Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 02.11.2017

Begrüßung durch den Kommandeur

Die Militärattachés folgten dem Vortrag mit großem Interesse

Die Militärattachés folgten dem Vortrag mit großem Interesse

Generalleutnant Martin Schelleis stellt die SKB vor

Generalleutnant Martin Schelleis stellt die SKB vor

Viele ausländische Gäste

Viele ausländische Gäste

Militärattachés im Dialog

Militärattachés im Dialog

 

„Willkommen zu Hause“ – mit diesen Worten hat der Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw), Konteradmiral Carsten Stawitzki, 26 Militärattachés aus aller Welt an der FüAk begrüßt. „Schön, dass Sie wieder bei der alten Alma Mater zu Besuch sind.“ Alma Mater für zahlreiche ausländische Offiziere? Klar, für etwa die Hälfte der Militärattachés bedeutet die Reise nach Hamburg eine Rückkehr an ihre ehemalige Ausbildungsstätte. Sie haben hier den internationalen Generalstabslehrgang (LGAI) besucht. Die Attachés aus der Schweiz und Österreich waren die einzigen deutschsprachigen Teilnehmer. Vertreter der einzelnen Nationen reichten von Albanien, Algerien oder Australien über China bis zu Venezuela. 

Neuigkeiten von der FüAk

Der Besuch der Gruppe der Militärdiplomaten startete mit einem Kurzvortrag über die Veränderungen an der FüAk. Der Kommandeur stellte heraus: „Die internationale Ausrichtung der Akademie, die sich durch den Besuch der ausländischen Lehrgangsteilnehmenden am LGAI zeigt, ist der beste Weg, um den militärpolitischen Herausforderungen in einer globalisierten Welt zu begegnen.“ Die FüAk habe zunächst einen Input-Auftrag, der beinhaltet, den Lehrgangsteilnehmern Wissen und Können mit auf ihren Karriereweg zu geben. Das sei der klassische Auftrag der FüAk. Es käme ein zweiter Auftrag hinzu: der Aufbau eines Think-Tanks. Hieraus ergibt sich auch ein Output-Auftrag. Dieser wird durch eine Kooperation mit der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr (HSU) und einem bereits etablierten Ausbildungsgang, einem Lehrgang mit dem Abschluss eines Postdegree-Masterabschlusses, erfüllt. Durch diese Zusammenarbeit soll die bereits bestehende Expertise für Forschungsansätze noch nutzbarer gemacht werden.

Streitkräftebasis als Spinne im Netz

Der Inspekteur der Streitkräftebasis, Generalleutnant Martin Schelleis, stellte den ausländischen Militärattachés im Anschluss an die Worte des Kommandeurs die Streitkräftebasis der Bundeswehr vor. Hierbei handelt es sich um ein „netzwerkverbindendes Element der Bundeswehr, das alles aufnimmt und alles macht, was militärisch ist, jedoch nicht zu den Teilstreitkräften Heer, Luftwaffe oder Marine oder zu den beiden Organisationsbereichen Sanitätswesen oder Cyber gehört“. Im Rahmen des Auftrags der SKB, der unter dem Motto „Führen-Koordinieren-Unterstützen“ zusammengefasst werden kann, hat die SKB 17 Aufgaben, die „von A wie ABC über die Bereiche Feldjäger, Logistik, national-territoriale Aufgaben, Reserve, Spitzensport, Übungskoordination bis Z wie zivil-militärische Zusammenarbeit“ reichen.

Dieser Auftrag ist insofern bedeutend, als in dem neuen Weißbuch alle Aufträge an die Bundeswehr gleichbedeutend nebeneinanderstehen. Damit tritt die Bedeutung Landes- und Bündnisverteidigung wie auch des Heimatschutzes wieder gleichrangig neben den Auftrag, die außen- und sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit Deutschlands sicherzustellen. Und: Sicherheit und Stabilität im internationalen Rahmen zu fördern. Die Militärattachés folgten dem Vortrag mit großem Interesse.

Multinationale  Zusammenarbeit im Fokus

Für die SKB wird der multinationale Auftrag der Bundeswehr im Host-Nation-Support deutlich. Dahinter verbirgt sich ein Konzept, das dazu dient, Dienstleistungen der SKB für die Streitkräfte anderer Nationen zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise „leisten wir Hilfe und einen Beitrag zur Lösung kritischer Strukturen“, so General Schelleis. Diese „Multinationalisierung“ der SKB-Aufgaben wird beispielsweise im Aufbau eines Network für Logistic Hubs in Europe umgesetzt. Hierbei handelt es sich um eine Basis, die ausländischen Streitkräften zur Verfügung gestellt werden kann, um jede Nation mit Material und Personal zu bedienen.

Mit dem Blick hinter die Kulissen der SKB sowie der FüAk ging ein erkenntnisreicher Tag für die weltweit angereisten Offiziere zu Ende. Er stellte für die in Deutschland akkreditierten Attachés die erste Etappe ihrer Städtereise dar. Besuche bei Unternehmen stehen ebenso auf der Agenda wie viele weitere Dienststellen der Bundeswehr. Sie vervollständigen das runde Reise-Programm für die Militärattachés, um ihre Sicht auf Deutschland zu vertiefen. Ein Vorteil für die Kooperation auf beiden Seiten.