Autor: Stefan Bremkens ; Fotos: ZInFü Koblenz

Koblenz, 24.07.2017

LGAN zu Gast im ''Mutterhaus'' der Inneren Führung

LGAN zu Gast im "Mutterhaus" der Inneren Führung

General Zorn über die Führungsphilosophie in den Streitkräften

General Zorn über die Führungsphilosophie in den Streitkräften

Erfahrene ''Spieße''diskutieren mit den jungen Führungskräften über die Anwendung der Inneren Führung im Truppenalltag'' width=

Erfahrene "Spieße"diskutieren mit den jungen Führungskräften über die Anwendung der Inneren Führung im Truppenalltag

Workshops und Coachings gehen auf die unterschiedlichen Aspekte des Themenkomplexes der Inneren Führung ein

Workshops und Coachings gehen auf die unterschiedlichen Aspekte des Themenkomplexes der Inneren Führung ein

 

 

 

 

 

 

Als Auftakt für eine zweiwöchige Weiterbildung zur Thematik der „Inneren Führung“ besucht der nationale Lehrgang Generalstabs- und Admiralstabsdienst (LGAN 2015) das Zentrum Innere Führung (ZInFü) in Koblenz. Im Mutterhaus der Führungsphilosophie der Bundeswehr erhalten die Lehrgangsteilnehmenden und ihre Tutoren Informationen aus erster Hand über die aktuellen Entwicklungen und Handlungsfelder der Inneren Führung. „Ich halte es für außerordentlich wichtig, dass die angehenden Generalstabsoffiziere vor Ort Gelegenheit zum Austausch haben über das, was uns Menschen in deutscher Uniform zusammenhält“, sagt Generalmajor Reinhard Zudrop, der Kommandeur des ZInFü. Beim gemeinsamen Icebreaker berichtet er sehr persönlich aus seiner langjährigen Erfahrung als Truppenführer und gibt den Lehrgangsteilnehmenden bei dieser ungezwungenen Möglichkeit Zeit zum Gespräch mit anderen Angehörigen des ZInFü.


Die „Konzeption Innere Führung“ als zeitlose Philosophie?

Harte Arbeit kommt an den nächsten beiden Tagen auf die Offiziere zu. Sie werden in drei Arbeitsgruppen aufgeteilt und bearbeiten unterschiedliche Aspekte der Inneren Führung. Die Anwendbarkeit der Inneren Führung im Zeitalter moderner Kommunikation und sozialer Netzwerken wird diskutiert. Ob die Grundidee von Wolf Graf von Baudissin im Zeitalter von Populismus und Extremismus noch Gültigkeit hat, wird kritisch hinterfragt. Abschließend erfahren die Lehrgangsteilnehmenden in einem Rollenspiel die Funktion und den Mehrwert von Coachings. An der Führungsakademie wird zur Zeit im Rahmen der Einführung der kompetenzorientierten Ausbildung geprüft, inwieweit Coaching-Elemente abgebildet werden können.

Ungewöhnlicher Erfahrungsaustausch inklusive

Abgerundet werden die Workshops mit einem Treffen mit Spitzendienstgraden der Feldwebellaufbahn aus allen Teilstreitkräften. Die erfahrenen „Spieße“ diskutieren mit den jungen Führungskräften über die konkrete Anwendbarkeit der Inneren Führung im Truppenalltag und tauschen Erfahrungen aus. „Ich bin begeistert, was für tolle ‚Spieße‘ wir in der Bundeswehr haben, sie werden ihrem Ruf als Mutter der Kompanie gerecht. Außerdem ist es spannend zu hören, dass das Zusammentreffen trotz der so unterschiedlichen Ebenen ergeben hat, dass wir alle die gleichen Herausforderungen für unsere Innere Führung sehen“, berichtet ein Lehrgangsteilnehmer hinterher beeindruckt. Eine Wiederholung der Begegnung wird von allen Seiten gewünscht.


Vielfältige Fortsetzung in Hamburg

In der zweiten Woche der Weiterbildung werden die Gespräche und Workshops an der Führungsakademie in Hamburg fortgesetzt. Dabei steht täglich ein Experte aus Wissenschaft, Gesellschaft oder Militär zur Verfügung. Unter den Vortragenden ist Prof. Dr. Elmar Wiesendahl, der nach langjähriger Tätigkeit an der Führungsakademie und der Universität der Bundeswehr Hamburg Experte für Innere Führung ist. Er befürwortet eine Anpassung der Inneren Führung an die aktuellen Einsatzszenarien und die Aussetzung der Wehrpflicht. Dr. Alexander Tiedtke, Hamburger Unternehmer, berichtet, wie ihm seine Kenntnisse der Inneren Führung im Zivilleben geholfen haben, in Führungspositionen zu bestehen. General a.D. Wolfgang Schneiderhan berichtet als ehemaliger Generalinspekteur von der Anwendung des Konzepts auf höchster militärischer Führungsebene und spricht sich für eine zeitgemäße und kritische Auseinandersetzung mit der Inneren Führung aus. Dieses hochkarätige Programm wird genauso wie in Koblenz in Arbeitsgruppen weiter vertieft. Die Inhalte der Weiterbildung werden die künftigen Generalstabsoffiziere auf ihrem weiteren Weg begleiten. Sie haben die Möglichkeit genutzt, Impulse zu setzen und sich mit den Inhalten der Inneren Führung aus verschiedenen Blickwinkeln zu befassen.