Autor: Mark Fritsche/Maximilian Voß; Fotografin: Katharina Junge / Bundeswehr

Hamburg, 20.02.2017

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Kommandeur der Führungsakademie begrüßt die erste Präsidentin eines Bundesamtes im Geschäftsbereich des BMVg

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Die Präsidentin des BAIUDBw über die Unterstützung der Soldaten im Einsatz

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Soldaten brauchen Unterkünfte - hier das Feldlager der Streitkräfte in Incirlik (TUR)

Die Präsidentin des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw), Ulrike Hauröder-Strüning, besuchte im Rahmen eines Lehrdeputats die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Den Teilnehmern der Generalstabs- und Admiralstabsausbildung stellte sie in ihrem Vortrag nicht nur die Organisation, Aufgaben und Ziele ihrer Behörde vor, sondern ging auch auf die besonderen Herausforderungen ein, die sich aus den derzeitigen Einsätzen der Bundeswehr für ihren Amtsbereich ergeben. Durch die Lehrdeputate der Spitzenführungskräfte der Bundeswehr erhalten die Lehrgangsteilnehmer der Akademie tiefe Einblicke in die verschiedenen Arbeitsbereiche der Streitkräfte.

Vielfältiges Aufgabenspektrum

Ausgestattet mit rund 23.000 Dienstposten, umfasst die Behörde neben dem Amt in Bonn unter anderem das Zentrum Brandschutz der Bundeswehr, das Verpflegungsamt der Bundeswehr, den Bereich Kompetenzzentrum Travel Management (Reiseplanung, Reiseabrechnung, Trennungsgeld- und Umzugsbearbeitung), die 43 Bundeswehr-Dienstleistungszentren, 7 Bundeswehrverwaltungsstellen im Ausland und 8 Einsatzwehrverwaltungsstellen. Dabei trägt das BAIUDBw die Verantwortung für alle nicht ministeriellen, zentralen Aufgaben aus den Bereichen Infrastruktur, gesetzliche Schutzaufgaben, Finanzen und Controlling sowie Dienstleistungen und Recht. Die Aufgaben werden in zivil-militärisch gemischten Strukturen wahrgenommen.

Unterstützung im Einsatz

Der Schwerpunkt der Ausführungen der Präsidentin lag auf den besonderen Herausforderungen bei der Einsatzunterstützung. Hauröder-Strüning wies besonders auf den dreifach Spagat zwischen bestmöglicher Unterstützung der Soldaten im Einsatz, gesetzlichen Vorgaben und den tatsächlichen Gegebenheiten im Einsatzland selbst hin. So verpflichtet das Amt auch Dritte für die Unterstützung bei der Unterbringung im Einsatz. Es kann sich hier um multinationale Partner, aber auch um Agenturen oder gewerbliche Dienstleister handeln, deren Schwankungen in Qualität und Anspruch das Amt in den o.g. Einsatzwehrverwaltungsstellen bestmöglich auszugleichen versucht.

Leistungspakete geschnürt

Gemeinsam mit der Bw Consulting, einer Inhouse-Beratung der Bundeswehr, hat das Amt für die Planung, Errichtung und den Betrieb der Feldlager in den Einsatzländern ein Leistungspaket entwickelt, um die Leistungen Dritter schneller in den Einsatz zu bringen. Für diese Leistungspakete soll derzeit im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung der bestmögliche industrielle Partner identifiziert werden. Dabei wird ganz bewusst Augenmerk darauf gelegt, dass der mögliche Dienstleister seine Leistungsfähigkeit auch unter Einsatzbedingungen unter Beweis stellt.

Aktuelle Herausforderungen

Von den aktuellen Einsatzgebieten hob die Präsidentin insbesondere den Einsatz in türkischen Incirlik hervor, wo für weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Einsatzbedingungen die Planungen bereits weit fortgeschritten sind. Die Umsetzung, so die Präsidentin Hauröder-Strüning, scheitere aber bislang an der Nichtratifizierung der Verträge und Vereinbarungen. Als aktuellstes Szenario stellte die Amtschefin den Einsatz im litauischen Rukla heraus, wo bei einem Investitionsvolumen von mehr als 20 Millionen Euro die Bautätigkeiten unter extremen Winterbedingungen durchgeführt werden. Momentan wird nach einer tragfähigen Interimslösung gesucht.

Ihren Vortrag schloss die erste Präsidentin des BAIUDBw mit einen Appell an die Teilnehmer: Wir als Wehrverwaltung stehen mit dem gesamten Spektrum unserer Dienstleistungen der Truppe im Inland, im Ausland und insbesondere in den Einsätzen zur Seite.