Autor: Maximilian Voß; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 27.02.2017

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Generalleutnant Pfeffer zum Lehrdeputat an der Führungsakademie: Einsätze der Bundeswehr

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Ausführungen zum Planungsprozess und zur späteren Einsatzrealität

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"Vom Einsatz her denken" - Leitsatz den der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos und der Kommandeur der Akademie teilen

„Vom Einsatz her denken“, ist das Credo des Kommandeurs der Führungsakademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki, und soll ein Garant für die erfolgsorientierte Planung von Übungen und Missionen durch die Lehrgangsteilnehmer in der General- und Admiralstabsausbildung sein. Jemand, der diesen Leitsatz teilt, besuchte vor kurzem die Akademie. Der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Erich Pfeffer, hielt im Rahmen eines Lehrdeputats einen Vortrag über sein Kommando und die aktuellen Einsatzverpflichtungen der Streitkräfte. Zum Auftakt der Veranstaltung machte er seine ganz persönliche Motivation deutlich.

Große Verbundenheit zur FüAk

„Ich freue mich sehr, dass ich heute bei Ihnen sein darf, denn ich habe an der Führungsakademie eine für mich sehr prägende Zeit erlebt“, eröffnete Pfeffer seine Ausführungen. So habe der heutige Drei-Sterne-General nicht nur als Lehrgangsteilnehmer in der Generalstabsausbildung, sondern auch als Tutor die Akademie kennenlernen und „den Frieden schätzen lernen dürfen“, wie er sagt. Dabei sei ihm besonders der 11. September 2001 in Erinnerung geblieben, als er die Berichterstattung zu den Terroranschlägen auf das World Trade Center in der Rotunde, dem Veranstaltungsort seines jetzigen Vortrages, verfolgte.

Qualifiziertes Personal gefragt

Dass die Einsätze der Bundeswehr reibungslos funktionieren, liegt hauptsächlich im Verantwortungsbereich des Einsatzführungskommandos. Alle Einstätze, egal ob im nationalen oder multinationalen Rahmen, werden grundsätzlich von hier geplant und geführt. „Das Kommando ist ein gut eingespieltes und stabiles System, obwohl es noch relativ jung ist“, erklärte Pfeffer. „Das liegt nicht zuletzt an unserem Personal, das sich ins besonderem durch Kompetenz, Erfahrung und Flexibilität auszeichnet.“ Seit der Aufstellung des Kommandos vor nunmehr 16 Jahren entwickle man im Zusammenspiel mit zahlreichen nationalen und internationalen Dienststellen hier die Einsatzplanung permanent anhand der tatsächlichen Realität vor Ort weiter.

Einsatz als „Produkt“ der Bundeswehr

„Das Einsatzführungskommando stellt die Rahmenbedingungen vor Ort und trägt damit eine große Verantwortung für die Streitkräfte und unsere Soldaten“, sagte der Generalleutnant. Er machte klar, dass „der Einsatz im weitesten Sinne das Produkt des Unternehmens Bundeswehr“ sei. Dieses Produkt müsse bei einer sich ändernden sicherheitspolitischen Lage jedoch auch einer Anpassung unterliegen. So sei es nicht verwunderlich, dass „derzeit die Landes- und Bündnisverteidigung zurück in den Fokus“ rücke, wie General Pfeffer erklärte.

Verantwortung für Streitkräfte und Soldaten

„Kein Einsatz ist wie der andere“, weiß der Befehlshaber. Es gebe immer wieder Stellgrößen und Akteure, die man nicht beeinflussen könne. „Auch die Besonderheiten des Einsatzgebietes können Herausforderungen an die Infrastruktur und Logistik stellen, die dazu führen, dass beispielsweise Verfahren und die materielle Ausstattung angepasst werden müssen.“ Umweltbedingungen, wie hohe Temperaturen und Niederschläge, könnten zudem Ausfälle bei Drittdienstleistern, die Bestandteil der logistischen Kette sind, hervorrufen. „Man kann die Realität nicht üben, mögliche Probleme nicht vorhersehen. Wir können nur versuchen, uns so gut wie möglich vorzubereiten“,fasste der Generalleutnant zusammen.