Autor: Maximilian Voß; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 06.02.2017

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Der Inspekteur der Streitkräftebasis zum Lehrdeputat an der Führungsakademie der Bundeswehr

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Ausführung zu den Herausforderungen der SKB

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Relevanz der SKB dargelegt: "Ohne uns läuft nichts"

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Reges Interesse und zahlreiche Nachfragen

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Jeder Besuch auch Anlass zum Austauschen

„Aktuelle und künftige Herausforderungen der Streitkräftebasis“: Der Inspekteur der Streitkräftebasis, Generalleutnant Martin Schelleis, hielt zu diesem Thema einen Vortrag im Rahmen eines Lehrdeputats. So sieht sich die Streitkräftebasis (SKB) durch die Errichtung des neuen Bereiches ‚Cyber- und Informationsraum‘ mit strukturellen und personellen Veränderungen konfrontiert. General Schelleis fügt sich mit seinem Lehrdeputat in eine Reihe regelmäßig stattfindender Veranstaltungen ein, durch die den Lehrgangsteilnehmern der Akademie tiefe Einblicke in die Arbeitsbereiche der Spitzenführungskräfte der Bundeswehr gewährt werden.

Bundeswehr im Wandel

„Wir befinden uns in einer Zeit des Wandels“, erklärte der Generalleutnant gleich zu Beginn seiner Ausführungen und deutete so auf die jüngsten sicherheitspolitischen Entwicklungen in Europa und der westlichen Welt. „Eine Organisation, die relevant bleiben will, muss sich permanent verändern“, sagte er und spielte damit auf die Tatsache an, dass steter Wandel heute zum Wahren der Kontinuität gehört. Auch die Bundeswehr habe sich den Gegebenheiten anzupassen und müsse sich so aufstellen, dass sie jederzeit in der Lage sei, auf Bedrohungen des Landes oder des Bündnisses reagieren und ihren Betrag leisten zu können.

Große Verantwortung

Sein Vortrag tangiert auch die Rolle Deutschlands in verschiedenen Bündnissen. Im Zentrum Europas fungiert Deutschland mehr und mehr als Drehscheibe für die alliierten Verstärkungskräfte. Ebenso ist Deutschland als ein Kernstaat der EU ein wesentlicher Träger der europäischen Verteidigung und muss sich entsprechend an Bündnissen militärisch beteiligen. Auch die Unterstützung innerstaatlicher Organisationen, beispielsweise im Rahmen der Hochwasser- und Flüchtlingshilfe, sind in der jüngsten Vergangenheit in einem so hohen Maß erfolgt, dass der Einsatz der Bundeswehr im Innern zunehmend diskutiert wurde. „In allen Szenarien wird die SKB auch in Zukunft eine wesentliche Rolle spielen und ihren Beitrag leisten“, schlussfolgerte Schelleis.

Streitkräftebasis baut sich um

Nach einer ausführlichen Vorstellung des Organisationsbereiches mit seiner Struktur und seinen Fähigkeiten leitete der Inspekteur auf die bevorstehenden Unterstellungswechsel einiger Dienststellen über. Er machte klar, dass auch der strukturelle Wandel auch vor der SKB keinen Halt machen wird. Die Relevanz der neuen Dimension ‚Cyber‘ und die damit einhergehende Etablierung eines eigenen Bereiches in der Bundeswehr hinterlassen innerhalb der SKB deutliche Spuren. „Viele Soldaten des künftigen Bereiches kommen in ihrer Funktionalität aus der SKB“, berichtete Schelleis. „Trotz des Wechsels von Dienststellen und Personals bleibt die SKB auch in Zukunft der zweitgrößte Bereich der Bundeswehr.“

Vielfalt und Zwänge

Die SKB zeichnet sich durch eine besondere Vielzahl an unterschiedlichen Fähigkeiten aus und unterstützt die Bundeswehr bei ihren Einsätzen im In- und Ausland. So sind in diesem Organisationsbereich unter anderem die Logistik, das Nachrichtenwesen, die bundeswehrgemeinsame Ausbildung sowie das territoriale Netzwerk abgebildet. Fähigkeiten, ohne die kaum eine Aktivität der Streitkräfte möglich wäre. „Ohne uns läuft nichts“, weiß der Generalleutnant. Die Unverzichtbarkeit führt jedoch auch zu Zwängen und Belastungen. Aufgrund der laufenden Einsätze, der einsatzgleichen Verpflichtungen, durch beispielsweise mehrwöchige Manöver, und die zunehmende Übungstätigkeit der SKB sei das Personal der SKB stark eingebunden.

Gelungene Veranstaltung

„Die Streitkräftebasis kann ein Beispiel für Europa sein“, weiß der Inspekteur. So sollen die Zusammenarbeit sowie der Austausch in speziellen Themenfelder, wie beispielsweise der Logistik, mit anderen Nationen der europäischen Gemeinschaft intensiviert werden. „Wir beabsichtigen deshalb, die SKB multinationaler auszurichten und unsere Fähigkeiten mit anderen Streitkräften noch mehr zu harmonisieren“, sagte er weiter. Die Zuhörer zeigten ein großes Interesse an den Ausführungen zu den Themen der SKB und nutzten die Gelegenheit für zahlreiche Nachfragen. „Für mich ist es nicht nur eine Verpflichtung, sondern es ist mir immer wieder auch eine Freude, die Führungsakademie zu besuchen“, erklärte Generalleutnant Schelleis schließend. Die Akademie und die Lehrgangsteilnehmer dankten General Schelleis für sein persönliches Engagement.