Master: MFIS

Die Führungsakademie der Bundeswehr bietet ihren Lehrgangsteilnehmern in Kooperation mit der Helmut-Schmidt-Universität einen international anerkannten Masterabschluss:

„Militärische Führung und Internationale Sicherheit“

Lehrdeputat

An der Führungsakademie der Bundeswehr bringen Spitzenführungskräfte aus allen Bereichen der Streitkräfte ihre Expertise in unterschiedlichen Formaten in die Lehre ein.

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GIDS

Das German Institute for Defence and Strategic Studies – GIDS – untersucht geostrategische, sicherheitsrelevante Fragestellungen unserer Zeit. 

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Die Führungsakademie der Bundeswehr ist traditionell international stark vernetzt. Weltweite Kooperationen sind die Basis unseres Beitrages zur Völkerverständigung.

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Armee der Einheit – Spurensuche zum 9. November

Autor: LGAI 2018; Fotos: Nattapol Sanguanpuak

Hamburg, 16.11.2018

Über 90 interessierte Zuhörer folgen den Ausführungen der Referenten

Erlebnisbericht des Leiters der Fakultät Politik, Strategie und Gesellschaftswissenschaften

Fregattenkapitän Berger Geschichte des anderen Deutschlands

Kapitän zur See Menzel beim Vortrag

Oberst i.G. Wasgindt erzählt

Pausegespräche

 

 

 

 

 

 

Am 9. November vor 29 Jahren fiel die Berliner Mauer– und das friedlich. Der Prozess der Wiedervereinigung, der auf dieses geschichtsträchtige Datum folgte, betraf Politik, Gesellschaft und auch die Bundeswehr. Im Flaggensaal an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) in Hamburg trafen sich am 9. November Lehrgangsteilnehmende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie diverse Gäste, um sich gemeinsam mit Zeitzeugen an die historischen Ereignisse zu erinnern.

Der 9. November 1989 war ein Schicksalstag in der Deutschen Geschichte. Nicht nur für Politik und Gesellschaft, sondern auch für die Bundeswehr. Noch am 8. November hatten sich Soldaten zweier gegnerischer Bündnissysteme an der innerdeutschen Grenze gegenüberstanden. Nach dem Fall der Mauer und der darauffolgenden Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wuchs die Bundeswehr ab Ende 1990 zu einer “Armee der Einheit“ zusammen – für alle Beteiligten eine große Herausforderung. Heute weiß man: Die Bundeswehr war damit von Beginn an Vorbild und Vorreiter im Hinblick auf das gesellschaftliche Zusammenwachsen im wiedervereinten Deutschland.

Schicksalstag der deutschen Geschichte

Es waren dramatische Veränderungen an jenem 9. November vor 29 Jahren. Die Veranstaltung führte die gespannten Gäste und Teilnehmer zurück zu den bewegenden Szenen rund um die Grenzübergänge in Berlin, die damals um die Welt gingen. Fregattenkapitän Stefan Berger, Tutor Hörsaal Marine, berichtete von den vielen miteinander verflochtenen Ereignissen an jenem Novembertag. Sie markierten nicht nur einen politischen Wendepunkte in der deutschen Politik, sondern hatten auch auf internationaler Ebene weitreichende Auswirkungen. Viele Zeitzeugen wissen auch heute noch ganz genau, wo sie waren und was sie machten, als sie  am 9. November 1989 vom Mauerfall erfuhren. So auch Jörn Thießen, Direktor bei der Führungsakademie und Leiter der Fakultät Politik, Strategie und Gesellschaftswissenschaften. Er berichtete lebhaft und eindrücklich von seinen Erlebnissen an der innerdeutschen Grenze bei Lübeck.

Geschichte des anderen Deutschland

Um die Dramatik jener Tage um den Mauerfall  zu unterstreichen, zeichnete Fregattenkapitän Berger ein Bild der Situation im geteilten Deutschland während des Kalten Krieges  bis 1990. Dabei ging er nicht nur auf die Deutsche Demokratische Republik (DDR) ein, sondern auch auf die beiden deutschen Armeen, die sich bis 1989 feindlich gegenüber standen. Die Zuhörer lauschten gebannt, wie sich die DDR als erster sozialistischer Staat auf deutschen Boden nach Staatsbankrott, Massenflucht und friedlicher Revolution im Herbst 1989 mit der berühmten Pressekonferenz von Politbüro-Mitglied Günter Schabowski ab dem 9. November in seiner politischen Struktur aufzulösen begann. Filmausschnitte aus jener Zeit unterstrichen seine Ausführungen. Deutschland stand fortan nicht mehr im Mittelpunkt der Blockkonfrontation. Nicht nur für die Bundesrepublik Deutschland resultierten daraus tiefgreifende Veränderungen, sondern auch für die Bundeswehr.

Der Weg zur Armee der Einheit

Die Bundeswehr wurde im Zuge der Wiedervereinigung zu einer „Armee der Einheit“. Nach der Auflösung der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR am 3. Oktober 1990 begann ein Transformationsprozess, in dem ein Teil der ehemaligen NVA-Angehörigen in die Bundeswehr aufgenommen wurde. Bei der Veranstaltung erinnerten sich drei Zeitzeugen und nahmen die gebannten Zuhörer mit in jene Tage rasanter politischer Entwicklungen auf internationaler, nationaler und militärischer Ebene. Kapitän zur See Eckard Menzel, heute Kommandeur des Einsatzausbildungszentrums Schadensabwehr Marine, war 1989/90 als Kapitänleutnant Stabschef und Kommandant in der 1. Flottille der DDR-Volksmarine in Peenemünde. Er berichtete sehr authentisch und emotional, was er als ehemaliger NVA-Angehöriger am Vorabend der Wiedervereinigung empfand. Darüber hinaus erläuterte er sehr eindrücklich, warum er sich damals, trotz aller Unsicherheiten, entschied, der letzten DDR-Regierung, die als erste demokratisch gewählt war, loyal zu dienen.

Auflösung der NVA

Die damaligen Erfahrungen wurden jedoch auch aus westdeutscher Perspektive vermittelt: Oberst i.G. Frank Wasgindt, Leiter des Lehrgangs Generalstabsdienst-/Admiralstabsdienst International (LGAI), erinnerte sich an seine Zeit als Offizier der Bundeswehr in den neuen Ländern nach der Wiederherstellung der deutschen Einheit am 3. Oktober 1990. Die innerdeutsche Grenze, einst Brennpunkt im Kalten Krieg, war über Nacht Geschichte. Bereits ab Ende September war Wasgindt am Vorabend der Wiedervereinigung an der Abwicklung der NVA beteiligt sowie auch an der Strukturierung der neuen Bundeswehreinheiten in den neuen Ländern. Wasgindt schilderte eindrucksvoll diese Wochen vor und nach der Wiedervereinigung, die Auflösung der NVA, die Übernahme von Personal und Material sowie die Transformation zur „Armee der Einheit“, die er als junger Oberleutnant hautnah miterleben durfte. Insbesondere die internationalen Lehrgangsteilnehmer nutzten die Pausen, um mit den Zeitzeugen ins Gespräch zu kommen.

Mit Zeitzeugen ins Gespräch kommen

Auch Generalmajor a.D. Hans Christian Beck, von 2001 bis 2005 Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, fesselte die Zuhörer mit einem Vortrag über den sicherheitspolitischen Umbruch im Spiegel von Wertetransfer und Innerer Führung. Denn das war die Grundlage, auf der Ost und West seinerzeit aufeinander zugingen und sich tatkräftig der gemeinsamen Aufgabe stellten. Beck, damals Kommandeur des Zentrums Innere Führung, beschrieb eindrücklich, wie die aus der NVA übernommenen Soldaten in die freiheitliche, pluralistische Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland mit dem Leitbild des Soldaten als mündigem „Staatsbürger in Uniform“ integriert wurden. „Seit nunmehr 28 Jahren steht die Bundeswehr im Dienste der parlamentarischen Demokratie des vereinten Deutschlands. Menschenwürde, Recht und Freiheit bilden das Fundament der Inneren Führung als Gestaltungsprinzip für die innere Ordnung der Bundeswehr“, so Beck.

Fazit am 9. November 2018

Die Veranstaltung zeigte insbesondere den Lehrgangsteilnehmern des LGAI sehr eindrücklich, wie die Bundeswehr den Transformationsprozess zur „Armee der Einheit“ nach 1990 erfolgreich gestaltet hat. Es ist gelungen, zwei Gruppen von Militärangehörigen zusammenzuführen, die in gänzlich unterschiedlichen Streitkräften sozialisiert wurden. Die Bundeswehr hat somit einen relevanten Beitrag zur Verwirklichung der inneren Einheit Deutschlands geleistet.

 

 

 

Aktuelles

Das digitalisierte Schlachtfeld – Auswirkungen der Digitalisierung auf Planung....

Das digitalisierte Schlachtfeld – Auswirkungen der Digitalisierung auf Planung und Operationsführung

Autor: Michaele Jonn; Fotos: Fotolia

Hamburg, 16.11.2018

NetOpFue

Das digitalisierte Schlachtfeld - klassische militärische Operationen, optimiert geplant und durchgeführt mit moderner digitalisierter Technik - ist schon Vergangenheit. Das digitale Schlachtfeld von heute und vor allem morgen stellt ganz neue Anforderungen an die Bundeswehr und an die Gesellschaft. Unter dem übergreifenden Thema "Einsatzbereite Kräfte" untersuchte eine Arbeitsgruppe des Lehrgangs Generalstabsdienst / Admiralstabsdienst National (LGAN) an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) intensiv die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Streitkräfte.

 

 

 

Herausforderung: asymetrische Kriege

Der Cyber und Informationsraum ist heute schon als Dimension militärischen Handelns definiert. Die große Herausforderung besteht in der nun möglichen hybriden Operationsführung und in asymmetrischen Kriegen. Allein mit militärischen Mitteln kann den Bedrohungen durch eine derartige hybride Kriegsführung nicht begegnet werden, so der Schluss der Arbeitsgruppe.  Die Bundeswehr kann nur einen Teil dazu beitragen. Gefragt sind neben Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben auch zivile Unternehmen und der Bürger selbst. Wegen der Unvorhersehbarkeit digitaler Angriffe ist hundertprozentiger Schutz des Staates nach Einschätzung der Studienteilnehmer bereits heute nicht mehr möglich.

Künstliche Intelligenz (KI) spielt in diesem Zusammenhang eine wesentliche Rolle, da große und immer komplexer werdende Datenmengen, Big Data, auch in militärischen Operationen von entscheidender und weiter zunehmender Bedeutung sind. Deren Auswertung ist nicht mehr manuell, aber auch nicht mehr von klassischen Algorithmen leistbar. Hier setzt die Künstliche Intelligenz an, und es stellt sich die Frage, bis zu welchem Maße auch militärische Operationen dadurch bestimmt werden können und sollen.

Werkzeug zur Operationsplanung

Künstliche Intelligenzen werden zur Analyse vom Big Data eingesetzt, um Situational Awareness zu erreichen. In einer nächsten Ausbaustufe kann KI dann als Unterstützungswerkzeug zur Operationsplanung eingesetzt werden. Bereits heute verfolgt das Bundesministerium der Verteidigung auf strategischer Ebene ein Projekt, in dem durch den Einsatz von KI die Früherkennung von militärisch relevanten Krisen frühzeitig möglich wird. Die Operationsführung und die Entscheidung aber bleibt hier weiterhin in Menschenhand.

Vorhersehbar ist: Die Anzahl von Plattformen und damit die Anzahl der Sensoren auf dem Gefechtsfeld wird steigen. Die Sensoren selbst werden technologisch immer ausgereifter werden, sämtliche Spektren erfassen und damit die Anforderungen an Künstliche Intelligenz zu deren Auswertung steigen lassen. Angesichts der höchst komplexen Realität wird die eigentliche Operationsplanung und vor allem Operationsführung weiterhin von Menschen erfolgen müssen, da sie Kreativität erfordert, die absehbar von KI nicht geleistet werden kann.

Entwicklung nicht absehbar

Die weitere Entwicklung ist allerdings nicht absehbar. Denn sollte der Entscheidungsweg irgendwo komplett in die Hände der KI übergeben werden, wäre eine neue moralische Qualität erreicht. So besteht die Möglichkeit, dass das für unser Wertesystem grundlegende Prinzip der letzten Entscheidung beim Menschen in Zukunft von anderen Akteuren mit der Aussicht auf Vorteile in hybriden Operationsverläufen angetastet werden könnte.

Das Bundesverteidigungsministerium definiert autonome Waffensysteme folgendermaßen: Es ist ein Waffensystem, das in erster Linie dazu bestimmt ist, tödliche Gewalt allein gegen Personen zur Wirkung zu bringen. Es nimmt ohne jegliche menschliche Einflussnahme und Kontrolle sein Umfeld wahr, nimmt eine Beurteilung der Situation vor, entscheidet autonom, handelt rational, evaluiert und lernt daraus.

Derzeitiger gesellschaftlicher Konsens in Deutschland und die Position der Bundesregierung ist es, dass der Mensch die Entscheidungsgewalt über Leben und Tod behalten muss. Trotzdem bleiben Fragen in Bezug auf die konkrete Umsetzung dieses ethischen Grundsatzes offen.

Informationsraum stark umkämpft

Als Fakt ist aus Sicht der Arbeitsgruppe hinzunehmen, dass der Informationsraum schon heute stark umkämpft ist. Dieses ist auch bereits in den Konzepten der Bundeswehr hinterlegt.  Cyberoperationen sowie der Kampf im elektromagnetischen Spektrum werden zunehmen. Durch die zunehmende Vernetzung von Führungs- und Informationssystemen steigt hier die Abhängigkeit und die Anfälligkeit der Systeme. Die veränderten sicherheitspolitischen Herausforderungen, insbesondere aber auch die zunehmend unscharfe Trennlinie zwischen Frieden und Krieg bei hybriden Bedrohungen zwingt die Streitkräfte zu größtmöglicher Flexibilität. Sie müssen multidimensional operieren und modular einsetzbar sein.

Insbesondere Informationsoperationen werden nicht ausschließlich auf das Militär zielen. Daher kann das Militär diese Gefahr auch nicht isoliert behandeln. Das Problem im Sinne einer gesamtstaatlichen Sicherheitsvorsorge zu betrachten, ist ein Kernschluss der Arbeitsgruppe des LGAN.

Fragen bleiben offen

Wenn die Streitkräfte neue Technologien wie zum Beispiel KI-Systeme in ihre Planungs- und Führungsprozesse integrieren: Wie entscheidend ist die Sicherstellung der Verfügbarkeit dieser Systeme? Aufgrund der Funktionalität und Komplexität solcher Systeme ist eine Diversifizierung und Redundanz – also die Ersetzbarkeit durch alternative Systeme – in absehbarer Zeit weder möglich noch ausreichend. Daher müssen die KI-Systeme im Fall des Einsatzes für die Streitkräfte resilient aufgebaut werden, um eine möglichst hohe Verfügbarkeit zu gewährleisten.

Die skizzierten Bedrohungsszenare insbesondere durch die hybride Kriegsführung stellen neue Herausforderungen für die bestehende Sicherheitsarchitektur dar. Es muss kritisch geprüft und hinterfragt werden, ob die etablierten Strukturen und Verfahren solchen hybriden Bedrohungen gewachsen sind oder ob die Sicherheitsarchitektur neu überdacht werden müsste.

Mehr Informationen finden Sie auch auf den Seiten des GIDS.

 

 

Quer durch Deutschland auf dem Tag der Regionen

Autor: Inka von Puttkamer; Fotos: Lene Bartel / Matthias Kugler

Hamburg, 14.11.2018

Der Lehrgangsleiter Oberst i.G. Lars Gehlhaar begrüßt die zahlreichen Gäste

Stand Nord

Generalmajor Oliver Kohl bei der Begrüßung

Die Lehrgangsband des LGAN 2017 ,,Joint Fires"

 

 

 

 

 

 

Der ansonsten nüchtern eingerichtete Speisesaal der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAk) zeigte sich zum Tag der Regionen in einem völlig anderen Gewand als sonst: Gemütliche Hütten, Flaggenschmuck, Poster aus den sechzehn Regionen Deutschlands, viele Sitzgelegenheiten und eine riesige Spielecke für Kinder haben schnurgerade aufgereihte Stühle und Tische verdrängt. Die Lehrgangsteilnehmer des 14. streitkräftegemeinsamen nationalen Lehrgangs Generalstabs- und Admiralstabsdienst (LGAN) 2017 haben ihre Kameradinnen und Kameraden des Nachfolgejahrgangs sowie die Teilnehmenden des internationalen Lehrgangs Generalstabs- und Admiralstabsdienst eingeladen, um die Regionen Deutschlands vor allem kulinarisch kennenzulernen. Dazu haben sie sich ordentlich in Schale geworfen: Lederhosen und Trikots von den Eisbären Berlin und den beliebtesten lokalen Fußballvereinen zusammen mit Karnevalskostümen wurden zur Schau getragen.

Große Organisationsleistung

Eingeleitet wurde das Fest bereits am Vortag mit einem kameradschaftlichen Fußballturnier zwischen den drei Lehrgängen. Dass grade der Gastgeber gewonnen hat, war sicherlich nur ein glücklicher Zufall. So konnte Lehrgangsleiter Oberst i.G. Lars Gehlhaar bei seiner Begrüßung als „inoffizieller Schirmherr“ gleich die entsprechenden Preise verleihen. Anschließend ging er kurz auf die Geschichte des Tags der Regionen ein. Die Veranstaltung folgt seit einigen Jahren einer Tradition der Akademie: Laden die internationalen Lehrgangsteilnehmer einmal im Jahr zum „Tag der Nationen“ ein, um ihre Heimatländer vorzustellen, so wollten die deutschen Lehrgangsteilnehmer eine ähnliche Veranstaltung für ihre fremdsprachigen Kameraden machen. Gehlhaar zeigte sich sehr stolz auf das, was seine Soldaten auf die Beine gestellt haben und dankte nicht nur ihnen, sondern vor allem auch dem fleißigen Personal hinter den Kulissen von der Heimgesellschaft. Generalmajor Oliver Kohl, erlebte seinen ersten Tag der Regionen als Akademiekommandeur und hatte allen Grund, die Veranstaltung zu loben. Über 300 Besucher haben gezeigt, dass sich die viele Mühe auch lohnt.

Beeindruckende Auswahl regionaler Köstlichkeiten

Als Gast war es lediglich schwierig, Prioritäten zwischen den vier regionalen Ständen „Nord“, „Süd“, „Ost“ und „West“ zu setzen: Fischbrötchen, Labskaus und eine Lütje Lage im Norden, Käsespätzle und Weißwürste im Süden, Soljanka und Hallorenkugeln im Osten und Reibekuchen mit Kölsch im Westen (Rheinland!) - alles zu probieren war einfach nicht möglich. Am Oststand unterstützte die Mutter einer Lehrgangsteilnehmerin nicht nur bei der Zubereitung der Köstlichkeiten, sondern auch als Publikumsmagnet für gute Stimmung. Und die Stimmung war sehr ausgelassen. Viele Lehrgangsteilnehmer nutzten den Abend, um ihre Familien mit an die FüAk zu bringen und so sorgte die Veranstaltung zugleich für viele interkulturelle Begegnungen und neue Freundschaften. Die Kinder tobten ausgelassen und „ansteckend“ mit den vielen Spielsachen, die die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung e.V. zur Verfügung stellte, dass sich sogar der ein oder andere Erwachsene auf der Turnmatte wiederfand. Das Bundeswehrsozialwerk war mit einer Tombola vertreten, bei der attraktive Preise wie etwa Rundflüge zu gewinnen waren.

„Joint Fires“

Der Abend wurde abgerundet durch den Auftritt der Lehrgangsband „Joint Fires“. Sie heizte die gute Stimmung mit ihrem ersten offiziellen Auftritt kräftig an und auf. Besonders beliebt waren die deutschen Schlager von Roland Kaiser und Helene Fischer. Zum Repertoire gehörten aber auch beliebte Rockhits. Nach dem Auftritt war für die Kinder Gelegenheit, sich am Schlagzeug auszuprobieren. „Dass die Band neben dem ganzen Lehrgangsbetrieb auch noch Zeit hatte, zu proben und sich so professionell aufzustellen, ist wirklich bewundernswert“, sagte einer der begeisterten Zuhörer und Colonel Richard Coleman, der neue französische Verbindungsoffizier an der FüAk und ehemaliger Lehrgangsteilnehmer des LGAN, fasste zusammen: „Zu meiner Lehrgangszeit waren solche Veranstaltungen wesentlich steifer. Jetzt ist es eine große Freude zu sehen, dass sich hier alle so wohlfühlen und der Tag der Regionen bei weitem keine Pflichtveranstaltung ist.“ Nicht zuletzt hat der jüngere Lehrgang nun eine Vorlage für das nächste Jahr, in dem er als Gastgeber nachfolgt.

 

 

Vom Amudarja an die Elbe

Autor: Dr. Victoria Eicker; Fotos: Lene Bartel

Hamburg, 14.11.2018

Oberst i.G. Erik Alexander Voigt begrüßt Oberstleutnant Rashit Musinovich Akhmadaliyev und Oberst Bobir Madjitovich Negmatov (v.l.n.r.) an der Führungsakademie

Oberst i.G. Voigt führt die Delegation durch das Stabsgeäude der FüAkBw

Oberst Bobir Madjitovich Negmatov beim Eintrag in das Gästebuch der Führungsakademie der Bundeswehr

 

 

 

 

 

 

Usbekistan, ein Binnenstaat in Zentralasien. Das ist weit weg. Aber Usbekistan war und ist wichtig für die Bundeswehr: Bis 2015 befand sich in Termez, im Süden des Landes, der strategische Lufttransportstützpunkt der Bundeswehr für den damaligen ISAF Einsatz in Afghanistan. Auch heute sind die Beziehungen zu den usbekischen Streitkräften weiter gut. Auf dieser Basis besuchte eine zweiköpfige Delegation Mitte November die Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) an der Elbe.

Leben in der Lage

Oberst Bobir Madjitovich Negmatov und Oberstleutnant Rashit Musinovich Akhmadaliyev, beides Dozenten für Militärrecht an der usbekischen Verteidigungsakademie in der Hauptstadt Tashkent, kamen mit einem besonderen Interesse an Auftrag, Aufgaben und Struktur der höchsten Bildungseinrichtung der Bundeswehr in die Hansestadt. „Wir sind hier, um uns über die Struktur und die Lernprozesse an der Führungsakademie ein Bild zu machen. Wir möchten das Konzept auch in Usbekistan umzusetzen“; erklärte Oberstleutnant Akhmadaliyev auf Russisch. Deutsch oder Englisch sprachen die beiden Offiziere nicht. Aber an der Führungsakademie ließen sich ganz rasch zwei Übersetzer finden, die abwechselnd übersetzten: Leben in der Lage. Eintrag ins Gästebuch, Einführung in die Führungsakademie als Institution im Manfred-Wörner Zentrum – das Programm am Vormittag war dicht.

Der Weg vom Soldaten zum General

Am Nachmittag ging es mit Vorträgen zu Kompetenzorientierter Ausbildung und Lebenslangem Lernen weiter. Der Leiter des Kompetenzzentrums Ausbildung und Führung im Direktorat Ausbildung, Oberst i.G. Jesko Peldszus, führte die beiden Gäste in die Themen ein. „Das Lernen findet an den unterschiedlichsten Orten statt: an der Schule, an Truppenbildungseinrichtungen, an Akademien oder Universitäten. Auch an jedem Tag in der Truppe in einer spezifischen Verwendung lernt man.“ Die Führungsakademie gestaltet das Lebenslange Lernen mit verschiedenen Lehrgängen und Fortbildungsangeboten ab dem Dienstgrad Hauptmann. Anders in Tashkent: Dort bildet die Verteidigungsakademie ihre Offiziere vom ersten Tag in den Streitkräften bis zu ihrer Verwendung in den hohen Führungsebenen aus – erzählten die beiden zentralasiatischen Offiziere, die den Erklärungen von Peldszus aufmerksam folgten. Auch beim abschließenden Round Table fand ein reger Austausch über die Besonderheiten der Ausbildung von Soldaten in Deutschland sowie der Gestaltung des Übergangs von Soldaten in den Zivilberuf statt.

Blick um den Globus

Die kleine usbekische Delegation reist nicht nur an die Führungsakademie sondern in mehrere Länder, um sich über die militärische Lehre in Universitäten und Akademien rund um den Globus umfassend zu informieren. Angehörige des usbekischen Militärs sind regelmäßig zum militärfachlichen Austausch in Deutschland – immer wieder nehmen Offiziere der usbekischen Streitkräfte auch am Lehrgang Generalstabsdienst/Admiralstabsdienst International (LGAI) teil. Die Verbindung zu den usbekischen Streitkräften ist über die militärische Kooperation rund um den Umschlagplatz Termez von 2002 bis 2015 erhalten geblieben. Die Erwartungen an die höchste Bildungseinrichtung der Bundeswehr wurden für die beiden Usbeken indes erfüllt, darin waren sich die beiden Stabsoffiziere einig.

 

 

Ein Team. Ein Ziel. XLETIX in Grömitz.

Autor: Inka von Puttkamer; Fotos: Mit freundlicher Genehmigung von Sportograf.com

Hamburg, 12.11.2018

Die Gruppe der FüAkBw kämpft sich gemeinsam durch die Hindernisse im Sand

Gemeinsam als Team ins Ziel

Erschöpft aber sichtlich glücklich - die Gruppe der FüAkBw

 

 

Durch Zusammenhalt und Kameradschaft hat ein elfköpfiges Team der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) den Extremwettbewerb XLETIX im Ostseebad Grömitz praktiziert. XLETIX, das bedeutet Hindernisläufe, die als Team gemeistert werden sollen. Es geht darum, als Gruppe im Ziel anzukommen und nicht darum, schnellster zu sein – getreu dem Veranstaltungsmotto „Ein Team. Ein Ziel!.“. Der Gegner ist die Strecke und ist nicht das andere Team. Durch Schlamm und Dreck entlang der Ostseeküste hat sich die Gruppe der FüAkBw tapfer innerhalb von drei Stunden an einem sonnigen Samstagvormittag gekämpft. XLETIX-Läufe finden in ganz Deutschland statt, aber nur diese sind für die FüAkBw geographisch so praktisch gelegen.

Teilstreitkraftübergreifend und multinational

Rein äußerlich hat das Team gleich ausgesehen, denn die FüAkBw hat eine einheitliche Teambekleidung zur Verfügung gestellt und damit dafür gesorgt, dass das Team gut erkennbar war. „Innerlich“ war es aber eine bunte Mischung aus deutschen Heeres-, Luftwaffen- und Marineoffizieren, das durch einen britischen, einen brasilianischen und einen indischen Offizier komplettiert worden ist. In der Militärsprache handelt es sich damit um eine echte „joint and combined operation“ (teilstreitkraftübergreifend und multinational). Allesamt kamen sie aus den Reihen der Lehrgangsteilnehmenden des nationalen und des internationalen Lehrgangs Generalstabs- und Admiralstabsdienst. Alle hatten sich auf die Teilnahme vorbereitet, denn völlig ungeübt sollte man in die frei wählbaren Distanzen aus 6, 12 oder 18 km mit 15, 25 oder 35 Hindernissen nicht gehen. Auch die angemessene Vorbereitung ist Fairness dem Team gegenüber und trägt im Vorfeld zur Kameradschaft bei.

Körperlich ausgereizt

Es galt, sich über Seile an Hindernissen hochzuziehen, um sich sodann auf der anderen Seite mutig hinunterzustürzen oder hinunterzurutschen. Oder es galt, ein Teammitglied durchs Wasser und über kleinste trockene Haltepunkte zu befördern, dabei mit seiner Kraft und Atemluft zu haushalten. Also alles Herausforderungen, die alleine nicht zu schaffen, aber im Team machbar sind. Fähigkeiten in einer Palette von Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Koordination sind bei jedem Hindernis in verschiedener Ausprägung gefragt. Dabei spielt auch geistige Flexibilität eine entscheidende Rolle. Die Macher des Events wollen „euch alles abverlangen. Die Hindernisse werden euch eine ganze Weile begleiten, während des Events und wahrscheinlich auch einige Tage danach noch.“ Das bestätigt der Delegationsleiter der FüAk, Major Norman Böhm: „Es stimmt schon, dass man die Nachwirkungen des Laufes durchaus noch ein bisschen mit sich herumträgt, aber es hat sich wieder einmal gelohnt, dabei gewesen zu sein. Teamwork ist bei XLETIX das zentrale Element und macht zusammen mit den abwechslungsreichen Hindernissen den Spaßfaktor aus.“ So ist am Ende des Tages ein dreckiges und erschöpftes, aber glückliches Team wieder nach Hause an die FüAk gefahren – natürlich in der frohen Erwartung, dass eine erneute Teilnahme im nächsten Jahr wieder mit der Unterstützung der Akademie erfolgen wird.

 

 

 

 

 

 

 

Gemeinsamen Herausforderungen gemeinsam begegnen

Autor: Sascha Kunze; Fotos: Lene Bartel

Hamburg, 09.11.2018

Generalmajor Kohl begrüßt den Kommandeur der niederländischen Landstreitkräfte

Generalleutnant Leo Beulen beim Eintrag in das Gästebuch der Akademie

Generalleutnant Beulen trägt zur deutsch-niederländischen Kooperation vor

Mit dieser Kernbotschaft beendet Generalleutnant Beulen seinen Vortrag

 

 

Der Kommandeur der Führungsakademie (FüAkBw), Generalmajor Oliver Kohl, begrüßte in Hamburg den Kommandeur der niederländischen Landstreitkräfte, Generalleutnant Leo Beulen. Der Besuch begann mit dem offiziellen Foto, der traditionellen Eintragung in das Gästebuch der Akademie und einem gemeinsamen Mittagessen beider Kommandeure mit niederländischen Lehrgangsteilnehmenden des Lehrgangs Generalstabsdienst / Admiralitätsstabsdienst National (LGAN) 2017.

Vortrag vor den Lehrgangsteilnehmern

Im Anschluss informierte Generalleutnant Beulen die deutschen und internationalen Lehrgangsteilnehmenden der Teilstreitkräfte Heer und Marine sowie die deutschen Heeresuniformträger des internationalen Lehrgangs Generalstabsdienst / Admiralitätsstabsdienst (LGAI 2018) und interessiertes Stammpersonal der Akademie über die deutsch-niederländische Kooperation und die Weiterentwicklung der niederländischen Landstreitkräfte. Einleitend gab er einen kurzen Überblick über die Aufgaben und Struktur und betonte dabei besonders die Refokussierung auf die Landes- und Bündnisverteidigung.

Von der Kooperation zur Integration

Die Zusammenarbeit ist einzigartig. Sie stellt auch innerhalb der NATO ein herausragendes Beispiel multinationaler Zusammenarbeit dar, die seit rund 20 Jahren zwischen beiden Nationen gut eingespielt ist. Wie gut dieses funktioniert, manifestiert sich anhand der wechselseitigen Unterstellungen deutscher und niederländischer Verbände in jüngster Vergangenheit. Insbesondere die Aufstellung eines deutsch-niederländischen Panzerbataillons dokumentiert mittlerweile die Integration bis auf die unterste taktische Ebene. "Wichtige Grundlage für eine derartig funktionierende Zusammenarbeit ist Respekt und Toleranz", so General Beulen.  „Wir kombinieren aber auch die deutsche Gründlichkeit mit dem niederländischen Improvisationsvermögen“, wie er schmunzelnd herausstellte.

Sicherheit durch Weitsicht

Hierbei gewährte der niederländische Generalleutnant Einblicke in eine Vision der niederländischen Streitkräfte für die nächsten 15 Jahre. Die Wiederherstellung der Balance zwischen Kampf und Kampfunterstützung innerhalb der Streitkräfte stellte er dabei als klares Ziel heraus. Zukünftig käme es für die Landstreitkräfte auf die Beweglichkeit, Intensivierung der Zusammenarbeit, Stärkung der Verbindung Mensch und Technologie sowie auf die Verbesserung der Fähigkeit zum Kampf in der Tiefe und im urbanen Umfeld an. Im Kern der Vision stehen einsatzbereites Personal, zukunftsfähige Technologie und effektive Ideen des Gefechts.

Angeregte Diskussion

Angeregt von den Ausführungen des Generalleutnant Beulen stellten die Lehrgangsteilnehmenden zahlreiche Fragen und eröffneten eine lebhafte Diskussion. Die abschließende Fragerunde verdeutlichte einerseits das Interesse und andererseits die Relevanz seines Besuches. Resümierend stellt der Akademiekommandeur fest, dass die deutschen und niederländischen Streitkräfte den gleichen Herausforderungen gegenüberstehen und ihnen nur gemeinsam begegnet werden kann. Mit Blick auf die internationalen Lehrgangsteilnehmenden verwies er auf die deutsch-niederländische Kooperation als mögliche Blaupause.

 

 

 

 

 

 

Fernöstliche Botschafter in Hamburg

Autor: Stefan Berger; Fotos: Laura Clayborn

Hamburg, 07.11.2018

Der Lehrgangsleiter des LGAI, Oberst i.G. Frank Wasgindt, begrüßt die Teilnehmenden

Major Shin stellt Südkorea vor

Die Panelteilnehmer: v.l.n.r. Major Putra, Fregattenkapitän Sanguanpuak, Major Shin, und Dr. Tomforde von der FüAkBw

 

Die Zuhörer danken den Referenten mit Applaus

 

 

Mit der Region Südostasien führte der Lehrgang Generalstabsdienst/ Admiralstabsdienst International (LGAI) 2018 Ende Oktober im Manfred-Wörner-Zentrum seinen zweiten regionalen Informationstag (RIT) durch.  Als Dialogforum mit sprichwörtlichen „Erste-Hand-Information“ durch die Lehrgangsteilnehmer war auch dieser „RIT“ erneut ein Erlebnis für alle Besucher.

Bedeutung internationaler Zusammenarbeit steigt

Mit fortschreitender Globalisierung erhält die internationale Zusammenarbeit im zivilen und militärischen Bereich einen immer höheren Stellenwert. Auch zukünftig braucht Deutschland in verschiedenen Regionen der Welt verlässliche und starke Partner zur Sicherung des Friedens. Diese Partnerschaften werden besonders durch persönliches Kennenlernen, Verständnis und gegenseitigen Respekt aufgebaut und vertieft. Der Regionale Informationstag Südostasien leistete dazu einen wesentlichen Beitrag. Die Offiziere aus Südkorea, Thailand und Indonesien stellten die lange Tradition ihrer Länder und die Vielfalt der Region anhand der Geographie, des Lebensstils und der Sprachen vor.

Hot-Spot 38. Breitengrad

Major Ui-Sop Shin nahm die Zuhörer mit zu einem der „Hot-Spots“ dieser Welt, der aktuell wieder fast täglich in den Medien präsent ist: Südkorea. Das Land südlich des 38. Breitengrades, dessen jüngere Geschichte deutliche Parallelen zu Deutschland in den Jahren von 1945 bis 1990 aufweist, weckte natürlich auch das besondere Interesse des Publikums. In der sich traditionell anschließenden „Frage- und-Antwort-Runde“ beantwortete Shin deshalb auch geduldig viele Fragen zum noch sehr zarten „Versöhnungsprozess“ zwischen Nord- und Südkorea. Gerade seine aktuellen Einschätzungen aus erster Hand waren gefragt.

Südchinesisches Meer als Thailands Lebensader

Fregattenkapitän Nattapol Sanguanpuak berichte zur strategischen Lage und den damit verbundenen Besonderheiten seines Landes.“ Obwohl Thailand den direkten Konflikt im Südchinesischen Meer nicht hat, müssen wir die Lage genau beobachten. Das Südchinesische Meer ist seit historischer Zeit einer der wichtigsten Handelswege in Südostasien.“

Land der 17.000 Inseln

Major Agung Wirakusuma Putra aus Indonesien rundete den Blick auf die facettenreiche Region ab. Mit der beeindruckenden geografischen Ausdehnung seines Landes mit über siebzehntausend Inseln versetzte er die Anwesenden in Staunen.  Hierzu gab Putra einen aktuellen Überblick über die letzten Katastrophen, die Indonesien heimgesucht haben. Im krassen Gegensatz dazu  betonte er dann aber auch die lSchönheit seines Landes. Mit dem Wahlspruch „1000 Freunde - keine Feinde“ beschrieb er sowohl die Mentalität und die Toleranz in seinem Heimatland voller Stolz.

Wissen und Diskussion

Die unterschiedlichen Zuhörer und Gäste erhielten bei diesem Regionalen Informationstag, wie schon bei den RIts zuvor, neue Anregungen und Impulse. Insbesondere der Dialog sowie die abschließende Podiumsdiskussion mit den Referenten erfuhren deshalb auch sehr großen Zuspruch.

Wegen des fruchtbaren Austauschs der Kulturen in diesem Forum lädt der LGAI 2018 zu den weiteren Regionalen Informationstagen ein. Die nächste Veranstaltung über die Arabische Halbinsel ist am 8. November 2018, selbstverständlich auch an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg.

 

 

 

 

 

Luftwaffe zum Anfassen

Autor: Verena Hoffmann & André Tiburcio; Fotos: Torsten Näther

Kalkar, Wittmund, Schortens, 06.11.2018

CH 53 bei der Abholung von Truppen

Erfolgreiche Bekämpfung beim Dynamic Display

Gruppenbild des LGAN 2017 der Führungsakademie

 

Verlegung mit dem A400M

Von Hamburg ins Wunderland, von Kalkar nach Wittmund, von Wittmund nach Schortens und von dort zurück nach Hamburg. In drei Tagen reiste der Lehrgang Generalstabsdienst/Admiralitätstabsdienst National (LGAN) 2017 der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg (FüAkBw) in der zweiten Oktoberhälfte zu unterschiedlichen Luftwaffenstützpunkten in der Bundesrepublik Deutschland. Die Reise wurde von Major André Tiburcio organisiert, der selber ein Lehrgangsteilnehmer im LGAN ist. Das Ziel war es gewesen, den Lehrgangsteilnehmenden einen Einblick in die Fähigkeiten der Luftwaffe zu ermöglichen. Die Fortbewegungsmittel waren so vielfältig und abwechslungsreich wie das Wetter. Ob mit dem Reisebus, dem A400M oder dem CH 53: Es wurden keine Mühen gescheut, um innerhalb der kurzen Zeit den größtmöglichen Erfahrungsgewinn zu gewährleisten.

Die Luftwaffe ist mehr als nur der Einsatz von Flugzeugen

Bereits im Vorfeld der Luftwaffenreise setzten sich die internationalen Lehrgangsteilnehmer sowie Heeres- und Marineuniformträger mit den Fähigkeiten der Luftwaffe im Seminar „Kernfunktionen von Luftmacht“ auseinander. Dort entwickelten sie ein gemeinsames Verständnis von der Luftwaffe und ihren Fähigkeiten anhand von praktischen Beispielen. Generalleutnant Helmut Schütz, kommandierender General des Luftwaffentruppenkommandos, läutete die Luftwaffenphase an der Führungsakademie ein. Er beleuchtete die aktuellen Herausforderungen aus Sicht der höheren Kommandobehörde.

Luftwaffe im internationalen Einsatz

Die zahlreichen Beispiele aus den vergangenen und aktuellen Einsätzen, an denen die Luftwaffe beteiligt ist und war, zeigten, dass die Herausforderungen der Luftwaffe weit über den Einsatz von Luftfahrzeugen hinausgehen. So waren Objektschutzkräfte der Luftwaffensicherungstruppe über Jahrzehnte im Kosovo bei der Operation KFOR eingesetzt und sichern aktuell das Feldlager in Gao, Mali, im Rahmen der UN-Mission MINUSMA. Dort betreibt die 1./Flugabwehrraketengruppe 61 das Waffensystem MANTIS mit der Fähigkeit „Sense & Warn“. Dieses System wird für die Frühwarnung vor Mörserangriffen auf das Feldlager genutzt.

Vom Tornado und Hubschraubern

Um diese Systeme und Fähigkeiten näher kennenzulernen, konnten sich die Lehrgangsteilnehmenden des LGAN am Standort Schortens diverse Luftfahrzeuge – wie einen Tornado, diverse Hubschrauber oder eine Transall – aus der Nähe anschauen.  Zudem erlebten sie eine dynamische Leistungsschau der Brandschutzkräfte und des infanteristischen Objektschutzes. Das hoch motivierte und qualifizierte Personal stand einen ganzen Nachmittag bereit, um die vielfältigen und zahlreichen Fragen der interessierten Lehrgangsteilnehmenden zu beantworten. Die Fachkräfte am Standort freuten sich über das Interesse und erklärten eindrucksvoll, welche Fähigkeiten die bodengebundene Luftverteidigung und der infanteristische Objektschutz aufweisen müssen.

Aber ganz ohne Fliegen geht es in der Luftwaffe nicht!

Aber was ist eine Luftwaffenreise ohne Flugzeuge? Für das Verständnis über die Grundsätze der Führung von Luftoperationen war gleich zu Beginn der Reise eine Besichtigung der dafür vorgesehenen, aktiven Führungseinrichtungen der Bundeswehr in Kalkar und Uedem ein Pflichtprogramm. In Vorträgen über die Aufgaben des Joint Force Air Component  Headquarters (JFACHQ) wurde erklärt, wie sich eben dieser verlegefähige, multinational zusammengesetzte Luftwaffengefechtsstand zur Führung von Luftstreitkräften zusammensetzt. Gleichzeitig wurde die Relevanz multinationaler Zusammenarbeit verdeutlicht.

Vogelflug mit der A400M

Mit den Bildern aus der Operationszentrale der Luftwaffe im Kopf ging es mit dem A400M trotz schlechter Wetterbedingungen und Vogelflug nach Wittmund. Beim Taktischen Luftwaffengeschwader 71 „Richthofen“ wurden keine Mühen gescheut, den Lehrgangsteilnehmenden eine Luftwaffe zum Anfassen zu bieten. Die Übung Significance of National Air Power (SNAP) 2018, bei der die Luftwaffe zeigte, wie in einer verbundenen Luftoperation deutsche Staatsbürger aus einer Krisensituation evakuiert werden, zeugte vom Zusammenwirken der Luftstreitkräfte im gesamten Intensitätsspektrum mit all ihren Flugzeugmustern. Aber nicht nur das. Die verschiedenen Luftfahrzeuge standen zudem zum Anfassen und Kennenlernen bereit. Für den einen oder anderen war sogar ein Rundflug mit dem Transporthubschrauber CH 53 möglich. Und die Kameraden, denen das Beobachten der Flugzeuge und das Mitfliegen nicht ausreichte, durften im Eurofighter Flugsimulator selber einmal die Kontrolle über den Stick  übernehmen. Die Reise war Luftwaffe zum Anfassen.

 

 

 

 

 

 

 

Lebendige Geschichte bis in die heutige Zeit

Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Bundeswehr / Bunks

Hamburg, 01.11.2018

Verbundenheit zwischen Hansestadt und Bundeswehr v.l.n.r. Generalarzt Dr. med. Joachim Hoitz, Dr Peter Tschentsche, Generalmajor Oliver Kohl.

Reges Interesse: Nahezu alle Plätze waren besetzt.

Aufmerksames Zuhören, als das Marine Musikkorps Kiel aufspielt.

 

Impressionen der Musiker.

 

 

 


Es war ein würdiger Rahmen für gleich zwei Geburtstagsfeiern, zu denen der Hamburger Senat eingeladen hat. Die großen Kronleuchter tauchten den großen Festsaal des Hamburger Rathauses in ein glänzendes Licht. Die Hamburger Geschichte, die sich in fünf beeindruckenden Wandgemälden dem Betrachter offenbart, ist der anschauliche Mantel für den festlichen Abend geworden. Denn am 30. Oktober 2018 wurde das sechzigjährige Bestehen der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg (FüAkBw) und des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg gefeiert. Der Hamburger Anteil an der Geschichte der beiden Bundeswehrstandorte wurde damit sichtbar in die alte Geschichte der Hansestadt eingewoben. Es passte der historische Rahmen für diesen Festakt.

Begrüßung durch den Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg

Mit dem Trompetenkonzert D-Dur des Hamburger Komponisten, Kantors Johannei und Direktor der Hamburgischen Oper Georg Philipp Telemann (1681-1767) begann der Festakt. Der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Dr Peter Tschentscher, begrüßte die anwesenden Angehörigen der FüAkBw und des Bundeswehrkrankenhauses wie auch die geladenen Gäste. Darunter waren auch viele Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik und aus dem diplomatischen Korps. In seiner Rede beschrieb Tschentscher noch einmal die Geschichte der beiden Bundeswehrinstitutionen aus Hamburger Sicht. Abschließend stellte er fest, dass die Bundeswehr „seit 1958 fest in Hamburg verzahnt ist.“ Die Bundeswehr sei ein verlässlicher Partner, was beispielsweise in der Flüchtlingsbetreuung ebenso zum Ausdruck kam wie auch bei der Unterstützung der Durchführung des G-20-Gipfels. Beide Standorte „stärken nicht zuletzt durch Ihren Auftrag und ihre Kooperationen den Wissenschaftsstandort Hamburg.“

Seit 60 Jahren Teil des Wissenschaftsstandortes

Der Kommandeur der Führungsakademie, Generalmajor Oliver Kohl, griff den Gedanken des Ersten Bürgermeisters in seiner Festansprache auf. „In Vorbereitung des heutigen Tages habe ich gelernt“, so der General, „dass man anhand des Ortes, an dem man im Rathaus wahrgenommen wird, die Wertschätzung des Senates und der Bürgerschaft ablesen kann. Wenn ich mich umschaue, spreche ich sicherlich auch im Namen von Generalarzt Dr. Hoitz, dass uns dieses offensichtliche Zeichen der Verbundenheit sehr freut.“ Es war nicht selbstverständlich, dass Hamburg der zukünftige Standort der Führungsakademie der Bundeswehr werden sollte, nachdem diese ein Jahr zuvor 1957 in Bad Ems aufgestellt worden ist, wie der Akademiekommandeur ausführte. Es gab starke Konkurrenz süddeutscher Städte.

Schiet-Wedder sprach für Hamburg

Es ist dem Engagement des damaligen Hamburger Bürgermeisters Kurt Sieveking und auch des Hamburger Senators Renatus Weber und seiner Argumentationen zu verdanken, dass die Führungsakademie in der weltoffenen Stadt Hamburg ihren Sitz haben sollte. Es war Weber, der den Verteidigungsstaatssekretär Rust seinerzeit darauf hingewiesen hat, „dass im Sommer das Klima in Hamburg für derartige Lehrveranstaltungen wesentlich erträglicher sei.“ Ob Rust angesichts des Hamburger Sommers 2018 dieses ebenfalls als entscheidendes Argument akzeptiert hätte?

Wissenschaftliches Know-How

In seinen Ausführungen verdeutlichte General Kohl noch einmal, wie sehr die Akademie mit ihrem Auftrag und dem einmaligen wissenschaftlichen Know-How auch ein Teil des Wissenschaftsstandortes Hamburg ist. „Wir sind dabei, die Akademie mit ihren vorhandenen Fähigkeiten, Kompetenzen und Ressourcen auch zu einer militärstrategischen und sicherheitspolitischen Denkfabrik auszubauen“, so der Kommandeur. Und er beendete seine Rede mit dem Hinweis, dass In hanseatischer Gelassenheit die nächsten 60 Jahre angegangen werden könnten.

Die vollständige Rede von Generalmajor Kohl.

Auch das Bundeswehrkrankenhaus feiert 60 Jahre Hamburg

Es war die Festrede von Generalarzt Dr. Holtz, der den Reigen der Jubiläumsfestreden abgeschloss, denn auch das Bundeswehrkrankenhaus feierte sein 60 jähriges Bestehen in der Stadt an der Elbe. Dabei sind seine historischen Wurzeln wesentlich älter. So stand an der Stelle des heutigen Bw-Krankenhauses bereits 1937 das größte Standortlazarett Norddeutschlands. Nach dem 2. Weltkrieg hat die britische Besatzungsmacht ein Militärhospital in dem alten Gebäude geführt, bevor an dem Standort 1958 ein Krankenhaus der neuaufgestellten Bundeswehr geworden ist. Eine wechselvolle Geschichte zeichnet das Krankenhaus auch als Krankenhaus der Bundeswehr aus. Seit 1973 ist das Krankenhaus in das Rettungsnetz der Freien und Hansestadt Hamburg integriert. Mit dieser Integration wurde dort auch der Rettungshubschrauber SAR 71 stationiert. 2004 war das Krankenhaus von der Schließung bedroht. Es ist dem Einsatz von Senat und Bürgerschaft zu verdanken, dass es heute besteht und mit seinem weltweiten Kooperationsnetzwerk einen weltweiten Bekanntheitsgrad erlangt hat. Kooperationen unter anderem mit der Uniklinik Eppendorf als Lehrkrankenhaus und dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin tragen ebenso zu der großen Expertise des Hauses bei wie der konsequente Ausbau der medizinischen Bereiche mit traumatologischen Schwerpunkten. Bedeutsam ist die Etablierung der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie mit dem Schwerpunkt in der Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen.

 

 

Auf eine erstklassige Versorgung der Soldaten kommt es an

Über allem steht jedoch der Auftrag der erstklassigen Versorgung der Soldatinnen und Soldaten und die fachliche Aus- und Weiterbildung des Sanitätspersonals zur Vorbereitung der Auslandseinsätze. In diesem Zusammenhang stehen Ärzte und Sanitäter des viertgrößten Bundeswehrkrankenhauses regelmäßig in weltweiten Einsätzen, was zum Beispiel im Ebola-Einsatz in Afrika der Fall war oder im bereich der Telemedizin, um Fernbehandlungen auf Schiffen rund um die Uhr zu gewährleisten.

Feiern bei einem Glas Wein 

Die einzelnen Festreden wurden immer wieder durch Musikstücke, die vom Marinemusikkorps Kiel unter der Leitung von Fregattenkapitän Friedrich Szepansky gespielt wurden, festlich umrahmt. Nach der feierlichen Nationalhymne klang der Festakt mit einem anschließenden Empfang aus. Bei einem Glas Wein wurde in den historischen Räumen des Rathauses noch einmal auf die „Geburtstagskinder“ angestoßen.

 

 

 

 

 

 

Enger Austausch mit indischem Bildungsinstitut

Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Lene Bartel

Hamburg, 01.11.2018

Gästebucheintrag durch Air Commodore Navayath Santosh

Generalmajor Kohl übergibt das Wappen der FüAk

Aufmerksam verfolgen die Teilnehmer der indischen Delegation die FüAk Vorträge

 

 

 

 

Dreiundzwanzig Offiziere umfasste die indische Delegation des indischen Higher Defence Management Course des College of Defense Management (CDM) aus Sainikpuri, die der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) einen Informationsbesuch abgestattet haben. Begleitet worden sind sie vom indischen Verteidigungsattaché, Brigadegeneral Gurvinder Singh Kular. 

Der gut vierstündige Aufenthalt an der höchsten Ausbildungsstätte der Bundeswehr in Hamburg begann mit dem offiziellen Gruppenfoto und der traditionellen Eintragung ins Gästebuch der Akademie. Anschließend richtete der Kommandeur der Akademie, Generalmajor Oliver Kohl, seine Begrüßungsworte an die Delegation, die von Air Commodore Navayath Santosh angeführt worden ist.

Ein kompakter Einblick in die FüAk-Welt

Mit großem Interesse folgte die Delegation den Vorträgen, die für die Delegation vorbereitet worden sind. Oberstleutnant i.G. Matthias Friedrichs stellte zunächst die Führungsakademie und ihren Auftrag vor. Natürlich war auch die Denkfabrik und das erst im Juni dieses Jahres durch die Bundesverteidigungsministerin Dr. Ursula von der Leyen gegründete German Institute for Defence and Strategic Studies (GIDS) ein Thema, das Aufmerksamkeit fand. Im Anschluss stellte Oberst i.G. Frank Wasgindt den Lehrgang Generalstabsdienst/ Admiralitätsstabsdienst International (LGAI) vor. Indien hat eine lange Bindung zu diesem Lehrgang, denn es stellt seit mehreren Jahren Lehrgangsteilnehmende, die an der zweijährigen Ausbildung ausländischer Offiziere in Deutschland teilnehmen. Von diesen zwei Jahren findet eine einjährige Sprachenausbildung am Bundessprachenamt in Hürth statt. Das zweite Jahr stellt dann die fachliche Ausbildung an der FüAk dar.
Die Vorstellung der Akademie wurde beendet mit dem Vortrag von Oberstleutnant i.G. Nils Lührsen, der der Delegation einen Überblick über die Fakultät Management und über das Lehrgangsangebot an der Führungsakademie gegeben hat.

Indische Sicht auf die FüAk

Den Besuch der indischen Delegation hat auch Major Archit Goswani begleitet, der für dieses Jahr der indische Teilnehmer am LGAI ist. Goswami, der mit seiner Familie in Neu Delhi wohnt, begrüßt den engen Austausch zwischen Deutschland und Indien. „Der Führungsprozeß sei in der indischen Armee in etwa gleich detailliert und focussiert, so der Major. „Wo es an Praxis mangelt, das ist die Zusammenarbeit mit anderen Nationen. Deutschland konnte die multinationale Zusammenarbeit durch seine bereits viele Jahrzehnte dauernde NATO-Mitgliedschaft üben.“ Der LGAI gebe ihm viele Einblicke hierzu. Er würde sich zudem freuen, wenn er eines Tages in Indien an dem Verständnis mitwirken könne, wie Menschenführung in der Bundeswehr gelebt wird. Zunächst jedoch freut er sich auf die Weihnachtszeit, die er in Deutschland verbringen will. Anders, als viele seiner ausländischen Lehrgangskameraden, hat er seine Familie nicht mit nach Deutschland gebracht. Dafür werden seine Frau und sein 4 jähriger Sohn über Weihnachten nach Deutschland kommen. So bleibt er in Hamburg, auch wenn die Delegation seines Landes schon längst wieder in Major Goswanis Heimat zurückgekehrt sein wird. 

 

 

 

 

 

 

 

Planungstreffen zum gemeinsamen Üben

Autor: Matthias Friedrich; Fotos: Lene Bartel

Hamburg, 22.10.2018

Planungstreffen der C5 1* Steering Group an der FüAk

Der Vorsitzende der C5 1* Steering Group, Brigadegeneral Boris Nannt

Der Übungsleiter CJEX am Standort Hamburg, Oberst dG Michael Exeli

Der Kommandant & Direktor ACSC am JSCSC in Shrivenham, Cdre Ackland

 

 

Jedes Jahr Anfang Mai findet an den Militärakademien in Hamburg, Madrid, Rom und Shrivenham (England) zeitgleich die Übung „Combined Joint European Exercise (CJEX)“ statt. Bis 2017 wurde die Übung auch in Paris durchgeführt.

Für die CJEX senden alle beteiligten Nationen Delegationen an die jeweils anderen Akademien. So nahmen im vergangenen Jahr etwa 60 Lehrgangsteilnehmende des Lehrgangs Generalstabsdienst/ Admiralstabsdienst National (LGAN) der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) an den Übungen in Madrid, Rom und Shrivenham teil, während die FüAkBw ebenfalls etwa 60 Lehrgangsteilnehmende der anderen Nationen aufgenommen hatte.

Planung von gemeinsamen Operationen steht im Mittelpunkt

Im Fokus der diesjährigen, neuntägigen CJEX-Übung steht das gemeinsame Üben. Die Teilnehmer sollen ihr Wissen über die Planung von Operationen, die im Kontext der Europäischen Union stehen, vertiefen und anwenden. Durch die Arbeit in gemischte Planungsgruppen (Joint Operations Planning Groups (JOPG)) haben die Lehrgangsteilnehmenden die Möglichkeit, Erfahrungen in einem multinationalen Umfeld zu sammeln und sich untereinander auszutauschen. Aber natürlich sind auch gemeinsame Aktivitäten am Abend oder am Wochenende ein fester Bestandteil der Übung.

Die Vorbereitung erfolgte in Hamburg

Zur Vorbereitung der Übung findet jeweils im Oktober des Vorjahres das „CJEX One Star Steering Group Meeting“ statt. Nachdem die FüAkBw im Sommer dieses Jahres die Gesamtverantwortung für die Vorbereitung der Übung, die alle zwei Jahre zwischen den beteiligten Nationen wechselt, von Spanien übernommen hat, fand dieses Treffen unter der Leitung des Direktors Strategie und Fakultäten, Brigadegeneral Boris Nannt, erstmals seit acht Jahren wieder in Hamburg statt.

Belgien und die Niederlande beobachten

Neben den Teilnehmern aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien nahmen auch Vertreter aus Belgien und den Niederlanden teil, die sich über die Durchführung und Erfahrungen der Übung informieren wollten. Belgien und die Niederlande führen auf der Grundlage des gleichen Szenarios gemeinsam mit Irland, Schweden und Portugal eine eigene Übung durch.  

Neben der organisatorischen Vorbereitung der CJEX 2019 ging es in diesem Herbsttreffen auch um die gegenseitige Information und den Austausch über aktuelle Herausforderungen und Planungen der jeweils anderen Nation. So wurden die Gäste im Rahmen eines Vortrags über die Neuausrichtung der FüAkBw sowie Änderungen in der Lehrgangslandschaft der Akademie informiert. Im Austausch berichteten die Vertreter der anderen Nationen über aktuelle Entwicklungen, Projekte und Vorhaben an ihren Akademien.

„Ziel dieser Treffen ist es, sich gegenseitig über die Aktivitäten an der jeweiligen Akademien zu informieren und Möglichkeiten für eine intensive Zusammenarbeit auch in anderen Bereichen zu identifizieren, um so die Ausbildung unseres Führungskräftenachwuchses gemeinsam voran zu bringen.“ so OTL i.G. Friedrich, Projektoffizier für die CJEX an der FüAkBw. „Natürlich ist die Vorbereitung der Übung zentraler Bestandteil der CJEX Steering Group.“

 

 

 

 

 

 

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