Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 06.10.2017

Teilnehmer des 18. LGAN mit dem Kommandeur der FüAKBw, Konteradmiral Carsten Stawitzki

Teilnehmer des 18. LGAN mit ihren Ehepartnern und dem Kommandeur der FüAKBw, Konteradmiral Carsten Stawitzki

 

Interessiertes Publikum

Vortrag über aktuelle Neuigkeiten an der FüAk

 

 Kranzniederlegung zu Ehren der Verstorbenen

Kranzniederlegung zu Ehren der Verstorbenen mit Generalleutnant a.D. Friedrich Riechmann (1.v.l.)

 


Bei der Ansprache an die Lehrgangsteilnehmenden

Bei der Ansprache an die Lehrgangsteilnehmer

 

Es liegt 40 Jahre zurück, dass sich die Teilnehmer des 18. Lehrgangs der Generalstabs- und Admiralstabsoffiziere National von der Führungsakademie der Bundeswehr  am 30 September 1977 verabschiedet haben und in ihre entsprechenden Tätigkeiten gerufen worden sind. In diesem Jahr traf sich ein großer Teil des damaligen Lehrgangs zusammen mit ihren Ehefrauen an der Führungsakademie. Der Kommandeur der Führungsakademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki, begrüßte die 31 Teilnehmenden im Moltke-Saal der Clausewitz-Kaserne. In seiner Begrüßungsansprache nahm der Kommandeur die Besucher mit in die Gegenwart der aktuellen Fragestellungen zum Traditionserlass und zur Führungsakademie.

Von Mürwik bis zur neuen Struktur

„Wenn eines passen würde, dann das Bild meiner alten Kadettenschule in Mürwik“, so der Kommandeur vor den Besucherinnen und Besuchern im Hinblick auf die Darstellung einer Traditionslinie, „denn dieses Gebäude sei das einzige, was seit der Kaiserzeit ununterbrochen im Dienst der Marine gestanden habe und bis heute steht.“ Damit war der Kommandeur bereits bei seinem Thema, denn wenige Wochen zuvor hat die Bundesministerin der Verteidigung, Ursula von der Leyen, den ersten Workshop zur Überarbeitung des Traditionserlasses in der Bundeswehr eröffnet.

Die drei Peillinien der Bundeswehr

Die Bundeswehr habe drei Peillinien, was dem Vorgehen eines Seemanns entspräche, um einen genauen Standort anzupeilen: Man benötige drei Peilungen, jedoch ist das Fehlerdreieck immer noch ungenau zur Standortbestimmung. So verhält es sich auch mit der Bundeswehr: Die drei Peillinien der Tradition der Bundeswehr sind die preußischen Reformer, die Personen um den 20. Juli 1944 sowie die eigene Geschichte der zurückliegenden 60 Jahre Bundeswehr. Er, der Kommandeur, verstehe den Auftrag für die FüAkBw so, sich mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen und dabei keinen Hochmut, jedoch auch keine Demut zur Leitfigur des eigenen Handelns zu machen. In beiden Worten stecke aber das Wort „Mut“. Und mit Mut wird auch der Auftrag der FüAkBw umgesetzt, der aus drei Bausteinen bestehe: aus der Basisqualifikation, aus der Elitenqualifikation zur Heranbildung einer Verantwortungselite des Staatsbürgers in Uniform und schließlich noch aus den Modulen mit ihren Lehrangeboten zur Weiterbildung.

Der bestehende Auftrag der FüAkBw

Geht man vom Auftrag der FüAkBw, der von der BM´in der Verteidigung im November letzten Jahres erweitert worden ist, aus, so steht die FüAkBw auf zwei Säulen. Zum einen ist dies die Ausbildung von Führungspersonal/ Führungskräften und zum anderen die Strategieberatung. Bei ersterem Aspekt geht es um die Frage, mit welchen Führungskenntnissen ein zukünftiger Kommandeur, auch der zukünftige Akademiekommandeur, ausgestattet sein muss, damit er auch in 20 Jahren seinen Auftrag erfüllen kann. Neue Ausbildungsfelder werden die bestehenden ebenso ergänzen wie die Einführung der kompetenzorientierten Ausbildungsmuster. 

Der erweiterte Auftrag der FüAkBw

Im zweiten Teil geht es um die Wissenschaft. Die Akademie ist in einem Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Praxis. Damit sie den Output-Auftrag der Beratung für die Ministerien und die Bundesregierung erfüllen kann, erhielt die FüAkBw den Auftrag zum Ausbau eines Think-Tanks. Dieser Think-Tank wird dabei nicht allein die Akademie bilden. Die Beratungsexpertise wird in Zusammenarbeit mit der Helmut-Schmidt-Universität gebildet. Bereits heute können die Absolventen der nationalen Generalstabs- / Admiralitätsstabslehrgänge den Abschluss eines "Masters für Militärische Führung und internationale Sicherheit" (MFIS) erwerben. Für Admiral Stawitzki ist die FüAkBw einem Ginko-Blatt vergleichbar. Getreu nach Goethe: „Wir sind zwei und doch eins.“

Ein reicher Tag ging zu Ende

Eine Kranzniederlegung zum Gedenken an die bereits verstorbenen Lehrgangsteilnehmer sowie ein Vortrag von Oberst i.G. Frank Schmidt zum Auftrag und Gliederung des Bereiches Heer an der Führungsakademie, der Lehre Landstreitkräfte sowie den aktuellen konzeptionellen Herausforderungen zur Weiterentwicklung des Heeres beendeten den bereichernden Besuchstag der Teilnehmer des 18. LGAN national.