Autor: Maximilian Voß; Fotografin: Laura Clayborn

Hamburg, 31.03.2017

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Gemeinsamer Startpunkt für die Teilnehmer

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Grundlagen der operativen Planung als wesentliches Fundament für die Weiterbildung an NATO-Einrichtungen

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Oberstleutnant Schulz begrüßt General Baehr

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General der Spezialkräfte zu den künftigen Herausforderungen

 

 

„Planungsprozess COPD für zukünftiges SOCC Stabspersonal“ – hinter dieser sperrigen Bezeichnung verbirgt sich ein speziell auf die Bedürfnisse der Spezialkräfte der Bundeswehr abgestimmter Pilotlehrgang an der Führungsakademie. Die Zielgruppe dieses Seminars sind Führungskräfte, die künftig eine Tätigkeit in einem der Kommandos für spezialisierte Operationen auf nationaler oder internationaler Ebene aufnehmen werden.

NATO-Vorgaben im Fokus

„Der Lehrgang bildet die Grundlage für spätere Planungslehrgänge an der NATO Special Operations School in Belgien“, erklärte Oberstleutnant Christoph Schulz. Er ist der zuständige Fachdozent aus dem Bereich Heer der Akademie und war mit der Leitung des Seminars betraut. „Daher steht die Vermittlung von Grundlagen, beispielsweise die Vorstellung und praktische Anwendung der NATO-Vorgaben zur Operationsplanung, der Allied Command Operations COMPREHENSIVE OPERATIONS PLANNING DIRECTIVE (COPD), hier im Fokus“, sagte er.

Grundlagen schaffen

„Dieser Pilotlehrgang ist insbesondere geprägt durch seine streitkräftegemeinsame als auch multinationale Ausrichtung“, berichtete Schulz. Die Schaffung eines gemeinsamen Startpunktes für alle Teilnehmer sei daher von besonderer Bedeutung. Die allgemeine Einführung in die Grundlagen der operativen Planung sowie die Abgrenzung zwischen taktischer, operativer, militärstrategischer und politischer Ebene standen deshalb an erster Stelle. In einem zweiten Schritt wurden ausgewählte Phasen des Planungsprozesses detaillierter betrachtet und später in einzelnen Kleingruppen die jeweiligen Schritte praktisch erarbeitet.

Aktueller Praxisbezug

Einen aktuellen Praxisbezug erhielten die 17 Teilnehmer aus den Verbänden der Spezialkräfte des Heeres, der Marine, der Luftwaffe und des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr durch die Teilnahme und ergänzenden Beiträge von Gastreferenten aus den unterschiedlichsten Bereichen, beispielsweise aus dem NATO-Hauptquartier der Spezialeinheiten oder dem amerikanischen AFRICA COMMAND (U.S. AFRICOM). Auch der General der Spezialkräfte der Bundeswehr, Brigadegeneral Dag Baehr, stattete dem Seminar, welches maßgeblich auf seine Initiative zurückzuführen ist, einen persönlichen Besuch ab und ordnete die Lehrgangsinhalte in seinem Grußwort in aktuelle Entwicklungen und zukünftige Herausforderungen für Deutsche Spezialkräfte ein.

Intensiver Gedankenaustausch

„Insbesondere für die jüngeren Offiziere bildete das Seminar eine Plattform, um erste Erfahrungen mit dem Planungsprozess der NATO zu sammeln“, weiß Schulz. „Folglich entwickelte sich sehr zu meiner Freude in Kombination mit den weiterführenden Fragen und Ergänzungen einiger erfahrener Stabsoffiziere eine rege Beteiligung und ein sehr guter themenbezogener Gedankenaustausch.“ Besonders hervorzuheben sei der Beitrag eines Experten vom Joint Warfare Center aus Stavanger, Norwegen, der mit einigen Praxisbeispielen und viel Erfahrung den angehenden Führungskräften hilfreiche Tipps & Tricks für die Zukunft mitgeben konnte.

Positive Bilanz

„Am Ende zogen die Teilnehmer eine positive Bilanz und gaben sehr gute Anregungen für mögliche Erweiterungen und Anpassungen dieses gelungenen Auftaktes“, berichtete Schulz. „Insgesamt ist es ein erfolgreicher Pilotlehrgang gewesen, der für alle eine solide Basis für die künftigen Weiterbildungen an der NATO Special Operations School legen konnte“, fasste der Seminarleiter zusammen.