Autor: Jürgen Bredtmann; Fotos: Jürgen Bredtmann

Flensburg, 06.03.2017

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Die Teilnehmer waren sehr schnell in der Lage, auf neue Situationen zu reagieren

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Hauptmann Dr. Philipp Schaller erläutert die komplexen Zusammenhänge

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Neue Lernsituationen und Handeln stehen im Mittelpunkt

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Auf dem alten Friedhof in Flensburg erklärt Oberst i.G. Strunk Zwistigkeiten zwischen Deutschen und Dänen

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Intensiver Blick ins Gelände auf der Schanze 4


 


 


 

Veränderungen bewältigen, sich auf neue Situationen einstellen, Mitarbeiter überzeugen und mitnehmen - das ist häufig schwierig für Menschen und Unternehmen. Die Führungsakademie als Ganzes ist derzeit in so einem Prozess. Der Fachbereich Führung und Management im Speziellen war es auch: Während der Klausurtagung an der Marineoffizierschule in Flensburg befassten sich die anwesenden 24 Angehörigen mit einem Veränderungsprozess in einem fiktiven Unternehmen anhand eines Planspieles.

Auswirkungen in komplexen Situationen


"Jedes Spiel ist immer auch ein bisschen wie das richtige Leben", erklärt der Dozent für Veränderungsmanagement, Hauptmann Dr. Philipp Schaller, der diesen ersten Teil der Tagung vorbereitet hatte. Eine fiktive Firma sollte sich für einen neuen Markt aufstellen, neu ausgerichtet werden. Neue Vision, neue Produktions- und Arbeitsabläufe, neue Kunden und Zulieferer. "Mit diesem Planspiel bekomme ich auch gleich eine andere Methode für die Ausbildung an die Hand", sagt Oberstleutnant Stefan Fritzsche, der wie die anderen Teilnehmer von der Computer gestützten Simulation sehr angetan war. "Veränderungen haben auch immer viel mit sozialen Netzwerken zu tun", so die Erkenntnis bei vielen, denn die Abhängigkeiten in einem Betrieb sind nicht nur linear. Nicht nur beispielsweise zwischen Produktion und Lieferanten, Kunden und Vertrieb oder Meister und Chefsekretärin gibt es Beziehungen und Wechselwirkungen - ähnlich wie im richtigen Leben. Und oft können nicht alle Mitarbeiter bei betrieblichen Veränderung gewonnen werden, für die dann gegebenenfalls eine andere Tätigkeit gefunden werden kann.

Erwachsenenbildung, die Spaß macht 


"Mir ist aufgefallen, dass mehr Eigendynamik einsetzt, sobald wir ins Handeln kommen. Wir müssen den Mitarbeitern auch immer wieder viel erklären", so Oberstleutnant Felix Heymann in seinem Fazit am Ende des Planspiels. "Das stimmt. Die Masse der Ressourcen, auch Zeit und Geld, gehen für das Auftauen zu Beginn des Veränderungsprozesses drauf", bestätigt Hauptmann Dr. Schaller. "Wir haben eine prima Erwachsenenbildung gemacht, Spaß gehabt, aktiv gehandelt und angeknüpft an Bekanntes - und das Ganze natürlich kompetenzorientiert", bedankt sich der Fachbereichsleiter, Kapitän zur See Marko von Kölln, bei allen Teilnehmenden.

Exkursion zu den Düppeler Schanzen


Nach Abschluss des Planspiels zum Veränderungsmanagement ging es in den militärhistorischen Teil der Klausurtagung. Alle Teilnehmer waren sehr beeindruckt von den eindringlich vorgetragenen Geschehnissen am 14. April 1864 an den Düppeler Schanzen, die auch heute noch als Gedenkstätte gepflegt werden. "Dieser eigentlich unbekannte Krieg hat das Verhältnis zwischen Deutschen und Dänen 150 Jahre lang geprägt", fasst Oberstleutnant Ulrich Hegner zusammen.

Ergebnisse: Wo geht es hin?


Am dritten Tag stand die Weiterentwicklung von Lehre und Fachbereich im Mittelpunkt. In einer Arbeitsgruppe befassten sich die Tutoren des BLS mit der Verbesserung ihres Lehrgangs. Auch das Planspiel Veränderungsmanagement soll nun in einem Pilotversuch in zwei Hörsälen praktisch genutzt werden, um Themen wie Gesprächs- oder Verhandlungsführung praktisch auszubilden und neue Lernsituationen zu schaffen. Die Dozenten kümmerten sich in der anderen Arbeitsgruppe um die Synchronisierung aller Lehrgänge und Module. Wie müssen die angepasst werden, damit mit den vorhandenen Dozenten und Ressourcen für die Lehrgangsteilnehmer die definierten Ausbildungsziele erreicht werden können? Welche Ausbildungen oder Seminare können, sollten oder müssen abgesagt oder grundsätzlich gestrichen werden? Und wie werden möglichst viele Lernsituationen geschaffen, um die kompetenzorientierte Ausbildung zu erweitern? "Wir müssen im Auge behalten, dass die Seminare und Module ja auch durch uns vorbereitet werden müssen, und das kostet vor allem Zeit", konstatiert Oberst i.G. Michael Strunk.

Teambuilding

 In der Feedback-Runde zum Schluss wurde abgefragt, wie die Tagung verbessert werden kann. "Ich habe viel gelernt, die Zeit war wichtig und richtig investiert, neue Methoden kennen gelernt, ich fand die Kulturteile sehr gut", so lauteten die positiven Stimmen anschließend. Aber auch: "Die inhaltliche Arbeit kam etwas zu kurz, es fehlt ein halber Tag, der Startschuss für die weitere Planung ist gesetzt." Und wie geht es jetzt weiter? "Versuchen Sie weiterhin, sich in die Veränderungsprozesse an der Führungsakademie, in die Ideenwerkstätten einzubringen", fordert der Fachbereichsleiter, Kapitän zur See Marko von Kölln auf, denn die Menschen des Fachbereiches Führung und Management sind mit ihrer Kompetenz und Kreativität wichtig, den Veränderungsprozess an der Akademie erfolgreich zu begleiten.