Autor: Jens Landau; Fotografen: Bundeswehr / diverse

Hamburg, 27.03.2017

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Unterschiedliche Uniformen – Gleiches Mindset

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Combined und Joint! Analyse des Konfliktes

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Tradition und eindrucksvolle Architektur

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GenLt Pope über militärische Beziehungen

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Kennenlernen von Land und Leuten: St. Louis

Die Teilnehmer der Generalstabs- und Admiralstabsausbildung, die Lehrgangsteilnehmer des Jahrgangs 2015, tauschten für knapp zwei Wochen ihren Lernort, die heimische Führungsakademie der Bundeswehr gegen das Command and General Staff College im amerikanischen Fort Leavenworth ein. Hintergrund der Reise war die alljährlich stattfindende internationale Stabsübung „EAGLE OWL“, bei der unter anderem amerikanische, britische und deutsche Soldatinnen und Soldaten gemeinsam ihre Führungsverfahren auf der Ebene einer Heeresbrigade anwandten, voneinander lernten und Netzwerke für zukünftige gemeinsame Aufgaben bildeten.

Traditioneller gegenseitiger Austausch

Im Rahmen der seit 50 Jahren bestehenden Partnerschaft beider Akademien nahm bereits im Dezember des vergangenen Jahres eine amerikanische Delegation an einer ähnlich angelegten Übung in Hamburg teil. Nunmehr reisten zehn deutsche und zwei internationale Lehrgangsteilnehmer in die USA zum Gegenbesuch. Im Fokus der jetzigen Reise stand die Integration in eine multinationale Stabsübung, in der es um die Lösung eines zwischenstaatlichen Konfliktes bei gleichzeitigen hybriden Bedrohungen ging. Dazu wurden mehrere internationale Führungsprozesse genutzt und im Vorfeld gegenseitig unterrichtet. Ein amerikanischer Teilnehmer stellte dabei heraus: „Die kulturellen Unterschiede und verschiedenartigen Verfahren spielen letztlich nur eine geringe Rolle. Am Ende führen die gemeinsamen Werte und Traditionen sowie die vergleichbare militärische Sozialisierung zu schnellen und kreativen Lösungen.“

Command and General Staff College – Think BIG

Die innerhalb der US Landstreitkräfte als „Intellektuelles Zentrum“ bekannte Ausbildungseinrichtung beeindruckte die Besucher nicht nur durch seine Tradition und Architektur, sondern insbesondere durch die schieren Ausmaße. In über 80 Hörsälen werden hier unter anderem die Stabsoffiziere des amerikanischen Heeres in einem einjährigen Kurs aus- und weitergebildet. Dabei umfasst die Lehre Themen wie Militärgeschichte, Führungskultur und militärische Planung. Der Auftrag der Akademie ist klar formuliert, aber in seiner Tragweite nahezu unendlich: „Preparing the Army and its leaders for war“. Bereichert wird die Akademie zusätzlich durch Lehrgangsteilnehmer aus verschiedenen Partnernationen wie z.B. Südkorea, Serbien oder Indien. Auch Deutschland entsendet jedes Jahr zwei Absolventen der Generalstabs- und Admiralstabsausbildung.

„Militärische Zusammenarbeit über die Grenzen alternativlos“

Zu einem der Höhepunkte der Reise gehörte der sicherheitspolitische Vortrag des britischen Generalleutnants Nick Pope, der in seinen Ausführungen die internationalen militärischen Beziehungen seines Landes sowie deren Entstehung beleuchtete. „Beziehungen zwischen Nationen können an den ungewöhnlichsten Orten und aus den ungewöhnlichsten Gründen entstehen. Unsere britisch-amerikanische entstand auf dem Schlachtfeld.“ In der Folge thematisierte er die Bedeutung gemeinsamer Werte und Interessen und unterstrich abschließend mit einem Zitat von Winston S. Churchill die Notwendigkeit von militärischen Kooperationen trotz möglicher Schwierigkeiten: „There is only one thing worse than fighting with allies; and that is fighting without them.“

Tiefe Einblicke in die amerikanische Kultur

Neben der gemeinsamen Planung einer militärischen Mission und dem Kennenlernen fremder Führungsprozesse waren vor allem die kulturellen Programmpunkte ein Gewinn für die Reise. Der Besuch des eindrucksvollen World War I Museums in Kansas City, die gemeinsame Teilnahme an Sportveranstaltungen, aber insbesondere der intensive und freundschaftliche Austausch zwischen den Soldaten verschiedener Nationen erzeugten ein tiefes gegenseitiges Verständnis der jeweiligen kulturellen Besonderheiten. Ein Lehrgangsteilnehmer fasste den Kern der Reise treffend zusammen: „Wir haben hier ein Fundament für die Zusammenarbeit mit Verbündeten in multinationalen Stäben oder in Einsätzen gelegt, auf das wir zukünftig bauen und von dem wir noch lange profitieren werden können“.