Autor: Christiane Rodenbücher ; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 09.05.2017

Kranzniederlegung mit Konteradmiral Stawitzki und Soldaten der Führungsakademie

Die Teilnehmer an der Gedenkstätte

Schüler der Stadtteilschule Bergedorf bei ihrer Lesung

„Unsere Verpflichtung – Versöhnung und Frieden“ – getreu dieser Inschrift des zentralen Gedenksteins auf der Internationalen Kriegsgräberstätte des Ohlsdorfer Friedhofs hat der Kommandeur der Führungsakademie an einer Gedenkveranstaltung zum Ende des Zweiten Weltkrieges teilgenommen. Zusammen mit zahlreichen Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Militär hat Konteradmiral Carsten Stawitzki der etwa 3.800 Menschen aus mehr als dreißig verschiedenen Ländern gedacht, die während des Zweiten Weltkrieges in Harnburg zu Tode gekommen sind und dort begraben liegen. Mit einer Delegation der Führungsakademie hat der Kommandeur für die Bundeswehr am Standort Hamburg einen Kranz niedergelegt.

Die Repräsentanten haben eines gemeinsam: Die Fürsorge und die Auseinandersetzung mit diesen Gräbern sehen sie als einen Beitrag zur Friedenswahrung in Europa. Vertreter der Stadt Hamburg und der Konsulate, der Kirchen, von Bildungseinrichtungen und verschiedenen Verbänden, Schriftsteller sowie der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge würdigten die Toten.

Erinnern und Gedenken

„Zur Zukunft gehört Herkunft“, zitierte Karen Koop die Tor-Inschrift eines Hamburger Gymnasiums. Die Hamburger Landesvorsitzende des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge hatte die Einladung ausgesprochen und begrüßte die anwesenden Gäste mit einer Rede. Wie viel Erinnern und gedenken tun gut? Es könne keinen Erinnerungsstopp an die Gedenken des Zweiten Weltkriegs geben, appellierte Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt im Anschluss an das Bewusstsein der Deutschen, sich auch weiterhin mit den verheerenden Folgen des Zweiten Weltkriegs auseinander zu setzen. Weitere Gedenkworte hinsichtlich der Versöhnung über den Gräbern sprach Reverend Canon Dr. Leslie Nathaniel von der Church of England.

Generationsübergreifendes Interesse

Schüler der Stadtteilschule Bergedorf sorgten mit ihrer szenischen Lesung für einen würdigen literarischen Rahmen. Sie nahmen dabei die Rollen eines deutschen Unternehmers, der Zwangsarbeiter beschäftigte, sowie von zwei Kriegsgefangenen aus dem Hamburger Umland ein und schilderten die Kapitulation 1945 aus ihrer Perspektive. Dies gab der Zeremonie einen authentischen, anschaulichen Charakter und hinterließ bei den rund 50 Teilnehmern einen nachhaltigen Eindruck der Ereignisse.

Beim Totengedenken zum Abschluss der Veranstaltung bezog Karen Koop neben den Gefallenen des Zweiten Weltkrieges und den Opfern des Nationalsozialismus ausdrücklich alle Menschen mit ein, die heute von Krieg, Verwundung und Verfolgung betroffen sind. Auch die in den weltweiten Einsätzen der Bundeswehr Gefallenen. Die Gäste sind sich einig: ein würdiger Ausklang für eine bewegende Veranstaltung.