Autor: Inka von Puttkamer; Fotos: Bundeswehr

Hamburg, 14.08.2017

General Zimmer ,,Der Erfolg in der Rüstung ist ein Gemeinschaftsprojekt''

General Zimmer ,,Der Erfolg in der Rüstung ist ein Gemeinschaftsprojekt"

,,Infanterist der Zukunft''

"Infanterist der Zukunft"

U32 Typ 212A an der Pier

U32 Typ 212A an der Pier











Mit Praxisbeispielen im Gepäck reiste der Abteilungsleiter Ausrüstung, Generalleutnant Benedikt Zimmer, nach Hamburg, um den jungen Berufsoffizieren des „Basislehrgang Stabsoffizier“ an der Führungsakademie der Bundeswehr einen Überblick über die Rüstung zu geben.

Wohin mit der Rüstung?

Das ist das Ziel: allen Soldatinnen und Soldaten die bestmögliche Ausrüstung zur Verfügung stellen, damit sie ihren Auftrag erfolgreich erfüllen können. Die „Trendwende Material“ hat dazu einen großen Stein ins Rollen gebracht, um Ausrüstung, die im besten Falle preiswerter als bisher ist, schneller in die Truppe zu bringen als bisher. Die „Agenda Rüstung“ von 2014 soll zu einer gezielten Modernisierung und Optimierung des gesamten Rüstungswesens der Bundeswehr führen. Es gibt eine neue strategische Ausrichtung, die strikt bedarfsorientiert ist und klare rüstungspolitische Ziele hat. Zu diesen gehören zum Beispiel internationale Kooperationen, aber auch das Abstützen auf nationale Schlüsseltechnologien. Zur Agenda Rüstung gehören des Weiteren ganz konkrete operative Ziele wie ein besseres Vertragsmanagement und das schnellere Herbeiführen notwendiger Entscheidungen. Abgerundet wird die Agenda durch ein neues Selbstverständnis, aus dem Lösungsorientierung, Transparenz und Risikobereitschaft hervorstechen. Erst kürzlich hat die mit der Rüstung beauftragte Staatssekretärin Katrin Suder zu dem Thema an der Führungsakademie vorgetragen .

Sinnvolle Verbesserungen

Was bedeutet das alles konkret? Die Fähigkeitsforderungen an ein neues System übersteigen oft das, was als Kompromiss realisiert werden kann. Wird ein Hubschrauber gesucht, der sowohl von der Marine als auch von Spezialkräften genutzt werden soll, hat jeder Nutzer viele individuelle Wünsche, die unter einen Hut gebracht werden müssen. Soll der „Infanterist der Zukunft“ alles haben, was ihm in sämtlichen Lagen helfen kann, trägt er eine unfassbar schwere Ausrüstung. Kluges Abwägen und das Vertrauen auf den gesunden Menschenverstand sind essentiell. Von daher wurde der Dialog zwischen dem Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) und der Verteidigungsindustrie auf eine neue, strukturierte Basis gestellt, wobei die Erwartungen der Bundeswehr als öffentlicher Auftraggeber an die Industrie klar artikuliert werden. So kann bei Neu- und Fehlentwicklungen, aber auch bei Nachrüstungsbedarf schneller eingegriffen und geändert werden. Mit den halbjährlichen Berichten des BMVg zu Rüstungsangelegenheiten wird das Parlament regelmäßig und transparent über Rüstungsprojekte informiert. Ein Musterprojekt ist die Kooperation im UBoot-Bau zwischen Deutschland und Norwegen. Die strategische Partnerschaft wird baugleiche U-Boote für die deutsche und die norwegische Marine hervorbringen und garantiert gleichzeitig eine Schlüsseltechnologie.

Selbst mitmachen!

General Zimmer wirbt für den Arbeitsplatz Rüstung – „wir können nur selbst etwas ändern, wenn wir in die Rüstung gehen!“ Er macht deutlich, dass er ein Fan von pragmatischen Entscheidungen ist und rät seinen Zuhörern, zügige Lösungen für Herausforderungen zu finden, Dinge möglich zu machen und Fehler zunächst bei sich selbst zu suchen, den „eigenen Bereich aufzuräumen, bevor man mit dem Finger auf andere zeigt“. So füllt man den neuen Rüstungsprozess mit Leben. In einem Interview 2015 hebt er die Verbindung von Mensch und Material, von „Agenda Attraktivität“ und „Agenda Rüstung“ hervor: „Der Erfolg in der Rüstung ist ein Gemeinschaftsprojekt.“