Lehrdeputat

An der Führungsakademie der Bundeswehr bringen Spitzenführungskräfte aus allen Bereichen der Streitkräfte ihre Expertise in unterschiedlichen Formaten in die Lehre ein.

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GIDS

Das German Institute for Defence and Strategic Studies – GIDS – untersucht geostrategische, sicherheitsrelevante Fragestellungen unserer Zeit. 

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Alumni

Die Führungsakademie der Bundeswehr ist traditionell international stark vernetzt. Weltweite Kooperationen sind die Basis unseres Beitrages zur Völkerverständigung.

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Master: MFIS

Die Führungsakademie der Bundeswehr bietet ihren Lehrgangsteilnehmern in Kooperation mit der Helmut-Schmidt-Universität einen international anerkannten Masterabschluss:

„Militärische Führung und Internationale Sicherheit“

CJEX – Großübung an der Führungsakademie der Bundeswehr

 

 

CJEX – Großübung an der Führungsakademie der Bundeswehr


Autorin: Dr. Victoria Eicker

Fotografin: Lene Bartel

 

 

Vier Nationen – ein Szenario. In Hamburg fand Anfang Mai die multinationale Übung „Combined Joint European Exercise 2019“ (CJEX) an der Führungsakademie der Bundeswehr statt. Involviert: Der Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst National (LGAN) sowie Delegationen aus Spanien, England und Italien – in allen vier Ländern übten angehende Spitzenoffiziere gemeinsam, eine Mission in Afrika zu meistern.

Alambara – ein fiktiver Staat in Afrika. Die Situation im Land ist fragil. Ethnische Konflikte und Streitigkeiten an den Staatsgrenzen destabilisieren die Region und bieten extremistischen Gruppierung Nährboden zum Gedeihen. Die humanitäre Lage spitzt sich zunehmend zu. Gleichzeitig erstarken rebellische Kräfte in Alambara und im Nachbarland Molovelo. Die Vereinten Nationen ersuchen die Europäische Union, ab dem 30. Juni 2019 für zwölf Monate die eingesetzte United Nations Monitoring Force zu unterstützen und die Situation vor Ort zu stabilisieren. Gleichzeitig ersucht auch die Regierung in Alambara die Europäische Union um Hilfe: Die Übung beginnt.

Mehr als 80 deutsche und internationale Soldatinnen und Soldaten nehmen an der multinationalen Übung „Combined Joint European Exercise 2019“ (CJEX) an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg teil. Offiziere aus dem LGAN, sowie Delegationen aus Italien, Spanien und England planen eine Woche lang eine Stabilisierungsoperation in Alambara. Ebenso sind Delegationen der Führungsakademie nach Rom, Madrid und Shrivenham gereist. Die Übung findet an vier Standorten gleichzeitig statt. Der Name Alambara hallt eine Woche lang – mal ruhig, mal aufgeregt – durch vier europäische Militärakademien, die allesamt ihren Führungsnachwuchs auf multinationale Einsätze vorbereiten.

NATO-Planungsprozess üben

„Es handelt sich bei CJEX um eine multinationale, streitkräftegemeinsame Stabsübung, die seit 2000 jährlich und immer parallel an den beteiligten Militärakademien stattfindet“, erklärt Generalmajor Oliver Kohl, Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr. „Diese Multinationalität stellt einen Grundpfeiler der Ausbildung für die zukünftigen Aufgaben der Generalstabs- und Admiralstabsoffiziere dar, weil Abläufe und Prozesse gemeinsam für den Ernstfall geübt werden.“ Mit Abläufen und Prozessen ist insbesondere der operative NATO-Planungsprozess gemeint.

„Die sogenannte Comprehensive Operational Planning Directive ist ein NATO–Entscheidungsfindungsprozess für die strategische, operative aber auch oberste taktische Ebene. Es handelt sich um eine Art Kochbuch, wenn man das einem Nicht-Militär erklären will. Diese Direktive beschreibt, wie im Rahmen der Planung einer Operation vorzugehen ist und wie sich die Abhängigkeiten auf den verschiedenen Führungsebenen während der Planung darstellen“, erklärt Oberst des Generalstabes Michael Exeli, der Leiter der Übung. Am Ende mag das Ergebnis der Planung dieser Stabilisierungsoperation nicht bei allen dasselbe sein. Aber die Vorgaben und das Ziel sind gleich. Um im Bild zu bleiben: Das Gericht schmeckt nicht identisch, das Rezept und die Zutaten waren für alle gleich, die jeweilige Dosierung aber nicht.

Sieben Tage Anspannung

Zurück zur Übung: In Hamburg werden die rund 80 Lehrgangsteilenehmenden in vier Gruppen zu je knapp 20 Teilnehmenden aufgeteilt – immer multinational. Alle haben denselben Auftrag. In den Gruppen sind alle Elemente abgebildet, die man auch tatsächlich für die Planung einer Militäroperation braucht: Die Operationsplaner, Nachrichtendienste, Logistik, zudem alle Teilstreitkräfte wie Heer, Marine, Luftwaffe und Spezialeinsatzkräfte. Morgens um acht Uhr geht es los: Briefings, Recherche, Planung. Sieben Tage lang. Die Stimmung ist gut, es wird gelacht, aber auch hart diskutiert, abwägt, abgestimmt. Zu Unstimmigkeiten kommt es auch. Aber nur kurz. Auch das ist Teil der Übung: Das Arbeiten in multinationalen Stäben.

„Der Auftrag lautet, das Land zu stabilisieren, so dass in einem Jahr die Transformation zu einer robusten Peacekeeping Operation – sprich Friedensmission – gelingt. Das heißt zunächst, die humanitäre Situation zu stabilisieren, die Grenze zum Nachbarstaat zu sichern, Polizei und Militär zu beraten, auszubilden und zu begleiten“, erklärt Major Sebastian Kiefer, Teilnehmer des LGAN und in der Übung in seinem Team mitverantwortlich für die Ausplanung der Mission. Der NATO-Planungsprozess ist dabei eine feste Entität. Die meisten NATO-Länder nutzen ihn. Er schreibt vor, wie man eine Operation plant. Das wird derzeit auch für EU-Missionen genutzt – so wie es in dieser Übung geschehen soll.

Multinationale Zusammenarbeit

„Wir nutzen zwar den NATO-Planungsprozess, wenn wir Missionen planen, auch im europäischen Kontext, aber gerade der europäische Ansatz hat andere Nuancen in der Ausführung. Wir setzen auf die Balance der Selbstverantwortlichkeit und sind unparteilich gegenüber den Akteuren und den Fraktionen. Der Ansatz zur Lösung muss aus der Region selbst kommen, wir unterstützen dabei nur“, erklärt Kiefer. Während des zwei Jahre dauernden LGAN hat der junge Major den Planungsprozess bereits dreimal angewendet – zunächst einmal in seiner Teilstreitkraft, dem Heer, dann teilstreitkräftegemeinsam und nun teilstreitkräftegemeinsam und multinational. „Der Planungsprozess sitzt jetzt erstmal“, sagt er lachend.

Die Übung hat aber noch einen Zweck: Sie ist multinational und soll den angehenden Spitzenoffizieren das Agieren in internationalen Stäben erlebbar machen. Die Offiziere an der Führungsakademie, die an CJEX teilnehmen, kommen aus 18 unterschiedlichen Nationen. „Das fordert von uns durchaus interkulturelle Kompetenz ab“, sagt Kiefer. Spanier und Italiener arbeiten unter Umständen anders oder setzen andere Akzente. Major Fernando Tribiño Fernández ist aus dem spanischen Madrid angereist, um in Blankenese an der Übung teilzunehmen. „Wir funktionieren hier als Team sehr gut, alle gehen mit großem Respekt miteinander um und die unterschiedlichen Perspektiven – auch wenn man aus einer anderen Nation kommt – werden alle berücksichtigt“, sagt er. Natürlich arbeite man in Deutschland anders. „Am meisten bewundere ich die unerschütterliche deutsche Pünktlichkeit“, sagt der spanische Offizier mit einem Lächeln. „Gut, die Südländer können dafür wirklich auch mal improvisieren“, sagt wiederum Kiefer. „Begeistert bin ich von den Briten. Sie haben einen eigenen nationalen Planungsprozess, der ist aber so ähnlich, dass sie hier richtig gut mitgestalten konnten.“ Am Ende geht die Planung Hand in Hand, denn es geht darum, gemeinsam eine Lösung zu finden.

Aus einer Menge Information die beste Lösung

Das betont auch Übungsleiter Exeli: „Es geht natürlich um die Zusammenarbeit, darum, einen Prozess gemeinsam zu durchlaufen und gemeinsam eine Lösung zu finden“. Multinationale Zusammenarbeit könne man nicht theoretisch unterrichten. „Das muss man selber erfahren, das muss man erleben, wie es ist, in einem Stab mit mehreren Nationen gemeinsam eine EU-Operation zu planen“, erklärt Exeli. Begleitet wird jede Gruppe durch einen Force Commander und Senior Mentor. Dabei handelt es sich um einen erfahrenen, pensionierten General oder Admiral. Gleichzeitig können die Übungsteilnehmerinnen und –teilnehmer auch unterschiedliche Berater zu Rate ziehen. So stehen ihnen etwa Rechtsberater oder Experten aus der zivilmilitärischen Zusammenarbeit zur Verfügung. Ihnen liegt zudem ein Fundus an geographischen, nachrichtendienstlichen und politischen Informationen zur Verfügung, welche die Lage untermauern und sie greifbar machen.

Die jungen Stabsoffiziere in Hamburg müssen im Sinne eines vernetzten Ansatzes den militärischen Teil der Stabilisierungsoperation planen. Und tatsächlich: Am Ende steht ein Konzept zur Herstellung eines sicheren Umfeldes, zur Unterstützung der lokalen Sicherheitskräfte, zur Verbesserung der humanitären Situation – um nur einige Ergebnisse des Planungsprozesses zu nennen. Aber darauf kommt es gar nicht an. „Wichtig war vor Allem die multinationale Zusammenarbeit und dass wir gemeinsam Lösungen finden konnten“, sagt Kiefer. Er wird in seiner Anschlussverwendung für zwei Jahre ins spanische Valencia auf einen NATO-Dienstposten versetzt. Auf die interkulturellen Herausforderungen ist er nun sicher ein stückweit besser vorbereitet.

Neben der Führungsakademie der Bundeswehr, die in diesem Jahr als „Lead Nation“ die Übung federführend ausrichtete, nahmen das Joint Services Command and Staff College in Shrivenham, das Instituto Superiore di Stato Maggiore in Rom und die Escuela Superior de las Fuerzas Armadas in Madrid teil.

 

 

Aktuelles

Spendenübergabe an die "Aktion Sorgenkind"

 

Spendenübergabe an die "Aktion Sorgenkind"


Autor: Peter Schröter

Bild: FüAkBw


 

Die Summe war aus Überschüssen der vergangenen Jahresempfänge der Marine (zuletzt im November 2018) an der Führungsakademie, aufgerundet durch einige Kleinspenden innerhalb der Fakultät, zusammengekommen.

Einen Scheck über 1000 Euro konnte die Fakultät Marine dem Bundeswehrsozialwerk für die "Aktion Sorgenkind" übergeben.

Die Scheckübergabe erfolgte während des österlichen Bücherbasars, an Frau Birgit Schön, Regionalstellenleiterin des Bundeswehrsozialwerkes in Hamburg, durch den Leiter der Fakultät, Kapitän zur See Peter Görg, und den Organisator der vergangenen Jahre, Fregattenkapitän Peter Schröter.

Hinweis zu "Aktion Sorgenkind"

Die "Aktion Sorgenkind" finanziert sich ausschließlich aus Spenden. Sie unterstützt zum Beispiel Bundeswehrfamilien, die in Not geraten sind oder Bundeswehrfamilien mit körperlich und/oder geistig Behinderten Kindern. (Weitere Informationen finden sie hier: LINK)

 

 

Seminar „Strategisches Denken“

 

Seminar „Strategisches Denken“ 

Autor: Dr. Andreas Meusch 

Bilder: pixabay

Hamburg, 05.04.2019

Strategisches Denken - „Nachdenken auf Vorrat“

 

 

Globaler Handel war eines der Top Gesprächsthemen im Seminar

 

 

 

Die Herausforderungen der Globalisierung in einer multiplexen Welt werden nicht nur die Seminarteilnehmenden weiter begleiten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

“Education is a security issue…”, diese Feststellung des ehemaligen britischen Premierminister Tony Blair gab den Ton für das Seminar vor: Nicht Angriff, Verteidigung und Verzögerung, sondern Weltoffenheit, Vorstellungskraft, Netzwerkbildung, Empathie und gesellschaftliche Kohäsion waren einige der Begriffe, welche die fünf Seminartage prägten. Mit dem Seminar „Strategisches Denken“ hat die Führungsakademie der Bundeswehr ein Weiterbildungsangebot zum Thema Strategie und strategische Zusammenhänge geschaffen, eine Einladung zum "Denken ohne Geländer".

Nachdenken auf Vorrat

Wie denkt man über Strategieentwicklung in einer zunehmend ungeordneten, zum Teil chaotischen und konfliktträchtigen Welt, in der sich das sicherheitspolitische Umfeld Deutschlands und Europas dramatisch verändert? „Nachdenken auf Vorrat“ für die Zeit bis 2040 - demnächst soll der Horizont bis 2060 erweitert werden - ist ein Ansatz, der von Oberstleutnant i.G. Martin Lammert vom Planungsamt der Bundeswehr, Referat Zukunftsanalyse vorgestellt wurde: Die "Strategische Vorausschau 2040" besteht aus sechs im Referat entwickelten Szenarien, die alle eine vergleichbare Plausibilität haben.

Den Lehrgangsteilnehmenden wurde vermittelt, dass diese Szenarien keine Prognose sein können und sollen. Doch dass es sinnvoll ist, die Zukunft nicht nur als Verlängerung der Gegenwart zu denken. Dies stellte niemand in Frage, hat doch beispielsweise die Annexion der Krim gezeigt, wie schnell sich Gewissheiten ändern können. Dieses Ereignis hat nicht nur den Blick auf die Bedeutung der Landesverteidigung neu geschärft, sondern auch deutlich gemacht, wie wichtig Zukunftsanalyse als "Fernscheinwerfer der Bundeswehr" ist. Mit dem Referat Zukunftsanalyse verfügt die Bundeswehr über ein Instrument, mit dem in einer dynamischen, multiplexen Welt strategische Weichenstellungen verstehbar werden und so politische Beratungsleistung erbracht werden kann.

Strategischer Blick auf China

Zu den relevanten Fragestellungen in unserer multiplexen Welt gehört auch die veränderte Rolle Chinas. Die Teilnehmenden hatten in diesem Seminarabschnitt die Gelegenheit, die in den ersten Tagen bereits erlangten Grundlagen der Strategiegeschichte als Problemgeschichte, sowie des systemischen Denkens im Prozess von Strategieentwicklung und deren Kommunikation anzuwenden: Daher war ihnen schnell klar, dass die in einigen Medien vermittelten eurozentristischen Risiko- und Bedrohungsvorstellungen deutlich zu kurz springen.

Die chinesische Politik bewegt sich in globalen Kontexten entlang eigener historischer Linien und geografischer Faktoren. So nahm auch das Gespräch im Seminar über historische Entwicklungen der globalen Kommunikations- und Handelswege breiten Raum ein. Welche Bedeutung hatte und hat Herat in Afghanistan als Drehscheibe für die Verbindung Zentralasiens nach Indien? Wie verliefen die Kommunikationswege auf See, wer kontrollierte sie zu welchem Zweck? Was unterscheidet das eigenständige chinesische Denkmodell der „36 Strategeme“ von unserer Herangehensweise? Welche Bedeutung hatte der Congo-Nile-Trail in der afrikanischen Geschichte und welche Chancen könnte China daraus entwickeln? Aus diesem vorangehenden Blick auf die historisch gewachsenen eurasischen Kommunikations- und Handelsrouten konnten sich die Seminarteilnehmenden Chinas neuen Seidenstraßeninitiative „Belt and Road Initiative” (BRI) oder auch genannt „One Belt One Road” (OBOR) zuwenden.

Chinas strategischer Blick nach vorn

Die Interessen Chinas werden sich voraussichtlich nicht darauf beschränken, die traditionellen Handelslinien über Zentralasien bis nach Duisburg und Rotterdam zu verlängern. Beeindruckend war die Vorstellung chinesischer Aktivitäten in Afrika. Wird Afrika so als Absatzmarkt und Rohstoffquelle bis 2025 „Chinas zweiter Kontinent“? Und lassen die von internationalen Thinktanks dokumentierten Aktivitäten nicht auch den Schluss zu, dass von Afrika aus ein Sprung über den Südatlantik nach Südamerika als „drittem Kontinent“ und dann ein Ringschluss über den Pazifik folgt. Was bedeutet dies für die globalen Wirtschaftsströme und einer daraus folgenden Verschiebung des globalen ökonomischen Schwerpunkts vom Norden in den Süden der Welthalbkugel?

In der Analyse weltweiter chinesischer Aktivitäten erscheint dies als ein mögliches Szenario. Alternative Trends konnten nur angerissen werden: Was bedeutet es, wenn Asien durch die 3D-Technik an Bedeutung als verlängerte Werkbank für die westlichen Industrienationen verliert? Welchen Einfluss haben Klimaentwicklung und Energiebedarf? Wird China das Entwicklungstempo halten können oder mangelt es dazu an substanziellen Fähigkeiten, auch weil ihm ein industrieller Mittelstand als Innovationsmotor genauso fehlt wie ein massentaugliches Konzept der beruflichen Bildung?

Denken ohne Geländer

Denken vom Ende her und in Alternativen: Das war eines der Lehrgangsziele und solche Fragen machten deutlich, dass das Ausbildungsziel in einer anregenden Arbeitsatmosphäre erreicht wurde. Einige Stimmen der Seminarteilnehmenden: „… Annäherung an die Themen aus verschiedenen Perspektiven führte zu überraschenden Ergebnissen … Das aktuelle Thema BRI ist von hoher Relevanz, und es gibt auch hier keine einfachen Lösungen … Denken erfordert Freiräume!“ Kurzum: Die Lust der Teilnehmenden, sich mit dem Gelernten den Herausforderungen der Globalisierung, einer multiplexen Welt und der Zukunft zu stellen, ist geweckt.

 

Link zum Seminar "Strategisches Denken": hier

 

 

Subsahara-Konferenz

 

Von der kleinen Schwester zum großen Bruder Afrika

Autor: Christoph Jan Longen

Bilder: Christoph Jan Longen und Konrad-Adenauer-Stiftung

Hamburg, 08.05.2019

Menschen zusammenbringen ist ein Ziel der KAS

Familienfoto des Diskussionsteilnehmenden

Bild3: (v.l.n.r.) Maj Kristin Kampa, KptLt Pascal Sahling, KAS-Mitarbeiter Florian Karner, KKpt Christoph Jan Longen bei der Übergabe des Wappens des LGAN 2018

Skyline von Abidjan/Elfenbeinküste

Abidjan - eine Stadt der Kontraste

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer vom Flughafen in Richtung des Stadtzentrums von Abidjan, der Hauptstadt der Elfenbeinküste, aufbricht, befährt nicht nur das modernste Straßennetz Afrikas. Reisende und Fremde erleben ein Land im Aufbruch, das sich auf seine Zukunft vorbereitet und heute versucht, das Morgen aktiv mitzugestalten. Mit chinesischer Unterstützung wird der Umbau des größten westafrikanischen Hafens vorangetrieben. Rund 900 französische Soldaten in der ivorischen Hauptstadt erinnern an die vergangene Kolonialzeit. Abidjan ist international gewachsen und reich an Facetten, sehr stark auch historisch geprägt. Einer Momentaufnahme des Status Quo 2019 widmete sich die von der Konrad-Adenauer-Stiftung organisierte Subsahara-Konferenz Anfang Mai 2019. Die Konrad-Adenauer-Stiftung betreut seit rund 25 Jahren das Regionalprogramm Politischer Dialog Westafrika, an dem auch die Elfenbeinküste teilnimmt.

„Demokratie und Wohlstand gehören zusammen“

Stiftungspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert verdeutlichte während seiner Eröffnungsrede, dass das Schicksal von Europa wechselseitig mit dem von Afrika verbunden sei. Der ehemalige Bundestagspräsident verwies dabei unter anderem auf die Erfahrungen Deutschlands und Europas im Demokratisierungs-Prozess: „Der zweite Versuch, in Deutschland eine Demokratie zu etablieren, wäre wohl auch nicht gelungen, wenn er nicht mit einer wirtschaftlichen Prosperitätsentwicklung hätte verbunden werden können.“ Stabile, verlässliche und belastbare Entwicklungen könnten ausschließlich stattfinden, wenn verlässliche und stabile Rahmenbedingungen vorliegen. Dies funktioniere nur mit starken Parlamenten in einer regelbasierten Weltordnung, die nicht nur auf bilateralen Beziehungen fußt. Vor der Konferenz zu seinen Erwartungen befragt, antwortete Prof. Dr. Lammert, dass er sich keine gemeinsame Erklärung erhoffe, die dann am Ende doch folgenlos bliebe. Stattdessen liege seine Hoffnung auf einer „gemeinsamen Identifizierung von Handlungsfeldern, mit denen wir uns sowohl aus europäischer als auch aus afrikanischer Perspektive beschäftigen müssen. Denn die Herausforderungen Afrikas sind genauso Herausforderungen Europas.“

Afrika neu sehen und verstehen lernen

Insofern gelte es, langjährige Kooperationen auszubauen, hob Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel hervor. Sie grüßte die Konferenzteilnehmer von ihrem Besuch der Sahelzone per Videobotschaft. Insbesondere in den „zentralen Zukunftsthemen Ausbildung, Arbeit, Handel, Investition, Digitalisierung und Innovation“ müsse man intensiver zusammenarbeiten. Dabei komme vor allem den Parlamenten eine hohe Bedeutung zu. Bundestagsabgeordneter Frank Heinrich, der das Panel „Rolle afrikanischer Parlamente – Beiträge zur Stärkung von Demokratie und Menschenrechten“ moderierte, bescheinigte Europa und Afrika gar ein geschwisterliches Verhältnis: Er selbst habe zuvor jedoch lernen müssen, „nicht nur von der kleinen Schwester Afrika zu denken, der man helfen und assistieren muss. Sondern da gibt es auch den großen Bruder Afrika, von dem man lernen kann.“ Über 200 Parlamentarier aus rund 20 afrikanischen Staaten, Afrikaexperten aus aller Herren Länder und Abgesandte internationaler Organisationen konnten nicht nur auf dem Podium, sondern auch mit Wortbeiträgen Impulse für die Debatte setzen.

Unterschiedliche Lösungsansätze für unterschiedliche Regionen

In den Diskussionsrunden wurde immer wieder deutlich, dass es für den gesamten Kontinent eben nicht die eine Lösung getreu dem Motto „One Africa – One Solution“ geben kann. Zu unterschiedlich sind dafür die wirtschaftlichen, politischen, demographischen, infrastrukturellen und sozialen Rahmenbedingungen. Ein Erfolgsrezept könne wiederum in der staatenübergreifenden Zusammenarbeit liegen, ohne eigene Interessen und individuelle Gestaltungsmacht gänzlich abzulegen. Aus dem fünften Panel „Verzahnung von innenpolitischen Initiativen in Afrika und internationaler Unterstützung aus Europa“ ließ sich ein impliziter Appell für die deutsche Afrika-Politik ableiten: Mit dem „Marshallplan mit Afrika“ und dem prominenten Platzieren Afrikas als Hauptthema auf der G20-Agenda propagiert Deutschland zunächst seine eigene Sicht- und Herangehensweise. „Die Herausforderung liegt in der Identifizierung eines gemeinsamen europäischen Ansatzes“, fasst Dr. Stefan Oswald, zuständiger Abteilungsleiter im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die Konsenssuche innerhalb der EU zusammen. Die Kernherausforderung für eine orchestrierte und harmonisierte internationale Unterstützung liege in den verschiedenen Perspektiven und Interessen, zudem gäbe es eine unterschiedlich starke Betroffenheit der Akteure: „Für Europa ist Afrika nur ein Projekt von vielen - für uns aber ist es Heimat“, bringt es ein Podiumsteilnehmer aus dem Senegal auf den Punkt.

Wappenübergabe des LGAN 2018 auf dem afrikanischen Kontinent

Die Teilnahme an der Subsahara-Konferenz war für den Nationalen Generalstabsdienst- / Admiralstabsdienstlehrgang 2018 inspirierend. Eine Premiere bildete die Übergabe des Lehrgangswappens 2018 an die Ausrichter der Konferenz: Erstmals konnte das 2018er-Wappen auf afrikanischem Boden überreicht werden. Der Besuch der Konferenz war aber vor allem eine inhaltliche Bereicherung für die Delegation des LGAN. Denn die 110 nationalen und internationalen Lehrgangsteilnehmer beschäftigen sich innerhalb der Lehrgangsstudienphase „Afrika – ein Kontinent im Aufbruch“ insgesamt zwei Jahre mit dem Nachbarkontinent im Süden.

 

An der Seite Pakistans

 

An der Seite Pakistans 

Besuch Delegation National Defence University Pakistan an der Führungsakademie

Autorin: Anne Bressem; Fotografin: Anja Damerius

Hamburg, 25.04.2019

 

Mit jedem internationalen Gast unterstreicht die Führungsakademie der Bundeswehr ihren vielfältigen Charakter. Unterschiedlichste Nationen heißt sie willkommen, wie auch jüngst eine Delegation der Pakistanischen National Defence University. Austausch und Kooperation sind die Grundlage für Weiterentwicklung und Wertevermittlung, um langfristige Beziehungen aufzubauen und diese zu erhalten. „Deutschland und Pakistan pflegen seit vielen Jahren enge und vielfältige Beziehungen“, beschreibt das Auswärtige Amt die Verbindung der beiden Länder. Ein Beispiel für die Zusammenarbeit: Die deutsch-pakistanischen Militärkooperationen. Diese Kooperationen beinhalten unter anderem das Training von militärischen Führungskräften an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg.

Schlüssel zum Erfolg

Die interessierte pakistanische Delegation folgte den spannenden Ausführungen zum Konzept des lebenslangen Lernens sowie der Struktur des internationalen Generalstabslehrgangs. Multinational ist die Führungsakademie in jedem Fall durch den „Generalstabslehrgang International“ geprägt. Doch auch die zahlreichen Angebote, die ebenso internationalen Gästen anderer Streitkräfte zur Verfügung stünden, erwähnte Fregattenkapitän Stefan Berger, Tutor im internationalen Generalstabslehrgang. Oberst i.G. Jesko Peldszus, Leiter Kompetenzzentrum Führungskräfteentwicklung, nahm dies auf und unterstrich an dieser Stelle den Charakter der Führungsakademie als höchste Bildungseinrichtung der Bundeswehr. Kernaufgabe sei die Aus-, Fort- und Weiterbildung bereits berufserfahrener Offiziere aus dem In- und Ausland. Der Fokus liege klar darauf, die Befähigung zum Handeln im multinationalen Umfeld zu entwickeln und zu fördern, hielt Peldszus fest. Auf die Nachfrage aus der pakistanischen Delegation, warum nicht auch im nationalen Generalstabslehrgang, mehrheitlich englisch gesprochen werde, hob Oberst Peldszus die Bedeutung des multinationalen Umfeldes einmal mehr hervor, machte aber auch den Unterschied deutlich. Der „german way of thinking“, die Atmosphäre, als auch schlichtweg das Beherrschen der deutschen Sprache, insbesondere im militärischen Kontext, sei der Schlüssel zum Erfolg im nationalen Generalstabslehrgang, so Peldszus.

How to face new wars and new conflicts

Zur Struktur der so genannten Joint-Ausbildung im Generalstabslehrgang folgte die pakistanische Delegation gespannt den Ausführungen Oberst i. G. Michael Vollmers, Leitender Dozent der Fakultät Einsatz, CIR und SKB. Die Joint-Ausbildung fuße auf vier wichtigen Säulen, so Vollmer: dem Führungsprinzip, der Operationsplanung, respektive Operationsführung sowie der Analyse und Auswertung. Während sich der Generalstabslehrgang in seiner ersten Phase auf den „single service“ also auf die jeweilige Teilstreitkraft der Lehrgangsteilnehmenden konzentriere, habe die zweite Phase ganz klar den Joint Charakter, die so genannten „Joint Operations“ im Fokus. Hier gehe es vor allem darum, Strategien zu entwickeln, um den „neuen Kriegen“ und „neuen Konflikten“ im sicherheitspolitischen Umfeld begegnen zu können. Ein Beispiel ist die „Combined Joint European Exercise“ (CJEX), die Offiziere aus unterschiedlichen Nationen zusammenbringt, um den Einsatz multinationaler Streitkräfte in einem Krisenfall zu trainieren. Die regelmäßigen CJEX-Übungen finden parallel an den Militärakademien in Großbritannien, Spanien und Italien statt. Dieses Szenario werde fiktiv unter die Führung der Europäischen Union gestellt, um so ein Verständnis für Dynamiken der internationalen Zusammenarbeit zu entwickeln. Theorie sei wichtig, sehr wichtig, aber das praktische Training sei unersetzlich. Die Krise könne nur gemeinsam meistern, wer die Verfahren in Friedenszeiten gemeinsam trainiert habe, hielt Vollmer fest. Aus der pakistanischen Delegation kam daran anschließend die Frage, inwiefern auch die Entwicklungen in Afghanistan sowie die Erfahrungen der „Resolute Support Mission“ an der Führungsakademie abgebildet werden. In jeder der Joint Operations Übungen werde selbstverständlich auch der Kampf gegen Terrorismus mit einbezogen. Darüber hinaus entsende die Führungsakademie regelmäßig einen Senior Advisor an die Command and Staff Academy in Kabul, so Vollmer abschließend.

Für Deutschland ist Pakistans Armee ein wichtiger Partner im internationalen Kampf gegen den Terrorismus. 2012 wurde erstmals zwischen Deutschland und Pakistan ein militärisches Abkommen geschlossen, welches unter anderem die Ausbildung von militärischen Führungskräften an der Führungsakademie abbildet. Seitdem arbeiten die beiden Länder stetig im Kampf gegen den Terror in und um Pakistan zusammen.

 

 

Büchermarkt sorgt für reichlich Spenden

 

Der Osterbücherbasar des Bundeswehr-Sozialwerkes war ein voller Erfolg

Autorin: Birgit Schön; Fotografin: Lene Bartel

Hamburg, 11.04.2019

Für Osterstimmung sorgte die farbenfrohe Dekoration

Wer suchet, der findet. Der Bücherflohmarkt bot für jeden Geschmack den passenden Lesestoff

Am 11. April 2019 veranstaltete die Regionalstelle Hamburg West des Bundeswehr-Sozialwerkes einen Osterbücherbasar an der Führungsakademie der Bundeswehr Hamburg.

Im Foyer des Speisesaals in der Clausewitz-Kaserne waren Kisten mit zahlreichen Büchern und schönen Osterdekorationen ausgestellt. Nicht fehlen durfte außerdem der Kaffee und Kuchen.

„Ort und Zeit waren gut gewählt, denn zahlreiche Angehörige der Führungsakademie und Gäste ließen es sich nicht nehmen nach dem Mittagessen unseren Stand zu besuchen“, so die Regionalstellenleiterin Birgit Schön.

Besonders die selbstgemachten Kuchen und Torten fanden reißenden Absatz, sodass am Ende eine Spende für die Aktion „Sorgenkinder in Bundeswehrfamilien“ des Bundeswehr-Sozialwerkes in Höhe von 620 Euro erzielt wurde.

Ein großes Dankeschön richtet das Bundeswehr-Sozialwerk-Team hiermit an alle fleißigen Kuchenbäcker und Spender.

 

 

 

 

 

 

Schiffstagebuch Führungsakademie Exercise

 

Schiffstagebuch Führungsakademie Exercise

Autor: FKpt Christian Moritz; Fotograf: FKpt Nattapol Sanguanpuak

Hamburg, 30.04.2019

 

 

Montag, 1. April 2019, 07:30 Uhr
Führungsakademie der Bundeswehr Hamburg
Position: 53° 33,8´ N 009° 49,7´ E
Wetter: sonnig, 8° C

Anfang April war es soweit. Nachdem der Lehrgang Generalstabs-/ Admiralstabsdienst International 2018 (LGAI) bereits das Deutsche Heer und die Luftwaffe besucht hatten, stand nun eine weitere einwöchige Reise bevor: Mit der Führungsakademie Exercise (FüAkEx) ging es nun zur eigenen Teilstreitkraft Marine.
Unter fachlicher Leitung der Fakultät Marine ging es für die Kameradinnen und Kameraden der Luftwaffe, des Heeres und der Marine zunächst nach Flensburg an die Marineschule Mürwik (MSM). Diese wird wegen ihrer imposanten und eindrucksvollen Erscheinung auch - das rote Schloss am Meer - genannt.
 
Montag, 1. April 2019, 10:15 Uhr
Marineschule Mürwik
Position: 54° 48,9´ N 009° 27,5´ E
Wetter: sonnig, 8° C

Begrüßt wurden die rund 70 Personen vom Kommandeur der MSM, Flottillenadmiral Abry, in der historischen Aula.
Die Gäste der Führungsakademie nahmen an einer Führung durch das beeindruckende Gebäude und über das weitläufige Gelände teil und wurden in die Darstellung und praktischen Handhabung moderner Simulator-Ausbildung eingewiesen.
 
Abschließend ging es mit den Verlegebooten der Marineschule durch die Flensburger Förde. Am Abend führte sie der Weg weiter nach Kiel. Im Marinestützpunkt bezogen die Teilnehmer das „Basislager“ und werteten den Tag bei einem gemeinsamen Abendessen aus.
 
Dienstag, 2. April 2019, 09:00 Uhr
Marinestützpunkt Eckernförde
Position: 54° 28,4´ N 009° 51,7´ E
Wetter: leicht bewölkt, 14° C

Von Kiel ging es am nächsten Morgen nach Eckernförde. Dort angekommen, wurden die Offiziere am Ausbildungszentrum Uboote durch den Kommandeur der Einsatzflottille 1, Flottillenadmiral Bock, und dem Kommandeur des 1. Ubootgeschwaders, Fregattenkapitän Cordes, begrüßt. Im Anschluss stellten sich die Einsatzflottillen 1 und 2 sowie das Marinefliegerkommando vor.
Anschließend begann „der Tauchgang“: Die Luke des Unterseeboots U35 wurde geöffnet und bot spannende Technik unter Wasser. Eine Fahrt im Tiefensteuersimulator machte die Marine erlebbar. Über die Fähigkeiten des Seebataillons und des Kommandos Spezialkräfte Marine informierten sich die Besucher während eines Static Displays.
 
Mittwoch, 3. April 2019, 09:00 Uhr
Eckernförder und Kieler Bucht
Position: 54° 33,6´ N 010° 20,1´ E
Wetter: bewölkt, 11° C

Der dritte Tag stand ganz im Zeichen der gemeinsamen Seefahrt. Der LGAI 2018 wurde auf die Einheiten Uboot U33, Korvette LUDWIGSHAFEN AM RHEIN und den Tender MOSEL verteilt. Anschließend wurde in See ein abwechslungsreiches Programm geboten: Formationsfahren, Flugbetrieb mit einem Helikopter des Marinefliegergeschwaders 5, Übungen zwischen Korvette und Uboot und eine Revierfahrt durch die Kieler Förde.
  
Donnerstag, 4. April 2019, 08:45 Uhr
Marineehrenmal Laboe
Position: 54° 24,7´ N 010° 13,9´ E
Wetter: bewölkt, 7° C

Am Marineehrenmal wurde der LGAI durch Fregattenkapitän der Reserve Dr. Witt des Deutschen Marinebundes empfangen. Begleitet durch eine Andacht von Monsignore Mezger hat der Lehrgangsleiter, Oberst i.G. Frank Wasgindt, für den LGAI in der Gedenkhalle des Ehrenmals in einer würdevollen Zeremonie einen Kranz niedergelegt. Im Anschluss hat Dr. Witt in einer kurzen fachkundigen Leitung durch die Räumlichkeiten des Ehrenmals geführt. Danach hatten alle Teilnehmer die Möglichkeit, im Rahmen eines „freien Manövers“ den Turm des Ehrenmals zu besteigen oder das Uboot am Strand von Laboe zu besichtigen.
 
Das letzte Reiseziel des Tages, Neustadt in Holstein, erreichten die Offiziere am späten Nachmittag. Das dort niedergelassene Einsatzausbildungszentrum Schadensabwehr der Marine (EAZS M) werden die Teilnehmenden am kommenden Tag besichtigen.
 
Donnerstag, 4. April 2019, 12:00 Uhr
Einsatzausbildungszentrum Schadensabwehr der Marine
Position: 54° 06,2´ N 010° 48,5´ E
Wetter: sonnig, 15° C

Begrüßt wurde der LGAI 2018 vom stellvertretenden Kommandeur des EAZS M, Fregattenkapitän Weyer, der den Lehrgangsteilnehmern die Besonderheiten der Einsatzausbildung innerhalb der Deutschen Marine vorgestellt hat.
Im Anschluss erfolgte ein Rundgang in Gruppen, der verschiedene Stationen beinhaltete. Vorgestellt wurden neben dem Tieftauchtopf zur Uboot-Rettungsausbildung auch die Ausbildungshulk  Ex-Köln (Hulk bezeichnet ein außer Dienst gestelltes Schiff) sowie die Brandhalle, in der sich einzelne Freiwillige mit verschiedenen Feuerlöschmitteln den Flammen stellen durften.

Das lebhaft gestaltete und mit Professionalität begleitete Programm hat alle Teilnehmer begeistert und die Ausbildung der Marine in besonderer Weise erlebbar gemacht.
Am Ende des Tages, um viele neue Eindrücke reicher, wurde das FüAkEx 2019 durch den Leiter der Fakultät Marine vor Ort beendet und die Reisegruppe trat den Rückweg nach Hamburg an. Gegen 19 Uhr erreichten die Busse die Führungsakademie der Bundeswehr.
 
Donnerstag, 4. April 2019, 19:00 Uhr
Führungsakademie der Bundeswehr Hamburg
Position: 53° 33,8´ N 009° 49,7´ E
Wetter: bewölkt, 11° C

Alle Lehrgangsteilnehmer blicken auf eine abwechslungsreiche Woche zurück, in der es gelang, die Besonderheiten der Marine für alle nicht nur sichtbar, sondern vor allem auch spürbar darzustellen.
 

 

Ostern international

 

Autorin: Marie Kellermann

Fotografin: Laura Clayborn

Fregattenkapitän Cersofios und Major Etienot aus Argentinien erzählen von ihren Osterbräuchen

Oberstleutnant Gladzik erläutert seine Osterbräuche aus seiner Heimat Brasilien

Korvettenkapitän Kim und Major Shin erzählen von den Osterbräuchen aus ihrem Heimatland Südkorea

 

 

Ostereier bemalen und für die Kinder verstecken, in die Kirche gehen und am Karfreitag Fisch essen. So feiern viele deutsche Bürgerinnen und Bürger das Osterfest. Aber wie feiern eigentlich unsere internationalen Gäste an der Führungsakademie Ostern? Wie sieht es zum Beispiel in Südamerika aus, wie wird dort gefeiert?

„Ja, in Argentinien feiert man Ostern“, beginnt der Argentinier Fregattenkapitän Cersofios auf die Frage, ob sie auch das Osterfest feiern, „und sie nehmen [sich] Zeit dafür, Donnerstag und Freitag, wird jeden Tag eine besondere Feier in der Kirche ausgerichtet“. Er erzählt, dass der religiöse Aspekt der Ostertage früher eine große Rolle spielte und der Großteil der Bevölkerung die Gottesdienste in der Kirche besuchte. Die Bedeutung sei heutzutage keine geringere und noch immer würden viele in die Kirche gehen, aber die meisten nutzten die Zeit inzwischen, um zu verreisen, ob zu Freunden und Familie, oder um Urlaub mit den Liebsten in der Ferne zu genießen.

Major Etienot, ebenfalls aus Argentinien, ergänzt im Gespräch. „Normalerweise dürfen wir am Freitag kein Fleisch essen. Das ist ein Problem in Argentinien, weil wir Fleisch lieben“, lacht er. Also wird in Argentinien am Karfreitag, wie auch in Deutschland oft Fisch gegessen. Karfreitag erinnert an den Todestag Jesus‘. Deswegen soll an diesem Tag nicht gefeiert, nur wenig gegessen, keine Musik gehört als auch kein Alkohol getrunken werden.

„Wir besuchen sieben verschiedene Kirchen zu Fuß, in jeder Kirche beten wir. Das ist eine normale Tradition, die die ganze Familie lebt.“ Die Zahl sieben habe in der Bibel eine besondere Bedeutung, erklärt Etienot, daher auch der Besuch in so vielen Kirchen.

Ein weiterer Unterschied zu Deutschland seien die offiziellen Feiertage. In Deutschland sind der Karfreitag sowie der Ostermontag gesetzliche Feiertage, in Argentinien der Gründonnerstag und Karfreitag, am Montag gehe es eben wieder zurück zur Arbeit oder in die Schule.

„Argentinische Kinderaugen leuchten zu Ostern. Sie bekommen die Schokoladeneier und kleine Geschenke. Dazu essen wir einen traditionellen runden Osterkuchen, hält Major Etienot abschließend fest.

Argentinien hat bereits sehr viele Gemeinsamkeiten mit der deutschen Osterkultur. Wie sieht es im Nachbarland Brasilien aus? „Ich denke, dass Ostern sehr ähnlich gefeiert wird , im Vergleich zu Deutschland“, überlegt der Brasilianer Oberstleutnant Gladzik. „Die Mehrheit in Brasilien sind Christen. Brasilien ist das größte katholisch geprägte Land der Erde. Daher wird auch hier im Großteil des Landes Ostern gefeiert.“

Gladzik erklärt: „Es gibt zwei Seiten von Ostern. Die eine ist religiös, die andere ist wirtschaftlich.“ Die einen feiern mit der Familie, die anderen verreisen. „Auch hier wird der Karfreitag als Trauertag gesehen, an dem man traditionell Fisch isst. Auf keinen Fall Fleisch, aus Respekt vor Jesus Christus“, erklärt mir der Oberstleutnant. Am Samstag würde dann mit der Familie gefeiert und, wie in Deutschland, bringe der Osterhase die Schokoladeneier für die Kinder, die diese dann eifrig suchten.

„Einige Brasilianer fasten auch 40 Tage vor Ostern“, erzählt Gladzik, „sie verzichten auf Partys, Alkohol und bemühen sich, nicht zu viel zu essen. Auch im Studium versuche man, nicht zu viel Zeit allein darauf zu konzentrieren.“

Das brasilianische Osterfest ähnelt nicht nur dem, des Nachbarn Argentinien, sondern auch unserem deutschen Osterfest. Wie es wohl in Asien gefeiert wird und ob es überhaupt dort gefeiert wird?

Major Shin und Korvettenkapitän Kim aus Südkorea sind Christen und damit nicht allein in ihrem Land. „Ungefähr ein Drittel der Bevölkerung ist christlich geprägt“, beginnt Shin, „ungefähr 18 Prozent sind Christen und ca. 15 Prozent sind katholisch. Der Rest sind […] Nicht-Christen und deswegen gibt es keine offiziellen Feiertage bei uns.“ Vor dem Hintergrund verreise man hier nicht und die öffentlichen Veranstaltungen und Zeremonien beschränkten sich hauptsächlich auf das Wochenende.

Korvettenkapitän Kim isst selbst sehr gern Ostereier und geht, mit seiner ebenfalls christlichen Frau, in die Kirche. Freudig erzählt er: „Die anderen Religionen respektieren diese Tage.“ Es gäbe auch keine heimischen Feiertage, die sich mit Ostern überlappen. „Koreanische Feiertage sind abhängig von [dem] Mondkalender, nicht [von der] Religion wie in Westeuropa“, beschreibt Major Shin. Ostern habe eher eine kleinere Bedeutung im Vergleich zu ihren wichtigsten Feiertagen, Neujahr und dem Erntedankfest im Herbst.

In den Wochen vor Ostern werde in Teilen gefastet, um die Entbehrungen Jesus Christus nachempfinden zu können, berichtet Shin.

Am Osterwochenende bitte ein Pfarrer schon um fünf Uhr morgens zum Gebet, wobei so viele Personen wie möglich in die Kirche gelassen werden, um gemeinsam zu beten. Die Kirche bereite zusätzlich eine Kantate vor. „Die Werke von Händel sowie den Gesang und die Zeremonie, die Jesus Christus gewidmet ist, bereiten wir vor. “Die Kirche macht das wirklich sehr professionell. Zuweilen wird neben der Kantate ein Filmstück von Jesus Christus gezeigt, damit wir uns bildhaft vorstellen können, was Jesus Christus in dieser Zeit erlebt hat“, berichtet der Major, „alle Zeremonien und Veranstaltungen finden ihr Ende am Ostersonntag.“ Die vielen Kinder in der Kirche bekommen Schokoladeneier und hören noch einmal die Ostergeschichte.

Ob Argentinien, Brasilien, Südkorea oder Deutschland. Ostern wird im großen Rahmen unabhängig von der Nation ähnlich gefeiert. Fisch am Freitag, der Hase bringt die Ostereier und die Kinder freuen sich über die schokoladene Überraschung.

 

Die Führungsakademie der Bundeswehr wünscht frohe Ostern!

 

 

Anerkennung für einen engagierten Reservisten

 

 

Anerkennung für einen engagierten Reservisten 

Autor: Stefan Berger; 

Fotograf: Nattapol Sanguanpuak

Reger Austausch nach der förmlichen Anerkennung von Fregattenkapitän d.R. Dr. Fischer (r.)

Fregattenkapitän d.R. Dr. Heiko Fischer wurde an der Führungsakademie der Bundeswehr ausgezeichnet

„Mit Fregattenkapitän d.R. Dr. Fischer hat die Führungsakademie der Bundeswehr einen starken und verlässlichen Partner. Im fruchtbaren Dialog hat er den internationalen Offizieren ein „Deutschland-Bild“ vermittelt, das sie stets begeistert mit in ihre Herkunftsländer zurückgenommen haben“ mit diesen Worten überreichte der Direktor Strategie und Fakultäten, Brigadegeneral Boris Nannt, am 8. April 2019 im Auftrag des Kommandeurs die Förmliche Anerkennung an Fregattenkapitän d.R. Dr. Fischer.

Der engagierte Stabsoffizier schaffte es immer wieder aufs Neue, Impulse zu setzen und Brücken zu bauen. Im zivilen Berufsleben als Vorstandsvorsitzender eines großen internationalen Transportunternehmens tätig, bringt der Wirtschaftswissenschaftler als Gastdozent in den Logistikseminaren Erfahrungen und Fähigkeiten ein. Mit viel Empathie für die ausländischen Lehrgangsteilnehmenden und ihre Familien schafft er es, die Motivation stets hoch zu halten und neue Kompetenzen in dem künftigen militärischen Spitzenpersonal zu entwickeln. Dies trägt sowohl zur Völkerverständigung als auch zur internationalen Reputation der Führungsakademie der Bundeswehr bei. In einer Feierstunde im Hörsaal Marine des Lehrgangs Generalstabs-/Admiralstabsdienst International 2018 wurde das Engagement an diesem Tag gewürdigt.

„Auch ich nehme viel mit“ bemerkte Dr. Fischer abschließend. „Die aufgeschlossene und kameradschaftliche Atmosphäre an der gesamten Führungsakademie ist für mich auch in Zukunft Motivation und Verpflichtung. Unser Land ist geachtet in der Welt und unser Engagement für Sicherheit und Stabilität ist international anerkannt und respektiert. Die Ausbildung der Offiziere unterschiedlicher Nationen für den Einsatz für den Frieden in vielen Regionen der Welt unterstützen zu dürfen, ist für mich auch in Zukunft das Ziel.“

 

 

 

 

Bereit für den Ernstfall

 

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