Autor: Maximilian Voß; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 13.02.2017

decoration / Dekoration

Generalleutnant Roßmanith zu den Herausforderungen von multinationalen Operationen

decoration / Dekoration

Hohe Aufmerksamkeit in den Reihen der Zuhörer

decoration / Dekoration

Hohe Anforderungen an Personal und Material zur erfüllung des Auftrags

Eine multinational besetzte Dienststelle der Streitkräftebasis, die darauf ausgerichtet ist, im Auftrag der Vereinten Nationen, der NATO oder der EU die Planung und Führung von weltweiten Krisenmanagementeinsätzen zu übernehmen, stand im Mittelpunkt der Ausführungen von Generalleutnant Richard Roßmanith. In seiner Funktion als Befehlshaber des Multinationalen Kommandos Operative Führung in Ulm besuchte er im Rahmen eines Lehrdeputats die Führungsakademie der Bundeswehr und hielt dort vor den Teilnehmern der Generalstabs- und Admiralstabsausbildung einen Vortrag zu den Aufgaben und Herausforderungen dieses Kommandos.

Sonderstellung in den Streitkräften

„Das Ulmer Kommando ist die zukunftsweisende Antwort auf die immer komplexer werdenden Herausforderungen von Einsätzen und auf den Zwang zur effizienteren Nutzung vorhandener militärischer Mittel“, erklärte Roßmanith und zeigte damit gleich die Relevanz dieser Einrichtung auf. Im Falle der Bündnisverteidigung sei es notwendig, dass die Nationen dem jeweiligen Bündnis die richtige Infrastruktur zur Führung der militärischen Kräfte verfügbar machen. „Genau diese Lücke schließt das Multinationale Kommando Operative Führung.“ So hänge der Erfolg einer Mission maßgeblich von der Infrastruktur, inklusive der IT-Landschaft, ab. Der General stellte klar: „Sie ist die Achillesferse der Führungsfähigkeit“.

Jederzeit und weltweit

Die Strukturen des Kommandos basieren wesentlich auf Jahre langen Erkenntnissen und Erfahrungen aus Übungen und den laufenden Einsätzen der Bundeswehr. „Unsere Kernkompetenz ist die Planung und Führung von zusammenwirkenden Land-, Luft- und Seestreitkräften, Sanitätspersonal und spezialisierten Kräften aus 16 verschiedenen Nationen, auch mit den zivilen staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren im Krisengebiet“, fasste der General zusammen. „Dabei ist das Kommando jederzeit schnell und weltweit verlegbar. Ständig einsatzbereites Personal sowie eine hochmobile Gefechtsstand- und moderne IT-Ausstattung gewährleisten die Erfüllung dieser Anforderung.“

Auf Einsatz ausgerichtet

Das multinationale Kommando befindet sich in einem fortlaufenden Evaluierungs- und Zertifizierungsprozess. „Wir wollen auch zukünftig als verlässliches Führungsinstrument der Bundeswehr und unseren Bündnispartner zur Verfügung stehen“, erklärte Roßmanith. Personal und Ausrüstung sowie Prozesse und Strukturen unterliegen deshalb einer regelmäßigen Neubewertung. „Mit den Übungen SABRE STRIKE im nächsten und TRIDENT JAGUAR im übernächsten Jahr bereiten wir uns auf mögliche Einsatzszenarien vor und wollen unseren Erfahrungsschatz weiter ausbauen. Anschließend streben wir die Zertifizierung als NATO-Headquarters an“, formulierte der Befehlshaber die klare Zielsetzung.