Autor: Detlef Harry Baum ; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 04.07.2017

Squadron Leader (UK RAF) Tony O’Neill beim Vortrag über das Movement Coordination Center Europe

Zahlreiche Fachreferenten trugen zum Thema vor

Experten diskutieren aktuelle Aspekte der Mobilität

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Wie bekommen wir Truppen über weite und mittlere Entfernungen zeitgerecht von A nach B?“ Eine Woche lang beschäftigten sich nationale und internationale Experten mit Themen rund um die Verlegung von Mensch und Material in ein mögliches Einsatzgebiet.

Nicht nur Logistikexperten

Zum Modul „Strategische und operative Mobilität“ waren nicht nur in- und ausländische Vertreter des Militärs gekommen, sondern ebenso zivile Teilnehmer und Vortragende, wie z.B. vom Logistikdienstleister Kühne+Nagel Co. KG. Durch die Erfahrungsbandbreite der Teilnehmenden konnten somit nicht nur Informationen vermittelt, sondern auch intensive Gespräche geführt und das persönliche Netzwerk ausgebaut werden. Es waren neben Logistikexperten auch fachfremde Interessierte eingeladen, um besonders bei ihnen ein Bewusstsein für das Thema zu schaffen.

Thema mit Einsatzrelevanz

Die strategische und operative Mobilität bekommt gerade in der derzeitigen sicherheitspolitischen Lage eine immer größere Bedeutung bei der Planung militärischer Operationen: Mensch und Material müssen kurzfristig in ein Einsatzgebiet gebracht und auch wieder zurückgeholt werden können. „Die Einsatzsituation wie in Afghanistan, wo Transportwege Jahre lang existieren und sich gut etablieren können, wurde gemäß der Beschlüsse der letzten NATO-Gipfel ergänzt“, führt der Seminarleiter Oberst i.G. Detlef Baum aus und ergänzt weiter: „Die Etablierung der Very High Readiness Joint Task Force, besonders schnell verlegbare Eingreifkräfte zum Schutz der NATO-Außengrenzen, erfordert ein Umdenken und bedingt extrem schnelle Reaktionsfähigkeit.“

Bunter Strauß an Vorträgen

Vortragende von verschiedenen Stellen gestalteten das Programm. Nach einer Einleitung durch das Einsatzführungskommando der Bundeswehr trugen Vertreter des Logistikkommandos der Bundeswehr aus Erfurt, des Logistikzentrums der Bundeswehr aus Wilhelmshaven sowie des Multinationale Kommandos Operative Führung aus Ulm waren vor. Weiterhin war ein Vertreter des Movement Coordination Centre Europe aus Eindhoven anwesend. Dieses koordiniert und vergibt Einsatzstunden auf verschiedenen Transportflugzeugen aller teilnehmenden Nationen.

Abgerundetes Lagebild

Ein Vertreter der NATO Support and Procurement Agency, der Logistikagentur der NATO, trug zu Unterstützungsmöglichkeiten vor. Das Bild wurde thematisch durch Vertreter der Kühne+Nagel Co. KG abgerundet, die die Zusammenarbeit der Bundeswehr mit der zivilen Wirtschaft erörterten. Unter der Planung und Leitung von Oberst i.G. Detlef Baum, Leiter des Fachgebietes „Joint Logistics“, war der tägliche Input groß, um angeregte Diskussionen zu führen.

Blick über den logistischen Tellerrand

Als Zugabe erhielten die Teilnehmer eine Einweisung in den operativen NATO-Planungsprozess und dessen logistische Besonderheiten. Die Woche wurde mit einer Ausbildungsfahrt in den Hamburger Hafen zur „Hamburg Port Authority“ beendet. Dort gab es eine Einweisung in die Digitalisierung des Seeschifffahrtshafens Hamburg. Zufrieden und thematisch auf dem neusten Stand reisten am Ende der Woche alle wieder in ihre Dienststellen und Unternehmen zurück.