Master: MFIS

Die Führungsakademie der Bundeswehr bietet ihren Lehrgangsteilnehmern in Kooperation mit der Helmut-Schmidt-Universität einen international anerkannten Masterabschluss:

„Militärische Führung und Internationale Sicherheit“

GIDS

Das German Institute for Defence and Strategic Studies – GIDS – untersucht geostrategische, sicherheitsrelevante Fragestellungen unserer Zeit. 

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Die Führungsakademie der Bundeswehr ist traditionell international stark vernetzt. Weltweite Kooperationen sind die Basis unseres Beitrages zur Völkerverständigung.

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Lernen 4.0

Auf dem Weg zur digitalen Ausbildungsakademie:  Mit Neuem Lernen beschäftigt sich das Innovationslabor „Führen Morgen Heute Lernen“ der Führungsakademie der Bundeswehr.

Führen Morgen Heute Lernen

Frei denken!

 

 

Frei denken!

Junge Köpfe, ein Think Tank und eine Reise nach Berlin

 

Der Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst National 2017 an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg (Foto: Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Während des zweijährigen Lehrganges wird ein Überblick über das Gesamtsystem Bundeswehr vermittelt (Foto: Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Die Lehrgangsteilnehmenden kommen mit ihrer Fachkenntnis an die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg und erweitern ihr Wissen (Foto: Bundeswehr/Michael Gundelach)

 

 

 

 

95 Offizierinnen und Offiziere des Lehrgangs Generalstabs-/Admiralstabsdienst National reisen Ende August nach Berlin. Zwei Jahre intensive Zeit des Lernens liegt hinter ihnen. Eine gemeinsame, lehrgangsbegleitende Studienphase auch. Thema: Die Führungsorganisation der Bundeswehr im Kontext von Landes- und Bündnisverteidigung . Die Ergebnisse werden nun in Berlin vorgestellt und die Kernbotschaften dem Generalinspekteur der Bundeswehr übergeben.

 

Der Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst National (LGAN) ist der zweijährige Spitzenlehrgang an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Hier wird das angehende Führungspersonal der deutschen Streitkräfte aus- und weitergebildet. Der LGAN gehört zu den längsten und auch vor allem anspruchsvollsten Lehrgängen an der Führungsakademie – der höchsten militärischen Ausbildungsstätte in Deutschland. Zur Teilnahme am LGAN werden nur die Besten eines Jahrgangs ausgewählt, zudem werden durch das Bundesministerium der Verteidigung auch Offiziere aus anderen NATO- und ausgewählten Partnerstaaten eingeladen. Zwei Jahre wird ihre militärische Fachexpertise geschult, werden sie auf Reisen weitergebildet und in zahlreichen Übungen für künftige Posten im Ministerium, in der NATO oder in Europa vorbereitet.

Während dieser Zeit sind die Lehrgangsteilnehmenden mit ihrer Expertise und ihrem Wissen seit neuestem zugleich auch Teil der Denkfabrik, deren Kern das „German Institute for Defence and Strategic Studies“ (GIDS) bildet. Das GIDS ist eine Kooperation zwischen der Führungsakademie und der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg. Seit mehr als vier Jahren betreiben Führungsakademie und Helmut-Schmidt-Universität den gemeinsam verantworteten Studiengang „Militärische Führung und Internationale Sicherheit“ (MFIS) – Herzstück und Motor des GIDS. Beide Institutionen schöpfen so auf vielfältige Weise Expertise, Wissen und Forschung für das GIDS: zum wechselseitigen Nutzen und mit zunehmend sichtbaren Ergebnissen.

Neu: Lehrgangsbegleitende Studienphase

Der LGAN 2017, der Ende August in Berlin seine Ergebnisse vorstellt, betritt, was die Studienphase angeht, Neuland. Bisher war es üblich, dass jeder LGAN am Ende seiner Ausbildung eine Studienphase zu einem bestimmten Thema durchführt und im Anschluss die Ergebnisse der Bundeswehrführung vorstellt. „Durch die Vorgaben der ehemaligen Bundesministerin der Verteidigung Ursula von der Leyen, die Lehre an der Führungsakademie weiterzuentwickeln und die Akademie durch das GIDS als Denkfabrik zu etablieren, wurde auch die Studienphase weiterentwickelt“, erklärt der Lehrgangsleiter Oberst i.G. Lars Gehlhaar.

Das bedeutet: Erstmalig fand die Studienphase lehrgangsbegleitend statt. Ziel ist es, mit den gebündelten Ergebnissen eines Themas zur strategischen Beratung des Verteidigungsministeriums und der Bundesregierung beizutragen. „Das Thema wurde dem Lehrgang durch den Generalinspekteur der Bundeswehr vorgegeben. Er sagte ausdrücklich: Denken Sie frei, ohne Grenzen! Mut zum Diskurs! Das hat der Lehrgang getan“, sagt Gehlhaar.

Neue Bedrohungen

Der Projektoffizier im Lehrgang, Major Eckner, erinnert sich: „Wir wurden im März 2018 mit der Bearbeitung des Themas beauftragt. Welchen Herausforderungen sieht sich die Führungsorganisation gegenüber? Wir sollten uns dabei auf die veränderten sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen, nämlich die Gleichrangigkeit und die Gleichzeitigkeit von internationalem Krisenmanagement und Landes- und Bündnisverteidigung, konzentrieren.“

Was bedeuten neue Bedrohungsszenarien wie Terrorismus, Cyberangriffe, hybride Bedrohungen und die Schutzbedürftigkeit kritischer Infrastruktur für die Bundeswehr und die Bundesregierung? Was passiert, wenn ein NATO-Partner angegriffen und der Bündnisfall ausgerufen wird? Was ist, wenn es einen Angriff auf unsere kritische Infrastruktur gibt und beispielsweise das Bankennetz zusammenbricht? Sind wir vorbereitet auf derartige Szenarien?

Komplexes Thema

Das Thema ist komplex. Die sicherheitspolitische Lage erfordert internationales Krisenmanagement und Landes- und Bündnisverteidigung gleichzeitig und gleichrangig zu gewährleisten. Das ist eine enorme Herausforderung – nicht nur, aber eben auch für die Bundeswehr. Das Projektteam des LGAN hat bei einer Vielzahl von Gesprächen mit zentralen Akteuren auf Bundes- und Landesebene ein umfassendes Bild über deren Überlegungen gewonnen, um Ableitungen für eine Führungsorganisation zu folgern.

Nun, Ende August, werden die Ergebnisse vorgestellt – erstmalig in Berlin. Erstmalig werden sie auch an zwei Tagen vorgestellt. Während der erste Tag die militärischen Führungsebenen und Verantwortlichkeiten betrachtet und somit den Fokus auf die Führungsorganisation der Bundeswehr legt, holt der zweite Tag weiter aus. Hier geht es auch um gesamtstaatliche Sicherheitsvorsorge bei hybriden Bedrohungen und den Schutz kritischer Infrastruktur in einem länder- und ressortübergreifenden Ansatz. Daher sind erstmals auch andere Bundesressorts, -länder, Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben geladen. Die Teilnehmerliste ist lang. Unter einer Vielzahl von hochrangigen Gästen haben sich unter anderem der deutsche Botschafter bei den Vereinten Nationen und der Innenminister aus Mecklenburg-Vorpommern angekündigt.

Gelebter Think Tank

Oberst i.G. Prof. Dr. Matthias Rogg, Vorstand des GIDS, sieht die Neustrukturierung der Studienphase im LGAN auch als große Chance für das GIDS: „Wir entwickeln uns schrittweise zu einem lebendigen Think Tank. Früher sind die Ergebnisse der Studienphase in Schubladen verschwunden. Jetzt wollen wir sie sichtbar und nutzbar machen und dazu unter anderem unsere Formate im GIDS nutzen.“ So werden die Ergebnisse im Anschluss durch das GIDS veröffentlicht. Aus den Untersuchungen haben sich Empfehlungen für die Bundeswehrführung herauskristallisiert. „Wir haben einige Kernbotschaften, die wir dem Generalinspekteur der Bundeswehr übergeben werden. Die betreffen nicht nur das Ministerium, sondern auch die ressort- und länderübergreifende Zusammenarbeit“, erklärt Eckner. Ganz im Sinne einer Denkfabrik: Mut zum Diskurs auf der Basis von Forschung und kritischer Beratung.

"Das ist natürlich alles noch im Prozess der Entwicklung. Aber Ziel ist es, dass sich die Führungsakademie mit ihrer militärfachlichen Expertise eng mit dem GIDS verzahnt. Denn letztlich sind all die Lehrgangsteilnehmenden an der Führungsakademie zusammen mit den Studierenden der Helmut-Schmidt-Universität, die den gemeinsamen Studiengang MFIS besuchen, Teil der Denkfabrik. Auf diesem kreativen Miteinander fußt alles“, erklärt GIDS-Vorstand Rogg. Der Lehrgangsleiter Gehlhaar ergänzt hier: „Wir sind der erste Lehrgang, der mit dem GIDS zusammengearbeitet hat. Wir haben viel gelernt, was es nun in folgenden Lehrgängen zu implementieren gilt.“ Der erste Schritt sei getan. Und es sei ein guter Schritt, auf dem man weiter aufbauen kann.

 

 


Autorin: Victoria Eicker

Aktuelles

Ehemaliger LGAI-Teilnehmer im Interview

 

 

Ehemaliger LGAI-Teilnehmer im Interview

 

Flottillenadmiral Abbas Lafta Aoda war 2006 an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg und besuchte den Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst International (LGAI). Heute ist der Marineoffizier Militärattaché der Botschaft der Republik Irak in Berlin. Seine Deutschkenntnisse und sein umfangreiches Netzwerk sind ihm bei dieser herausfordernden Aufgabe eine große Hilfe.

 

Militärattaché Aoda nahm sich in der irakischen Botschaft in Berlin Zeit für die Fragen der Führungsakademie. (Foto: Bundeswehr/Dr. Victoria Eicker)

 

 

Sehr geehrter Herr Flottillenadmiral Aoda. Sie sind derzeit irakischer Militärattaché in Berlin. Seit wann und wie lange?

Ich bin seit Anfang August 2018 in Berlin. Theoretisch bleibe ich drei Jahre. Aber das ist schwer zu sagen. Das wird alles im Verteidigungsministerium entschieden. In Berlin hatten wir seit zwei Jahren keinen Militärattaché. Ich habe sehr viel Arbeit. Es gibt im Irak nicht sehr viele Offiziere mit Deutschkenntnissen. Das hat mir natürlich sehr geholfen, diesen Posten zu bekommen. Bevor ich nach Deutschland kam, war ich Kommandeur der irakischen Marineakademie – sie ist in Basra. Irak hat nur eine kleine Küste, aber die Marine ist sehr aktiv.

 

Wann waren Sie an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg?

Ich habe im Jahr 2006 den Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst International besucht. Zuvor war ich ein Jahr lang am Bundessprachenamt in Hürth und habe zunächst die deutsche Sprache gelernt. Das war wirklich ein neues Erlebnis für mich. Ich kam damals ohne Familie und hatte vorher keine Ahnung von Deutsch. Die Sprache war sehr schwer für mich – es ist ein ganz anderes Buchstabensystem.

 

Kamen Sie allein aus dem Irak?

Wir waren fünf Offiziere aus dem Irak, die zunächst an dem Sprachlehrgang teilnahmen. Ich war Angehöriger der Marine, drei Kameraden kamen vom Heer und einer von der Luftwaffe. Ich habe meinen Sprachlehrgang bestanden. Dann ging es gemeinsam mit zwei weiteren Kameraden an die Führungsakademie der Bundeswehr.

 

Sie haben im Sommer 2006 Ihren Lehrgang in Hamburg begonnen. Wie war das?

Ich war im Hörsaal Marine. Dort waren wir insgesamt zwölf Offiziere. Drei Deutsche und neun Internationale aus Aserbaidschan, Bangladesch, China, Südkorea, Südafrika, Serbien, Albanien und der Ukraine. Das waren sehr viele verschiedene Kulturen. Für mich war das neu. Aber es war unheimlich bereichernd, wir haben viel voneinander gelernt.

 

Wie war der Lehrgang denn insgesamt für Sie?

Der Lehrgang war sehr gut organisiert. Wir haben Seminare besucht, Übungen und Reisen gemacht – das war eine tolle Zeit. Wir haben zum Beispiel sehr viel über deutsche Außen- und Sicherheitspolitik gelernt, aber auch wie die deutschen Streitkräfte aufgebaut sind und welche Struktur und Aufgaben sie haben. Auf der militärischen Seite haben wie gelernt, wie man eine Operation plant. Das war eine gute Verflechtung zwischen Theorie und Praxis.

 

Hat Ihnen der LGAI etwas für Ihre weitere Laufbahn im Irak gebracht?

Nach meinem Aufenthalt in Deutschland habe ich als Dozent am irakischen Joint Staff College in Bagdad gearbeitet. Somit war alles, was ich in Deutschland gelernt hatte, sehr nützlich für mich. Ich habe damals ein Buch über die Planung von Seeoperationen ins Arabische übersetzt. Das Buch wird bis heute am Joint Staff College genutzt. Kurzum: Das, was ich in Deutschland gelernt habe, habe ich meinen Schülern beigebracht.

 

Haben Sie auch außerhalb der Akademie Menschen kennenlernen können?

Ja, in der Tat. An einem Tag im Dezember lief ich mit einem Kameraden aus China an der Elbe entlang. Wir trafen einen Bekannten des Chinesen. Mein chinesischer Kamerad stellte mich vor. Der Mann fragte mich, wo ich Weihnachten feiern werde. Da sagte ich ihm, auf dem Zimmer. Allein. Der Mann aber sagte, das dürfe in Deutschland nicht sein und lud mich ein. So feierte ich Weihnachten mit seiner Familie, das war die Familie Thümer. Das war für mich unglaublich schön. Der Kontakt ist bis heute geblieben. Dieses Weihnachten 2018 habe ich mit meinem Sohn und meiner Frau bei eben dieser Familie verbracht. Zudem haben wir über den Freundeskreis ausländischer Offiziere an der Führungsakademie auch viel in Hamburg kennengelernt: zum Beispiel einen Ausflug an der Elbe oder der Besuch des Musicals Mamma Mia. Zudem war ich zu meiner Zeit in der Akademie das „Patenkind“ von Herrn Hob, der mir in vielerlei Hinsicht geholfen hat und mich betreut hat.

 

Was war für Sie das Wichtigste beim LGAI?

Die multinationalen Kontakte, die ich dort geknüpft habe, nutze ich bis heute. Also neben all dem Wissen, das man dort erwerben konnte, und der Erfahrung, in einem anderen Land zu leben, sind die Kontakte, die man schließen konnte, sehr viel wert.

 

Was haben Sie von den Deutschen gelernt?

Pünktlichkeit! Das ist definitiv ein Wert, den ich schätzen gelernt habe. Außerdem machen die Deutschen nichts ohne Plan. Auch das habe ich schätzen gelernt. Witzigerweise hat mein Dozent in seiner Beurteilung über mich geschrieben: Er ist immer geradeaus und ernst. Meine Kameraden aus Deutschland haben scherzhaft gesagt, dass ich schon ein halber Deutscher sei.

 

Sie waren zwei Jahre in Deutschland. Wie haben Sie das mit Ihrer Familie gemacht? War sie mit?

Nein. Ich konnte nach meiner Sprachausbildung leider nicht nach Hause fliegen. Ich habe damals zwei Jahre lang meine Familie nicht gesehen. Das war eine sehr schwere Zeit für uns. Der Größte war etwa zehn Jahre alt, der Kleinste kaum drei Jahre alt. Jetzt ist der Kleine mit uns hier in Deutschland und besucht das Gymnasium.

 

 

Autorin: Dr. Victoria Eicker

Angehende Stabsoffiziere sammeln für Kinderhospiz

 

 

Angehende Stabsoffiziere sammeln für Kinderhospiz

 

Hauptmann Kinga Demps-Ruppel vom Organisationsteam des Basislehrganges für Stabsoffiziere (links) überreicht den Scheck über 3.170 Euro an Christiane Schüddekopf, Vorstandsmitglied des Fördervereins der Sternenbrücke. (Foto: Bundeswehr/Tobias Wachner)

 

 

Hilf mit, Gutes zu tun“. So lautete das Motto einer Spendenaktion, die vom Basislehrgang für Stabsoffiziere (BLS) 2-2019 an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) ins Leben gerufen wurde. Das Organisationsteam um Hauptmann Kinga Demps-Ruppel und Hauptmann Andreas Trozowski rührte dafür die Werbetrommel - mit Erfolg. Rund 170 Teilnehmer des BLS spendeten 3.170 Euro für das Kinderhospiz Sternenbrücke in Hamburg.

Das Organisationsteam konnte zum Lehrgangsabschluss den Scheck an das Vorstandsmitglied des Fördervereins der Sternenbrücke, Christiane Schüddekopf, überreichen. „Wir hatten insgeheim schon den Wunsch, die Kameraden ordentlich zu motivieren, Gutes zu tun“, sagte Kinga Demps-Ruppel. „Dass sie so viel geben würden, hätten wir allerdings nicht zu träumen gewagt“, ergänzte sie.

Auch Christiane Schüddekopf zeigte sich von der Aktion sichtlich bewegt. „Ich bin überwältigt und sehr gerührt“, dankte sie den Spendern. „Durch ihre wertvolle Unterstützung helfen sie uns und den Kindern ungemein“, so Schüddekopf weiter.

Die Sternenbrücke bietet unheilbar erkrankten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie ihren Angehörigen für jeden Abschnitt eines schwierigen Weges individuelle Pflege- und Betreuungsangebote. So zum Beispiel die „Entlastungspflege“, die den Familien eine Pause vom aufreibenden Pflegealltag gewährt, ehe dann die Begleitung am Lebensende zum Tragen kommt.

Das Hospiz ist zu einem großen Teil durch Spenden finanziert und somit auf finanzielle Unterstützung durch Dritte angewiesen. Die Spende des BLS 2-2019 hilft, vom Schicksal hart getroffene Familien aus ganz Deutschland zu unterstützen.

 

Autor: Major Tobias Wachner

 

Instrument deutscher Außenpolitik an der Führungsakademie

 

 

Instrument deutscher Außenpolitik an der Führungsakademie 

 

Die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg ist die höchste militärische Ausbildungseinrichtung in Deutschland. Hier wird das Spitzenpersonal der Bundeswehr unter anderem auf dem Generalstabs- und Admiralstabsdienst National für ihre zukünftigen Positionen vorbereitet. Aber es sind nicht nur nationale Lehrgangsteilnehmende vor Ort. Tatsächlich gibt es auch einen Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst International. Doch was ist das genau?

 

Unter den zumeist internationalen Lehrgangsteilnehmern befinden sich in jedem LGAI auch immer deutsche Offiziere, die unter anderem Mentorenaufgaben wahrnehmen. (Foto: Bundeswehr/Lene Bartel)

 

„Der Lehrgang für Generalstabs-/ Admiralstabsdienst International ist ein Instrument der militärischen Ausbildungshilfe“, erklärt Oberstleutnant i.G. Dr. Stefan Klein aus der Abteilung Politik im Bundesministerium der Verteidigung. In seiner Abteilung sitzen die Referenten, die bi- und multilaterale Abkommen mit den verschiedenen Ländern unserer Welt ausarbeiten. Einen der hochwertigen Plätze im LGAI an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg zu erhalten, ist ein Privileg. Der Lehrgang wurde für Nicht-NATO- und Nicht-EU-Länder konzipiert und dauert ein Jahr. Meist geht für die meisten Lehrgangsteilnehmenden ein einjähriger Aufenthalt am Bundessprachenamt in Hürth voraus – der Lehrgang findet nämlich auf Deutsch statt.

Einen Platz im LGAI zugeteilt zu bekommen, beruht auf bilateralen Abkommen, die jährlich neu verhandelt werden. Hier spielt auch das Auswärtige Amt eine Rolle, denn dort wird gemeinsam mit dem Bundesministerium der Verteidigung entschieden, welche Länder zu Partnerländern der militärischen Kooperation werden. Das hängt von vielen Faktoren und Kriterien ab. Im Rahmen der militärischen Ausbildungshilfe ist der Besuch des LGAI das hochwertigste Instrument – es gibt auch noch andere, wie etwa die Offiziersausbildung, Bataillonskommandeurslehrgänge oder eine Fortbildung im Bereich der Inneren Führung.

 

Oberstleutnant Oumar Ka ist Luftwaffenoffizier aus dem Niger. Er nahm am LGAI 2018 teil. (Foto: Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Militärische Ausbildungshilfe als Vertrauensmaßnahme 

„Die militärische Ausbildungshilfe ist ein Instrument der erweiterten Sicherheitsvorsorge und Resilienzbildung“, sagt Oberstleutnant Klein. Doch was bedeutet das? Deutschland hat als globaler Akteur Interessen in vielen Teilen der Welt und unterhält Beziehungen zu zahlreichen Ländern dieser Welt. „Wir wollen den Lehrgangsteilnehmenden hier in Hamburg einen Einblick in Strukturen und Arbeitsweisen sowie das Selbstverständnis der Bundeswehr geben. Gleichzeitig lernen die Teilnehmenden unser demokratisches System kennen und die Tatsache, dass wir eine Parlamentsarmee haben“; sagt auch Oberst i.G. Frank Wasgindt, Lehrgangsleiter des LGAI an der Führungsakademie, „damit dient der LGAI der Vertrauensbildung und dem Kennenlernen.“

Wenn die Lehrgangsteilnehmenden in ein paar Jahren dann teilweise in militärischen Spitzenpositionen in ihren Heimatländern sind, dann ist bereits eine Verbindung da. Sie kennen deutsche sicherheits- und verteidigungspolitische Grunddaten und die deutsche Lebens- und Denkweise. „Das bindet sie an uns und unsere Werte – das ist zumindest die Hoffnung“, sagt Oberstleutnant Klein. So ist beispielsweise der heutige Verteidigungsattaché der Republik Irak in Berlin ein ehemaliger Teilnehmer des LGAI.

 

Oberstleutnant Oumar Ka hat sich als bester internationaler Lehrgangsteilnehmer ausgezeichnet. (Foto: Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Multinational und vielfältig

„Die Führungsakademie der Bundeswehr ist eine weltweit hochanerkannte Institution. Das Lehrgangsprofil ist umfassend. Wir bekommen Einblick in alle militärischen Organisationsbereiche“, sagt Oberstleutnant Ka Sidi Oumar Ka. Oumar Ka ist Luftwaffenoffizier im Niger und Teilnehmer des LGAI 2018. Er hat den Lehrgang als bester internationaler Lehrgangsteilnehmer mit dem Scharnhorst-Preis abgeschlossen. Oumar Ka nimmt viele Eindrücke und Erfahrung mit zurück in seine Heimat. „Wir haben beispielsweise auch über die großen Herausforderungen der Zukunft gesprochen: Künstliche Intelligenz oder Digitalisierung. Das spüren wir im Niger natürlich auch. Auch wir leben dort in einer globalisierten Welt. Die Impulse aus Hamburg werde ich in mein Heimatland mitnehmen.“ Jetzt aber schließt Oumar Ka zunächst noch einen sechsmonatigen Pilotenlehrgang auf dem Transportflugzeug Herkules in den USA an seinen Aufenthalt in Deutschland an. Seine Frau und seine vier Söhne sind in dieser ganzen Zeit im Niger – auf sie muss er noch verzichten.

Der LGAI 2018 ist mit 30 Nationen vielfältig besetzt. „Die Vielfalt bietet uns Lehrgangsteilnehmern einen umfassenden, multinationalen, fachlichen Austausch. Wir können so den Blick auch in andere Kulturen lenken“, sagt Oumar Ka. Sein Lehrgangskamerad Major Ui-Sop Shin aus Südkorea pflichtet ihm bei. Der Heeressoldat – „wie Clausewitz“, wie er lächelnd erwähnt – ist bereits das dritte Mal in Deutschland. „Ich habe von 2003 bis 2005 die Offiziersausbildung in Deutschland absolviert und dann von 2009 bis 2013 an der Bundeswehruniversität in Hamburg studiert. Nun bin ich beim LGAI.“ Shin interessiert sich insbesondere für den Prozess der Wiedervereinigung und die Integration der NVA in die Bundeswehr. „Deutschland ist für Korea ein großes Vorbild. Der Transformationsprozess der Bundeswehr ist für uns sehr interessant. Ich möchte darin ein Experte werden, deshalb bin ich hier. Eines Tages möchte ich meinem Land in einem ähnlichen Prozess zur Seite stehen.“ Zu diesem Thema fertigt Shin, neben dem LGAI, eine Doktorarbeit an. Auch das ist möglich. Und: Shin ist mit seiner Familie in Hamburg. Sein jüngstes Kind besucht die Kita auf dem Kasernengelände. Auch möglich.

 

Major Shin aus Südkorea ist Teilnehmer des LGAI 2018 und schreibt gleichzeitig seine Promotion. (Foto: Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Kooperationen mit rund 80 Ländern 

Maßgebliche Kriterien für bi- oder multilaterale Kooperationen sind die regionalen Schwerpunktsetzungen der Bundesregierung, das Verhalten des Partnerlandes sowie sicherheitspolitische Interessen, so Oberstleutnant Klein. Neben dem Auswärtigen Amt und der Abteilung Politik im Verteidigungsministerium ist noch das Dezernat Internationale Kooperation im Streitkräfteamt involviert. Das sind diejenigen, die vor Ort die Verhandlungen führen. Die rote Linie bestimmt die Bundesregierung; werden mit einem Land die Kontakte abgebrochen, gilt das sofort auch für die militärische Ausbildungshilfe. „Sicherheitspolitische Entscheidungen stehen über allem“, erklärt Oberstleutnant Klein. Fregattenkapitän Markus Nolte, der ehemalige Leiter vom Dezernat Internationale Kooperation im Streitkräfteamt sagt: „Wir haben einige Länder, aus denen Hunderte Offiziere in Deutschland ausgebildet wurden. Derzeit befinden sich 850 Lehrgangsteilnehmende aus etwa 68 Ländern in rund 140 Ausbildungsgängen“. Insgesamt verfügt das Verteidigungsministerium über etwa 18 unterschiedlichen Kooperationsinstrumenten. Der LGAI ist eine davon – die hochwertigste.

Während Oumar Ka und Shin schon in andere Erdteile entschwunden sind, bereitet sich die Führungsakademie auf einen neuen Lehrgang vor. Am 22. August werden die aus allen Erdteilen der Welt angereisten Lehrgangsteilnehmenden des LGAI 2019 begrüßt.

 

 

Autorin: Dr. Victoria Eicker

 

Führungsakademie der Bundeswehr: Vom Cockpit in den Hörsaal

 

 

Führungsakademie der Bundeswehr:

vom Cockpit in den Hörsaal

 

Auf dem Campus der Führungsakademie der Bundeswehr sieht man immer wieder Soldatinnen und Soldaten anderer Nationen. Doch wer sind die Menschen in diesen ausländischen Uniformen? Wir sprechen heute mit Oberstleutnant Talha Rehman aus Pakistan. Er ist Pilot bei der pakistanischen Luftwaffe und Teilnehmer des Lehrgangs Generalstabs-/Admiralstabsdienst International (LGAI).

 

Oberstleutnant Talha Rehman ist pakistanischer Pilot –sein Traumberuf. (Foto: Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Rund 5.330 Kilometer Luftlinie trennen Oberstleutnant Rehman von seiner Heimat. Bestens gelaunt treffen wir ihn an einem sonnigen Nachmittag an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Auf seinem blauen Hemd trägt er den Patch: „PAF“, einige bunte Abzeichen und auf der anderen Seite steht sein Name: Talha. „In Pakistan sprechen wir uns immer mit unseren Vornamen an“, erklärt der 44-Jährige in fehlerfreiem Deutsch. Die Abkürzung PAF steht für Pakistan Air Force – seine Teilstreitkraft.

Sein Weg zur Führungsakademie

Rehman ist ein erfahrener Pilot. 1993 beginnt er in Pakistan mit der Offizierausbildung mit anschließendem Studium der Luftfahrtwissenschaften. „Für mich gab es damals nur zwei berufliche Optionen. Entweder ich diene und schütze mein Land und werde Pilot. Oder ich folge den Vorstellungen meines Vaters und werde Unternehmensberater“, erzählt er und fügt lächelnd hinzu: „Nun, ich sitze hier.“

Im Anschluss an sein Studium folgt die Ausbildung zum Kampfflugzeugführer und danach spezialisierte er sich auf Hubschrauber. Doch die Liste der Luftfahrzeuge, die er geflogen ist, reicht weiter: Insgesamt zehn verschiedene Muster hat er bereits in der Luft bewegt. Zu seiner Ausbildung gehörten außerdem zwei Weiterbildungen zum Thema Combat Search and Rescue – Militärische Such- und Rettungsaktionen in den USA. In Einsätzen hat er sich ebenfalls bewährt: So beispielsweise zur Unterstützung bei Erdbeben und Überschwemmungen und Flüge zur medizinischen Evakuierung.

Seit November 2017 ist der Oberstleutnant, dessen Dienstgrad in seinem Heimatland „Wing Commander“ heißt, in Deutschland. „Ich hatte bereits fünf Monate vor meiner Abreise begonnen, deutsch zu lernen.“ Bevor die internationalen Lehrgangsteilnehmer an der Führungsakademie beginnen, lernen sie am Bundessprachenamt zunächst Deutsch. So auch Rehman, der dank seines Fleißes mit einem kleinen Vorteil startete. Sprachlich bestens vorbereitet ging es dann im August 2018 an die höchste Ausbildungseinrichtung der Bundeswehr.

 

Blick in den Hörsaal: Wenn Rehman nicht gerade mit seinen Hörsaalkameraden auf Reisen war, absolvierte er die theoretischen Inhalte in der Hamburger Clausewitz-Kaserne. (Foto: Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Praxis ergänzt die Theorie

Ein normaler Unterrichtstag im LGAI beginnt um acht Uhr im Hörsaal und endet gegen 16 Uhr. Dazwischen haben die Lehrgangsteilnehmenden Zeit, Mittagessen zu gehen. Als Ansprechpartner vor Ort gibt es die sogenannten Mentoren. Sie stehen sowohl bei fachlich inhaltlichen Fragen zur Seite als auch bei Fragen, die das Privatleben betreffen. „Außerdem übernehmen die Mentoren viele Projekte. Beispielsweise organisieren sie unsere Ausbildungsreisen“, Rehman lächelt und fügt hinzu: „Für uns ist es dann einfach. Für die Mentoren eine Menge Arbeit.“

Ausbildungsreisen finden sowohl an andere Bundeswehrstandorte, als auch zur Regierung nach Berlin und zum NATO-Hauptquartier nach Brüssel statt. „Wir bekommen vor jeder Reise vorbereitend einen Unterricht. In jedem Monat steht eine Reise an. Diese dauert zwischen zwei bis drei oder auch mal zehn Tage.“

Völkerverständigung

Die Lehrgangsteilnehmenden des LGAI kommen aus 28 verschiedenen Ländern. Das bedeutet für jeden Einzelnen: 27 verschiedene Kulturen, andere Sprachen, Religionen und Verhaltensweisen. Wie gehen die hochrangigen Soldaten hier in Deutschland miteinander um? „Wir sind Soldaten. Wir sind professionell. Wir respektieren uns gegenseitig. Wenn es um unser Land geht, sind wir manchmal geteilter Meinung. Doch abends beim Grillen: Wir sitzen alle gemeinsam an einem Tisch und unterhalten uns, wie es bei Freunden üblich ist.“

Die Familie begleitet ihn

Rehmans Frau und seine beiden Töchter (13 und 18 Jahre alt) kamen im April 2018 nach Deutschland und wohnten zunächst mit in Hürth. Dem Lehrgangsteilnehmer und seiner Familie standen beim Bundessprachenamt Betreuungsoffiziere zur Seite. „Das war sehr hilfreich. Besonders für die formalen Angelegenheiten bei Ämtern, bei der Beantragung eines Führerscheins und so weiter“, führt der Familienvater aus.

In Hamburg angekommen, war die Suche nach einer Schule eine große Herausforderung. „Besonders für unsere Große. Da sie über 16 ist, besteht keine Schulpflicht mehr und somit auch kein Anspruch auf einen Schulplatz.“ Doch mit einem Ausnahmeantrag konnte auch sie die elfte Klasse eines Gymnasiums besuchen. „Die Schule ist sehr gut. Meinen Kindern hat es sehr viel Spaß gemacht.“ Wie gut und schnell sich die Töchter in der neuen Umgebung integriert haben, hat Rehman immer wieder erleben können: „Letztens haben neue Freundinnen meiner Tochter bei uns übernachtet. Sie kamen aus der ganzen Welt. Viel Trubel und eine tolle Erfahrung für die ganze Familie.“

Afshan Rehman – seine Frau ist Lehrerin. Da lag es nahe, auch in Deutschland ihrer Berufung nachzugehen. Sie fragte bei einer internationalen Schule mit der Unterrichtssprache Englisch an und bekam zwei Wochen später eine positive Antwort. „Seitdem arbeitet meine Frau dort ehrenamtlich. Die ganzen Erfahrungen, die wir gemacht haben, neue Menschen und Kulturen, die wir kennengelernt haben, sind für mich und meine Familie ein Geschenk. Deutschland ist ein tolles Land.“

 

Der Kommandeur der Führungsakademie, Generalmajor Oliver Kohl, überreicht dem Absolventen seine Urkunde. (Foto: Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Dafür steht er ein

Nun ist Rehmans Zeit in Deutschland beendet. Mit der Zeugnisübergabe und einem festlichen Abend endete der internationale Generalstabslehrgang. Viele Eindrücke, Informationen und Freundschaften bleiben. Seine Einstellung zum Leben behält er sich bei: „Mein Ziel ist anders, als manch anderer. Einige arbeiten für ein gutes Ergebnis. Andere für gute Noten. Ich arbeite, um mit mir selbst zufrieden zu sein. Wenn ich dann 100 Prozent gebe, dann bin ich auch erfolgreich.“ Außerdem sei es sein Ziel, ein guter Mensch und Soldat zu sein.

Wir wünschen ihm auf seinem weiteren Weg alles Gute.

 

 

Autorin: Ines Blandau

Armenische Delegation war zu Besuch

 

 

Sicherheitsexperten aus Armenien informieren sich über die Bundeswehr

 

Eine armenische Delegation bestehend aus fünf armenischen Verteidigungs- beziehungsweise Sicherheitsexperten besuchte unter Leitung des Goethe-Instituts die Führungsakademie der Bundeswehr. (Foto: Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Auch ein Eintrag ins Gästebuch durfte dabei nicht fehlen. (Foto: Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Die armenischen Gäste tauschten sich mit dem Leiter der Fakultät Politik, Strategie und Gesellschaftswissenschaften an der Führungsakademie der Bundeswehr, Jörn Thießen, über die Rolle der Bundeswehr in Deutschland aus. (Foto: Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Eine Delegation bestehend aus armenischen Verteidigungs- und Sicherheitsexperten wollte es genau wissen: „Welche Rolle hat die Bundeswehr in Deutschland und in der NATO?“ Auf der Suche nach einer Antwort führte sie ihre kürzlich vom Goethe-Institut organisierte Informationsreise unter anderem an die Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw). Viele Fragen hatten die Gäste mit im Gepäck. Schließlich war es ihr erster Besuch an der höchsten Ausbildungseinrichtung für militärische Spitzenkräfte in Hamburg.

Doch bevor die armenischen Gäste mehr über die Ausbildung an der FüAkBw erfuhren, trugen sie sich erst einmal in das Gästebuch ein. Was einigen von ihnen dabei sofort in den Blick fiel, war die danebenstehende Büste von dem preußischem Generalmajor, Militärwissenschaftler und -ethiker, Carl von Clausewitz. „Er war ein großer Reformer“, sagte ein Teilnehmer in die Runde. Nickende Zustimmung erhielt er dafür von den restlichen Gästen. Es war die perfekte Überleitung für die nachfolgenden Vorträge und Diskussionsrunden.

Gäste zeigen großes Interesse

Ein umfassendes Bild von den verschiedenen Ausbildungen an der Führungsakademie bekamen die armenischen Gäste von Oberstleutnant i.G. Matthias Friedrich. Er informierte sie über die Besonderheiten des Basislehrgangs Stabsoffizier sowie über den Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst National als auch International. Das Lebenslange Lernen als auch der internationale Austausch wurden in den Blick genommen. Vor allem Letzteres veranlasste die Gäste zu der Frage, ob an der FüAkBw armenische Soldaten ausgebildet werden. Auch für die Hauptinhalte zeigten sie großes Interesse.

Einblicke in die Arbeit der Denkfabrik

Die armenischen Sicherheitsexperten bekamen anschließend von Professor Burkhard Meißner, Vorstandsmitglied der Denkfabrik, Einblicke in das German Institut for Defence and Strategic Studies, das gleichermaßen an der Führungsakademie der Bundeswehr als auch an der Helmut-Schmidt-Universität angesiedelt ist. Rede- und Diskussionsbedarf sahen die Teilnehmer vor allem beim letzten Programmpunkt. Leiter der Fakultät Politik, Strategie und Gesellschaftswissenschaften an der Führungsakademie der Bundeswehr, Jörn Thießen, erörterte den Gästen, welches Bild von der Bundeswehr in der Gesellschaft vorherrsche. Er berichtete von der Berichterstattung in den Medien, den derzeitigen Herausforderungen und der Suche nach Fachkräften. Das warf Fragen bei den Gästen auf: So wollten sie unter anderem wissen, wovor die Bevölkerung am meisten Angst hat; wie das Ansehen der Bundeswehr bei anderen Nationen ist, und ob es bereits Lösungsansätze gibt, wie die Bundeswehr attraktiver werden könnte.

Viele Informationen und Fotos

Der Besuch in Hamburg war ein Höhepunkt für die armenischen Besucher, die zum ersten Mal an der Führungsakademie zu Gast waren, erzählt Stefan Zeidenitz vom Goethe-Institut. „Die Gruppe hat sich bisher nur Berlin angeschaut, seit Tagen wird vom Besuch an der Führungsakademie und dem Hamburger Hafen gesprochen“, sagte er. Mit vielen Informationen, Fotos und Mitschriften machten sich die Gäste im Anschluss auf den Weg in Richtung Elbe – denn dort wartete noch eine Bootstour auf die Sicherheitsexperten.

 

 

 


Autorin: Sophie Stange

Veteranenabzeichen überreicht

 

 

„Jeder sollte stolz darauf sein, Soldat zu sein“

 

Der Kommandeur der Führungsakademie, Generalmajor Oliver Kohl, übergibt das Veteranenabzeichen beim Tag der Bundeswehr 2019 an den Oberststabsgefreiten André Soppa. (Foto: Bundeswehr/Anja Damerius)

 

 

 

 

André Soppa hält das Veteranenabzeichen als erster Soldat an der Führungsakademie in seinen Händen. (Foto: Bundeswehr/André Soppa)

 

 

 

Er war gerade einmal acht Jahre alt, da wusste Oberstabsgefreiter André Soppa bereits, was er später einmal werden möchte. In einem alten leerstehenden Gebäude in seiner Heimatstadt Cottbus fand er beim Spielen mit Freunden eine Militärzeitung. Die Fahrzeuge begeisterten ihn, auch die Uniformen hatten es ihm angetan. Zudem war sein Vater früher bei der Nationalen Volksarmee. Soppa leitet bei der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) das Freizeitbüro. Dass er beim Tag der Bundeswehr 2019 das Veteranenabzeichen ausgehändigt bekommen würde, konnte er damals jedoch noch nicht erahnen.

Wer kann sich Veteran nennen

Viel wurde in den  Medien und den sozialen Netzwerken darüber diskutiert: Wer ist eine Veteranin oder ein Veteran der Bundeswehr und was muss sie oder er dafür geleistet haben? Im Tagesbefehl vom 26. November 2018 definiert Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen den Begriff wie folgt: „Veteranin oder Veteran der Bundeswehr ist, wer als Soldatin oder Soldat der Bundeswehr im aktiven Dienst steht oder aus diesem Dienstverhältnis ehrenhaft ausgeschieden ist, also den Dienstgrad nicht verloren hat.“ So zählen darunter „Aktive und ehemalige Soldatinnen und Soldaten, Reservistinnen und Reservisten, Gesunde und Versehrte (…)“. André Soppa ist der erste Soldat an der Führungsakademie der Bundeswehr, der dieses erst neu eingeführte Abzeichen ausgehändigt bekommen hat.

Anerkennung für die geleistete Arbeit

Beim Tag der Bundeswehr 2019 in Hamburg überreichte ihm der Kommandeur der Führungsakademie, Generalmajor Oliver Kohl, das Veteranenabzeichen. Es war ein besonderer Moment für Soppa, wie er im Gespräch verrät. Die eher gemischten Stimmen zur Auszeichnung im Allgemeinen kann er nicht nachvollziehen. Für ihn ist es eine tolle Geste, eine Anerkennung für die geleistete Arbeit.

Ziel: „Etwas Gutes tun“

„Ich wollte schon immer zur Bundeswehr, um etwas Gutes zu machen für die Bevölkerung, für die Welt“, sagt der Oberstabsgefreite. Mit 17 Jahren bekam er den Einberufungsbescheid per Post zugeschickt. Damals befand er sich noch mitten in der Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker. Knapp ein Jahr arbeitete er noch in seinem Beruf, danach erfüllte er sich seinen Kindheitstraum und ging zur Bundeswehr. Er verpflichtete sich 2009 für vier Jahre als Zeitsoldat. „Ich wollte auch immer richtig Soldat sein, draußen sein; alle Waffen und Waffensysteme kennenlernen. Ich wollte auch schon immer in den Einsatz, das anwenden, was ich gelernt habe“, verrät der Oberstabsgefreite. 

Grundausbildung in Munster absolviert

Sein Weg führte ihn nach Munster in das Panzergrenadierlehrbataillon 92. Dort absolvierte er seine Grundausbildung. „Ich fand‘s toll dort“, sagt Soppa. Besonders gefiel ihm die Kameradschaft – „das wir miteinander funktionieren“. Auch, dass er an seine Grenzen gekommen ist, hebt er hervor. Es folgte die Panzergrenadierspezialgrundausbildung. Dort lernte er die Fahrzeuge und weitere Waffen kennen. Soppa bildete sich als Milan-Schütze, Richtschütze und Zielfernrohrschütze fort, wie er sagt. 

Für sechs Monate in Afghanistan

Im Jahr 2011 war es dann soweit – André Soppa ging für sechs Monate nach Afghanistan. „Ich hatte Respekt davor, aber ich wollte es unbedingt“, sagt er. Etwas mulmig war ihm dabei schon, schließlich sollten die Kameraden abgelöst werden, die den ersten Anschlag auf den Schützenpanzer Marder erlebt haben – ein Kamerad ist damals gefallen. „Wir wussten ganz genau, da wird was passieren“, sagt er. Die Zeit im Einsatz hat den Oberstabsgefreiten nachhaltig geprägt, ihn und sein Leben verändert. Die Kultur und die Menschen haben ihn bereichert, zugleich war es auch erschreckend, wie arm und anders Menschen sein können. „Das hat einen nachdenklicher gemacht, das hat einem auch gezeigt, wie gut man es eigentlich hat“, so der Oberstabsgefreite. 

Der Einsatz hat ihn verändert

Zurück in Munster leistete er wieder seinen Dienst. Doch der Einsatz hat mehr mit ihm gemacht, als er es sich zuerst eingestehen wollte. Irgendwann merkte er, dass er sich Hilfe holen muss, um das Erlebte zu verarbeiten. Er war dadurch für den Dienst an der Waffe und für Auslandseinsätze nicht mehr geeignet. Vor viereinhalb Jahren kam Soppa dann an die FüAkBw. Hier leitet er seither das Freizeitbüro. „Ich versüße den Aufenthalt der Lehrgangsteilnehmer und des Stammpersonals“, erzählt Soppa. Zu den Angeboten zählen unter anderem der Grillplatz, die Kegelbahn, Kanus oder der Verleih von Fahrrädern. 

Eine Sache ist ihm besonders wichtig

Seit Anfang des Jahres ist Soppa aufgrund seiner Schädigung im Einsatz nach dem Einsatz-Weiterverwendungsgesetz als Berufssoldat tätig. Auch, wenn sich sein Leben durch den Einsatz in Afghanistan grundlegend verändert hat, bereut er seine Entscheidung, Soldat geworden zu sein, nicht. Er habe gelernt, mit den Folgen umzugehen, sagt er. Als er beim Tag der Bundeswehr das Veteranenabzeichen ausgehändigt bekommen hat, war die Freude groß. Er wusste zuvor nur, dass er von seinem Chef für das Abzeichen vorgeschlagen wurde, ob er es auch bekommt, stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest. „Ich fühle mich geehrt, dass ich der erste an der Führungsakademie bin, der es bekommen hat“, so der Oberstabsgefreite. Jeder, der seinen Dienst für den Staat geleistet hat, könne ein solches Abzeichen bekommen - das findet Soppa gut. „Ich würde es aber umso besser finden, wenn es die Leute auch nach außen tragen. Dass man ein Bild dazu hat, wer Veteran ist.“ Denn eine Sache ist ihm als Soldat besonders wichtig – Anerkennung aus der Bevölkerung. „Jeder sollte stolz darauf sein, Soldat zu sein“, sagt er.

 


Autorin: Sophie Stange

Buntes Treiben an der Führungsakademie

 

 

Verabschiedung des Lehrgangs für Generalstabs-/Admiralstabsdienst International 2018 (LGAI)

 

Zahlreiche Familienmitglieder und Gäste waren zur Zeugnisübergabe an die Absolventen des LGAI gekommen. (Foto: Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Der Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, Generalmajor Oliver Kohl, im Gespräch mit dem Ehrengast General Mamadou Ballo aus Mali. (Foto: Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Kommandeur überreicht Bestpreis an Oberstleutnant Sidi Oumar Ka aus dem Niger. (Foto: Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Selten geht es an der Führungsakademie der Bundeswehr bunter zu, als zur feierlichen Verabschiedung des internationalen Lehrganges für General-/Admiralstabsdienst (LGAI). Die angereisten Familienangehörigen, die geladenen Gäste und alle, die sich Ende Juni auf den Weg in die Hamburger Clausewitz-Kaserne gemacht hatten, haben sich für diese Veranstaltung ordentlich in Schale geworfen. Zu sehen gab es für sie die verschiedensten Gala-Uniformen der internationalen Lehrgangsteilnehmenden und eine stimmungsvolle Aufnahme des Hamburger Hafens im Sonnenuntergang als Bühnenbild. Klassische Musik verlieh dem Zeremoniell im großen Hörsaal des Manfred-Wörner-Zentrums zudem eine feierliche und würdige Atmosphäre.

Als die Wassermusik von Georg Friedrich Händel erklang, sahen die Gäste viele erleichterte Gesichter. Schließlich liegt eine elfmonatige, äußerst fordernde und abwechslungsreiche Ausbildung an der Führungsakademie der Bundeswehr hinter den Absolventen. Als krönenden Abschluss wurde den Teilnehmenden des 2018 gestarteten Lehrganges nun ein Zertifikat überreicht.

Ausbau eines internationalen Netzwerkes

Gastredner war Generalmajor Mamadou Ballo aus Mali. Im Jahr 2006 hatte Ballo selbst den Generalstabslehrgang absolviert. An seine Zeit in Hamburg und an der Führungsakademie erinnert er sich gern zurück. Der General, der heute sein Land als Verteidigungsattaché in Algerien vertritt, hob das herausragende internationale Renommee der Führungsakademie in Militärkreisen hervor. Des Weiteren schätze er die multinationale Ausrichtung des Lehrgangs, wie er sagt.

Im Laufe der über 50-jährigen Tradition wurden an der Führungsakademie bereits Offiziere aus mehr als 120 Nationen zum Generalstabs- und Admiralstabsoffizier ausgebildet. So wird das internationale Netzwerk auf der obersten militärischen Führungsebene kontinuierlich ausgebaut. Neben der militärischen Ausbildung erhalten die Lehrgangsteilnehmenden auch eine Vielzahl kultureller, politischer und wirtschaftlicher Einblicke in die deutsche Gesellschaft. Für einen reibungslosen Start in diesen Ausbildungsabschnitt nehmen sich bereits vom ersten Tag an deutsche Lehrgangskollegen als Mentoren den internationalen „Gästen“ an.

Nationale und internationale Preisträger

Auch in diesem Jahr ist es den Verantwortlichen wieder gelungen, über die Namen der Preisträger, dem Lehrgangsbesten international und national, Stillschweigen zu bewahren. Und so war es die Aufgabe des Lehrgangsleiters Oberst i.G. Frank Wasgindt als Laudator die Auszuzeichnenden zu benennen. Der Generalleutnant-Graf-von-Baudissin-Preis für den besten internationalen Lehrgangsteilnehmer wurde an Oberstleutnant Sidi Oumar Ka aus dem Niger verliehen. Oberstleutnant Ka bedankte sich für diese Ehrung bei den Verantwortlichen und Dozenten der Führungsakademie: „Sie alle trugen mit großem Engagement dazu bei, dass wir uns professionell auf die Lehrgangsinhalte vorbereiten konnten. Sie standen uns stets mit Rat und Tat zur Seite, sie sind unermüdlich in ihrer Unterstützung, ihrer Professionalität und ihrem Engagement.“

Erstmals wurde auch der nationale Scharnhorstpreis an einen der deutschen Lehrgangsteilnehmer verliehen. Nicht nur die erbrachten Lehrgangsergebnisse wurden bei der Beurteilung herangezogen, sondern darüber hinaus auch das gezeigte „Gesamtleistungsbild“ des künftigen Generalstabsoffiziers. Die Entscheidung fiel dabei auf Oberstleutnant Michael Wieger. Er stand als einer der Lehrgangsmentoren jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung, heißt es in der Begründung. Mit seinem persönlichen Engagement, auch über die Dienstzeit hinaus, gelang es ihm bei seinen internationalen Mentees eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen.

Ein großer Dank ging auch an die Lehrgangs-Mentoren, die Paten der ausländischen Offiziere und allen engagierten Vertretern des Freundeskreises „Ausbildung ausländischer Offiziere“ sowie den Angehörigen der Führungsakademie. Sie alle haben mit ihrem Einsatz zum Gelingen des internationalen Lehrganges erheblich beigetragen.

Der Kommandeur der Führungsakademie, Generalmajor Oliver Kohl, verabschiedete die Lehrgangsteilnehmenden und dankte jedem Einzelnen für die gezeigten Leistungen und das persönliche Engagement. Er machte klar, dass nun schon bald zu Hause die nächsten herausfordernden Aufgaben auf die Absolventen warteten.

 

 


Autor: Claus Rosenbusch

Afghanische Delegation besucht die Führungsakademie

 

 

Weiterentwicklung der Ausbildung:

Ein Thema, das viele bewegt

 

(Generalmajor Oliver Kohl begrüßte die afghanische Delegation um Lieutenant General Mohammad Nazim Payenda und Brigadegeneral Markus Kurczyk. (Foto: Bundeswehr/Laura Clayborn)

 

Bevor sich Lieutenant General Payenda über die Ausbildung an der Führungsakademie der Bundeswehr informiert hat, trug er sich in das Gästebuch ein. (Foto: Bundeswehr/Laura Clayborn)

 

Die Ausbildung militärischer Spitzenkräfte ist nicht nur an der Führungsakademie der Bundeswehr das zentrale Thema. Auch ausländische Delegationen wollen mehr über die aktuellen Handlungsfelder der deutschen Akademie und die Ausbildungsschwerpunkte erfahren. So auch Kommandeur Unified Training & Education aus Afghanistan, Lieutenant General Mohammad Nazim Payenda, und Leiter der Abteilung Force Development im Hauptquartier „Resolute Support Mission“, Brigadegeneral Markus Kurczyk. Ende Juni führte sie ihr Weg an die Führungsakademie der Bundeswehr nach Hamburg.

Gäste wollen Impulse für Ausbildung erhalten

Um ihre eigene Ausbildungslandschaft weiterzuentwickeln, möchte die afghanische Delegation mehr erfahren: Wie werden die deutschen militärischen Spitzenkräfte an der Führungsakademie der Bundeswehr ausgebildet? Wie lange dauert die Ausbildung? Und zu welchen Themen wird an der Denkfabrik, dem German Institut for Defence and Strategic Studies (GIDS), geforscht? Einige dieser Fragen wurden den Teilnehmenden in Vorträgen über die Führungsakademie und dem GIDS beantwortet, andere Themen anschließend auf Nachfrage weiter vertieft.

NATO-Mission „Resolute Support“

Afghanische Sicherheitskräfte werden durch die NATO-Mission „Resolute Support“ unterstützt. Diese will die Kräfte befähigen, den Bereich Sicherheit eigenverantwortlich in ihrem Land zu regeln. Konkret werden afghanische Sicherheitskräfte beraten, ausgebildet und unterstützt. Die Bundeswehr hilft bei der Umsetzung der Mission und bringt sich ebenso finanziell ein.

Forschungsarbeit des GIDS

Bei ihrem Besuch an der Elbe interessierten die Gäste besonders die Details: So erkundigte sich Lieutenant General Mohammad Nazim Payenda unter anderem nach der Sprache im Lehrgang, den Abschlussmodalitäten und nach Reisen während der Ausbildungszeit. Interessiert zeigte sich die Delegation auch bei der Vorstellung der Denkfabrik. So wollten sie beispielsweise wissen, ob Forschungsthemen vorgegeben oder frei gewählt werden können. Ein Diskurs zum Thema Partnerschaftspflege rundete den Besuch der afghanischen Delegation ab.

 


Autorin: Sophie Stange

Auf dem Weg zur „digitalen Ausbildungsakademie“

 

 

Führen Morgen Heute Lernen

 

Auf dem Weg zur „digitalen Ausbildungsakademie für lebenslanges Lernen“

 

Die Premiere des Innovationslabors ist geglückt. Die Impulse daraus nutzen nun fünf interne Projektgruppen, um ein Konzept für die Führungsakademie der Bundeswehr zu entwickeln. Als Vision dient der Arbeitstitel „digitale Ausbildungsakademie für lebenslanges Lernen“. (Foto: Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Nach dem Innovationslabor ist vor dem Innovationslabor: Die Veranstaltung wird im nächsten und übernächsten Jahr fortgesetzt. (Foto: Bundeswehr/Lene Bartel)

 

„Welche Erfahrungen haben Sie mit dem digitalen Wandel gemacht beziehungsweise erleben Sie gerade?“ – Das ist eine von vielen Fragen, über die beim Innovationslabor gesprochen wurde. (Foto: Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Es ist bisher nur ein Arbeitstitel, doch dieser verdeutlicht, wohin die Reise gehen soll: Die höchste militärische Ausbildungsstätte in Hamburg, die Führungsakademie der Bundeswehr, möchte zu einer „digitalen Ausbildungsakademie für lebenslanges Lernen“ werden. Dabei helfen sollen die Impulse aus dem Innovationslabor und fünf interne Projektgruppen, die sich nun intensiv mit der Thematik „Führen und Lernen“ auseinandersetzen.

Fünf Schwerpunkte gesetzt

Diese fünf Gruppen sind aus der Lernmethode „Zukunftsräume“ entstanden. Bei dieser wurde das Zusammenspiel von „Führen und Lernen“ betrachtet und die Fragen „Wer? Wie? Wann? Warum? Wozu?“ in den Mittelpunkt gestellt. Vor allem fünf Schwerpunkte wurden in den Diskussionsrunden herausgestellt: Kultur, IT, Infrastruktur, Organisation und Potenzial. Mit diesen Themen setzen sich die Projektgruppen nun intensiv auseinander.

Unterschiedliche Nutzertypen im Blick

Sie beschäftigen sich beispielsweise mit Lernräumen, digitalen Plattformen, flexiblen Lernformen und Lernbegleitern. Zudem haben sie die unterschiedlichen Nutzertypen im Blick: Die Gruppen hinterfragen immer wieder, wie sich die Bedürfnisse von Lehrgangsteilnehmenden und dem Lehrpersonal unterscheiden und wie die Lehrmittel dementsprechend angepasst werden müssen. So geht es konkret um die Führung in der Zukunft, um Teamarbeit und das Lernen im Team sowie um Führungskräfte, die die Rolle des Entscheiders, Beraters und zugleich Gestalters einnehmen. In diesem Zusammenhang spielen auch die Fähigkeiten und Kompetenzen der Führungskraft eine Rolle.

Innovationslabor geht in die nächste Runde

In den nächsten zwölf Monaten werden Ideen zum individualisierten und flexiblen Lernen kreiert, wieder verworfen, gebrainstormt, diskutiert und schlussendlich eine Grundlage geschaffen, um der Vision – einer „digitalen Ausbildungsakademie für lebenslanges Lernen“ – einen Schritt näherzukommen. Genau ein Jahr später, im Juni 2020, wird das Innovationslabor dann fortgesetzt. Eine Mischung aus Vorträgen, Diskussionsrunden und Lernmethoden wartet dann erneut auf die Teilnehmenden. Die fünf Arbeitsgruppen wollen beim zweiten Innovationslabor den Stand ihrer Ergebnisse präsentieren. Da aber bekanntlich aller guten Dinge drei sind, ist ebenfalls im Jahr 2021 ein Innovationslabor geplant. Der Weg zur „digitalen Ausbildungsakademie“ wird dann immer konkreter.

Weitere Informationen zur Veranstaltung gibt es auch auf fuehrenundlernen.fueakbw.de

 

 


Autorin: Sophie Stange

 

 

 

 

Interview mit Professorin Dr. Loretana de Libero zum Thema „Stauffenberg"

 

 

WDR5 Morgenecho – Interview mit Professorin Dr. Loretana de Libero zum Thema „Stauffenberg" 

Das Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 zählt zu den bedeutendsten Versuchen, das nationalsozialistische Regime zu stürzen. Der Hauptakteur war Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Anlässlich des 75.Jahrestages dieses Ereignisses interviewte das WDR5 Morgenecho die Professorin Dr. Loretana de Libero, wissenschaftliche Direktorin der Fakultät Politik, Strategie und Gesellschaftswissenschaften an der Führungsakademie der Bundeswehr, zum Thema „Stauffenberg“.

 

 

(Bild: Radio_Andernach_Linden)

 

 

Hier gibt es das Interview zum Nachhören: 

 

 Link zum Interview

 

 

 


Quelle Interview: WDR5 Morgenecho

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Auf dem Weg zur digitalen Ausbildungsakademie:  Mit Neuem Lernen beschäftigt sich das Innovationslabor „Führen Morgen Heute Lernen“ der Führungsakademie der Bundeswehr.

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