefühl der Verbundenheit“ mit dieser Stadt entwickeln könnten, um ihre Lehrgangszeit in Hamburg in guter Erinnerung zu behalten.

LGAI trägt zum Verständnis über Europa bei

Der LGAI vermittelt den Lehrgangsteilnehmenden Kenntnisse der europäischen Sicherheitsstruktur und der Entwicklung der Europäischen Union (EU) mit Schwerpunkt der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP). Die Handels- und Hafenstadt an der Elbe lebt von ihren internationalen Beziehungen. Das ist der Grund, weshalb der Senat auch die vom LGAI angestrebte Netzwerkbildung zur Entwicklung und Vertiefung der Verbundenheit mit Deutschland sehr unterstützt.

Partnerstadt am Indischen Ozean

Mit fast 4 Millionen Einwohnern ist Daressalam die größte Stadt Tansanias. Seit Juli 2010 besteht eine Partnerschaft zwischen der bedeutsamen Handelsstadt an der ostafrikanischen Küste des Indischen Ozeans und der Freien und Hansestadt Hamburg. Major Wankyo Mwongoso aus Tansania ist Lehrgangsteilnehmer des diesjährigen LGAIs und setzte mit seiner Dankesansprache ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit im Senat. So dankte Mwongoso der Stadt Hamburg für die großartige Unterstützung des LGAI. Der LGAI war Gast Hamburgs bei einer Hafenrundfahrt. Und auch die Kosten der Familienfeier für alle Angehörigen der LGAI-Offiziere übernahm die Stadt Hamburg. „Wir als Lehrgang fühlen uns willkommen, angenommen und vor allem angekommen“, so Major Mwongoso. Als Dank für die bisher erfahrene Gastfreundschaft übergab der Lehrgang ein gerahmtes Foto an Staatsrat Krösser.

Gemeinsame Erlebnisse schaffen Erinnerungen

Die Führung durch das architektonisch prachtvolle Rathaus und seine Geschichte bot einen guten Rahmen für einen gemeinsamen Austausch von Gedanken und Erfahrungen und vor allem für das persönliche Kennenlernen. Dieser gemeinsame Tag wird den Lehrgangsteilnehmenden noch lange in Erinnerung bleiben – und hoffentlich ebenso die Hansestadt Hamburg.

 

 

 

 

 

Autor: Philipp Lenske ; Fotos: Lene Bartel

Hamburg, 07.09.2018

Admiral Karsten Schneider bei der Begrüßungsrede

Die Absolventen mit Freunden und Familie

Generaloberstabsarzt a.D. Dr. Ingo Patschke beim Vortrag

Die Absolventen mit ihren Professoren

In einem feierlichen Rahmen wurde den Absolventen des Masterstudienganges ,,Militärische Führung und Internationale Sicherheit“ (MFIS) an der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr in Hamburg (HSU) ihre Zeugnisse übergeben. Dieser Masterstudiengang erfolgt als Kooperation zwischen der HSU und der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw). Unter den 29 Absolventen sind auch der ehemalige Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, Herr Generaloberstabsarzt a.D. Dr. Ingo Patschke sowie 17 Lehrgangsteilenehmende des nationalen Lehrgangs Generalstabsdienst / Admiralstabsdienst 2017 (LGAN 2017). Die Verleihung des postuniversitären akademischen Abschlusses jährt sich in diesem Jahr zum 3. Mal. Begrüßt wurden die MFIS Absolventen von Seiten der FüAkBw durch den stellvertretenden Kommandeur und Direktor Ausbildung Flottillenadmiral Karsten Schneider. Zuvor begrüßte die Dekanin der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Frau Professorin Dr. Christiana Schaefer die Anwesenden.

Masterstudiengang MFIS

Grundlage für die Zulassung zum Masterstudiengang MFIS ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium sowie die Teilnahme am LGAN an der FüAkBw. Um die berufspraktischen und theoretischen Inhalte des Lehrgangs auf wissenschaftlichem Niveau zu erweitern, wurde seinerzeit dieser Masterstudiengang ins Leben gerufen.

Umfangreiche Studieninhalte

Der MFIS-Studiengang unterteilt sich in sechs Themenmodule. Diese Module sind mit dem LGAN-Lernplan abgestimmt und werden zum Teil in der Clausewitz-Kaserne von Professoren der HSU gelehrt. Dabei sind die praxisnahen Module „Menschenführung“, „Dimensionen von Sicherheit“ sowie die „Führung und der Einsatz von Streitkräften“ Bestandteil der Ausbildung im LGAN. Ergänzt werden diese durch Fächer der HSU, die den Fokus auf „Führung“, „Strategie“ und „Internationale Beziehungen“ setzt. Den MFIS-Studierenden stehen dabei alle Ressourcen aus den beiden Institutionen zur Verfügung. Das Bundesverteidigungsministerium stellt dabei durch die FüAkBw den benötigten finanziellen Rahmen zur Umsetzung der Kooperation zur Verfügung. Die HSU bietet uneingeschränkten Online-Zugang zu ihrer Bibliothek sowie diverser E-Lernplattformen, in welchen sich die Studierenden organisieren, austauschen und ihre Arbeiten zu Bewertungen durch die Professoren hochladen können.

Lebenslanges Lernen

Die Aufwertung des LGAN durch das Angebot eines weiterbildenden Studiengangs mit dem Abschluss: ,,Master of Arts“ ist Anreiz für die Teilnehmenden, diesen berufsqualifizierenden und anwendungsorientierten Studiengang zu besuchen und zu absolvieren. Generaloberstabsarzt a.D. Dr. Ingo Patschke hat seine Motivation zu einem weiteren Studium wie folgt beschrieben: ,,In einer immer komplexeren und vielschichtiger werdenden Welt gut zurecht zu kommen, meinen Horizont zu erweitern und mich in sicherheitspolitische Debatten aktiv einbringen zu können, waren für mich ein Anreiz“. Der Austausch mit dem jungen, angehenden Führungspersonal der Bundeswehr stellt für ihn den persönlichen Gewinn dar.

Think Tank und German Institute for Defence and Strategic Studies (GIDS)

Nach der Rede der Bundesministerin der Verteidigung, Dr. Ursula von der Leyen, im November 2016, befindet sich die FüAkBw in einem Veränderungsprozess. Durch die Erweiterung der FüAkBw zu einem „Think Tank“ in Kooperation mit der HSU ist die Steuergruppe Denkfabrik auf Seiten der FüAkBw und durch das Netzwerk Internationale Konfliktanalysen (NIKA) auf Seiten der HSU etabliert worden, die beide das GIDS steuern. Die Leistungen der MFIS-Absolventen stellen für die Denkfabrik und damit dem Forschungsauftrag des GIDS eine der Grundlagen dar, dem strategischen Beratungsauftrag nachzukommen.

Ein Studiengang wie kein anderer

Neben dem intellektuell anspruchsvollsten Lehrgang in den Streitkräften zusätzlich an den Wochenenden einen Master-Studiengang zu absolvieren, zeigt die hohe Leistungsbereitschaft der angehenden Führungskräfte und deren Willen, sich zukünftig noch besser in die Streitkräfte einbringen zu können. Die akademische Auseinandersetzung mit den MFIS-Themen gibt den Absolventen ein wichtiges Werkzeug mit auf den Lebensweg, um in der Praxis Entscheidungen auf komplexe Herausforderungen zu finden. Der MFIS hat sich als Erfolgsmodell etabliert.

 

 

 

 

 

Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Lene Bartel

Hamburg, 30.08.2018

Der Kommandeur der Führungsakademie, Brigadegeneral Oliver Kohl (r), begrüßte Dr. Fritz Felgentreu (m) und ... Schmidt in der Clausewitz-Kaserne

Dr. Fritz Felgentreu, stellvertretender Landesvorsitzender der Berliner SPD, beim Eintrag in das Gästebuch der FüAkBw

 

 

Wenn ein sicherheits- und verteidigungspolitischer Sprecher einer Bundestagsfraktion eine Reise zu den Dienststellen der Bundeswehr macht, um sich in Gesprächen mit den Soldaten vor Ort einen persönlichen Eindruck zu verschaffen, so ist das gewiss für jede Dienststelle eine Abwechslung im Alltag der Dienstgeschäfte.

Für die Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) gab es in dieser Woche einen derartigen Tag. Begrüßt wurde Dr. Fritz Felgentreu MdB, der sicherheits- und verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und Sprecher im 1. Untersuchungsausschuss der 19. Wahlperiode im Bundestag in der Clausewitz-Kaserne. Er wurde begleitet von dem Hamburger Bürgerschaftsabgeordneten Frank Schmitt.

Ein Tag voller Gespräche und ein Eindruck vom GIDS

Begrüßt wurde Dr. Felgentreu durch den Kommandeur der Führungsakademie, Brigadegeneral Oliver Kohl, dem der traditionelle Eintrag in das  Gästebuch der Akademie folgte. Dr. Fritz Felgentreu und Frank Schmitt besuchen die FüAk zu einem Zeitpunkt, der durch die Erweiterung des Auftrags durch die Bundesverteidigungsministerin geprägt ist, auf dem Feld der Strategieberatung Expertise aufzubauen. An der FüAk ist dieser Auftrag durch den Aufbau des German Institute for Defence and Strategic Studies (GIDS) geprägt. Über das GIDS informierten sich die beiden Politiker in einem Gespräch und Vortrag mit dem militärischen Vorstand des GIDS, Oberst Professor Dr. Rogg.

Gespräche mit Akademiemitgliedern

Es gehört zu einem derartigen Programm und war dem Besucher aus Berlin ein Anliegen, auch mit den Akademiemitgliedern zu sprechen. Ein Gespräch mit Mitgliedern aus den unterschiedlichsten Bereichen der Akademie war so auch die Fortsetzung des dichtgedrängten Besuchstages. Mit seiner Verabschiedung ging damit diese kurze Abwechslung im Alltag ihrem Ende entgegen.

 

 

 

 

 

 

Autor: Verena Hoffmann & Jonathan Scheffler ; Fotos: Jonathan Scheffler

Hamburg, 28.08.2018

Aktuelle Informationen aus der FüAkBw durch den Kommandeur, Brigadegeneral Oliver Kohl

Begrüßung zur 52. SiPoInfoT durch Generalleutnant a.D. Herrmann

Das Auditorium verfolgte interessiert den Vorträgen der Referenten

Der Direktor der Clausewitz-Gesellschaft, GenLt a.D. Hermann bedankte sich bei den Angehörigen des LGAN 2017

Flottillenarzt Dr. Brunn nahm sich dem Thema Human Performance Enhancement (HPE) an

Major Dunn, US-AirForce, erklärte die multinationale Sicht in Bezug auf militärisch genutzte künstliche Intelligenz

Zwischen den Vorträgen gab es Gelegenheit, die Thematik bei einer Tasse Kaffee zu besprechen

Major Levy beleuchtete alle politischen Aspekte zum Thema Militärstrategie und autonome Waffensysteme

Mit diesem hochaktuellen Thema befasste sich die 52. Sicherheitspolitische Informationstagung der Clausewitz-Gesellschaft e.V. und der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw), zu der sich im Manfred-Wörner-Zentrum der Führungsakademie ca. 240 geladene Gäste eingefunden haben. Dabei ging es im Besonderen darum, die „Strategie im 21. Jahrhundert unter Berücksichtigung moderner technologischer Entwicklungen“ zu beleuchten und kritisch zu diskutieren. Es ging auch darum zu hinterfragen, welche Herausforderungen künstliche Intelligenz (KI) und autonome Systeme an Politik, Gesellschaft und Streitkräfte stellen. Unter der Organisation von Major Maik Schröder, Lehrgangsteilnehmer des 14. streitkräftegemeinsamen nationalen Lehrgang Generalstabsdienst und Admiralstabdienst (LGAN) gestaltete auch der Hörsaal 3 des aktuellen LGAN einen sicherheitspolitischen Beitrag zu dieser Informationstagung.

Einleitende Worte durch den Präsidenten

Die einleitenden Worte des Tages sprach der Präsident der Clausewitz-Gesellschaft, Herr Generalleutnant a.D. Kurt Herrmann, der die zahlreich erschienenen Teilnehmer im voll besetzten Gneisenau-Saal begrüßte. Den Auftakt übernahm Brigadegeneral Oliver Kohl, Kommandeur der Führungsakademie, der anschließend dem Auditorium einen Sachstand über die Umstrukturierung der Akademie gab. Schwerpunkt seiner Rede war die Neugestaltung des Lehrgangs Basislehrgang Stabsoffizier (BLS), des Lehrgangs Generalstabsdienst und Admiralstabsdienst national und international (LGAN und LGAI), der Lehrgänge der Modullandschaft für ausgebildete Stabsoffiziere nach dem Konzept des lebenslangen Lernens sowie das neu aufgestellte German Institute for Defence and Strategic Studies (GIDS).

„Wir sind keine KI-Experten, aber wir sind frei im Geist und fest im Entschluss“

Mit der einleitenden Frage, wer denn besser geeignet sei zukunftsorientiert und frei zu denken als die Teilnehmer der Lehrgänge für zukünftige Generalstabsdienst und Admiralstabsdienstoffiziere, eröffnete Korvettenkapitän Patrick Jacobi das Spezial-Panel, welches der Hörsaal eigens für diese Informationstagung vorbereitet hatte und das er zusammen mit Major Benedikt Kühn moderierte. Damit kam der Hörsaal dem Auftrag des Akademiekommandeurs nach, im Rahmen der Ausbildung zum militärischen Spitzenpersonal der Streitkräfte den strategischen Blick auf die Herausforderungen von Morgen zu richten. Dazu befasste sich der Hörsaal unter der Leitung von Major Schröder intensiv mit der Fragestellung, welche Auswirkungen durch Künstliche Intelligenz (KI) und Autonome Waffensysteme auf die Militärstrategie zu erwarten sind. Er präsentierte hierzu seine Ergebnisse in Form eines Vortrags mit anschließender Diskussionsrunde den zahlreichen und interessierten Zuhörern.

„KI ist entweder das Beste, was der Menschheit passieren kann, oder das Schlechteste!“

Major Schröder stellte in seinem Vortrag deutlich heraus, dass Künstliche Intelligenz aus dem heutigen Alltag nicht mehr wegzudenken ist. Die Entwicklung von einer schwachen KI hin zu einer „Super-KI“ sei keine Frage mehr nach dem ob, sondern lediglich eine Frage nach dem wann des nächsten Technologiesprungs. Dabei definierte er Künstliche Intelligenz als ein Teilgebiet der Informatik, das sich mit der Nachbildung menschlicher Intelligenz und menschlichen Verhaltens sowie der Weiterentwicklung von maschineller Intelligenz befasst. Wo in der Medizin längst intelligente Computer die Analyse von Krankheitsbildern übernehmen, erhält KI auch im militärischen Anwendungsbereich immer umfangreicheren Einzug und nimmt bereits heute, so die These, Einfluss auf das militärische Schlachtfeld und somit auf die strategische Kriegsführung.

„Ohne eine eigene Strategie, wären wir nicht vorbereitet.“

Die im Anschluss stattfindende Diskussion mit dem Publikum wurde von den Lehrgangsteilnehmern des LGAN mit Thesen aus politischer, medizinischer, ethischer sowie technischer Sicht eingeleitet. Um bei der rasanten Entwicklung der Möglichkeiten zum Einsatz von KI den technologischen Anschluss nicht zu verlieren, so stellte Major Levy in den Raum, muss auch Deutschland sich mit dem Einsatz autonomer Waffensysteme auseinandersetzen. Denn der Einsatz dieser Waffen ist unter Berücksichtigung der Chancen aber auch Risiken zur aktiven Unterstützung der Truppen von besonderer Relevanz. Major Dunn, Angehöriger der amerikanischen Streitkräfte, bekräftigte die Aussage und stellte heraus, dass die amerikanischen Streitkräfte eine gute KI-Strategie entwickeln müssen, um jederzeit reagieren zu können. „Ohne eine eigene Strategie“, so Dunn, „wären wir nicht vorbereitet, denn andere Nationen benutzen bereits KI als militärische Wirkmittel.“

Deutschland muss aufholen

Während andere Nationen bereits  Künstliche Intelligenz einsetzen und Konzepte implementiert haben, hängt Deutschland mit einer fehlenden robusten KI-Strategie bislang diesem Entwicklungstrend hinterher. Dabei hilft auch nicht der Blick nach Israel, das bereits autonome Grenzroboter oder Kamikaze-Drohnen einsetzt. Deutschland hat ein anderes ethisches Werteverständnis. Mit den ethischen Aspekten der Diskussion um den Einsatz von autonomen Waffensystemen und der Frage nach der Verantwortlichkeit bei ihrem Einsatz befasste sich Oberstleutnant Trier. Dieser führte aus, dass in letzter Instanz der Mensch immer in der Verantwortung bleibt, denn er entscheidet, ob diese Waffensysteme zum Einsatz kommen oder nicht.

Nicht den Menschen verdrängen

Solange die KI nur eine Ergänzung für die Kriegsführung darstellt und den Menschen dabei nicht verdrängt, so Major Levy weiterführend, gibt es klare Vorteile für ihren Einsatz, da sie zur Unterstützung bei Führungsentscheidungen eingesetzt werden kann und damit die Reaktionsgeschwindigkeit in Entscheidungsprozessen erhöht. Für dieses offene Denken warb auch Major Schröder mit dem technischen Blick auf die Entwicklung von KI. Denn mit dem frühzeitigen Implementieren von Leitplanken kann die Entwicklung dieses nicht mehr aufzuhaltenden technischen Fortschritts eingeschränkt oder sogar behindert werden.

Der medizinische Blickwinkel

Mit einem offenen Blick auf die Potentiale können, so Flottillenarzt Dr. Elisabeth Brunn, in der Nutzung von Human Performance Enhancement (HPE) auch Möglichkeiten für das Militär liegen. Dabei beleuchtete sie einen medizinischen Blickwinkel auf die Debatte. Hier können verschiedenste Maßnahmen dazu beitragen, die menschliche Leistungsfähigkeit über das individuell maximal mögliche Potential zu erhöhen. „HPE wird als Katalysator wirken und die Art der Kriegsführung grundlegend ändern“, so ihre These. 

Eine großartige Debatte

Die zahlreichen Fragen aus dem Publikum zeigten das große Interesse an der Debatte um den Einsatz von künstlicher Intelligenz im Kontext der deutschen Sicherheitspolitik. Mit dem Dank von Admiral Karsten Schneider, stellvertretender Akademiekommandeur, für die plastische Darstellung dieses komplexen Themas endete das Spezial-Panel der LGAN Lehrgangsteilnehmer mit großem Applaus.

„Wer ist ein guter Mensch und wer bestimmt das?“!“

Auch die weiteren Vorträge des Tages, so der Vortrag von Jay Tuck, Buchautor, investigativer Journalist und langjähriger Redaktionsleiter der ARD-Tagesthemen, über den „Einfluss disruptiver Technologien auf Sicherheitspolitik und Strategie“ sowie von Univ.-Professor Dr.-Ing. Dr. rer. Pol. habil. Michael Lauster, Institutsleiter des Fraunhofer Institut für Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen zum Thema „Künftige Technologien und technologische Quantensprünge mit erwarteter Relevanz für Sicherheitspolitik und Strategie“ erfuhren höchste Aufmerksamkeit durch das Auditorium. Denn die ethische Frage für den Einsatz von letalen, unabhängig handelnden Waffensystemen beginnt bereits mit der Frage „Wer ist ein guter Mensch und wer bestimmt, was gut ist?“. Prof. Dr. Mey, Honorarprofessor für Außenpolitik an der Universität Köln, leitete die Gesprächsrunde mit den beiden Vortragenden, die sich unter anderem um diese Frage drehte. Die Antwort jedoch blieb offen und regt jeden zum Nachdenken an.

 

 

 

 

Autorin: Anne Bressem; Fotos: Anne Bressem

Hamburg, 27.08.2018

Erkundung im Gelände

Taktische Verfahrensweisen im Gelände

Offiziere während der Geländetaufe

 

3.00 Uhr morgens, der Wecker klingelt, der Rucksack ist gepackt, ich springe in meine Uniform und Kampfstiefel - wo sind wir? Richtig, beim Deutschen Heer.

Grüne Ausbildung an der Führungsakademie...

Taktische Führung von Landoperationen will gelernt sein. Um angehende Stabsoffiziere des Heeres auf nationale und internationale Führungsprozesse vorzubereiten, schult die Führungsakademie der Bundeswehr ihre Heeresoffiziere im Rahmen des Lehrgangs "Grundlagen der Führungs- und Operationsplanung".

Was heißt das?

Engagierte Hörsaalleiter sowie Dozenten entwickeln gemeinsam mit den Offizieren Verständnis für nationale und internationale Führungsprozesse. Die Unterrichte sind vor allem von kompetenzorientierter Vermittlung von Führungs- und Einsatzgrundsätzen der Landstreitkräfte geprägt. Handlungstraining steht in der Lehre Landstreitkräfte an vorderster Stelle. Neben den Grundsätzen der Truppenführung werden dabei auch die Verfahren für Führung,  und Einsatz von Landstreitkräften vermittelt.

Wie üben wir das?

Das Deutsche Heer ist seit mehr als zwanzig Jahren in den Auslandseinsätzen der Bundeswehr im Schwerpunkt eingesetzt und hat sich dort voll bewährt. Die Fakultät Landstreitkräfte setzt diese Erfahrungswerte in diversen Übungslagen mit den Lehrgangsteilnehmerinnen und -teilnehmern um. Neben der Vermittlung allgemeiner Grundsätze, die die Lehrgangsteilnehmer auch in zukünftigen Einsätzen befähigen sollen, ihre Rolle als Führungskräfte wahrzunehmen, wird der notwendige Einsatzbezug durch Aspekte der aktuellen Einsatzrealität in Form von Planübungen hergestellt.

Raus ins Gelände!

Der Praxisbezug darf während eines Lehrgangs selbstredend nicht fehlen. Mit der Geländebesprechung, zu der bereits um 04.15 Uhr am frühen Morgen aufgebrochen wurde, können die Lehrgangsteilnehmer in unterschiedlichen Situationen das bereits an der Offizierschule des Heeres vermittelte Wissen erneut anwenden. An ausgewählten Geländepunkten organisieren die Hörsaalleiter eine lagebezogene Geländeorientierung, um dort zugleich taktische Aufgabenstellungen aufzugeben.

Die Orientierung erfolgt in anschaulicher Weise. Zunächst wird der eigene Standort mit Hilfe von zwei eindeutigen Geländepunkten, die gut sichtbar sein sollten, genau angegeben. Wichtig ist hierbei, dass der Bezug zur Lage immer hergestellt wird.

Mit der Angabe der Himmelsrichtung, die, wenn möglich, die Nordrichtung sein sollte, erfolgt eine Konkretisierung. Kann diese nicht eindeutig beschrieben werden, z.B. weil sich der eigene Standort südlich eines Waldes befindet, kann natürlich auch eine andere Richtung gewählt werden. Für deren Bestimmung ist nach dem Schema REHLZ vorzugehen.

Dabei steht das

Richtung

Entfernung

Hilfsziel (wenn notwendig)

Lage zum Ziel

Ziel

 

Ist die Lage beschrieben, erfolgt nun das Ansprechen der in der Lage wichtigen Geländeteile/-punkte. Dabei bleibt es dem Vortragenden überlassen, mit welchem dieser Geländeteile begonnen werden soll. Es sind dabei einige Regeln zu beachten:
Zum Beispiel von der Richtung im Uhrzeigersinn über Osten, Süden nach Westen oder in jeder anderen Richtung beginnend, wenn sich die Lage zusammenhängend auf das Gelände übertragen lässt. Dabei ist für den Anwender immer zu beachten, im Uhrzeigersinn vorzugehen.

Richtung Nordost
Entfernung 3500
Hilfsziel (wenn notwendig) Haus mit weißem Giebel
Lage zum Ziel handbreit rechts davon
Ziel Funkmast, dies rechte Grenze Stg PzGrenBtil 171

 

 

 

 

 

Horizonterweiterung

Die Befähigung zum erfolgreichen Kampf an Land ist entscheidend für den gesicherten Zugang eigener Kräfte ins Einsatzgebiet, die Operationsfreiheit im Einsatzgebiet sowie für die Durchsetzungsfähigkeit gegen gegnerische Kräfte. Am Ende steht immer eine schnelle Konfliktbeendigung zu günstigen Bedingungen. Mit diesen und weiteren Erkenntnissen ist der Lehrgang für alle Offiziere ein ordentlicher Gewinn an Erfahrung und Horizonterweiterung, vor allem auch für „frische“ Heeresuniformträger oder Seiteneinsteiger.

 

 

Autor: Jürgen Orth; Fotos: FüAkBw

Hamburg, 24.08.2018

Zivile und militärische Dozentinnen/Dozenten

Erfahrungsaustausch in der Lernsituation

 

 

An der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) ist es wieder soweit: Der nächste Lehrgang “Didaktik und Methodik“ startet an der Führungsakademie der Bundeswehr. In wenigen Wochen werden 12 Teilnehmerinnen und Teilnehmer „fit“ für die Lehraufgaben gemacht.

Schwerpunkt kompetenzorientierte Ausbildung

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erleben kompetenzorientiere Ausbildung aktiv im Lehrgang und lernen, eigene Unterrichte mit dem neuen Lehr- und Lehrprinzip der Bundeswehr zu gestalten. Diverse Ausbildungsabschnitte erlauben es ihnen, eigene Erfahrungen einzubeziehen und zukünftig eine professionelle, handlungsorientierte Lehre durchzuführen.

Kooperation mit der Führungsakademie der Bundesagentur für Arbeit

Das Besondere an diesem Lehrgang: Auf Grundlage einer Kooperationsvereinbarung kommt die Hälfte der Teilnehmenden von der Bundesagentur für Arbeit. Durch Prüfung am Lehrgangsende sollen möglichst alle zum „Senior Trainer“ zertifiziert werden. Auch die Stabsoffiziere werden die Gelegenheit erhalten, sich der Zertifizierungskommission zu stellen. Das Dozententeam ist ebenfalls zivil/militärisch gemischt. Herr Jens Kunkel und Oberstleutnant Jürgen Orth werden im Teamteaching als Dozenten ihr Bestes geben. Die wechselseitige Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen wiederholt sich bereits seit mehreren Jahren und ist Ausdruck gelebter Kooperation.

Drei Wochen intensiver Arbeit liegen vor den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, jedoch auch vor den Dozenten. Drei Wochen, die sich garantiert lohnen werden und an deren Ende 12 neue Multiplikatoren für die Umsetzung der kompetenzorientierten Ausbildung bereit stehen werden.

 

 

 

 

 

Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Lene Bartel

Hamburg, 23.08.2018

General Oliver Kohl begrüßt Admiral James Foggo III an der Führungsakademie der Bundeswehr

Admiral Foggo III, Commander Allied Joint Force Command Naples, Commander U.S. Naval Forces Europe, Commander U.S. Naval Forces Africa, beim Eintrag in das Gästebuch der Führungsakademie der Bundeswehr

Admiral Foggo III begrüßt die amerikanischen Austauschoffiziere an der FüAkBw

Bei der Begrüßung des amerikanischen Admirals

Admiral Foggo III beim Vortrag

Es war ein besonderes Ereignis, das die Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) in ihren Büchern verzeichnen durfte. Der Vortragssaal im Manfred-Wörner-Zentrum der Clausewitz-Kaserne war randvoll mit interessierten Zuhörern gefüllt, die zum Vortrag von Admiral James G. Foggo III erschienen sind. Mit Admiral Foggo III besuchte einer der ranghöchsten Mitglieder der US-Streitkräfte die Führungsakademie. Derzeit ist der amerikanische Admiral Kommandeur des Allied Joint Force Commands in Neapel (JFC), der U.S. Naval Forces Europe und der U.S. Naval Forces Africa.

Der Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, Brigadegeneral Oliver Martin Kohl, begrüßte den NATO-Oberbefehlshaber für Europa und Afrika, dem der traditionelle Eintrag in das Gästebuch der Akademie folgte.

Eine militärische Führungskraft mit enger Bindung an Deutschland

Admiral Foggo III kannte Deutschland sehr gut, was seinen Auftritt an der FüAkBw für ihn fast zu einem Auftritt in heimatlichen Gefilden werden ließ. Sein Vater landete 1944 mit den US-Streitkräften im Rahmen der Operation Overlord in der Normandie und kam in der Folge nach Deutschland, wo er in Mönchengladbach seinen langjährigen Lebensmittelpunkt hatte. In dieser Zeit lernte auch der Admiral Deutschland kennen.

Mit dieser kleinen Episode, die seine Bindung zu Europa anschaulich werden ließ, begann er den Vortrag mit einem Überblick über die umfangreichen Aufgaben des Joint Task Force Commands. Ausführlich ging der amerikanische Admiral auf die Aufgabenfülle ein, die sein Kommando im Rahmen der Humanitären Hilfseinsätze zu leisten hat. Die durch die Libyenkrise in Gang gesetzten Flüchtlingsströme halten bis heute an. Es geht im Kern um die Frage, „Wie findet man heraus, was die Flüchtlinge benötigen?“. Als sich die Frage 2011 zuspitzte und am 17. März 2011 die UN-Resolution 1973 zur Libyenkrise unter Beachtung des allgemeinen Waffenembargos und ohne Einsatz von Besatzungstruppen legitimiert und beschlossen worden ist, war unter den NATO-Kommando des JFC der Einsatz durchgeführt worden. Der internationale Militäreinsatz in Libyen umfasste bewaffnete Operationen zur Einrichtung einer Flugverbotszone, zum Schutz der Zivilbevölkerung in Libyen, zur Unterstützung der Aufständischen gegen die Regierungstruppen und zur Durchsetzung des Waffenembargos durch Marineschiffe. Am Nachmittag des 19. März 2011 begannen die Militäraktionen mit der französischen Opération Harmattan bzw. der Operation Odyssey Dawn, was auf Deutsch „Morgendämmerung der Odyssee“ bedeutet.
Die NATO-Operation zur Durchsetzung des Waffenembargos mittels des Einsatzes von Marineeinheiten trug den Namen Unified Protector und begann am 22. März 2011. Es war ein großangelegter NATO-Einsatz.

Minensuche als NATO-Aufgabe

Eine weitere wesentliche Aufgabe besteht noch heute in der Minensuche. Diese aus den Konfliktregionen, insbesondere des Libyenkonfliktes, resultierenden Hinterlassenschaften gefährden noch heute hochgradig die Flüchtlingsströme. Als Beispiel zeigte der Admiral die effektive Wirkung von Minen auf. Immerhin unterbrachen im Jahr 2011 vier durch Libyen ausgebrachte Minen für gut einen Tag die Versorgungskette des Joint Task Force.

Die Rolle von Social Media

Admiral Foggo III sprach der Wirkung der Social Media eine große Bedeutung zu. Im Verlauf seines NATO-Kommandos hat er die Nutzung von Social Media weit ausgebaut. Sie dient zum Erkenntnisgewinn, aber auch zur Kommunikation von NATO-Positionen. Es sei an dieser Stelle auf das von David Patrikakakos verfasste Buch „War in 140 characters“ verwiesen,  das für Admiral Foggo eine Quelle des Erkenntnisgewinns zu diesem Thema darstellt.

Der Focus des Allied Joint Force Command in Neapel

Die wichtigsten Themenfelder, die die NATO JFC zu bearbeiten hat, zeigte der Admiral anhand von fünf Schwerpunkten auf. So steht neben der NATO Mission Irak, dem NATO Einsatz im West-Balkan, dem Hauptquartier der Multinationalen Division Southeast und der Übung „Trident Juncture 2018“ vor allem die NATO Strategic Dirction South Hub (NSDS) im Mittelpunkt seiner Darstellungen.  Bei der NSDS versucht die NATO ein kollektives Verständnis über Bedrohungen und bestehenden Herausforderungen, die aus dem Süden aufkommen zu erlangen und versucht Erkenntnisse über Möglichkeiten des Handeln zu gewinnen. Der Hub soll operative und strategische Führungskräfte mit einem kollektiven Verständnis über den Süden, insbesondere über Schauplätze in Afrika, ausstatten, damit eine Entscheidungsfindung ermöglicht wird. Schließlich soll der Hub dazu beitragen, Deeskalationsbestrebungen zu synchronisieren und aufeinander abzustimmen.

Die Aufgabe der NATO in Afrika

Nach Foggo III trägt die NATO mit Ihren Aktionen vor Ort dazu bei, wirtschaftliche Stärke nach Afrika zu bringen. Die Aufgabe des AJFC in Neapel besitzt durch die Präsenz in Afrika eine hohe Kenntnis, mit militärischer Präsenz die Grenzen zu sichern und die dortigen Polizeien zu stärken. Doch auch die Flüchtlingskrise ist hochaktuell. Nach Foggo III verlassen die Menschen ihre Heimatländer ja nicht deshalb, weil sie krank sind. Sie verlassen sie, weil sie bedroht werden. Diesen Prozess Einhalt zu gebieten und für eine Stabilität der afrikanischen Regionen zu sorgen, ist eine der großen und wichtigen Aufgaben des Allied Joint Force Command in Neapel.

 

Vielfältige Aufgaben ohne ein absehbares Ende

Mit Blick auf die weiteren Schwerpunktfelder ist das Aufgabenspektrum, dem sich Admiral Foggo III und seine Stäbe zu stellen haben, übergroß. So ist an dieser Stelle der durch das JFC kontrollierte KFOR-Einsatz, der seit 1999 besteht, ebenso zu nennen wie die Führung des seit 2015 bestehenden multinationalen Divisionshauptquartiers in Bukarest in Rumänien, das für die Führung der Verteidigungsoperationen gem. Artikel 5 des NATO-Statuts im Falle eines Angriffs auf das Allianzgebiet im Südosten zuständig ist. Nicht zuletzt ist die unter der Führung des Hauptquartiers der JFC in Neapel geführten multinationalen Übung „Trident Juncture 2018“ aufzuführen, mit der das Zusammenwirken der Streitkräfte der Mitgliedsstaaten geübt wird. Im Oktober 2018 werden mehr als 40.000 Soldaten nach Zentral und Nordnorwegen gebracht, um die sich dort befindliche Very High Readiness Joint Task Force zu verstärken.

Ein sich lohnender Diskussionsbeitrag

Den ausführlichen, informativen und lebhaft vorgetragenen Schilderungen folgte eine rege Diskussion mit den Zuhörern. Dabei durfte sich der erste Diskussionsteilnehmer besonders freuen, denn er erhielt als „Icebreaker“ eine Erinnerungsmünze von Foggo III überreicht.

Mit vielen Eindrücken aus den umfangreichen und komplexen Auftrag des Allied Joint Force Command in Neapel Vortrag gingen die Zuhörer in ein sonniges Hamburger Wochenende.  

 

 

 

 

Autor: Michel Gallien; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 16.08.2018

Oberst i.G. Hennig Weeke begrüßt die Gäste

Die drei Säulen des BGMs

Deutsche und internationale Lehrgangsteilnehmer im Dialog

Rückenschule als eine der BGM-Maßnahmen

Die Gastgeber präsentierten Kölschen Karneval zum Anfassen

Training ist auch am Arbeitsplatz möglich

Die Gastgeber präsentierten Kölschen Karneval zum Anfassen

BGM – Für Soldaten und Zivile Angehörige

Die Gastgeber präsentierten Kölschen Karneval zum Anfassen

Vielfältige Übungen: Vom Pezziball bis zum TRX-Band

Die Gastgeber präsentierten Kölschen Karneval zum Anfassen

TRX-Schlingentraining zur Stärkung der Rückenmuskulatur

Der Rücken schmerzt, der Nacken ist verspannt, die Konzentration versinkt im Stress. Wer kennt die alltäglichen Leiden nicht? Was sich anfangs oft als vermeintlich harmlose Beschwerden darstellt, kann bei zu wenig Beachtung schnell zu ernst zu nehmenden körperlichen oder psychischen Krankheiten führen. Um diesen und vielen weiteren Herausforderungen im Alltag zu begegnen, ist das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) geschaffen worden. Im September hat an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) die Erprobungsphase für das BGM begonnen. 2018 soll das BGM in den Regelbetrieb übergehen.

Was ist das BGM?

Unter dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) wird die Gestaltung, Lenkung und Entwicklung betrieblicher Strukturen und Prozesse verstanden, die zum Ziel haben, die Arbeit, die Organisation und das Verhalten am Arbeitsplatz gesundheitsförderlich zu gestalten. Dies soll den Beschäftigten und dem Unternehmen gleichermaßen zugute kommen.

Drei Säulen der Gesundheit

Das BGM umfasst drei Säulen. Den Schwerpunkt bildet die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF). Die BGF hilft, z.B. mit Stressfaktoren umgehen zu können oder den eigenen Bewegungsapparat gezielt zu trainieren und zu stärken. Umfassende Angebote zur BGF werden nach und nach in allen Dienststellen eingeführt. Dazu gehören Bewegungskurse wie „Rückenschule“ oder „Aquajogging“, aber auch „Raucherentwöhnung“ oder „Suchtprävention“. Die Teilnahme an den Maßnahmen der BGF sind für alle Beschäftigten freiwillig. Einen besonderen Attraktivitätsgewinn stellt die BGF für Zivilbeschäftigte dar, für die zuvor kein Sport während der Dienst– oder Arbeitszeit vorgesehen war.

Arbeits- und Gesundheitsschutz als zweite Säule

Die zweite Säule bildet der Arbeits- und Gesundheitsschutz (AGS). Dieser ist gesetzlich vorgegeben und umfasst einerseits die Fürsorgepflicht des Vorgesetzten / Arbeitgebers. Andererseits werden durch den AGS situativ angepasste Arbeitsmittel bereitgestellt. Ein Beispiel hierfür ist der elektrisch höhenverstellbare Schreibtisch, der eine bessere und gesündere Körperhaltung ermöglicht. Weitere wichtige Bestandteile des AGS sind unter anderem Gefährdungsbeurteilungen durch psychische Belastungen oder auch externe Gefahrenquellen, wie Lärm oder Strahlung.

Motivation durch Information

Die Bereitschaft zur Teilnahme am BGM soll durch die dritte Säule „Führung und Organisation“ (FuO) gefördert und gewährleistet werden. Die Führungskräfte sind dazu angehalten, die Mitarbeiter zu sensibilieren, auf die eigene Gesundheit zu achten. Dabei handeln die Führungskräfte zugleich mit Vorbildfunktion. Damit eine Führungskraft vorbildlich führt, sind ein selbst eingehaltener, gesunder Führungsstil und das richtige Delegieren von Aufträgen wichtige Erfolgsfaktoren.

Konzeption und Verantwortlichkeit

Im Zuge der Agenda „Bundeswehr in Führung – Aktiv. Attraktiv. Anders.“ ist 2015 durch das BMVg damit begonnen worden,  das Betriebliche Gesundheitsmanagement an zunächst elf ausgewählten Standorten einzuführen. Unter dem Titel  „Gesundes Arbeiten“ wird es jetzt nach und nach bis 2019 bundeswehrweit etabliert. Die Federführung bei der Umsetzung lag im Schwerpunkt beim Sanitätsdienst. Das BGM gilt von der Truppe bis zum Ministerium, vom Bundeswehrkrankenhaus bis hin zur Militärseelsorge. Dabei unterstützen BGM-Koordinierende an den Standorten. Jede Dienststelle gründet dafür ein Gremium "Gesundheit", das die Einführung des BGM plant, steuert und später überwacht. Die Durchführung von Maßnahmen im Sinne der Betrieblichen Gesundheitsförderung obliegt den durchführenden Dienststellen.

Vielfältige Angebote an der FüAK

Der Angebotskatalog der BGM-Maßnahmen ist umfangreich. An der FüAkBw werden Maßnahmen wie beispielsweise „Funktionelles Training“ oder „Rückenschule“, systematisches Ganzkörpertraining mit dem eigenen Körpergewicht oder unter Zuhilfenahme von Pezziball oder Thera-Band, angeboten. Dies dient auf der einen Seite zur Kräftigung der Tiefenmuskulatur, hilft aber auch gleichzeitig dabei, Rückenbeschwerden vorzubeugen oder zu lindern, denn Rückenprobleme treten oftmals schon durch Fehlhaltungen am Arbeitsplatz auf. Beim „TRX-Schlingentraining“ und „AquaGym“ wird gezielt die Koordination und Beweglichkeit durch gelenkschonende Übungen gestärkt und verbessert. Die Stärkung der körperlichen Flexibilität und Sensibilisierung der eigenen Körperwahrnehmung steht hier im Fokus. Die Beseitigung innerer und äußerer Verspannungen abzubauen und den Köprer und Geist der Teilnehmenden zu fördern, zu mobilisieren und zu stabilisieren, ist das Ziel des gleichnamigen Kurses. Wer seine Zeit gern im Freien verbringt, kann sich bei der wenig verletzungsanfälligen Outdoor-Sportart „Nordic Walking“ durch die grüne Natur bewegen. Wer schließlich noch zukünftig mit einem gesünderen Führungsstil arbeiten möchte, lernt im Kurs „Gesundes Führen“, wie wichtig es ist, ein eigenes Zeit- und Belastungsmanagement aufzubauen. Für den nachhaltigen, gesundheitsfördernden Umgang zur Prävention, aber auch mit bereits eingetretenen Beeinträchtigungen sieht das BGM unter anderem psychosoziale Beratungen und sporttherapeutische Lehrgänge vor. Letztere werden an der Sportschule der Bundeswehr in Warendorf angeboten werden.

Ein Zwischenfazit

Die Ressourcen von Menschen sind endlich. Gehen die Ressourcen aus oder werden diese zu schnell verbraucht, führt dies zu Kopf- und Gliederschmerzen, Depressionen oder sogar letztlich zur Arbeitsunfähigkeit. Das Betriebliche Gesundheitsmanagement soll dies verhindern helfen. Die Angebote sind vielfältig, die Mitgestaltung einfach, der Effekt enorm.

Autor: Philipp Lenske; Fotos: Laura Clayborn

Hamburg, 03.08.2018

Monsignore Bernward Mezger vor dem Altar der Kapelle

Das Kruzifix: Sinnbild für das Opfer Christi

,,Spirituelle Kultur ist in hohem Maße Atmosphäre", so Mezger

Mit Musik und Gesang werden die Andachten zelebriert

 

 

 

 

,,Gott besucht uns, nicht wir besuchen Gott“, mit diesen Worten öffnete der katholische Militärdekan der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw), Monsignore Bernward Mezger, die Türen der Kapelle in der Clausewitz-Kaserne. Und mit der Öffnung taucht der Besucher in eine eigene Geschichte dieses einzigartigen Kapellenraumes ein.

Ein Kapellenraum seit 1958

1958 wurde die Kapelle in der Führungsakademie der Bundeswehr auf dem Gelände der Clausewitz-Kaserne eingeweiht. Seitdem bietet die Andachtskapelle allen Angehörigen der Führungsakademie die Möglichkeit, Gottesdienste zu besuchen und vor allem Ruhe zu finden. Die Kapelle wird ökumenisch genutzt. Der evangelische und katholische Militärdekan teilen sich die Räumlichkeiten für Ihre Andachten. Das Zusammenwirken der Konfessionen spiegelt sich besonders in der Einrichtung der Kapelle wider. So weisen die Bänke auch Kniebänke auf, was für katholische Kirchen ein typisches Merkmal ist. Dafür fehlt ein „ewiges Licht“ und ein Tabernakel. Dieser Ort erscheint nicht aufdringlich, sondern strahlt eine zurückhaltende Ruhe aus. Er ermöglicht allen Besuchern, gemeinsam zu beten und Gottesdienst zu feiern.

Das Kruzifix, die Verbindung zum 4. Generalinspekteur

Eva de Maizière, Bildhauerin und Grafikerin, und Ehefrau des vierten Generalinspekteurs der Bundeswehr, Karl Ernst Ulrich de Maizière, sowie die Mutter des ehemaligen Bundesinnenministers Thomas de Maizière, entwarf und spendete der FüAkBw ein Kruzifix, welches noch heute über dem Altar hängt.

Raum der Stille in der zweiten FüAk-Kaserne

In der Generalleutnant-Graf-von-Baudissin-Kaserne befindet sich kein Kapellenraum, dafür ein „Raum der Stille“. Auch dieser kann von allen FüAk-Angehörigen ungeachtet ihres Glaubens genutzt werden. Der Raum bietet einen Rückzugsort zum Beten, Nachdenken oder zum Trauern. Eben ein Raum der Stille.

Gelebte Andachtspraxis an der FüAk

Anfang Dezember 2017 schockierte die Nachricht über das gesunkene argentinische U-Boot die Welt. Besonders erschüttert waren die argentinischen Marineoffiziere, welche an der FüAk den Lehrgang Generalstabsdienst / Admiralstabsdienst International (LGAI) absolvieren. Solidarisch versammelten sich alle Marineuniformträger der Führungsakademie, um mit Ihren argentinischen Kameraden gemeinsam zu trauern und diesen zu gedenken. ,,Der Soldatenberuf beschäftigt jeden mit Fragen nach Leben und Tod. Mit diesen Fragen stetig konfrontiert zu werden, das ist nicht leicht. Doch der Zusammenhalt unter den Kameradinnen und Kameraden hilft. Die Solidarität wie auch die täglich gelebte Kameradschaft geben Kraft“, so Monsignore Mezger.

Regelmäßige Andachten

Jeden Freitag um 7:30Uhr findet in der Kapelle in der Clausewitz-Kaserne für alle Besucher eine 20 minütige Andacht statt. Der jeweils zelebrierende Militärdekan singt mit den Andachtsbesuchern, betet mit ihnen aus den Psalmen, liest das Evangelium und legt es aus. Oft ist es so, dass die Bibelstellen mit dem Alltag der Soldaten in Verbindung gebracht werden. So wird eines deutlich: ,,An diesem Ort gibt es kein Befehl und Gehorsam, hier stehen alle vor Gott“, wie Monsignore Mezger betont.

 

 

 

 

 

Autor: Stefan Kilian; Fotos: Stefanie Petersen

Hamburg, 26.07.2018

Gemeinsame Vorfreude: Stefan Killian und Stefanie Petersen angekommen in Österreich

Schwimmstart im Morgengrauen

Der erste Bergpass geschafft…Zeit zum Auslockern der Beine

 

 

 

 

Major Stefan Killian ist Teilnehmer des Lehrgangs für Generalstabs- und Admiralstabsdienst National 2016. Sein Arbeitsalltag spielt sich demnach normalerweise im Hörsaal ab – Vorträge, Seminare und diverse Übungen prägen den Dienst. Eine Ausnahme bildete der Austria Extreme Triathlon am 23.06.2018: eine Herausforderung der besonderen Art - quer durch Österreich über 3,8km Flussschwimmen bei 12° Wassertemperatur, 211 Kilometer und 3500 Höhenmetern Radfahren sowie 44km und 1900 Hm Laufen…ein Ironman!

Vorbereitung ist alles

Mit einer Vorbereitungszeit von ca. neun Monaten startete Kilian für die Führungsakademie der Bundeswehr mit einer wöchentlichen Trainingseinheit von 15-20 Stunden für die drei Teildisziplinen. „Während der gesamten Vorbereitung erhielt ich von Vorgesetzten sowie dem Fachzentrum Sport umfassende Unterstützung, bei der Gestaltung des individuellen Trainings genauso wie in Verbindung mit der vorhandenen Auswahl an Sportmöglichkeiten an der Akademie“, so Stefan Killian.

Hamburg – Graz und zurück

Mit einer An- und  Abreise von knapp 1200 km bis an die slowenische Grenze sowie der notwendigen Organisation von Material und Verpflegung begann der Triathlon schon mehrere Wochen vorher. Ohne die Unterstützung durch Kapitänleutnant Stefanie Petersen vor und vor allem während des Rennens eine unlösbare Aufgabe. Die Unterstützer der Athleten übernahmen bei diesem Wettkampf die komplette Versorgung sowie den technischen Support während des Rennens. Außerdem absolvierten sie selbst auch den letzten Streckenabschnitt bis ins Ziel.

Auf der Strecke und körperlich…ein Auf und Ab

Nach dem Start um 04:30 Uhr bei völliger Dunkelheit beendete Major Killian das Schwimmen in hervorragenden 1:09 Stunden, davon die Hälfte gegen die Strömung des Flusses Mur. Gefolgt vom Wechsel auf die Radstrecke. Zuerst 54 km flaches „Einrollen“ und anschließend über vier Bergpässe. So weit so gut. Kein Defekt, die Kräfte gut eingeteilt und das Wetter gut. Nur der kalte Gegenwind deutete auf einen Wetterumschwung hin. Und so begann der tatsächliche Kampf gegen Kopf und Körper auf der Laufstrecke.

DNF (Did not finish) is no option

Gezeichnet vom Wetter und Magenproblemen galt es schließlich, gemeinsam mit seiner Betreuerin die letzten 17 Kilometer und knapp 2000 Höhenmeter bergauf in Richtung Dachstein zu bewältigen. „Als wäre das Rennen an sich nicht schon extrem genug, zeigte uns auch der Berg nochmal seine Schattenseite“, so  Petersen. Um 22:19 Uhr schließlich, bei nur mehr 4 Grad, starkem Wind und Schneeregen nahmen die Strapazen mit Kuhglockenläuten im Ziel ihr Ende.

Finishen nur gemeinsam möglich

„Mit etwas mehr als 17 Stunden und den Witterungsbedingungen definitiv ein Extremwettkampf der besonderen Art. Aber der Zieleinlauf zusammen mit meiner Partnerin war jede Sekunde des Trainings und Wettkampfes wert“, war sich Killian nach dem Rennen sicher.

 

 

 

 

Autor: Reinhold Koßmann; Fotos: Laura Clayborn

Hamburg, 23.07.2018

Der Kommandeur der Führungsakademie, Brigadegeneral Oliver Kohl, begrüßt den Inspekteur der Luftwaffe Generalleutnant Ingo Gerhartz in der Clausewitz-Kaserne

Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, im Austausch mit Soldaten und Mitarbeitern der Führungsakademie

 

 

 

 

Der neue Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, nutzte das jährliche Lehrdeputat an der Führungsakademie der Bundeswehr zur eigenen Vorstellung, für eine objektive Analyse des Zustandes der Luftwaffe und den Blick auf die anstehenden sowie perspektivischen Herausforderungen.

Herausforderungen und Refokussierung

Generalleutnant Gerhartz verwies während des Deputats auf den jüngsten Tagesbefehl, in dem er die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft und das Aufzeigen einer Einsatzrelevanz von Fähigkeiten der Luftwaffe als wesentliche Herausforderung sieht. Vor allem mit Blick auf die Refokussierung gilt es, nach seiner Bewertung, den klugen Kompromiss zwischen dem Aufwuchs von Fähigkeiten der Landes- und Bündnisverteidigung bei gleichzeitigem Erhalt der Fähigkeiten des Krisenmanagements zu finden. Unter den Bedingungen der Trendwenden, wird dieser Aufwuchs, laut ihm, Geduld und vor allem Zeit erfordern.

Eine aufwachsende Organisation

Zuversichtlich stimmt den General die Leistungsbereitschaft und Einsatzfähigkeit des Personals der Luftwaffe. „Mit Blick auf eine aufwachsende Organisation und die damit verbundene Personalgewinnung, bedarf es einer guten Erziehung und Prägung, um diesen Geist zu erhalten und zu fördern“, so Gerhartz.

Gelegenheit für Gespräche

In diesem Sinne nutzte Generalleutnant Gerhartz die Gelegenheit, ein breites Spektrum an Fragen während seines ersten Lehrdeputats zu beantworten. Die Lehrgangsteilnehmer  sowie Soldaten und Mitarbeiter der Führungsakademie nutzten das offene Wort und die Gelegenheit, mit dem neuen Inspekteur der Luftwaffe ins Gespräch zu kommen.

 

Autor: Andreas Beckmann; Fotos: Torsten Näther

Hamburg, 18.07.2018

Gruppenbild vor dem Lincoln Memorial in Washington D.C.

Vortrag in der Deutschen Botschaft in Washington D.C.

Lehrgangsteilnehmer im UN-Sicherheitsrat

 Gruppenbild vor der P-8A Poseidon 

 

Es war eine lange Reise mit vielen Etappen, die auf dem Programm standen. Die Reiseroute umfasste Stationen in Washington D.C, New York, Jacksonville, Tampa und endete schließlich in Miami. Sie wollen wissen, wer sich aufgemacht hat, die Neue Welt kennenzulernen?

13 Tage lang bereiste der Lehrgang Generalstabsdienst/Admiralstabsdienst National 2017 (LGAN) der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg (FüAkBw) die Städte und Stätten in den Vereinigten Staaten und absolvierte dabei ein dicht bepacktes Programm. Dabei wurde sie bis New York vom stellvertretenden Akademiekommandeur, Flottillenadmiral Karsten Schneider, und für den weiteren Verlauf durch Generalmajor a.D. Rainer Fiegle begleitet.

Ziel der traditionellen Reise zum nordamerikanischen Verbündeten, die jeder LGAN auf dem Programm hat, ist es, den sicherheitspolitischen Blick zu weiten. Dieses Ziel sollte auch für den 14. streitkräftegemeinsamen Lehrgangs gelten. Streitkräftegemeinsam, weil der Lehrgang sich aus Teilnehmern aller Teilstreitkräfte und Organisationseinheiten der Bundeswehr zusammensetzt.

Mit vielen deutschen und amerikanischen Persönlichkeiten wurden die Kontakte gesucht, um in den Dialog einzutreten. So konnten aus erster Hand Informationen gewonnen werden, die für jeden persönlich zum Nutzen waren. Es war ein schöner Effekt, dass das in der Ausbildung dem Lehrgang vermittelte theoretische Wissen durch die praktische Erfahrung ergänzt werden konnte. Es bleibt bei den vielen Reisenden eine Fülle an politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Eindrücken von Land und Leuten. Davon kann ein langes Berufsleben gezehrt werden. Der besondere Fokus lag auf dem Bereich der Sicherheitspolitik.

Washington D.C. und New York zum Auftakt

In der Hauptstadt besuchte der Lehrgang zuerst die Deutsche Botschaft. Dort erfolgte eine Einordnung der derzeitigen sicherheitspolitischen Lage aus deutscher Sicht. An der National Defense University (NDU) nutzten die angehenden Admiral- und Generalstabsoffiziere die Gelegenheit, um in ausgiebigen Diskussionsrunden mit Vertretern des Verteidigungsministeriums, mit Journalisten, sowie mit Lehrenden und Studierenden der NDU ihre Standpunkte austauschen. Auf Themen rund um die Digitalisierung, Automatisierung und Robotik lag ein Augenmerk. Diese Technologien, die einen großen Einfluss auf die Wirtschaft und auf das Militär haben, wurden in den Zusammenhang mit dem Phänomen „Deglobalisierung“ gestellt. Eine Führung durch das Capitol-Building und der Besuch mehrerer Think Tanks rundeten das Programm in der Hauptstadt ab. In New York waren die Ständige Vertretung Deutschlands und die Vereinten Nationen der Dreh- und Angelpunkt. Die Generalversammlung und den Sicherheitsrat einmal „live“ zu sehen, war ein ganz besonderes Erlebnis. Den Abschluss in New York bildete der Besuch des Ground Zero und des 9/11 Memorials.

Die US NAVY in Jacksonville im Fokus

Zu Beginn der zweiten Reisewoche wurde die Mayport Naval Base in Jacksonville besucht. Im Heimathafen der vierten US Flotte hatten die Lehrgangsteilnehmer die Chance den Lenkwaffenzerstörer der Arleigh-Burke-Klasse „USS The Sullivans“ zu besichtigen. Im anschließenden Briefing nutzte der Befehlshaber der Fourth Fleet, Rear Admiral Sean Buck, die Gelegenheit, um die Aufträge und Herausforderungen im Einsatzraum des US Southern Command aufzuzeigen. Weitere Highlights waren die Besichtigung der neuen Aufklärungsdrohne MQ-4C Triton und eines P-8A Poseidon Seefernaufklärungsflugzeugs auf der US Naval Airbase.

Höhere US Kommandobehörden in Tampa

Im US Central Command (USCENTCOM) auf der McDill Air Force Base in Tampa gab der Leiter des Deutschen Verbindungskommando USCENTCOM, Brigadegeneral Schoy, einen ausführlichen Überblick über die deutsche Einbindung. Nachfolgend trug Lieutenant General Charles Brown, Deputy Commander USCENTCOM, zum Thema „Leadership“ vor. Seine Hauptbotschaft an die Lehrgangsteilnehmer lautete: „Articulate risk! And articulate the risk if you don`t act!“ Der kanadische General Major Millner referierte zum Thema „Coalitions“ aus Sicht eines J5 Deptuy Directors. Aus seiner Sicht kommt es zukünftig deutlich auf aktuelle und zukünftige Koalitionen an. Ein interessanter Werksbesuch bei einer F35 Produktionsstätte des Unternehmens Lockheed Martin rundete den Besuch des Lehrgangs in Tampa ab.

Südamerika und Küstenwache zum Abschluss

In Miami war es Frau Generalkonsulin Annette Klein, die den Lehrgang in die Besonderheiten Floridas einschließlich seiner deutschstämmigen Verbindungen eingewiesen hat. Sie legte dabei ein Augenmerk auf die aktuelle politische, ökologische sowie auf gesellschaftliche Situation in Florida und den USA. Die Ausbildungsreise fand ihren Abschluss durch einen Vortrag von Vertretern des US Southern Command sowie einen Besuch bei der US Coast Guard. Dabei wurde der Blick auf Südamerika und die Karibik gelenkt und Herausforderungen angesprochen, die im europäischen Denken weniger im Fokus stehen: zum Beispiel der weltweite Drogenhandel und die politische Situation in den südamerikanischen Staaten.

Gegenseitiges Verständnis

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die vielen Diskussionen und Gespräche des Besuchs das gegenseitige Verständnis und Vertrauen gefördert haben. Das bisher auf dem Lehrgang erworbene theoretische Wissen wurde durch einen Blick über den transatlantischen Tellerrand hinaus vertieft. Eine sehr gut durchgeplante Organisation und das hohe Engagement der Gastgeber bildeten dabei das Fundament des Erfolgs der Reise. Die dargebotene Hochwertigkeit der Vorträge und das Sammeln von Erfahrungen aus erster Hand machen die USA-Reise auch künftig zu einem wichtigen Ausbildungsabschnitt des Lehrgangs. Der nächste LGAN freut sich auf die Reise.

 

 

 

 

 

Autor: Andreas Aschert; Fotos: Michael Gundelach

Hamburg, 10.07.2018

Brigadegeneral Kohl bei der Verabschiedung des LGAI

Landestypische Trachten

Blechbläserquintett des Marineorchesters Hamburg

Der argentinischen Inspekteur des Heeres, Generalmajor Claudio Pasqualini

Oberstleutnant Boniface A.R. Zanga Zambo aus Kamerun

Dr. Martin Willich übergibt den Scharnhorst-Preis Major Majid Jan

 

 

 

 

 

 

Die 72 Absolventen des 56. internationalen Generalstabs- und Admiralstabslehrgangs (LGAI) sind nach einjähriger Lehrzeit in einer feierlichen Abschlussveranstaltung von der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) verabschiedet worden. Zwei Jahre haben die Offiziere aus 45 verschiedenen Nationen - darunter 17 Deutsche – in Deutschland verbracht, erst ein Jahr gemeinsam deutsch am Bundessprachenamt in Hürth gelernt, anschließend die Schulbank in Hamburg gedrückt. Dabei befand sich unter den Absolventen in dem diesjährigen LGAI eine Soldatin.

Gemeinsam stark

Brigadegeneral Oliver Kohl, Kommandeur der Führungsakademie, verabschiedet die bunte Truppe mit persönlichen Worten. Er zollte ihnen Respekt für das Engagement und die hervorragende Leistung, die Generalstabsausbildung in einer fremden Sprache zu durchlaufen. „Sie alle haben sich hier verdient gemacht und diesen Lehrgang mitgestaltet. Ich persönlich war dabei sehr beeindruckt, wie sie in einer neuen Sprache so kritische Fragen stellen konnten. Dieses haben Sie bei Besuchen von wichtigen Institutionen in Brüssel und Wien, wie beispielsweise bei der UN oder OSZE, für mich sehr eindrucksvoll bewiesen.“ Das Ziel, das Handwerkzeug der Generalstabsausbildung zu erreichen, wo Kritikfähigkeit, Konsensfähigkeit und Konfliktfähigkeit neben der Militärpolitik mit dazu gehören, sieht er als erfüllt an. Er unterstrich dabei auch, dass die Absolventen Teil eines riesen ALUMNI-Netzwerkes sind. „Das ist für Sie, rund um die Welt, ein Mehrwert über den LGAI hinaus“, sagte der General vor den noch Lehrgangsteilnehmern.

Großartige Unterstützung

Viele Familien sind mitgekommen, Verteidigungsattachés sind aus Berlin angereist, Freunde und Wegbegleiter der Lehrgangsabsolventen tummeln sich im Manfred-Wörner-Zentrum, teilweise sogar in landestypischen Trachten. Die 250 Gäste umrankten die stolzen Offiziere bei ihren Feierlichkeiten, das Blechbläserquintett des Marineorchesters Hamburg sorgt mit stimmungsvollen Stücken wie „California Dreamin‘ “ für eine schöne Atmosphäre. Alle denken noch einmal an die anstrengenden und herausfordernden, aber auch sehr schönen letzten Monate zurück.

Festredner von der anderen Seite des Globus

Oliver Kohl übergibt das Wort an den argentinischen Inspekteur des Heeres, Generalmajor Claudio Pasqualini. Er ist eigens aus Argentinien angereist, um die Festrede zu halten. Eingeladen wurde der ehemalige Absolvent der FüAk bereits sehr viel früher, als er noch Heeresdivisionskommandeur war. Inzwischen ist er seit Januar im neuen Amt und freut sich umso mehr, die jetzigen Absolventen zu verabschieden. Das liegt 17 Jahre nach seiner eigenen Abschlussrede als Lehrgangssprecher. Auch für ihn ist ein Kern der LGAI-Ausbildung die Verknüpfung im Netzwerk untereinander, in der Bekanntschaften und Freundschaften entstehen. „Bleiben Sie bitte in Kontakt untereinander. Es ist ein unbezahlbarer Schatz für Sie“, legte er den Absolventen an Herz. Laut Pasqualini trägt gerade diese vertrauensbildende Maßnahme zum Verständnis untereinander bei und dient dem Frieden.“ Inzwischen ist es gute Tradition, einen LGAI-Absolventen zur Verabschiedung einzuladen, um den Teilnehmern lebhaft vor Augen zu führen, was ein ehemaliger Lehrgangsteilnehmer erreichen kann. Es soll auch Motivation sein, selbst immer das Höchstmögliche anzustreben.

Wehmut und Zukunftsappell

Oberstleutnant Boniface A.R. Zanga Zambo aus Kamerun hält anschließend als Lehrgangssprecher eine Rede. Unabhängig von seinen Vorrednern zieht auch er für sich und seine Lehrgangskameraden ein ähnliches Fazit nach den zwei Jahren in Deutschland. „Gerade dieser Lehrgang in Hamburg hat uns gezeigt, dass Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Nationen friedlich zusammenleben können. Wir haben eine bessere Verständigung miteinander, die zu einer besseren Welt und gegenseitiger Akzeptanz führt. In unseren Herzen bleibt daher die lebendige Erinnerung an die Freundschaften“, so der Oberstleuntant. Für ihn sei aber auch das Erlernen einer gemeinsamen Sprache ein Geschenk gewesen. So konnte er auch die Zeit an der Führungsakademie erst richtig geniessen, wie er betonte.

Preis und Witz

Dr. Martin Willich, Vorsitzender des Freundeskreises LGAI an der FüAk, schaffte es im Anschluss in seiner Rede, einen der Lehrgangsabsolventen richtig zu überraschen. Bewegt zeigt sich Major Majid Jan aus Pakistan, als er erfährt, dass er den Scharnhorst-Preis für überragende gezeigte Leistungen erhält. Willich betont, „es geht bei dem Preis darum, dass der Offizier eine hervorragende Gesamtpersönlichkeit ist“. Neben seinen fünf Sprachen hat Jan laut Willich unter anderem durch seine Höflichkeit und Differenziertheit sowie seinen spitzen Humor überzeugt. Ironisch fügte Willich in der Laudatio auf Jan an: „Sie, Major Jan, haben einmal die Frage in den Raum gestellt, warum die Deutschen denn Kreativität bräuchten, sie hätten doch Regeln und Vorschriften“, bevor er Jan das Buchgeschenk „Die Deutschen und ihre Mythen“ von Herfried Münkler überreichte.

Lange Geschichte

Der LGAI hat an der Führungsakademie eine über 50jährige Tradition: Seit dieser Zeit wurden bislang Offiziere aus insgesamt 120 Nationen zum Generalstabs- und Admiralstabsoffizier ausgebildet. Sie werden auf operativer und taktischer Ebene im gesamten Aufgabenspektrum der Streitkräfte geschult und nehmen besonders persönliche Eindrücke einer Parlamentsarmee, des Leitbilds vom Staatsbürger in Uniform, des Führens mit Auftrag und des Konzepts der Inneren Führung in ihren persönlichen Erfahrungsschatz auf. Neben dieser militärischen Ausbildung erhalten die Lehrgangsteilnehmer zusätzlich eine Vielzahl kultureller, politischer und wirtschaftlicher Einblicke in die deutsche Gesellschaft. Unterstützt werden sie dabei von einem Drittel deutscher Lehrgangsteilnehmer. Für alle Absolventen stehen nun die nächsten herausfordernden Aufgaben im Heimatland an.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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