Autor: FüAkBw ; Fotos: Fachbereich Führung und Management

Hamburg, 13.07.2017

Zunächst noch skeptische Blicke

Zunächst noch skeptische Blicke

Offene Diskussionen im lockeren Rahmen

Offene Diskussionen im lockeren Rahmen

Entwerfen der Führungskraft in 2030 im Gruppenrahment

Entwerfen der Führungskraft in 2030 im Gruppenrahment

 

 

Sich als Führungskraft reflektieren, den eigenen Horizont erweitern, erfahren, wie „die Anderen“ ticken und sich gegebenenfalls neu kalibrieren: darum geht es im bundeswehrgemeinsamen Führungskräftetraining. Hier bearbeitet das künftige militärische und zivile Spitzenpersonal aus allen Teilstreitkräften und Organisationsbereichen der Bundeswehr führungsrelevante Themen mit teils bekannten, teils ungewöhnlichen Methoden. Das in vielen Durchgängen erprobte Konzept brachten Oberstleutnant Reinhard Beckmann von der Führungsakademie der Bundeswehr und die Wissenschaftliche Direktorin Silke Brand-Schoder vom Bildungszentrum der Bundeswehr in Hamburg mit vielen eigenen Akzenten zum Einsatz.


Die Führungskraft im Mittelpunkt

Mit dem Situations-Check läuft bereits die Vorstellungsrunde nicht wie sonst in der Bundeswehr üblich. Auch die Aufgabe, sich selbst als Führungskraft mit LEGO-Steinen zu bauen und den anderen Teilnehmenden vorzustellen, „ist ungewöhnlich, aber sehr aufschlussreich“, wie einer der Teilnehmer in der Reflexionsrunde formuliert. Er stellt zur Sicherheit lachend klar: „positiv anders“. Selbst Pausen sind Teil des Konzeptes und dienen der Fortsetzung des Austausches in anderer Form und lockerer Runde. So liegt es nahe, dass mit der Methode World Café gearbeitet wird. Es handelt sich um eine ergebnisorientierte Tischdiskussion mit verschiedenen Fragestellungen und wechselnden Gruppenkonstellationen. Sogar Bilderwürfel, die Story Cubes, kommen zum Einsatz. „Bei aller Themen- und Methodenvielfalt steht immer der oder die Einzelne als Führungskraft im Mittelpunkt“, zeigt Oberstleutnant Beckmann den roten Faden des Seminares auf.


Teamfindung mit Serious Play

Die preisgekrönte Führungskraft des Jahres 2030, die alte Zöpfe abgeschnitten und Lehmschichten durchdrungen hat, ist die Vision, die mit der Methode LEGO Serious Play entwickelt wurde. „Ein LEGO-Modell hilft, einen gemeinsamen Zeichensatz zu schaffen. Auch Abstraktes wie ein Prozess kann damit begreifbar und beschreibbar gemacht werden“, fasst ein Teilnehmer seine Erkenntnisse zusammen. „Wir reden anhand des Modelles am Ende tatsächlich alle über das Gleiche“, meint ein Anderer leicht erstaunt. Am Ende der lebhaften Debatten in den drei zivil-militärisch gemischten Teams folgt die banal klingende, den entstandenen Teamgeist gleichwohl verdeutlichende Feststellung: „So verschieden sind wir gar nicht, es geht uns um die gleichen Werte und Kernthemen.“

Breites Themenspektrum

Eingerahmt werden die Gruppenarbeiten zu „Führung“ in wechselnder Zusammensetzung von Fachvorträgen aus den Bereichen Personalgewinnung und -management. „Jede Menge Erkenntnisgewinne über die jeweils andere Statusgruppe“, umschreiben die Teilnehmenden diesen Block in der abschließenden Feedback-Runde. Mit Themen wie „Unconscious Bias“, (unbewusste Verzerrungen/ Denkmuster), Familie, Dienst und Beruf oder Prozessmanagement und dem integrierten Planungsprozess wird das Portfolio um wichtige „weiche“ und „harte“ Bausteine ergänzt. Das Team-Teaching-Duo Beckmann / Brand-Schoder bespielt - wie die Teilnehmenden - mit seinen unterschiedlichen Biografien, Geschlechtern und Sichtweisen selbst die Klaviatur der Vielfalt in der Bundeswehr. Das kam bei den Teilnehmenden sehr gut an. „Ein Lehrgang, den ich unbedingt weiterempfehle“, lautet am Ende der Woche das einhellige Fazit.