Autor: Maximilian Voß; Fotos: Katharina Junge; Laura Clayborn

Hamburg, 17.01.2017

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Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr begrüßt die zahlreichen Gäste

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Das Ehepaar Warburg und die Staatsministerin Aydan Özoguz in entspannter Atmosphäre beim Neujahrsempfang

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Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin Hamburgs, vertritt die Bürgerschaft der Hansestadt

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Partner der zivil-militärischen Zusammenarbeit – auch das THW war vertreten

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Kapitän zur See Michael Setzer begrüßt die rund 500 geladenen Gäste im Scharnhorstsaal

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Zusammenarbeit der Dienststellen auch in Zukunft von zentraler Bedeutung

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Sorgten für die musikalische Begleitung: „Die Anker“ formiert aus Studierenden der Helmut-Schmidt-Universität

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Die Leiter der fünf größten Dienststellen der Bundeswehr in Hamburg zusammen mit der Zweiten Bürgermeisterin. V. l. n. r.: Regierungsdirektor Jülf Draheim (BwDLZ Hamburg), Kapitän zur See Michael Setzer (Landeskommando Hamburg), Konteradmiral Carsten Stawitzki (Führungsakademie), Katharina Fegebank (Zweite Bürgermeisterin), Univ.-Prof. Dr. Wilfried Seidel (Helmut-Schmidt-Universität), Generalarzt Dr. Joachim Hoitz (Bundeswehrkrankenhaus)

„Veränderungen bedürfen oftmals eines äußeren Anstoßes.“ Beim Empfang in den Räumen der Führungsakademie der Bundeswehr in Blankenese stellte Kommandeur Konteradmiral Stawitzki den Modernisierer und Heeresreformer als geschichtliches Beispiel in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen. Scharnhorst nutzte die weltgeschichtliche Zäsur, um Reformen anzustoßen. Die Welt hat sich gewandelt, die Führungsakademie ist mehr denn je gefordert, auf diese Änderungen einzugehen, um ihr künftiges Führungspersonal bestmöglich auf seine Aufgaben vorzubereiten. Die gestiegene Bedeutung der Akademie spiegelt sich nun auch im Unterstellungswechsel wieder: Die Führungsakademie untersteht jetzt dem Generalinspekteur.

Moderne Ausbildung

Die Weiterentwicklung der Aus-, Fort und Weiterbildung wird mit einer Vielzahl von Umgestaltungen einhergehen. „Das entscheidende Prinzip ist, dass wir eine komplizierter werdende Welt zuerst politisch begreifen müssen und dann daraus Konsequenzen für den Einsatz von Streitkräften ziehen“, erklärt der Admiral. Dieses Prinzip an der Führungsakademie in Anwendung zu bringen, hat sich der Kommandeur auf die Fahnen geschrieben, denn ihm ist daran gelegen, die Ausbildung immer wieder zu hinterfragen und auf der Höhe der Zeit zu halten.

Führungskräfte von morgen

 „Wir hinterfragen mit schonungsloser Offenheit die Dinge und denken das Undenkbare“, sagt Stawitzki. „Der Führungsnachwuchs von morgen ist mit den Herausforderungen der Zukunft konfrontiert. Deshalb müssen wir ihm Methoden- und Handlungskompetenz vermitteln“, fügt er hinzu. Um ihn bestmöglich auf seine künftige Tätigkeit vorzubereiten und die Flexibilität im Denken auszubauen, wird die gesamte Aus- und Weiterbildung der Akademie überdacht. „Die sich immer schneller entwickelnde Welt verlangt unseren Soldatinnen und Soldaten bereits in jungen Jahren viel ab“, erklärt der Admiral. „Es gibt keine Blaupausen für die künftigen sicherheitspolitischen Herausforderungen. Gerade deshalb müssen die Führungskräfte von morgen in der Lage sein, frühzeitig Tendenzen zu erkennen und mögliche Szenarien zu durchdenken.“

Hoher Anspruch

„In den letzten 60 Jahren hat sich die Akademie immer wieder den Herausforderungen in der Weiterentwicklung der Lehre gestellt und sich einen Platz an der Spitze erarbeitet. Dort gehört sie auch hin und soll es weiterhin bleiben“, begründet Stawitzki seine Motivation. „Methodisch-didaktisch sowie inhaltlich stets auf der Höhe der Zeit durch eine international anerkannte und zukunftsweisende Ausbildung im Verbund mit anderen Dienststellen und wissenschaftlichen Einrichtungen“, so sieht Admiral Stawitzki die Zukunft der Akademie.

Faktor Mensch

„Es ist mir eine große Freude, die Weiterentwicklung der Akademie mitzugestalten“, berichtet der Kommandeur. Er weiß, das Vorhaben gelingt nur als „Teamleistung der wunderbaren Menschen hier an der Akademie“. Aus diesem Grund dankt er allen Angehörigen der Akademie für die erbrachten Leistungen und blickt voller Zuversicht in die kommenden Monate. Er unterstreicht das Verbindende und heißt die Anwesenden als „Freunde und Freundinnen der Bundeswehr“ zur Veranstaltung willkommen. „Denn auf das Verbindende, das Zusammenstehen und das Gemeinsam-an-einem-Strang-ziehen kommt es in diesem Jahr besonders an.“

Zahlreiche Gäste

Regelmäßig bietet der Neujahrsempfang der Bundeswehr in Hamburg auch einen Anlass, auf das verstrichene Jahr zurückzublicken. Stellvertretend für die 18 Dienststellen der Bundeswehr in der Hansestadt begrüßt Kapitän zur See Michael Setzer, Kommandeur des Landeskommandos Hamburgs und Standortältester, als Schirmherr der Veranstaltung die zahlreich angereisten Gäste aus Politik, Behörden und der Gesellschaft.

Soldaten gefordert in Hamburg

„Das letzte Jahr war ereignisreich und voller Herausforderungen“, bringt er gleich zu Beginn die Sache auf den Punkt. Die Flüchtlingshilfe der Bundeswehr hinterlässt auch in der jüngsten Vergangenheit an den Dienststellen der Hansestadt ihre Spuren. „Motiviert haben unsere rund 5800 Soldaten im Rahmen der zivil-militärischen Zusammenarbeit die Blaulichtorganisationen unterstützt und somit für die Hamburger Behörden und Organisationen Anschubhilfe geleistet“, fasst Setzer zusammen.

Integration als Chance

Ein Engagement, das sich auszahlt. Mittlerweile konnten die ersten Objekte, die vorübergehend als Unterkünfte dienten, an die eigentlichen Nutzer übergeben werden. „Doch die Integrationsbemühungen müssen weitergehen!“, erinnert er. Setzer sieht in der kontrollierten Zuwanderung „eine Chance für unser Land“, die genutzt werden will. Worte, die nicht nur bei Aydan Özoðuz Gehör finden. Die Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration ist nur eine der zahlreichen hochrangigen Gäste der Veranstaltung.

Für den Frieden

Ein weiteres Großevent hielt die Truppe in Hamburg ebenfalls in Atem. Beim OSZE-Außenministertreffen im Dezember brachte sich die Bundeswehr im Rahmen der technischen Amtshilfe ein. „Frieden ist nicht selbstverständlich“, weiß Setzer. „Frieden bedeutet Arbeit, nicht nur für uns Soldaten.“ Er hebt die Bedeutung der OSZE als wichtige Plattform hervor, die zwischenstaatliche Gespräche ermöglicht. „Gespräche, die nicht abreißen dürfen“, mahnt er.

Partnerschaft weiter von Bedeutung

„Modernisierung und Wandel sind die Themen für das neue Jahr“, verlautbart Setzer beim Blick in die Zukunft. Aus der Entwicklung der Sicherheitslage resultieren eine strategische Neuausrichtung der Streitkräfte sowie die Neugewichtung zwischen Landes- und Bündnisverteidigung. „Deutschland wird im Krisenmanagement künftig stärker gefordert sein“, schlussfolgert er. Die personelle, materielle und finanzielle Trendwende in der Bundeswehr nach langer Zeit der Reduzierung schafft die Grundlage, sich dieser Aufgabe zu stellen. Weitere wichtige Bausteine sind aus Sicht Setzers die Zusammenarbeit der Dienststellen, das Engagement der Reservisten und der zivilen Partner. „Ihnen allen gilt besonderer Dank. Sie sollen wissen, wir stehen auch weiterhin als ihr Partner zur Verfügung“, schließt der Kommandeur des Landeskommandos.

Mit gutem Beispiel voran

Stimmungsvoll führt die Musikband „Die Anker“ der Helmut-Schmidt-Universität durch das Programm und sorgt für die musikalische Untermalung der Veranstaltung. „Das Auftreten dieser Band symbolisiert das dicke Band zwischen den Bildungseinrichtungen der Bundeswehr im Osten und im Westen Hamburgs“, zieht Admiral Stawitzki einen treffenden Vergleich. Und das ist nicht das einzige Beispiel an diesem Tag und in der gelebten Zusammenarbeit der Dienststellen, dass Verbinden funktionieren kann.