Autor: Axel Hänisch ; Fotos: Katharina Junge / Dennis Brandt

Hamburg, 08.05.2017

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Hafenrundfahrt auf FGS „Putlos“

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Die Teilnehmer von CJEX

Am vergangenen Freitag begann die Combined Joint European Exercise (CJEX). An dieser jährlich stattfindenden multinationalen Übung nehmen – neben der Führungsakademie der Bundeswehr – auch die Partnerakademien Großbritanniens, Frankreichs, Spaniens und Italiens teil. Darüber hinaus partizipieren auch Angehörige der polnischen War Studies University direkt und Angehörige der rumänischen National Defense University „Carol I“ in einer Beobachterrolle an dieser Übung. Somit wurden insgesamt 65 internationale Gäste durch die Akademieführung begrüßt.


Ziel der Übung CJEX 2017 ist es, in Anlehnung an den Planungsprozess der NATO, eben diesen für einen EU-geführten Einsatz auf operativer Ebene in multinationalen Stäben anzuwenden. Darüber hinaus dient sie der Förderung der interkulturellen Kompetenz sowie der strukturierten und individuellen Netzwerkbildung aller Lehrgangsteilnehmer. Das diesjährige Szenario steht dabei unter dem Namen „Combined Destiny“. In diesem kommt es in einer fiktiven Region bestehend aus vier unterschiedlichen Einzelstaaten in der Sub-Sahara zu ethnischen, politischen und ökonomischen Konflikten. Trotz größter Bemühungen mittels einer UN-Beobachtermission gelingt es nicht, Gewalt und Terror, aber auch humanitäre Katastrophen und Flüchtlingsströme zu verhindern. Das Gegenteil ist der Fall: sie nehmen zu, die Lage wird zunehmend schlechter und eines der Länder droht ins Chaos zu verfallen. Die UN kann dieser Entwicklung nicht tatenlos zusehen und arbeitet gemeinsam mit den Ländern in dieser Region sowie der EU an einem gemeinsamen Friedensplan. Um diesen zu untermauern, soll eine Stabilisierungsoperation durchgeführt werden. Mittels einer „Bridging Operation“ soll diese vorbereitet werden. Und eben diese gilt es nun noch bis zum 12. Mai 2017 zu planen.


Doch nicht nur die Führungsakademie ist somit ein stückweit bunter geworden, auch die Partnerakademien empfingen nahezu gleichstarke Delegationen. Auch von der Führungsakademie der Bundeswehr. Hierfür reisten vier Hörsäle des Lehrgang Generalstabs-/ Admiralsstabsdienst national 2015 nach Rom, Paris, Shrivenham und Madrid, um die Übung von dort aus zu bestreiten. Von den in Hamburg verbliebenen Hörsälen nimmt einer an der Übung teil und ein Hörsaal stellt die organisatorische und administrative Ausgestaltung sicher. An allen Akademien wurde „die Übungstruppe“ der jeweiligen Länder miteinander durchmischt und auf verschiedene Planungsgruppen aufgeteilt. Auch in diesem Jahr werden die Übungsteilnehmer durch vier hochkarätige ehemalige Flaggoffiziere unterstützt und angeleitet. Diese stehen je einer Planungsgruppe als Senior Mentor zur Verfügung. Daher unterstützen sie nicht nur mit ihrer jahrzehntelangen Expertise, sondern übernehmen auch in der Rolle als Joint Force Commander die übergeordnete Entscheidungsfunktion in den einzelnen Planungsgruppen. Zusätzlich unterstützen Subject Matter Experts aus den verschiedenen Fachgebieten die Übung. Dieses „Setting“ stellt sicher, dass die Übungteilnehmer ihr Verständnis im operativen Planungsprozess ausbauen, festigen oder „schärfen“ können.


Neben der eigentlichen Übung sollen die Teilnehmer aber auch Hamburg kennenlernen, was ein wesentlicher Bestandteil der Übung darstellt. So fand am zurückliegenden Wochenende nicht nur eine geführte Stadtrundfahrt sondern auch der Besuch eines Einsatzgruppenversorgers der Deutschen Marine sowie eine Hafenrundfahrt statt. Besonders aber wird der Hamburger Hafengeburtstag allen in unvergesslicher Erinnerung bleiben.

 

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