Autor: Inka von Puttkamer ; Fotos: Mario Poirier - RMC Saint-Jean

Montreal, Kanada, 31.07.2017

Generalleutnant Choi Byeong-Ro von der Korea Military Academy

Generalleutnant Choi Byeong-Ro von der Korea Military Academy

20 Nationen – ein Thema

20 Nationen – ein Thema

Oberstleutnant Heymann übergibt das Wappen der Führungsakademie

Oberstleutnant Heymann übergibt das Wappen der Führungsakademie

Zum ersten Mal haben Vertreter der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) am „International Symposium on the Development of Military Academies“ (ISoDoMA 2017) teilgenommen. Die Tagung findet bereits zum fünften Mal statt und dient der Weiterentwicklung von Militärakademien und dem internationalen Austausch untereinander. Unter den 70 Teilnehmern, die an das Royal Military College Saint-Jean in Montreal gereist sind, sind Offiziere und zivile Mitarbeiter aus über 20 Nationen. Aus dem Fachbereich Führung und Management sind Oberstleutnant Felix Heymann und Hauptmann Dr. Philipp Schaller in Kanada vor Ort, um das Konzept der kompetenzorientierten Ausbildung vorzustellen und zu diskutieren.

Kompetenzorientierung in aller Munde

Die ISoDoMA ist 2006 aus einer Konferenz an der „Korea Military Academy“ entstanden und wird inzwischen alle zwei Jahre von wechselnden Militärakademien unter einem bestimmten Oberthema ausgerichtet. Dieses Jahr geht es um die Vereinbarkeit der intellektuellen (Fort)Bildung von Offizieren auf der einen Seite und der berufsspezifischen auf der anderen Seite. Das Thema ist in drei Panels aufgeteilt und Vortragende aus allen Teilnehmernationen berichten von ihren Akademien. Im Rahmen des letzten Pannels („The intellectual and professional development of military personnel: Competencies and Collaboration in Military Academies“) trägt Hauptmann Schaller zum Thema "Kompetenzorientierung in der Ausbildung - ein Paradigmenwechsel an der Führungsakademie der Bundeswehr" vor.

Potenziale nutzen

Die Kompetenzorientierung wird aktuell in den Ausbildungsplänen der FüAkBw manifestiert. Sie geht weg vom Modell des Frontalunterrichts und nutzt die Potenziale von Lehrgangsteilnehmenden. Sie ist darauf ausgerichtet, diese zu fördern (die Kompetenzorientierung im Basislehrgang Stabsoffizier) und Messbarkeit von Kompetenzen nach dem KODE® -Verfahren. Schaller spannt einen Bogen von den Grundsätzen der Kompetenzorientierung zum Verlauf des Veränderungsprozesses an sich. Die anschließende Diskussion befasst sich mit der praktischen Umsetzung in der Ausbildung und besonders bei Prüfungen. Außerdem wird thematisiert, wie die Veränderung in den Köpfen des Lehrpersonals manifestiert werden kann.

Erkenntnisgewinn für die FüAkBw

„Wir haben sehr interessante Impulse durch den Blick von außen auf unser Konzept bekommen. Besonders das Gespräch mit den Teilnehmern von den österreichischen Akademien war aufschlussreich – sie haben die Kompetenzorientierung schon im Lehrplan umgesetzt. Wir wollen den Kontakt in Zukunft intensivieren und uns eng austauschen!“, berichtet Schaller von seinen Erlebnissen. Deswegen ist ein Besuch geplant, aber auch die gegenseitige Unterstützung bei Problemstellungen. Zurzeit sind das besonders die beiden Herausforderungen, die Kompetenzen messbar zu machen und die Lehrpläne zu Lernplänen umzuschreiben. Hauptmann Schaller erzählt, dass einige Akademien im Gegensatz zur Kompetenzorientierung eine Akademisierung ihrer Lehre vornehmen. Das ist der Tatsache geschuldet, dass die Absolventen akademische Abschlüsse erreichen sollen. Allein an diesen unterschiedlichen Entwicklungen ist zu sehen, dass das regelmäßige Zusammentreffen ein Gewinn ist, um nationenübergreifend auf einem Kenntnisstand zu bleiben. Wenn die nächste ISoDoMA 2019 in Schweden stattfindet, ist die Anreise von der FüAkBw auf jeden Fall etwas kürzer als nach Kanada.