Master: MFIS

Die Führungsakademie der Bundeswehr bietet ihren Lehrgangsteilnehmern in Kooperation mit der Helmut-Schmidt-Universität einen international anerkannten Masterabschluss:

„Militärische Führung und Internationale Sicherheit“

Lernen 4.0

Auf dem Weg zur digitalen Ausbildungsakademie:  Mit Neuem Lernen beschäftigt sich das Innovationslabor „Führen Morgen Heute Lernen“ der Führungsakademie der Bundeswehr.

Führen Morgen Heute Lernen

GIDS

Das German Institute for Defence and Strategic Studies – GIDS – untersucht geostrategische, sicherheitsrelevante Fragestellungen unserer Zeit. 

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Alumni

Die Führungsakademie der Bundeswehr ist traditionell international stark vernetzt. Weltweite Kooperationen sind die Basis unseres Beitrages zur Völkerverständigung.

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Fünf Akademien – ein Ziel

 

Fünf Akademien – ein Ziel

 

Jedes Jahr im Oktober findet eine Arbeitsgruppen- und Steuerungsgruppensitzung der C5 statt (Erklärung der Redaktion: C5 steht für die Führungsakademien in Spanien, Italien, Großbritannien, Frankreich und Deutschland). Diesmal waren die Vertreter zu Gast an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Neben dem Treffen im Oktober findet auch einmal jährlich eine Kommandeurssitzung statt. Auch diesmal standen unter anderem wieder die gemeinsame Übung CJEX sowie Wege für eine engere Kooperation auf der Agenda. Die Redaktion sprach dazu mit Oberst d.G. Michael Exeli. Er ist Dozent an der Fakultät Einsatz, CIR, SKB und leitet regelmäßig die Übung.

 

Foto:Oberst Michael Exeli im Gespräch mit der Redaktion Fotografin Lene Bartel

 

Herr Oberst d.G. Exeli, zunächst einmal: Was haben wir uns unter dem C5-Treffen vorzustellen?

Wir arbeiten schon seit mehreren Jahren eng mit unseren Partnerakademien in Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien zusammen. Wir führen beispielsweise jährlich die multinationale und streitkräftegemeinsame Hochwertübung CJEX für unsere General- und Admiralstabslehrgänge durch. Aber das ist nur ein Punkt. Es gibt mehrere Treffen im Jahr, um die gemeinsame Übung zu koordinieren, aber auch um andere Felder der Kooperation zu identifizieren und auszubauen. Gleichzeitig halten wir uns so auf dem Laufenden, was die jeweils anderen Akademien auf der Agenda haben und planen.

Können Sie kurz skizzieren was CJEX ist?

Das ist eine Übung während unseres zweijährigen Lehrgangs für Generalstabs-/Admiralstabsdienst National (LGAN), die wir gemeinsam mit unseren Partnerakademien in Großbritannien, Spanien und Italien durchführen. Frankreich ist ja leider seit letztem Jahr nicht mehr bei dieser Übung dabei. CJEX bringt den Teilnehmenden multinationale Zusammenarbeit nahe aber auch den streitkräfteübergreifenden Einsatz von Truppen in einer Krisensituation. Das Besondere ist, dass Delegationen der befreundeten Akademien die Führungsakademie besuchen und auch wir Delegationen zu den drei verbleibenden Partnerakademien schicken. Von unserem LGAN werden nächstes Jahr rund 25 Offiziere pro Delegation in eine der Partnerakademien versendet. Insgesamt sind dann etwa 75 unserer Lehrgangsteilnehmenden unterwegs. Aus den Partnerakademien kommen rund 45 Offiziere zu uns, außerdem 15 Amerikaner und kleinere Delegationen aus Ungarn, Polen und Bulgarien, um hier an der CJEX mitzuwirken. Darüber hinaus erwarten wir einen Besuch vom Baltic Defense College. Das Baltic Defense College wir wahrscheinlich zukünftig auch an der Übung teilnehmen.

Was haben Sie im Oktober genau zu CJEX besprochen?

Nächstes Jahr findet die Übung von 4. bis 14. Mai statt. Ganz wichtig ist uns dabei – wie schon erwähnt – der multinationale Ansatz. Das Szenario der Übung passen wir jedes Jahr ein bisschen an. Im Oktober legen wir auch immer die Termine für die Übungen in den darauffolgenden Jahren fest. So haben wir beispielweise den Termin für 2021 bestätigt und für 2022 festgelegt. Außerdem haben wir noch Termine vereinbart, um die Details für die nächstjährige CJEX zu besprechen. Allerdings war CJEX nur einer der Punkte, über den wir gesprochen haben.

Worüber haben Sie noch gesprochen?

Bei diesen Treffen geht es auch immer darum, wie wir noch enger kooperieren können. Das betrifft insbesondere die Ausbildung und Lehre – denn hier können wir gegenseitig voneinander profitieren. Im Bereich unseres hochwertigsten Lehrgangs, des LGAN, besteht seit mehreren Jahren die Kooperation für den Bereich multinationale Zusammenarbeit und Streitkräfteeinsatz mit der Übung CJEX. Es gibt aber weitere Bereiche wie zum Beispiel Sicherheitspolitik, internationale Partner oder die Projektarbeiten der Lehrgangsteilnehmenden des LGAN, in denen wir uns künftig enger austauschen könnten.

Gibt es da eine konkrete Vorstellung?

Einerseits werden wir gemeinsame Interessen in der Ausbildung betrachten. Dazu werden wir gemeinsam alle Lernpläne der Akademien genau analysieren und daraus Zusammenarbeitsfelder ableiten. Vorstellbar wäre auch eine Art kleiner „Denkmuskel“, den wir gemeinsam implementieren und der die zukünftigen Herausforderungen unter anderem für die operative Führung bearbeitet und daraus Ableitungen für die Lehre trifft. Es geht hier insbesondere um die inhaltliche Weiterentwicklung der Ausbildung. Es gibt viele künftige Herausforderungen, mit denen sich alle Akademien im Rahmen ihrer Ausbildung und Lehre auseinandersetzen müssen. Sei dies nun die Implementierung von Künstlicher Intelligenz, Automatisierung, Robotik, moderne Waffensysteme oder Ähnliches. Aber auch Fragen wie beispielsweise, welche Veränderungen in künftigen Konfliktfeldern und in der Kriegsführung durch die komplexe Zunahme hybrider Bedrohungen anstehen? Wie geht man mit der neuen Dimension Cyber um? Oder wie entwickelt sich die europäische Zusammenarbeit der Streitkräfte vor dem Hintergrund der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik auf europäischer Ebene? Wie sie sehen, gibt es genug zu tun.

Wie gehen Sie jetzt weiter vor?

Wir werden bereits Ende November einen weiteren Workshop auf Arbeitsgruppenebene durchführen. Dort wollen wir die Kooperationsfelder, ohne uns vorerst irgendwelche Schranken zu setzen, definieren. Es steht nur eine Frage im Mittelpunkt: In welchen Bereichen könnten wird enger kooperieren.  Danach werden wir einen Rahmenvertrag erarbeiten, der sowohl bereits bestehende Kooperationen wie CJEX aber auch neue Kooperationen regelt. Im kommenden Jahr im Sommer soll der Rahmenvertrag dann zur Kommandeurssitzung vorgelegt werden. Wir wollen uns damit inhaltlich zukunftsorientiert aufstellen und die Ausbildungsziele gemeinsam angleichen, um noch besser zusammen zu arbeiten.

 

 

Autorin: Führungsakademie der Bundeswehr/Victoria Eicker

 

 

 

 

 

 

Aktuelles

Militärdekan von Schubert verabschiedet

 

 

Ein tapferer Seemann segelt los und vertraut

 

Militärdekan Hartwig von Schubert verabschiedet sich in den Ruhestand. (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Natürlich wurde auch bei diesem Gottesdienst gemeinsam gesungen. (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Er wird die Nachfolge vom Militärdekan Hartwig von Schubert antreten: Militärpfarrer Andreas-Christian Tübler (rechts). (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eigentlich war es ein ganz normaler Gottesdienst: Es wurde gemeinsam gesungen, gesprochen und gelesen. So wie sonst auch immer, wenn Militärdekan Dr. Hartwig von Schubert zum Gebet in den Kirchsaal der Führungsakademie der Bundeswehr eingeladen hat. Doch dieses Mal war eines anders: Der 65-Jährige hielt seine letzte Andacht und verabschiedete sich in den Ruhestand. Sein Nachfolger ist Militärpfarrer Andreas-Christian Tübler.

Vielfältige Stationen

„Ich freue mich über jeden, der hier ist. Ich bin dankbar und stolz für die 15 Jahre, die ich hier verbringen konnte“, sagt Dr. Hartwig von Schubert, der seine ersten Erfahrungen 1972 bei der Bundesmarine sammelte. Dort fasste er den Entschluss, Evangelische Theologie in Göttingen, Tübingen und Heidelberg zu studieren. Bevor ihn sein Weg dann allerdings an die höchste militärische Ausbildungsstätte der Bundeswehr verschlagen hat, war er unter anderem fünf Jahre als Gemeindepastor in Hamburg St.-Georg tätig, arbeitete fünf Jahre als wissen-schaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsstelle der Evangelischen Studiengemeinschaft Heidelberg, war zehn Jahre im Vorstand des Diakonischen Werks Hamburg und zwei Jahre in der Evangelische Akademie Nordelbien beschäftigt. Im Jahr 2004 nahm er seinen Dienst als Seelsorger und Dozent an der Führungsakademie der Bundeswehr auf. Er beschäftigte sich hier mit den Themen Politische und Militärische Ethik. Auch einen fünfmonatigen Auslandseinsatz in Afghanistan hat er als Militärdekan begleitet.

Von der Reise zu Gott

In seinem letzten Gottesdienst spricht von Schubert von der Reise zu Gott und wie wichtig es ist, sich auf diesem Weg mitzuteilen. Dazu greift er das Bild eines tapferen Seemannes auf, der lossegelt und vertraut. „Es hat sich gelohnt, dass ich Theologe geworden bin. Ich habe wunderbare Menschen kennengelernt. Ich kann nur junge Menschen ermutigen, diesen Weg zu gehen“, so von Schubert bevor er die Anwesenden zum Empfang einlädt. Bei diesem dankte ihm unter anderem der Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, Generalmajor Oliver Kohl, für sein Wirken. Er habe ihn als einen Menschen kennengelernt, der sachlich argumentiert und sich für die Akademie eingesetzt hat. Er war ein Mann des Wortes, so Generalmajor Kohl weiter. Der wissenschaftliche Direktor der Fakultät Politik, Strategie und Gesellschaftswissenschaften, Prof. Dr. Volker Stümke, gab Anekdoten zum Besten. Er erzählte, wie sich Offiziere um den Militärdekan stritten, damit er in ihren Lehrgang kommt. Es zeige, wie beliebt von Schubert war. „Du redest Klartext. Du redest die Sprache der Soldaten und du gehst auf sie ein“, so Stümke und beendet seine Rede mit den Worten: „Es ist schade, dass du jetzt gehst.“

Staffelstab übergeben

Den Staffelstab hat Dr. Hartwig von Schubert nun an seinen Nachfolger Militärpfarrer Andreas-Christian Tübler übergeben. Doch bevor von Schubert nun in seinen Ruhestand verschwindet, wollte er den Anwesenden bei seiner Verabschiedung noch eines mit auf dem Weg geben:  „Wer mich googelt, findet mich. Mit dem treffe ich mich auch gerne auf einen Kaffee. Ich habe jetzt schließlich Zeit.“

 

Autorin: Führungsakademie der Bundeswehr/Sophie Düsing

 

 

 

 

Englischer Militärattaché im Interview

 

Britischer Militärattaché blickt auf seine Zeit an der Führungsakademie zurück

 

Er erinnert sich gern an seine Zeit an der Führungsakademie der Bundeswehr zurück: Brigadegeneral Rob Rider, Militärattaché an der Botschaft des Vereinigten Königreiches Großbritannien. (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/ Victoria Eicker) 

 

Brigadegeneral Rob Rider, Militärattaché an der Botschaft des Vereinigten Königreiches Großbritannien, war im Jahr 1996 Teilnehmer des nationalen Lehrganges Generalstabs-/Admiralstabsdienstes an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Wie es ihm an der höchsten militärischen Ausbildungsstätte in Deutschland gefallen hat und welche Erinnerungen er mit dieser Zeit verbindet, hat er im Interview verraten.

Herr Brigadegeneral Rider, wann haben Sie den Generalstabs-/Admiralstabsdienst National (LGAN) besucht?

Rider: Ich war von 1996 bis 1998 an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Das war der LGAN 39 Heer. Damals war es hauptsächlich ein teilstreitkräftespezifischer Lehrgang.

 

Sie haben damals die Ehrenurkunde General von Clausewitz gewonnen?

Rider: Ja, das stimmt. Ich habe diesen Preis für meine Lehrgangsarbeit zum Thema „Norddeutschlands langes Kriegsende“ erhalten. Kurz gesagt, war es eine soziale, militärische und politische Analyse des Dritten Reichs. Das passte zu meinem Studium in den 1980er Jahren. Ich habe deutsche, russische und französische Geschichte an der Universität von Cambridge studiert.

Sie waren nicht nur Mitte der 1990er Jahre in Hamburg, richtig?

Rider: Das ist korrekt. Ich war von 2002 bis 2004 als Verbindungsoffizier noch ein weiteres Mal an der Führungsakademie in Hamburg. Allerdings wurde ich in dieser Zeit in den Irak abkommandiert – das war von Januar bis Mai 2003. Daher wurde ich danach auch als Dozent am Zentrum für gemeinsame Operationen eingesetzt, schließlich war der Irakkrieg eine gemeinsame Operation mit den Amerikanern. Ich kam mit einer Menge Einsatzerfahrungen – insbesondere auf strategischer Ebene – zurück.

Wie sind Sie an die Führungsakademie gekommen?

Rider: Damals konnte man sich entscheiden, ob man eine Generalstabsausbildung in England machen möchte oder im Ausland. Ich wollte unbedingt nach Deutschland, denn die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg hatte einen sehr guten Ruf und ich wollte meine Sprachkenntnisse verbessern. Heutzutage müssen unsere Soldaten, die als junge Offiziere an die Führungsakademie kommen, allerdings auch noch den englischen Generalstabslehrgang in Shrivenham machen – allerdings später in ihrer Laufbahn.

Konnten Sie bereits Deutsch, als Sie nach Hamburg kamen?

Rider: Mein Deutsch habe ich auf der britischen Sprachenschule in Mönchengladbach gelernt. Wir hatten damals noch einen großen Standort dort. Zudem ist meine Frau aus Iserlohn, das hat mir auch immer geholfen.

Wie war für Sie die Zeit in Hamburg?

Rider: Es ist erst einmal grundsätzlich ein Geschenk, zwei Jahre am Stück nur lernen zu dürfen. Ich hatte eine großartige Zeit mit meinen Kameraden damals. Wir sind viel gereist. Aber am meisten freute ich mich darüber, dass man thematisch in die Tiefe gehen konnte. Die Deutschen haben eine gute Lehre. Ich habe viel über die Geschichte gelernt, aber man kann auch viel über Prozesse in der NATO lernen. Was ich hier insbesondere gelernt habe, ist, operativ zu denken. Denn das war total anders als das britische System damals – und heute auch.

Und was hat Ihnen noch gefallen?

Rider: Ehrlich gesagt, war es eine sehr schöne Zeit. Ich hatte einen geregelten Arbeitstag. Meine Familie war mit dabei. Meine Tochter ist damals in Hamburg geboren – sie ist ein echtes Hamburger Deern, heute 22 Jahre alt. Außerdem waren die Reisen fantastisch. Insbesondere die nach Amerika. Dort hat man einen sehr guten Einblick in Strategie und strategisches Denken bekommen – da sind die Amerikaner einfach weiter als die Europäer.

Welche Erinnerungen haben Sie an die Zeit Ihres Lehrgangs?

Rider: Sehr, sehr gute. Ich hatte sehr engagierte Kameraden. Sie waren im Übrigen alle sehr gute Analysten und Stabsarbeiter. Mit einem sehr klassischen Verständnis darüber, wie man Stabsarbeit und Führung zusammenbindet. In Deutschland geht alles in die Tiefe, das ist nicht oberflächlich. Das finde ich großartig. Wovon ich heute noch zehre – und das liegt sicher daran, dass ich sehr oft in Deutschland eingesetzt wurde – sind die guten Kontakte, die ich während meiner Einsätze hier schmieden konnte.

Warum sind Kontakte für Sie so wichtig?

Rider: Salopp formuliert: Wenn es mal irgendwo brennt, dann kann ich immer jemanden anrufen, um herauszufinden, was Sache ist. Man kann so auch schneller Missverständnisse vermeiden – zumindest öfter mal.

Hat Ihnen der Besuch des LGAN auch beruflich etwas gebracht?

Rider: Seit 1983 wurde ich immer wieder in Deutschland eingesetzt. Deshalb, ja, ich gelte als Experte für Deutschland. Und ich bleibe ja auch noch bis Sommer 2020 als Verteidigungsattaché in Berlin.

Wie fanden Sie denn den Lehrgang?

Rider: Das war nicht immer einfach für mich. Es ist ein sehr deutsches System, in Lehre und Methode. Wir ausländischen Teilnehmer müssen uns da auch immer integrieren. Man braucht auch eine gewisse Gelassenheit – es geht ja darum, eine Sprache und eine Kultur zu verstehen.

Was meinen Sie damit?

Rider: Am Anfang habe ich versucht, ein bisschen zu Deutsch zu werden, ich wollte in allem perfekt sein, in der Sprache und im Unterricht, alles gleichzeitig. Man vergisst dabei, dass man als Brite aber auch etwas mitbringt – beispielsweise hatten wir Briten damals schon sehr viel Einsatzerfahrung. Ich war 1989 in Irland, 1991 und 1992 in Belize an der Grenze zu Guatemala und 1994 bis 1995 in Bosnien im Einsatz. Dann wird man auch wieder lockerer. Man kann sich da sehr unter Druck setzen. Alleine schon die Sprache ist eine Barriere, man wird in den komplexen Themen keine perfekten Sätze formulieren.

Haben Sie etwas für sich mitgenommen?

Rider: Ich habe gelernt, nach Perfektionismus zu streben, ohne perfekt sein zu müssen. In Hamburg habe ich versucht, ein bisschen lockerer zu werden und wurde wieder ein bisschen englischer. Dann konnte ich auch bessere Arbeit leisten. Die Sprache ist ein wichtiger Schlüssel in die Kultur und damit auch der Schlüssel zur Integration. Das war für mich 1996 bis 1998 die Herausforderung.

Danach ging es zurück nach England?

Rider: Ja. Und das war auch erst gar nicht so einfach. Ich musste mich dann erstmal in England wieder integrieren. Da fehlte mir dann plötzlich die Fachkenntnis. In den ersten Monaten habe ich 90 bis 100 Stunden gearbeitet, um das wieder aufzuholen, aber man integriert sich schnell – sink or swim, adapt to survive!

 

 Autorin: Victoria Eicker

 

Die Führungsakademie als Denkfabrik

 

 

Die Führungsakademie als Denkfabrik

 

Anfang September fand die 53. Sicherheitspolitische Informationstagung der Clausewitz-Gesellschaft an der Führungsakademie der Bundeswehr statt. Thema war die Stärkung der Resilienz und der nationalen Führungsfähigkeit im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung. Damit knüpfte die Tagung thematisch an die durch den Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabdienst National (LGAN) 2017 Ende August in Berlin veranstaltete Ergebnispräsentation an. Und tatsächlich fanden sich auch Lehrgangsteilnehmer auf einem der Panels wieder.   

(Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel)

 

 

 

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Frei im Geist, Fest im Entschluss

 

 

Frei im Geist, Fest im Entschluss

 

Es ist Ende September. Zwei Jahre Lehrgang liegen hinter den 95 Offizieren, die sich ein letztes Mal im Manfred-Wörner-Zentrum an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg zusammenfinden. Es liegt eine Zeit reicher Erfahrungen, enger Kameradschaft und bereichernder Erlebnisse hinter ihnen. Das hat sie zusammengeschweißt – für ein ganzes Soldatenleben. Der Lehrgang Generalsstabs-/Admiralstabsdienst National 2017 wurde mit einem Festakt verabschiedet

Musikalisch eingeleitet wurde der Festakt in Hamburg Blankenese mit dem Pilgerchor aus Richard Wagners Tannhäuser. 2017 begann der Lehrgang für Generalstabs-/Admiralstabsdienst National (LGAN 2017). Heute sitzen die jungen Offiziere in Hamburg Blankenese und blicken auf eine ereignisreiche Zeit zurück. Der Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, Generalmajor Oliver Kohl, verglich den zwei Jahre dauernden Lehrgang in seiner Ansprache mit einer Pilgerfahrt. „Sie begannen die Reise vor zwei Jahren hier und wussten nicht, was sie erwartet und wie es am Ziel sein würde – ähnlich wie bei einer Pilgerreise.“

Und ähnlich wie bei einer Pilgerreise sei man auch mit einer veränderten Persönlichkeit am Ziel angekommen. Zahlreiche Reisen in NATO- und EU-Staaten, sowie der Besuch anderer Streitkräfte und wichtiger Bundeswehrstandorte liegen hinter den 95 Frauen und Männern. Zahlreiche Übungen haben sie gemeinsam absolviert, von der taktisch-operativen über die operative bis hin zur strategischen Ebene. Die Übungen vollzogen die Lehrgangsteilnehmenden zunächst in ihrer eigenen Teilstreitkraft – also in Heer, Marine oder Luftwaffe – im weiteren Lehrgangsverlauf dann gemeinsam in der Übungsreihe Joint Endeavour. Ergänzend wurde die Übung CJEX, einer Übung gemeinsam mit den Partnerakademien in England, Italien und Spanien auch in international besetzen Stäben gemeinsam ausbildet. Das Planspiel Cerasia, als ressortübergreifende Übung gemeinsam mit Vertretern aus dem Auswärtigen Amt und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung runden die Ausbildung ab.

Erster Lehrgang mit Verzahnung zur Denkfabrik

Im Verlauf des LGAN 2017 gab es verschiedene maßgebliche Veränderungen an der Führungsakademie. So eröffnete im Juni 2018 die damalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen das „German Institute for Defence and Strategic Studies“ (GIDS). Das GIDS ist die neue Denkfabrik der Bundeswehr, die sich unter anderem durch das militärische Fachwissen an der Führungsakademie der Bundeswehr speist. Eine wesentliche Veränderung betraf die Studienphase, die nun lehrgangsbegleitend erfolgt und nicht mehr nur drei Monate am Ende der zwei Jahre betrifft. Das Thema der Studienphase wird durch den Generalsinspekteur der Bundeswehr vorgegeben und dann intensiv unter wissenschaftlichen Aspekten untersucht.

Der LGAN 2017 bekam vom Generalinspekteur der Bundeswehr General Eberhard Zorn vor knapp zwei Jahren das Thema: „Nationale Führungsorganisation im Rahmen von Landes- und Bündnisverteidigung“. Dazu legte Zorn den jungen Offizieren ein weißes Blatt Papier auf den Tisch. „Denken Sie frei und ohne Grenzen“ – das war seine Vorgabe. Der LGAN 2017 hat mir seinen Ergebnissen der Studienphase einen wichtigen Beitrag als Teil der Denkfabrik Führungsakademie leisten können und durch ihre Zuarbeit einen weiteren Schritt bei der Etablierung des GIDS, die nun die weitere Bearbeitung übernommen hat, mitgestaltet.

Der Lehrgangsleiter, Oberst i.G. Lars Gehlhaar, resümierte vor seinen Lehrgangsteilnehmenden: „Sie haben das entgegengebrachte Vertrauen und die eingeräumten Freiräume perfekt genutzt. Mit gelebter Kameradschaft, gegenseitigem Respekt und einer perfekten Balance“. Er betonte die offenen und mutigen Diskussionen und hob die gezeigte geistige Freiheit und den gezeigten Mut zum Diskurs hervor. „Bleiben Sie  ganz nach Ihrem Lehrgangsmotto frei im Geist und fest im Entschluss“; gab er seinen 95 Offizieren aus 15 Nationen mit auf den Weg. Zu dem Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst National werden auch immer Soldatinnen und Soldaten aus EU- und NATO-Staaten sowie gegebenenfalls aus der Schweiz eingeladen.

Und die Bestpreise gingen an …

Beim Festakt an der Führungsakademie bekam nicht nur jeder Teilnehmende vom Generalinspekteur persönlich seine Lehrgangsurkunde überreicht. Einige Offiziere wurden zusätzlich wegen besonderer Leistungen ausgezeichnet. Für herausragende Lehrgangsarbeiten erhielten die Majore Anja Blümel und Elisabeth Frank die Ehrenmedaille General von Clausewitz. Über die Ehrenurkunde General von Clausewitz freute sich der Schweizer Oberstleutnant i.Gst. Beat Stettler. Den Zukunftspreis der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik e.V. erhielt der Wissenschaftliche Oberrat Rolf Baasch. Von den Lehrgangsteilnehmenden wurde Major Stefan Alves Kraus als „Primus Inter Pares“ ausgezeichnet. Damit würdigten sie seine Besonnenheit, seinen messerscharfen Verstand und seinen angenehmen Charakter. Schließlich wurde der Dr.-Manfred-Wörner-Preis für den besten internationalen Lehrgangsteilnehmer durch den Kommandeur der Führungsakademie und den Generalinspekteur an den Dänen Major Christian Dalum übergeben. Ebenfalls überreichten die beiden Kommandeure den General-Heusinger-Preis an Major Frank Obermeyer. Er hatte sich durch besondere Haltung und Leistung ausgezeichnet.

Bei der festlichen Abschlussfeier fand General Zorn lobende Worte für den Lehrgang: „Während der Ergebnispräsentation haben Sie schlüssige und saubere Vorschläge gemacht und mutig vorgetragen“, sagte er. Nun werden diese Ergebnisse diskutiert und ausgewertet. Er legte den jungen Offizieren für die Zukunft eine faktenreiche Recherche und klare Sprache ans Herz. „Seien Sie wahrhaftig und denken Sie bei Ihren Vorlagen immer auch an die Auswirkungen auf die Truppe“, sagte er.

 

Autorin: Victoria Eicker

 

„Großfamilie LGAI“ erkundet Hamburg

 

„Großfamilie LGAI“ erkundet Hamburg

 

Die LGAI-Großfamilie des Jahrgangs 2019 ist in Hamburg angekommen. (Führungsakademie der Bundeswehr/Michael Gundelach)

 

Auch die Kinder hatten sichtlich Spaß bei der Veranstaltung. (Führungsakademie der Bundeswehr/Dirk Jordan)

 

Ein gelungener Abschluss des Familientages: Bei einem Grillfest tauschten sich die Teilnehmenden über ihre Erlebnisse aus. (Führungsakademie der Bundeswehr/Dirk Jordan)

 

Dieser Ausflug ist weit mehr als eine Stadtrundfahrt. Es ist eine Veranstaltung, die 163 Teilnehmende des internationalen General- und Admiralstabsdienstes (LGAI) und ihre Familien näherzusammenbringen möchte: Die Führungsakademie der Bundeswehr lädt einmal im Jahr zum Familientag ein, damit sich die Lehrgangsteilnehmenden, die sich zum ersten Mal beim Bundessprachenamt gesehen haben, noch besser kennenlernen können. Ganz nebenbei erkunden sie bei dieser Veranstaltung zusammen die neue Umgebung. So lernen sie unter anderem, dass eines der berühmtesten Wahrzeichen – der Hamburger Elbtunnel - vor genau 108 Jahren eröffnet wurde.

Lokale Anekdoten und viele Sehenswürdigkeiten

Sichtlich gut gelaunt ging es für die „Großfamilie LGAI“ in Richtung Hamburger Innenstadt. Von vier Tour-Guides erfuhren die Teilnehmenden etwas über die Geschichte der Stadt, hörten lokale Anekdoten und sahen vom Bus aus einige Hamburger Sehenswürdigkeiten.Die zweistündige Tour führte sie über die Elbchaussee, vorbei am Fischmarkt, über die Reeperbahn, am Rathaus, am Michel, an der Binnen- wie Außenalster vorbei, durch die Speicherstadt bis hin zur Überseebrücke. Denn dort wartete schon der nächste Programmpunkt auf die Gäste: eine Fahrt mit dem Schiff MS Hammonia. Eine Stunde ging es für die „Großfamilie LGAI“ durch den Hamburger Hafen, vorbei an den bekannten großen Werften, dem Theater im Hafen sowie der Elbphilharmonie bis hinunter auf die Höhe von Blankenese.

Gemeinsam Lachen und Spaß haben

Zurück an der Führungsakademie bildete das Grillfest am Abend den gelungenen Abschluss dieses ereignisreichen Tages. Delikat bereichert wurde das Speiseangebot durch zahlreiche internationale Gerichte aus Pakistan, Mexiko, Indonesien und China, die durch die Lehrgangsteilnehmenden und ihre Familien bereitgestellt wurden. Während sich die Erwachsenen angeregt unterhielten, eroberten die 51 teilnehmenden Kinder bis in die späten Abendstunden die bereitgestellte Hüpfburg. Sie bewiesen eindrucksvoll, dass es keiner gemeinsamen Sprache oder eines gleichen Alters bedarf, um gemeinsam Spaß zu haben und gemeinsam Lachen zu können.

 

 

 Autor:  Sebastian Kirleis

 

 

 

 

 

 

 

Cerasia - gemeinsam auf Krisen reagieren

 

Cerasia – über Ministerien hinweg gemeinsam auf Krisen reagieren

 

Cerasia ist ein ressortbergreifendes Planspiel (Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Major Stefan Quandt und Dr. Verónique Héon-Klin erzählen über ihre Erfahrungen bei Cerasia (Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Matthias Dold vom Attachélehrgang des Auswärtigen Amtes besuchte Cerasia als Teilnehmer (Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Mitte September fand an der Führungsakademie der Bundeswehr das Planspiel „Cerasia“ statt. Für den zweijährigen Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst National 2017 ist es die letzte große Übung, beziehungsweise in diesem Fall das letzte Planspiel an der Führungsakademie der Bundeswehr in Blankenese. Da es ein ressortgemeinsames Planspiel war, kamen auch Kollegen aus dem Auswärtigen Amt (AA) und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Cerasia. Ein Staat in Ostafrika. Einer der Staaten, in dem sich eine Krise anbahnt. Im Bundesverteidigungsministerium (BMVg) in Berlin wird es bestimmendes Thema Es werden Telefonate geführt, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rennen über die langen Flure des Bendlerblocks. Was passiert in Cerasia? Welche Folgen kann das haben? Wie verhalten sich EU, Vereinte Nationen und NATO dazu? Welche Informationen hat das AA zu der Krise? Welche Maßnahmen des BMZ laufen gerade in Cerasia?

Das ist ein denkbares Szenario. Aber es ist alles nur fiktiv. Cerasia existiert nicht. Auch die Krise existiert nicht. Aber sie könnte existieren. Die Teilnehmenden des Lehrgangs Generalstabs-/Admiralsstabsdienst National 2017 (LGAN) haben Mitte September im Manfred-Wörner-Zentrum in der Clausewitz-Kaserne in Blankenese das Planspiel Cerasia absolviert. Das Besondere: Es ist ein ressortübergreifendes Planspiel: „Hier werden auf spielerische Art und Weise ministerielle Stabsarbeit und interministerielle Abstimmungsprozesse simuliert“, erklärt Oberst i.G. Andreas Bednarzyk, Leiter des Planspiels aus der Fakultät Politik, Strategie, Gesellschaftswissenschaft.

Gäste aus anderen Ministerien

Zu Cerasia wurden auch vier Teilnehmende aus dem Attachélehrgang des AA und fünf Teilnehmende aus dem BMZ eingeladen. Sie schlüpfen in die Rolle eines Referenten im Verteidigungsministerium und setzen damit die Brille eines anderen Ressorts auf. Dr. Véronique Héon-Klin ist Referentin im Referat Sahel und Westafrika im BMZ. „Die ressortübergreifende Zusammenarbeit ist sehr bereichernd“, erklärt sie. Natürlich hat sie von Hause aus ein Blick auf die entwicklungspolitischen Instrumente, muss sich innerhalb dieses Planspiels aber in die Rolle eines Referenten aus dem BMVg hineindenken. „Da schaut man über seinen eigenen Tellerrand und lernt die andere Seite zu verstehen“, sagt sie. Major Stefan Quandt, Teilnehmer des LGAN 2017, erklärt die Aufgabe: „Wir müssen eine gemeinsame Position zu der Krise erarbeiten, diese dann abstimmen und auch vertreten. Uns wird hier sehr schnell klar, dass wir das allein nicht können, sondern nur ressortübergreifend.“

Eine andere Brille aufsetzen

Bei einer Krise – noch bevor klar ist, ob und wie EU, VN oder NATO eingreifen – muss zunächst ein Lagebild erstellt, dann müssen die diplomatischen und auch entwicklungspolitischen Aspekte durchdacht und auch genutzt werden. „Denn keine Sicherheit ohne Entwicklung, und keine Entwicklung ohne Sicherheit“, erklärt Héon-Klin. Auch Matthias Dold vom Referat für EU-Sanktionspolitik im AA sieht einen großen Mehrwert in der Übung. „Wir lernen die Arbeitsweise der anderen kennen. Wenn es zu so einem Fall käme, dann haben wir das theoretisch schon einmal durchgespielt. Auch unter einem anderen Blickwinkel.“ Es werden alle nötigen Informationen rund um die Krise in Erfahrung gebracht. Dafür stehen den Teilnehmenden auch externe Berater zur Verfügung – sie sind sozusagen die Verbindungselemente in die anderen Ministerien und Behörden. Beispielsweise stand der ehemalige Bundestagsabgeordnete Winfried Nachtwei für Fragen rund um den Verteidigungsausschuss bereit. „Die Formatvorlagen sind andere und es werden andere Schwerpunkte gesetzt, das ist spannend und auch herausfordernd“, sagt Héon-Klin.

Das ressortübergreifende Planspiel ist ein Handlungstraining für zukünftige Verwendungen als Referent im Ministerium. „Wir möchten mit diesem Planspiel ein Verständnis gemeinsamen, ressortübergreifenden Handels auf ministerieller Ebene erzeugen “, erklärt Bernadzyk. Am Ende haben die Teilnehmenden eine inner- und interministeriell abgestimmte Position entwickelt, die der Leitung des Hauses eine Entscheidung ermöglicht. Bei Cerasia mag das noch fiktiv sein – aber es kann der Tag kommen, an dem die jungen Generalstabs- und Admiralstabsoffiziere vor einem solchen Szenario stehen.

 

 Autorin: Victoria Eicker

 

Tag des Gesundheitsbewusstseins

 

 

„Gesund leben – Gesund arbeiten – Gesund bleiben“

 

Gemeinsam gegen Blutkrebs: Die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg möchte Betroffenen in dieser Situation helfen. Die Führungsriege um Generalmajor Oliver Kohl (Mitte), die Brigadegeneräle Boris Nannt (Zweiter von rechts) und Holger Neumann (Zweiter von links) als auch Oberstleutnant i.G. Oliver Muhs (links) und die Zivilangestellte Dr. Victoria Eicker haben sich bereits bei der DKMS registriert. (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Marie Kellermann)

 

Sportlich geht es am Mittwoch, 16.Oktober, in der Clausewitz-Kaserne zu: Denn dann findet von 8 bis 16 Uhr der Tag des Gesundheitsbewusstsein statt. (Foto: Bundeswehr/Marco Dorow)

 

Mit diesem Plakat lädt die Führungsakademie der Bundeswehr Lehrgangsteilnehmende, Dozenten, Führungspersonal und Mitarbeiter zum Tag des Gesundheitsbewusstseins ein. Auch Angehörige aus der Generalleutnant-Graf-von-Baudissin-Kaserne (GBK) und der Reichspräsident-Ebert-Kaserne (REK) sind herzlich willkommen. (Plakat: Führungsakademie der Bundeswehr)

 

Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein“: Mit dieser Kampagne wirbt DKMS um neue Spender. Die Führungsakademie führt am Tag des Gesundheitsbewusstseins eine Typisierungsaktion durch. (Foto: Valéry Kloubert/DKMS)

 

 

 

 

 

 

Die Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) ist in Bewegung – nicht nur was den Ausbau der Lehre betrifft. Denn am Tag des Gesundheitsbewusstseins, am 16. Oktober von 8 bis 16 Uhr, dreht sich in der Clausewitz-Kaserne alles um die körperliche und mentale Fitness von Lehrgangsteilnehmenden, Dozenten, Führungspersonal und Mitarbeitern. Auch Angehörige aus anderen Kasernen der Generalleutnant-Graf-von-Baudissin-Kaserne (GBK) und der Reichspräsident-Ebert-Kaserne (REK) sind herzlich willkommen.

Mannschaften treten gegeneinander an

Der Tag selbst steht unter dem Motto „Gesund leben, gesund arbeiten, gesund bleiben“ und beinhaltet Elemente vom "Tag der Gesundheit/Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)" und "Tag des Teamsports". So gibt es beispielsweise Angebote für Mannschaften, die sich aus Lehrgangsteilnehmenden des General- und Admiralstabsdienstes National (LGAN), aus Lehrgangsteilnehmenden des General- und Admiralstabsdienstes International (LGAI), aus Angehörigen des Stabes, des Direktorates Strategie und Fakultäten sowie des Direktorates Ausbildung zusammensetzen. Bei gutem Wetter können diese unter anderem ihre Schnelligkeit bei Laufwettbewerben auf dem Sportplatz unter Beweis stellen, beim Fußball um Tore kämpfen oder ihre Kräfte beim Tauziehen messen. Bei schlechtem Wetter werden viele dieser Angebote in die Sporthalle verlegt und es ist zudem noch ein Tanzwettbewerb geplant.

Angebote mit ungewöhnlichen Namen

Doch auch weitere Angebote mit eher ungewöhnlichen Namen warten auf Mitarbeiter der FüAkBw und Angehörige der GBK und REK. Bei „Ernst – Oh je mein Rücken“ können Interessierte den „Rückenschmerzsimulator“ testen und herausfinden, welche Bewegungen Schmerzen verursachen. Das Ziel dahinter: Es werden anschließend Übungen verraten, wie sich der Betroffene rückengerecht Bücken kann. Ein weiteres Angebot trägt den Namen „Gert – wie fühlt es sich im Alter an“. Mit einem Alterssimulationsanzug, der aus einer Gewichtsmanschettenweste, einer Brille und weiteren Komponenten besteht, erfahren die Teilnehmenden, wie schwer es ist, im Alter entsprechende Aufgaben zu bewältigen. Zudem können Mitarbeiter an einem Wirbelsäulenscreening teilnehmen und so die Krümmung ihrer Wirbelsäule bestimmen lassen.

Ziel: Gesundheit fördern

Doch warum braucht es das „Betriebliche Gesundheitsmanagement“ überhaupt? „Das „Betriebliche Gesundheitsmanagement“ hat zum Ziel, die Gesundheit der Bundeswehrangehörigen zu erhalten, zu schützen und zu fördern und sich dadurch positiv auf Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft der Beschäftigten auszuwirken“, heißt es im jüngsten Nachhaltigkeitsbericht des Bundesministeriums der Verteidigung und der Bundeswehr. Es werde sich konkret für einen Arbeitsplatz eingesetzt, der für die Gesundheit förderlich ist.

Mit einem Wattestäbchen Leben retten

Neben der eigenen sportlichen Betätigung können die Teilnehmenden aber auch etwas für andere Menschen tun: Die Führungsakademie der Bundeswehr führt in Zusammenarbeit mit DKMS am Tag des Gesundheitsbewusstseins eine Typisierungsaktion durch. Alle 15 Minuten erkrankt laut DKMS ein Mensch in Deutschland an Blutkrebs. Betroffene können mit einer Stammzellspende gerettet werden. Dafür müssen jedoch die Gewebemerkmale von Spender und Patient übereinstimmen. Keine leichte Aufgabe: „Die Wahrscheinlichkeit, einen passenden Spender zu finden, liegt bei 1 zu 20.000 bis zu eins zu mehrere Millionen“, heißt es in einer DKMS-Broschüre. Je mehr Menschen sich typisieren lassen, desto größer ist die Chance, einem Betroffenen zu helfen. Interessierte im Alter zwischen 17 und 55 Jahre können an der Aktion teilnehmen.

Die Registrierung dauert rund fünf Minuten: Mithilfe eines Wattestäbchens werden aus der Wange Gewebemerkmale entnommen. Zudem gilt es eine Einverständniserklärung zu unterschreiben. Anschließen wird beides an ein Labor geschickt und der potenzielle neue Spender in die Stammzellspenderdatei aufgenommen.

Hier gibt es weitere Informationen zur Stammzellspende:

Link zur Broschüre DKMS   

Link zur Internetseite DKMS                                                                                                                                                                                                                            

 

Autorin: Führungsakademie der Bundeswehr/Sophie Düsing

 

 

 

 

 

 

 

Vom Freiwillig Wehrdienstleistenden zum Offizieranwärter

 

 

Vom Freiwillig Wehrdienstleistenden zum Offizieranwärter

 

Hauptgefreiter Luca Riggers legt dem Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, Generalmajor Oliver Kohl, Unterlagen zur Unterschrift vor. (Führungsakademie der Bundeswehr/Ines Blandau)

 

Bei seinem Gelöbnis wusste Luca Riggers damals noch nicht, dass er seinen Dienst als Zeitsoldat verlängern wird. (Foto: Privat)

 

Er wollte zuerst nur einmal sehen, ob die Bundeswehr etwas für ihn ist: Hauptgefreiter Luca Riggers begann seine Dienstzeit als Freiwillig Wehrdienstleistender. Nach seiner Grundausbildung kam er an die Führungsakademie der Bundeswehr nach Hamburg und verpflichtete sich nun als Zeitsoldat für 13 Jahre in der Offizierlaufbahn. (Führungsakademie der Bundeswehr/Sophie Düsing)

 

Nun ist es offiziell: Hauptgefreiter Luca Riggers hat den Dienstanzug des Heeres gegen den der Luftwaffe getauscht. (Führungsakademie der Bundeswehr/Ines Blandau)

 

 

 

Als Freiwillig Wehrdienstleistender (FWDL) kam Luca Riggers zur Bundeswehr. Eigentlich wollte er studieren. Doch als er sein Abitur mit 17 Jahren in der Tasche hatte, wusste er noch nicht genau was. Sein Vater erinnert sich gern an seine Zeit bei der Bundeswehr zurück und so kam Hauptgefreiter Riggers auf die Idee, die Schule für Feldjäger und Stabsdienst in Hannover zu besuchen und dort die dreimonatige Grundausbildung zu absolvieren. Genau wie die Geschichte von Luca Riggers fangen vermutlich viele Erzählungen über die Bundeswehrzeit an, doch seine hebt sich dann von vielen anderen ab. Denn Riggers entschied sich nicht – wie manch andere FWDLer – nach seinen insgesamt 21 Monaten bei der Bundeswehr in das zivile Leben zurückzukehren. Vielmehr entschloss er sich, die Offizierausbildung einzuschlagen und sich als Personaloffizier ausbilden zu lassen.

Von der Grundausbildung direkt in das Vorzimmer des Kommandeurs

Es war schon eine besondere Situation für Luca Riggers, als ihm nach der Grundausbildung vorgeschlagen wurde, an die Führungsakademie der Bundeswehr nach Hamburg, der höchsten militärischen Ausbildungsstätte in Deutschland, zu wechseln. „Ich habe mich dafür entschieden, ohne zu wissen, was mich genau erwartet“, sagt der 20-Jährige und fügt sofort hinzu: „Ich bin echt glücklich, dass ich hier bin.“ Sein Weg führte ihn direkt in das Vorzimmer des Kommandeurs der Führungsakademie der Bundeswehr, Generalmajor Oliver Kohl. „Das war eine coole Erfahrung, denn nicht jeder FWDLer lernt überhaupt einen Zwei-Sterne-General kennen“, sagt er. Im Vorzimmer des Kommandeurs nimmt er seit Januar 2018 Anrufe und Termine entgegen, er checkt die E-Mails, macht Vorschläge für Brieftexte, die verschickt werden sollen, bearbeitet und erstellt Einladungen und vieles mehr.

Entscheidung ist gefallen

Die Entscheidung, was er beruflich werden möchte, fiel im Herbst vergangenen Jahres. „Da hat es bei mir ,Klick‘ gemacht. Ich habe mich informiert, welche Möglichkeiten die Bundeswehr bietet. Dann bin ich auf den Personaloffizier bei der Luftwaffe aufmerksam geworden.“ Er durchlief ein dreitägiges Assessment Center in Köln, das alle Bewerber für die Laufbahn der Offiziere bei der Bundeswehr durchlaufen müssen. Verschiedene Prüfungen wie Deutsch-, Sport- oder Mathetests warteten dort auf ihm, um seine Eignung zu überprüfen. Als er diese erfolgreich absolviert hatte, fiel seine Entscheidung auf die Studienrichtung der Betriebswirtschaftslehre, da er dort die meisten Überschneidungen mit den Tätigkeiten als Personaloffizier sieht, wie er sagt. Das Bachelor-Studium fängt im Oktober nächsten Jahres an und dauert drei Jahre. Doch um zuvor militärische Grundkenntnisse zu erwerben, wechselt Hauptgefreiter Riggers, der sich bei der Bundeswehr als Zeitsoldat für 13 Jahre verpflichtet hat, nun an die Offiziersschule der Luftwaffe nach Fürstenfeldbrück in der Nähe von München.

„Schnee, Matsch und zwei Tage Wildnis“

Bereits zahlreiche Erfahrungen konnte der 20-Jährige bei der Bundeswehr sammeln. Auf die Frage, welcher denn der härteste Moment gewesen sei, sagt er ohne zu zögern: „die Grundausbildung, die jeder Soldat zu durchlaufen hat“. In dieser lernen die Rekruten unter anderem die Grundfertigkeiten eines Soldaten kennen, verbessern ihre körperliche Leistungsfähigkeit und erfahren, was es mit der „Inneren Führung“ auf sich hat. Zwei so genannte „Biwaks“, also Lager im Freien, bei denen sich die Soldaten nur mit der eigenen Ausrüstung in der Natur zurechtfinden müssen, warteten dort auf die Wehrdienstleistenden. „Das zweite Biwak war das härteste, weil es im Winter stattfand. Es waren 5 Grad minus, Schnee, Matsch und zwei Tage Wildnis. Man bekam nur wenig Schlaf und war ausgepowert“, sagt der 20-Jährige. Im Anschluss daran folgte noch ein abschließender 15 Kilometer langer Marsch mit kompletter Ausrüstung, der den jungen Soldaten nochmal alles abverlangte. „Mein schönster Moment bisher war der erfolgreiche Abschluss der Grundausbildung und die Beförderung zum Gefreiten“, sagt er. Die Zeit war prägend und es war „ein tolles Gefühl, dass man alles mit den Kameraden durchgestanden hat“. Im Gespräch hebt er immer wieder das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Kameradschaft hervor.

Bild über die Bundeswehr wurde klarer

Seine Meinung über die Bundeswehr konnte der 20-Jährige durch seinen Freiwilligen Wehrdienst revidieren. „Am Anfang dachte ich, dass sind irgendwelche Leute, die in Wäldern rumlaufen und mit ihren Gewehren rumschießen und dann im Einsatz sind. Im Nachhinein verstehe ich, warum es viele verschiedene Ausbildungen bei der Bundeswehr gibt, zu denen auch der Stabsdienst gehört“, sagt der Offizieranwärter, bevor er der Führungsakademie der Bundeswehr den Rücken kehrt und ihn sein Weg nun weiter zur Offizierschule der Luftwaffe nach Fürstenfeldbruck führt.

 

Autorin: Führungsakademie der Bundeswehr/Sophie Düsing

 

 

„Türen öffnen statt eintreten“

 

 

„Türen öffnen statt eintreten“

 

Soldaten vom Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr steigen von einem Hausdach in einen Hubschrauber. (Bundeswehr/Jana Neumann)

 

Kampfschwimmer (KSM) üben im Hafenbereich am Stützpunkt Eckernförde. (Bundeswehr/Björn Wilke)

 

Sie kamen aus dem gesamten Bundesgebiet, um am Modul 4019, besser bekannt als „Einsatzgrundsätze und Führung Spezialkräfte“, teilzunehmen: Aus den Teilstreitkräften Heer, Luftwaffe und Marine, einigen militärischen Organisationsbereichen, Bundes- und Landespolizei und der Streitkräftebasis reisten aktive Soldaten, Beamte und Reservisten an, um sich über den aktuellen Sachstand der Spezialkräfte von Bundeswehr und Polizei auszutauschen. Bis zu 14 Gäste von der Führungsakademie der Bundeswehr und aus externen Dienststellen hörten sich unter anderem einen Vortrag darüber vom Kommandeur des Kommandos Spezialkräfte, Brigadegeneral Markus Kreitmayr, an.

Teilnehmende sprechen über Führungsgrundsätze

Im Seminar lernen die Teilnehmenden getreu dem Motto „Türen öffnen statt eintreten“ mehr über die Organisation, die Aufgaben und Fähigkeiten deutscher Spezialkräfte. Sie sprechen über Führungsgrundsätze bei Operationen sowohl im nationalen als auch im internationalen Umfeld und vergleichen diese mit anderen NATO-Partnern. An Beispielen vertiefen sie ihre Kenntnisse in der Einsatzplanung und erweitern diese bei der Zusammenarbeit mit Spezialkräften.

Modul entwickelt sich weiter

Der Leiter des Moduls, Oberstleutnant i.G. Frank Hölzner, zeigte sich ebenso wie Teilnehmende begeistert von der Veranstaltung: „Es ist unglaublich von welcher Qualität und Offenheit die Vorträge der Referenten und das Interesse der Zuhörer geprägt sind“. Referenten, die bereits wiederholt das Modul 4019 unterstützt haben, freuten sich zudem über dessen Weiterentwicklung. Es sei beeindruckend, in welcher Geschwindigkeit sich die Spezialkräfte von Bund und Ländern entwickeln würden, so einer der Gastredner. Zwei Teilnehmende resümierten: „Die lange Anreise und die investierte Zeit haben sich mehr als gelohnt“. Auch in diesem Punkt waren sich Vertreter diverser ziviler und militärischer Spezialkräfte einig: Das Modul sollte nicht nur von Angehörigen der Spezialkräfte wahrgenommen werden, sondern vielmehr auch von jenen, die aktuell oder in Zukunft im „Einsatzverbund Spezialkräfte“ eine Aufgabe wahrnehmen. Nur so könne die Denkweise und die Haltung, also das „Mindset“, zum Thema transportiert werden.

Fortsetzung geplant

Die Bundeswehr nutzt den Begriff „Einsatzverbund Spezialkräfte“, um damit zu verdeutlichen, dass diese Kräfte bei fast allen Operationen von anderen Bereichen, also von der militärischen als auch von der zivilen Seite, Unterstützung benötigen. Nur, wenn Einsatzkräfte ein gemeinsames Ziel verfolgen und sich gegenseitig unterschützen, können die gestellten Aufgaben gelöst werden, stimmten die Teilnehmenden überein. Für die Leiterin der Spezialeinsatzkommandos Niedersachsen als auch für die Führungskräfte der Bundespolizei stand am Ende eines fest: Wir werden unser Führungspersonal weiter zu diesem Modul schicken. Vielleicht ja bereits zur nächsten Veranstaltung, die vom 21. bis 25.September 2020 geplant ist.

 

Autor: Führungsakademie der Bundeswehr/Oberstleutnant i.G. Frank Hölzner

 

Reich der Mitte zu Besuch an der Elbe

 

Reich der Mitte zu Besuch an der Elbe

 

Generalmajor Zhou wird von Generalmajor Kohl an der Führungsakamdemie begrüßt (Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Eine chinesische Delegation der Academy of Military Science aus Peking war in Hamburg (Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Eine siebenköpfige chinesische Delegation besuchte Führungsakademie in Hamburg (Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Mitte September besuchte eine siebenköpfige chinesische Delegation die Führungsakademie der Bundeswehr. Neben regem Interesse an den Ausbildungskonzepten an der Führungsakademie hörten die Chinesen gespannt den Ausführungen über die neue Denkfabrik zu. Die Offiziere aus Asien indes hatten das ihr neues Weißbuch mit im Gepäck.

Der Besuch der chinesischen Delegation in Deutschland galt vor allem dem Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam. Doch die Vertreter der chinesischen „Academy of Military Science“ in Peking, dem höchsten Forschungsinstitut der Volksbefreiungsarmee, hatten ebenfalls großes Interesse an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) in Hamburg und dem neu gegründeten German Institute for Defence and Strategic Studies (GIDS). Und so reisten die chinesischen Offiziere in die Hansestadt. Generalmajor Shenggang Zhou und seine sechsköpfige Delegation stellten das in diesem Jahr neu herausgebrachte chinesische Weißbuch Vertretern der Führungsakademie vor. An die Elbe wurde die Delegation zudem durch den Stellvertretenden chinesischen Verteidigungsattaché, Großoberst Jianjun Yang, begleitet.

Freies Denken

Die sechsköpfige Delegation rund um Generalmajor Zhou – allesamt Forscher des chinesischen Instituts - war unter anderem an der Dozentenstruktur der Führungsakademie interessiert. Insbesondere stellte sich ihnen die Frage, ob denn auch an der Führungsakademie geforscht werde. Der Kommandeur der Führungsakademie, Generalmajor Oliver Kohl, erklärte, dass die Führungsakademie rein der Lehre verpflichtet sei – zum einen in Lehrgängen für Stabsoffiziere und zum anderen in den unterschiedlichen Modulen unter der Vorgabe des „Lebenslangen Lernens“. Zudem verwies der General auf das GIDS. Die Denkfabrik sei der Ort, an dem unter anderem Wissenschaft im strengen Sinne betrieben werde. Dabei betonte er, dass die zivilen wie auch militärischen Angestellten dort frei und ohne Auflagen forschen und denken dürfen – ganz unter der Devise „Mut zum Diskurs“. 

Kritisches Denken Teil des Selbstverständnisses

Die Denkfabrik habe den Auftrag, so der Kommandeur, Sachverhalte zu hinterfragen und durchaus kritisch gegen das eigene System zu sein. Genau diese Tatsache, dass das GIDS den Auftrag habe, frei und insbesondere auch kritisch zu denken, sorgte bei den chinesischen Offizieren für Nachfragen. Sie fragten beispielsweise danach, ob dies denn wirklich durch die militärische Führung im Ministerium der Verteidigung gewollt sei. Vom Kommandeur der Führungsakademie kam hier ein klares „Ja“. Er verwies darauf, dass dies die damalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen im November 2016 ausdrücklich beauftragt habe: „Ich möchte, dass sie [die FüAkBw] ihr Profil schärft und zu einem Ort des Wissens für die Bundeswehr der Zukunft wird. (…) Ein Think Tank, der das Wissen der Lehrenden, der Teilnehmenden und der vielen externen Gäste nutzt, um einen wesentlichen Beitrag für die Strategiefähigkeit der Bundeswehr wie auch der Bundesregierung als Ganzes zu leisten“, sagte sie damals. „Kritisch zu denken ist Teil unserer DNA, sowohl an der Führungsakademie der Bundeswehr als auch am GIDS“, betonte Kommandeur Oliver Kohl. Und er erklärte zudem, dass der Kooperationspartner im GIDS, die Helmut-Schmidt-Universität, durch die Verfassung in ihrem freien Denken geschützt sei.

Defensive Macht China

Im Anschluss stellte die chinesische Delegation das in diesem Sommer erschienene Weißbuch vor. Es ist das zehnte Weißbuch seit 1998 und beschreibt die Militärstrategie der aufstrebenden Weltmacht. Die chinesischen Offiziere referierten, dass China bis Mitte des Jahrhunderts über eine Weltklasse-Armee verfügen will. Die Modernisierung des Militärs solle bis 2035 abgeschlossen sein. China sehe sich als reine Verteidigungsarmee, als ein Land, das den „Frieden liebe“. Dennoch betonte die Delegation auch, dass die Souveränität und Integrität des chinesischen Staatsgebietes außer Frage stünden. Allerdings sehe China sich in der „neuen Ära“ nicht als Hegemonialmacht und strebe nicht danach, seine Macht- und Einflussgebiete zu erweitern. Auf die Nachfrage, ob sich die Volksbefreiungsarmee als Armee der Partei – gemeint war damit die herrschende Kommunistische Partei Chinas – oder als Armee des Volkes verstehe, antworteten die Chinesen einhellig: „beides“. Denn letztlich repräsentiere die Partei die Interessen des Volkes. Nach diesem offiziellen Teil hatte die Delegation noch die Gelegenheit, mit den chinesischen Lehrgangsteilnehmern am Lehrgang für Generalstabs-/Admiralstabsdienst International, der im August in Hamburg begonnen hatte, zusammenzukommen und sich über deren erste Erfahrungen auszutauschen.


Die Volksbefreiungsarmee ist das personell stärkste Militär der Welt. Im Jahr 2017 zählten die Streitkräfte der Volksrepublik China mehr als 2,2 Millionen Soldatinnen und Soldaten – zudem mehr als 1,4 Millionen Reservistinnen und Reservisten.

 

 

 Autorin: Victoria Eicker

 

„Es braucht weit mehr als bunte Facebook-Kacheln“

 

„Es braucht weit mehr als bunte Facebook-Kacheln“:

 

Parlamentarischer Staatssekretär Dr. Tauber über die Herausforderungen der Zukunft

 

Der Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, Generalmajor Oliver Kohl (rechts), und der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Peter Tauber während des Interviews. (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Bei seinem Antrittsbesuch trug sich Dr. Peter Tauber in das Gästebuch der Führungsakademie der Bundeswehr ein. (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Vom Direktor Strategie und Fakultäten, Brigadegeneral Boris Nannt, erfuhr der Parlamentarische Staatssekretär mehr über die Ausbildungsinhalte. (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Einen Überblick zum sicherheitspolitischen Planspiel „Cerasia“ erhielt Dr. Tauber unter anderem vom Major René Ladwig. (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel)"

 

Der Parlamentarische Staatssekretär nutzte die Chance, sich mit Teilnehmenden des Planspiels auszutauschen. (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel)

 

 

 

Wie hat sich die Ausbildung von Stabsoffizieren im Laufe der Jahre verändert? Wie motiviert sind die Soldaten, die sich an der Führungsakademie der Bundeswehr ausbilden lassen? Und woher kommen die Dozenten? Das sind Fragen, die den Parlamentarischen Staatssekretär bei der Bundesministerin der Verteidigung und Mitglied des Deutschen Bundestages, Dr. Peter Tauber, bei seinem Besuch an der Führungsakademie ganz genau interessierten. Schließlich war er zum ersten Mal an der höchsten militärischen Ausbildungsstätte in Hamburg. Neben Vorträgen zu Ausbildungsstrukturen und -inhalten erfuhr er mehr über die Arbeit der Denkfabrik, das German Institute for Defence and Strategic Studies, und tauschte sich mit Teilnehmenden des Planspiels „Cerasia“ aus. Letzteres zielt darauf ab, ein Verständnis zum gemeinsamen, ressortübergreifenden Handeln auf den Ebenen der Ministerien zu vermitteln. Während des Rundganges nahm sich der Parlamentarische Staatssekretär Zeit für ein kurzes Interview.

 

Herr Dr. Tauber, heute ist Ihr Antrittsbesuch bei der Führungsakademie der Bundeswehr. Welche Erwartungen haben Sie an die höchste militärische Ausbildungsstätte in Deutschland?

Hier an der Führungsakademie der Bundeswehr werden unsere Offiziere für die weitere Führungsverwendung aus- und weitergebildet. Ich persönlich bin sehr beeindruckt von der fachlichen, aber auch von der menschlichen Qualität unsere Offiziere, die mir im Einsatz, in der Truppe oder im Ministerium begegnen. Ich kann dazu nur sagen: hohe Fachlichkeit, tolles Auftreten und kameradschaftlicher Umgang miteinander. Für die Soldaten ist die Führungsakademie der Bundeswehr auf dem Weg zum Stabsoffizier oder Generalstabsoffizier ein ganz wichtiger Baustein. Für mich ist es ganz spannend, sich mal anzuschauen, wo gelehrt wird. Bildung ist ein ganz essentieller Punkt für die Entwicklung eines Menschen und deswegen ist es gut, wenn wir als Bundeswehr so viel Wert darauf legen und viel in Bildung investieren.

 

Welchen Mehrwert kann die Denkfabrik, das German Institute for Defence and Strategic Studies (GIDS), im politisch quirligen Berlin Ihrer Meinung nach noch generieren?

Aus meiner Sicht schließt sie eine Lücke mit Blick auf Fragen der Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Es ist nicht so, dass wir eine Fülle von Think Tanks haben, die uns aus deutscher Perspektive beraten oder lenken. Wenn wir das selber machen, aber auch offen sind, dass wir externen Sachverstand dazu holen und vor allem das viele gute Wissen, was wir in der Bundeswehr oder im Umfeld der Bundeswehr haben, nutzbar machen für die Politik und darüber hinaus für die Gesellschaft, dann hat es einen absoluten Mehrwert und ist mehr als erforderlich. Wenn man es nicht jetzt erfunden hätte, dann müsste man es spätestens morgen erfinden.

 

Was sind die wichtigsten Zukunftsthemen, bei denen Sie die Expertise der Führungsakademie der Bundeswehr als Denkfabrik nutzen können?

Aus meiner Sicht ist es ganz wichtig, dass wir uns bewusst machen, dass offensichtlich die Ordnung, wie wir sie leben, die Normen und Werte wieder hinterfragt oder auch in Abrede gestellt werden. Und wenn freiheitliche Gesellschaften glauben, dass es nach wie vor ein Zukunftsmodell ist, um das Zusammenleben von Menschen zu organisieren, dann müssen sie sich sozusagen auch nach Innen stärken, also Resilienz bilden. Da braucht es Erklärungsmodelle, da braucht es Narrative, also sinnstiftende Erzählungen, die das stützen, die die Menschen begeistern und auch mitnehmen. Dafür braucht es eine wissenschaftliche Grundlage und nicht nur bunte Facebook-Kacheln. Die wissenschaftliche Grundlage muss irgendwie belegt werden, um Narrative zu stärken. Da ist die Führungsakademie als Ausbildungsinstrument und Think Tank ein ganz wichtiger Baustein.

Im nächsten Schritt ergeben sich die Fragen, welche Themen sind es, mit denen wir uns beschäftigen müssen. Im Konkreten: Warum profitiert Deutschland von einer multilateralen Weltordnung, wie kann man diese stärken und stützen? Und im nächsten Schritt glaube ich, dass man nur in einer multilateralen Weltordnung die großen Herausforderungen der Zeit wie Klimawandel, Migration, Bevölkerungsentwicklung, Umgang mit Ressourcen und Nachhaltigkeit lösen kann.

 

Sie sind ja selbst Hauptmann der Reserve und haben sich gerade schon über die verschiedenen Lehrgänge informiert. Spielen Sie mit dem Gedanken, ein Modul für Reservisten hier an der Führungsakademie der Bundes- wehr zu besuchen?

(lächelt und blickt zu General Kohl) Dann müsste mein Kommandeur mir sozusagen ermöglichen, im Rahmen meines weiteren Verwendungsausbaus auch hier zu üben. Dann müsste ich das mal fragen (beide lachen). Es ist spannend. Das hängt auch von der Zeit ab. Ich bin ganz froh, dass ich dieses Jahr wieder zwei Wochen üben konnte. Aber natürlich geht die Arbeit als Staatssekretär vor. Aber auch da gehört Weiterbildung dazu. Insofern ist das Üben als solches wieder eine Weiterbildung für mich.

 

 

Autorin: Führungsakademie der Bundeswehr/Sophie Düsing

Fotografin: Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel

Wissensmanagement: Alle sollen profitieren

 

Wissensmanagement: Alle sollen profitieren

 

Wissensmanagement: wertvolle Strategien und Konzepte wurden durch die Angehörigen der Bundeswehr erarbeitet (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Ines Blandau)

 

Beim sogenannten Round Table trafen sich an der Führungsakademie der Bundeswehr Wissensmanagerinnen und Wissensmanager aus dem BMVg und der ganzen Bundeswehr (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Ines Blandau)

 

Oberst Prof. Dr. Matthias Rogg stellte das GIDS vor und lud zum aktiven Mitwirken ein. (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Ines Blandau)

 

Barbara Marschallek stellt Formen der kollaborativen Zusammenarbeit vor. Ihr Ziel: Eine Plattform auf der sich alle austauschen können. (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Ines Blandau)

Konzepte, Strategien, Lehrgangsarbeiten, Befehle, Veranstaltungsorganisationen. Die Liste der täglich produzierten Ausarbeitungen der Angehörigen der Bundeswehr ist nicht nur lang, sondern vor allem wertvoll. Doch wo und wie kann dieses Wissen nachhaltig gesammelt und für andere nutzbar gemacht werden? Über das sogenannte Wissensmanagement beraten jedes Jahr Experten aus der ganzen Bundeswehr. Dieses Mal dabei: das German Institute for Defence and Strategic Studies (GIDS) als institutionalisiertes Wissensmanagement. 

Eine 30- bis 49-jährige Person empfängt in Deutschland beruflich durchschnittlich 21 E-Mails pro Tag (Erhebung aus dem Jahr 2018, Quelle: Statista). Zusätzlich gehen oftmals weitere hunderte E-Mails in die digitalen Briefkästen der Abteilungen ein. Diese müssen wiederum gelesen, ausgewertet, gegebenenfalls bearbeitet und abgespeichert werden. Doch wie dem Dilemma zwischen Informationsüberflutung einerseits und der Verfügbarkeit von relevantem Wissen zur richtigen Zeit am richtigen Ort andererseits begegnen?

Wissensmanagement lautet die Antwort. „Durch Vernetzung, Verknüpfung und Auswertung von Informationen entsteht Wissen. Wissen ist eine wichtige Ressource für eine erfolgreiche Auftragserfüllung“ (Fachkonzept Wissensmanagement, BMVg).

Das Management von Wissen ist eine Querschnittsaufgabe, die sich in allen Gestaltungsbereichen der Bundeswehr wiederfinden muss. So muss sowohl das Personal als auch die Organisation in ihren unterschiedlichen Bereichen bewusst und systematisch den Umgang mit der strategischen Ressource Wissen berücksichtigen und fördern.

Mit dem Aufbau des Wissensmanagements im GIDS wurde den Teilnehmenden der Tagung ein Beispiel des systematisierten Wissensmanagements vorgestellt. Der Leiter des GIDS, Oberst Prof. Dr. Matthias Rogg, und die Leiterin der Projektgruppe Wissensmanagement GIDS, Oberamtsrätin Barbara Marschallek, verdeutlichten den Sinn und Zweck sowie die Ziele in der Weiterentwicklung.

 

Welche Informationen managt das GIDS?

Durch den Austausch und die Expertise der Lehrgangsteilnehmenden, Lehrenden, Studierenden und des Alumni-Netzwerkes wird während der Aus-, Fort- und Weiterbildung an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) und der Helmut-Schmidt-Universität (HSU) ein Fundus von Wissen produziert. Das GIDS identifiziert diesen und filtert Probleme und Phänomene, die für die sicherheitspolitische Strategiefähigkeit Deutschlands relevant sind. Dabei werden bedarfsorientiert und dynamisch Forschungsschwerpunkte festgelegt und aufbereitet. Bei der Schwerpunktsetzung orientiert sich das GIDS an der durch die politische Ebene erlassenen Zielsetzung und den strategischen Vorgaben für die Bundeswehr.

„(…) Ich möchte, dass sie [die FüAkBw] ihr Profil schärft und zu einem Ort des Wissens für die Bundeswehr der Zukunft wird. (…) Ein Innovations- und Ideeninkubator für die gesamte Bundeswehr. Ein Think Tank, der das Wissen der Lehrenden, der Teilnehmenden und der vielen externen Gäste nutzt, um einen wesentlichen Beitrag für die Strategiefähigkeit der Bundeswehr wie auch der Bundesregierung als Ganzes zu leisten.“, so die damalige Bundesministerin der Verteidigung, Ursula von der Leyen in ihrer Rede an der FüAkBw am 03. November 2016.

Was passiert mit den Informationen?

Die Kultur des Teilens ist Voraussetzung eines funktionierenden Wissensmanagements. So werden die Forschungsergebnisse, Qualifizierungsarbeiten und Projekte unter anderem in neuen Publikationsformaten, auf Tagungen, in Workshops, Vortragsreihen und über die eigene Webseite abgebildet.

Wer profitiert vom Wissensmanagement des GIDS?

Neben der FüAkBw und der HSU, wird das Wissen darüber hinaus sowohl Entscheidungsträgern als auch der Wissenschaft und Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Wie geht es weiter?

Das Wissensmanagement des GIDS befindet sich noch im Aufbau. Im nächsten Schritt wird das Konzept des Wissensmanagements erstellt und im Anschluss erprobt. Ende 2020 soll dieses Projekt abgeschlossen sein. Es ist geplant, die Erfahrungen dann getreu der Kultur des Teilens in das Wissensmanagement der Führungsakademie zu transferieren.

 

 

 

Autorin: Führungsakademie der Bundeswehr/Ines Blandau

In der Krise Köpfe kennen

 

 

In der Krise Köpfe kennen

 

An der Führungsakademie der Bundeswehr fand Anfang September die 53. Sicherheitspolitische Informationstagung der Clausewitz Gesellschaft statt. Sie widmete sich mit diversen Vorträgen und Paneldiskussionen dem Thema „Stärkung der Resilienz und nationaler Führungsfähigkeit im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung“ und zeigte Handlungsfelder auf. Ein Blick durch die Panels.

„Droht uns der totale Black- und Service-Out?“ war das Thema eines dieser Panels. Hier war schnell klar: Vier Tage! Mehr braucht es nicht, um bei einem kompletten Blackout für chaotische Zustände zu sorgen – und das sei schon optimistisch gerechnet. Ein großflächiger Blackout sei durchaus denkbar, so Brigadier Dr. Wolfgang Peischl, Chefredakteur Österreichische Militärische Zeitschrift. Es gelte Systeme zu härten und Netzwerke auszubauen, um die Resilienz Kritischer Infrastruktur (KRITIS) vor einem Angriff zu steigern. Gleichzeitig sei die Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung wichtig. Peischel plädierte dafür, die humanistische Bildung wieder zu fördern, um die Menschen kritikfähig und damit resilient zu machen. Martin Baumgarten, Country Crisis & Security Manager bei Vattenfall, betonte, dass die rasante Entwicklung der Digitalisierung die Komplexität und die Verwundbarkeit der Systeme erhöht habe. Durch die Einbindung vieler Bereiche in das Internet, seien sehr viel mehr Einfallstore für Cyberangriffe geöffnet worden.

In Fähigkeiten denken

So rechnet man damit, dass im Jahr 2020 40 Milliarden Geräte weltweit miteinander verbunden sein werden. „Cyberattacken sind real und sie wachsen“, sagte Dirk Backofen, Senior Vice President & Leiter Telekom Security. Cybersecurity sei deshalb in Industrie und Wirtschaft mittlerweile eine der wichtigsten Aufgaben. Alleine die Telekom hat über 20 Millionen Kundendaten. Die gilt es zu schützen. Hacker gebe es viele, es fehle noch die Armee der Guten, so Backofen. Dr. Monika John-Koch, Referatsleiterin Strategie KRITIS beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, betonte, wie wichtig es sei, die Zusammenarbeit zwischen Staat und zivilen Betreibern bei der gesamtstaatlichen Sicherheitsvorsorge zu optimieren. Sie plädierte auch dafür, weniger in Szenarien zu denken, als in Fähigkeiten. Es ginge darum, Fähigkeiten aufzubauen, um in Krisen handlungsfähig zu sein. Bei einem Blackout falle beispielsweise auch die Kommunikation aus – analoge Möglichkeiten zu kommunizieren existieren kaum noch. „Das ist möglicherweise die Achillessehne überhaupt“, sagte sie. Hat man dann noch die Fähigkeit, eine Krise zu bewältigen? Auch die Bundeswehr beschäftige sich mit ihrer KRITIS, so Ministerialrat Prof. Dr. Roland Börger, Abteilung für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen im Bundesministerium der Verteidigung. Es gelte für die Streitkräfte, autark zu werden, damit man in einer Krise seinem Auftrag nachkommen könne.

Hybride Angriffe als Herausforderung

Generalleutnant Martin Schelleis, Inspekteur der Streitkräftebasis, gab in seiner Argumentation im Panel zu verteidigungspolitischen, militärstrategischen und innenpolitischen Herausforderungen im Zeitalter digitaler Verwundbarkeit und hybrider Bedrohungen zu bedenken, dass die föderalen Strukturen die Adressierung der neuen Bedrohungen noch nicht abbilden. „Bei einem Blackout oder einem großflächigen, komplexen Angriff stellt sich die Frage, wer führt. Wir brauchen mehr Reformwillen in der Politik, damit alle staatlichen Akteure mehr Rechtssicherheit für den Fall einer Katastrophe bekommen“, sagte er.

Föderales System als Schwierigkeit

Der stellvertretende Inspekteur des Cyber- und Informationsraums Generalmajor Jürgen Setzer sprach sich für eine engere Vernetzung und Kooperation aller Akteure aus. Auch er sprach die mangelnde rechtliche Grundlage bei hybriden Angriffen an. Wann darf ich bei einem massiven Cyberangriff wie reagieren? Hier stellte sich insbesondere die Frage, wann der Verteidigungsfall festgestellt werde und welche Handlungsoptionen man unterhalb dieser Schwelle habe. Fehlende rechtliche Grundlage kritisierte auch Ministerialrat Volker Amler, Referatsleiter Kritische Infrastrukturen in der Abteilung Krisenmanagement und Bevölkerungsschutz im Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat. Einen anderen Blick eröffnete Oberst i.G. Dr. Vesa Valtonen aus dem finnischen Ministerium der Verteidigung: In Finnland werden wesentlichen Akteure in die gesamtstaatliche Sicherheitsvorsorge einbezogen – unter anderem in Übungen, an denen auch das Parlament teilnimmt.

Das Mind Set anpassen

Auch das Thema Landes- und Bündnisverteidigung als gesamtstaatliche Aufgabe im europäischen und transatlantischen Rahmen wurde diskutiert. Brigadegeneral Marcus Ellermann, Abteilungsleiter Verteidigungspolitik und -planung in der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der NATO, referierte über die aktuelle Verfasstheit des transatlantischen Bündnisses. Im NATO Hauptquartier kämpfe man mit der Aufkündigung des über nukleare Mittelstreckensysteme zwischen Russland und den USA, um die Fortführung der Mandate in Afghanistan und im Irak sowie auch mit schwierigen NATO-Partnern wie der Türkei. Trotzdem gebe es keine Alternative zum Bündnis. Brigadegeneral André Bodemann, Unterabteilungsleiter in der Abteilung Strategie und Einsatz im Bundesministerium der Verteidigung und Leiter der Arbeitsgruppe Landes- und Bündnisverteidigung brachte eines auf den Punkt: „Wir brauchen neue Konzepte für die Landes- und Bündnisverteidigung“ – gerade vor der Kulisse hybrider Bedrohungen und neuer Angriffsvektoren im Cyber- und Informationsraum. „Die größte Herausforderung ist das Mind Set“, sagte er. Es sei notwendig, das Mind Set – auch der Bevölkerung – an die aktuellen Herausforderungen anzupassen. Dem pflichtete Prof. Dr. Sven Bernhard Gareis, Leiter der „Defence Education Partnership Programs“ in Eurasien und Zentralasien im NATO Hauptquartier, bei. Es müsse wieder mehr Vertrauen der Bevölkerung in die Sicherheitsinstitutionen aufgebaut werden.

Grenzen zwischen innerer und äußerer Sicherheit

Alle Panels durchzog die Diskussion um die Stärkung der Resilienz. Andy Grote, Senator der Behörde für Inneres und Sport der Freien und Hansestadt Hamburg, erklärte in seinem Diskussionsbeitrag, wie ernsthaft die Situation und die diversen Bedrohungen seien. In einer Welt der totalen globalen Vernetzung und Digitalisierung kämpfe man mit Extremismus, Terrorismus, manipulativer Kommunikation. Doch was am augenfälligsten ist: „Die Grenzen zwischen innerer und äußerer Sicherheit verschwimmen, übrigens auch die zwischen zivilen und militärischen Aufgaben“, sagte er. Auch Grote benannte das föderale System an dieser Stelle als problematisch. Er forderte mehr Nähe und eine engere Zusammenarbeit auf allen Ebenen. Generalleutnant Christian Badia, Abteilungsleiter Planung im Bundesministerium der Verteidigung, betonte, dass die Bundeswehr ihr Fähigkeitsprofil in Richtung Heimatschutz und Deutschland als möglicher Drehscheibe bei einem Bündnisfall ausbaue. Generalmajor Jörg See, Stellvertretender Beigeordneter Generalsekretär für Verteidigungspolitik und Planung im NATO Hauptquartier, konzentrierte sich auf die Resilienz und die Befähigung des NATO-Systems. Das beträfe auch die Infrastruktur, die genutzt werde, um von A nach B zu kommen. Diese müsse zugänglich sein und die Verfahren geklärt sein. Hier forderte er eine bessere Koordinierung der nationalen Akteure mit der NATO. Doch auch in der eigenen zivilen Bevölkerung muss ein Bewusstsein für die Ernsthaftigkeit von Sicherheit und Sicherheitsvorsorge geschaffen werden.

 

Autorin: Führungsakademie der Bundeswehr/Victoria Eicker

Fotografin: Führungsakademie der Bundeswehr/Marie Kellermann und Falko Focht

 

Digitalforum Führen: „Agiles Führen agil lernen“

 

 

Junge Führungskräfte aus Wirtschaft und Bundeswehr arbeiten zusammen

 

Sie sollen komplexe Vorgänge strukturieren und ihren Angestellten Orientierung bieten, zugleich verlangen sie von ihren Mitarbeitern ein gewisses Maß an Flexibilität: Die Rede ist von Führungskräften. Welchen Herausforderungen sich diese aufgrund des digitalen Wandels stellen müssen und wie es ihnen gelingt, ihre Teams trotz der veränderten Rahmenbedingungen erfolgreich zu leiten, darüber haben sich Teilnehmende des „Digitalforums Führen“ Gedanken gemacht. Ihre Zwischenergebnisse präsentierten die jungen Führungskräfte im Alter von 25 bis 35 Jahren Interessierten beim Ausbildungskongress an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr in Hamburg.

 

„Agiles Führen agil lernen“

Passend zum Thema „Agiles Führen agil lernen“ verlangen die Redner ein gewisses Maß an Beweglichkeit von ihren Zuhörern. Denn Stühle gibt es in dem Seminarraum keine. Stattdessen sollen sich die Kongressteilnehmer von einer Stellwand zur nächsten bewegen, um den Ausführungen der verschiedenen Teams zu folgen. Das „Digitalforum Führen“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Bundeswehr, den Unternehmensverbänden Berlin-Brandenburg und dem Bundesverband Deutsche Startups. Drei der fünf Coaches, die die Teilnehmenden während des gesamten Projektes begleiten, stellen den Zuhörern zunächst die Idee hinter dem Forum vor: Brigadegeneral Boris Nannt, Direktor Strategie und Fakultäten an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw), Oberstleutnant Kai Prüter, Dozent an der FüAkBw, und Jutta Wiedemann von den Unternehmensverbänden Berlin-Brandenburg nehmen die Zuhörer mit auf eine Reise zu den Anfängen.

Verschiedene Blickwinkel

„Wir sind jetzt seit fünf Jahren mit dem ,Digitalforum Führen‘ auf der Piste“, sagt Oberstleutnant Prüter und erzählt den Anwesenden, dass junge Führungskräfte aus der Wirtschaft und der Bundeswehr jedes Jahr insgesamt sechs Monate lang zusammenarbeiten. Für vier zweitägige Workshops werden die Teilnehmenden aus ihren Jobs herausgeholt. Die Zeit dazwischen gilt es nach der Arbeit für ihr Projekt zu nutzen, sich im Team zu koordinieren und Lösungsansätze für die Bearbeitung ihres Themas zu finden. Den Teilnehmenden bleibt Zeit, sich auszutauschen, zu netzwerken und sich bei der Erfüllung der Aufgaben zu unterstützen. 2014 startete das Projekt mit dem Namen „Führen lernen“. Damals habe sich die Seminargruppe wie ein bunter Haufen Smarties gefühlt, der sich je näher das Ende der Projektphase rückte, nach Farben sortiert hatte, erzählt Jutta Wiedemann. Von Jahr zu Jahr änderte sich der Blickwinkel auf das Thema Führen: 2015 beschäftigten sich die Teilnehmenden mit der Frage „Was ist wichtig für eine Führungskraft“, ein Jahr später wollten die jungen Frauen und Männer herausfinden, was es für eine Führungskraft bedeutet, ein Team durch das digitale Zeitalter zu leiten. Und im Jahr 2017 ging die Internetseite www.führen.digital an den Start. Das Thema der Projektgruppe lautete „Resilienz – Was heißt das für mich als Führungskraft?“. Im vergangenen Jahr gründeten Teilnehmende ein virtuelles Unternehmen mit dem Namen „Take 5“. Die jungen Führungskräfte haben sich konkret mit Tools und Methoden auseinandergesetzt, die Unternehmen dabei helfen, agiler zu werden. Und in diesem Jahr haben die Teilnehmenden den Schwerpunkt auf das Thema „Agiles Führen agil lernen“ gelegt.

„Kabelwirrwarr“ soll entknotet werden

An dem „Digitalforum Führen 2019“ nehmen insgesamt 20 junge Führungskräfte teil. Diese haben sich in vier Gruppen aufgeteilt – ein Team bildet die Projektleitung und drei Arbeitsgruppen beschäftigen sich mit einzelnen Aspekten zum Hauptthema. Statt einem bunten Haufen Smarties nutzt die Projektleitung in diesem Jahr das Bild vieler miteinander verknoteter Kabel. Dieses „Kabelwirrwarr“ gilt es für die Teilnehmenden zu lösen. „Das Ganze ist ein Transformationsprozess“, gibt das Projektteam den Zuhörern zu verstehen. So galt es zu Beginn zu klären, wie Absprachen getroffen werden können, welche Teilnehmenden welche Soft Skills besitzen und wie die Aufgaben am besten in den Teams verteilt werden können.

Tool soll Mitarbeitern Handlungsempfehlungen geben

Die erste Arbeitsgruppe hat ihren Fokus auf die Mitarbeiter gelegt. Die Teilnehmenden wollen herausfinden, vor welchen Herausforderungen diese stehen. Doch um tiefer in das Thema einzusteigen, haben sie sich erst einmal mit den Besonderheiten von Wirtschaftsunternehmen als auch mit dem Öffentlichen Dienst beschäftigt. Ersteres hat meistens eine hierarchische Struktur, letzteres sei, so sagt die Projektgruppe, nicht unbedingt für seine Schnelligkeit bekannt. Was beide vereint, ist jedoch, dass sich die Rahmenbedingungen verändern und kreative, schnelle Ideen in Zukunft gefragt sind. Das Wissen der Mitarbeiter müsse gebündelt werden und schnell abrufbar sein. „Agilität passiert im Kopf von jedem Einzelnen“, so die Projektgruppe. Aus diesem Grund sollten Erfahrungswerte mit Agilität geschaffen und die Mitarbeiter individuell abgeholt werden. Die Teilnehmenden sprechen sich für die Fragebogenmethode aus. Am Ende wird dem Mitarbeiter sein „Agilitätsgrad“ angezeigt. Mithilfe eines Tools, das individuell auf den Mitarbeiter abgestimmt wird und ihm Handlungsempfehlungen gibt, soll sich dieser selbst reflektieren und an seiner Agilität arbeiten.

Was brauchen vernetzte Teams?

Einen anderen Ansatz verfolgt hingegen die zweite Arbeitsgruppe. Sie hat ihren Schwerpunkt auf vernetzte Teams gelegt. Diese Teams sind an verschiedenen Standorten des Unternehmens eingesetzt. Was sie eint, ist ein gemeinsames Ziel. Im Mittelpunkt der Projektarbeit stehen die Fragen: „Was brauchen wir zum Arbeiten und was hilft uns dabei? Gibt es Tools, damit wir produktiver werden können? Und vor allem: Wie können wir uns verbessern? Auch hier soll ein Fragebogen Auskunft über die Bedürfnisse und den Wissensstand des Mitarbeiters geben. So soll beispielsweise geklärt werden, wie der Mitarbeiter an ein Thema herangeht, wie und wo er arbeitet und ob er Unterstützung benötigt.

Eine große Spannbreite

Der Fokus der dritten Arbeitsgruppe liegt hingegen auf der Zielgruppe der jungen Führungskräfte. Die Teammitglieder wollen mehr über die Unternehmenskultur und die Rahmenbedingungen in Unternehmen herausfinden. So reiche die Spannbreite von Wirtschaftsunternehmen mit langwierigen Entscheidungsprozessen und einem starren Regelwerk bis hin zu Startups mit vielen Freiräumen. Fragen, die eine Rolle spielen sind: Macht Agilität in jeder Hinsicht Spaß? Was ist mit einer Fehlerkultur? Ist diese überhaupt erlaubt oder gar erwünscht? Die Teilnehmenden sind sich derzeit noch unschlüssig, ob Spiele den Führungskräften das agile Arbeiten näherbringen können. Zudem mache Agilität ihrer Meinung nach nur Sinn, wenn es für ein Problem keine Standardlösung gäbe.

Noch offene Fragen werden am 14.November 2019 in Berlin beantwortet. Denn dann ist die Vorstellung der Endergebnisse des „Digitalforums Führen“ vor Führungskräften und Personalverantwortlichen aus Bundeswehr und Wirtschaft geplant. 

 

Autorin: Führungsakademie der Bundeswehr/Sophie Düsing

Fotografin: Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel

 

Senatsempfang für den LGAI 2019

 

 

Es wird wieder bunt an der Akademie!

 

Ausführliche Führung für den Lehrgang durch die historischen Räume des Hamburger Rathauses (Foto: Bundeswehr/Robert Uebe)

Major Mgunda, Staatsrat Krösser, Fregattenkapitän Berger bei der Übergabe der Gastgeschenke (Foto: Bundeswehr/Robert Uebe)

LGAI ist vom Rathaus tief beeindruckt (Foto: Bundeswehr/Robert Uebe)

 

 

Am 2. September 2019 besuchten die Lehrgangsteilnehmer des Generalstabs-/Admiralstabsdienst International (LGAI) auf Einladung des Senats das Rathaus der Freien und Hansestadt Hamburg. Mit diesem Besuch wurde eine wichtige und zugleich schöne Tradition fortgesetzt, die nicht zuletzt die enge Verbindung zwischen der Weltstadt Hamburg und den aus allen Kontinenten stammenden Lehrgangsteilnehmern widerspiegelt.

 

Hamburg, bekannt als „Tor zur Welt“, ist ein wichtiger Baustein für die internationalen Lehrgangsteilnehmenden, wenn es darum geht, Deutschland und seine Einwohner besser kennen zu lernen. Insofern ist der Besuch beim Senat nicht nur ein Zeichen der gegenseitigen Wertschätzung: Mit seinen Möglichkeiten zum persönlichen Austausch und durch den Einblick in die Geschichte Hamburgs wird die Ausbildung für die Soldatinnen und Soldaten aus allen Erdteilen auf eine besondere Art und Weise unterstützt.

Nach Ankunft im Rathaus von Hamburg wurden die internationalen Soldaten der Führungsakademie durch den Staatsrat der Behörde für Inneres und Sport, Bernd Krösser, begrüßt. Dieser stellte in seiner Rede insbesondere die enge Verbundenheit der Stadt mit der Führungsakademie der Bundeswehr und dem LGAI heraus. Als Zeichen des Dankes für die Einladung und die erwiesene Gastfreundschaft überreichte Major Juma Ally Mgunda aus Tansania ein Gastgeschenk an Staatsrat Krösser. Zugleich brachte er in seiner Rede, stellvertretend für alle Teilnehmenden des LGAI, seine Anerkennung für die offene sowie freundliche Aufnahme durch die Stadt und ihre Einwohner zum Ausdruck.

Zum Abschluss des Besuches hatten die Gäste aus der Führungsakademie noch die Gelegenheit, eine Führung durch die repräsentativen Räumlichkeiten des Gebäudes aus dem 19. Jahrhundert zu erleben. Die hierbei gewonnenen Eindrücke wurden durch die fachliche Expertise der Rathausmitarbeiter ergänzt und so war es für alle Lehrgangsteilnehmer ein bereicherndes Erlebnis.

Seit 1962 wird der LGAI an der Führungsakademie der Bundeswehr durchgeführt. Ebenso lang wird die Clausewitz-Kaserne im Westen von Hamburg für ein Jahr zur Heimat für annähernd siebzig internationale Offiziere aus 35 Ländern. Traditionell heißt der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg die Lehrgangsteilnehmenden während eines Empfangs offiziell willkommen.

 


Autor: Stefan Berger

 

 

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