Autor: Michael Vollmer; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 05.12.2017

Nachdenken ist Pflicht

Nachdenken ist Pflicht

General a.D. Hans-Lothar Domröse beim Vortrag

General a.D. Hans-Lothar Domröse beim Vortrag

Die Seminarteilnehmer nach getaner Planung

Die Seminarteilnehmer nach getaner Planung

interessierte Zuhörer

interessierte Zuhörer

Einmal jährlich findet eines der „Aushängeschilder“ unter den Lehrmodulen an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) statt. In diesem November war es wieder soweit. Unter dem Thema des viertägigen Seminarmoduls „Operative Führung für Generale und Admirale“ trafen sich Führungskräfte aus den oberen NATO-Stäben. Begrüßt wurden die Seminarteilnehmer durch Konteradmiral Carsten Stawitzki, der als Kommandeur der Führungsakademie der Gastgeber der hochkarätigen Veranstaltung war.

Geleitet wie auch durchgeführt wurde das Modul von der Fakultät Einsatz, CIR, SKB. In dem Seminar werden die Grundsätze und Prinzipien operativer Führung im Rahmen des NATO und EU Crisis Management Process erlernt und die praktische Umsetzung im Rahmen einer Operationsplanung und –führung von Joint Operations eingeübt. Dabei stand die Funktion eines Befehlshabers auf der operativen Führungsebene im Mittelpunkt. Dieser Befehlshaber musste seine Rolle im Rahmen eines operativen Planungsprozesses wahrnehmen.

Befehlshaber als Krisenbewältiger

Das Seminar orientierte sich an dem NATO Übungsszenario „Crisis in East Cerasia“. Dieses Übungsszenario ist anhand einer Non-Art 5-Operation angelegt. Darunter ist ein neues strategisches Konzept der NATO zu verstehen, das der Krisenbewältigung im besonderen Maße Rechnung trägt. Im Rahmen der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik der WEU/EU tragen die "Petersberg Aufgaben" als humanitäre Aufgaben, als Rettungseinsätze oder als friedenserhaltende- und friedensschaffende Einsätze zur zivilen und militärischen Konfliktprävention sowie Krisenbewältigung bei.

Do it yourself

General a.D. Hans-Lothar Domröse, der der Senior Mentor des Moduls war, konnte nicht zuletzt aufgrund seiner Verwendung als ehemaliger Joint Force Commander Brunssum den Seminarteilnehmern anhand von sieben Aufgabenstellungen im Rahmen des Führungsprozesses seine Führungserfahrungen veranschaulichen. So wurden in zwei Arbeitsgruppen unter der Leitung von Oberst a.D. Harald Küster und Oberst i.G. Michael Vollmer während der Seminarwoche die entsprechenden Direktiven und Weisungen eines JFC Commanders erarbeitet und mit dem Senior Mentor besprochen.

Lebenslanges Lernen

Neben den szenariobezogenen Aufgabenstellungen wurden ausgewählte operative Aspekte durch vielfältige Fachvorträge vertieft. So trug zu Beginn Prof. Dr. Wolff Heintschel von Heinegg von der Europa-Universität Viadrina lagebezogen zu den operativ rechtlichen Aspekten eines „Non-international armed conflict“ vor. Oberstleutnant Bernd Sölter vom STRATCOM Center of Exellence in Riga verdeutlichte die operative Bedeutung  „Strategischer Kommunikation bei Non-Art 5. Operations“. Besondere Bedeutung kam dem Thema “Cyber Operations in Conflict Environments” zu, vorgetragen durch Oberstleutnant Andreas Kornmaier von der Fakultät Eins, CIR, SKB.

Einsatzplanungen werden immer komplexer

Wie komplex ein Einsatz und die damit verbundenen logistischen Herausforderungen sein können, verdeutlichten die Vorträge von Oberst i.G. Detlef Harry Baum, der ebenfalls an der Fakultät Einsatz, CIR, SKB der FüAkBw arbeitet. Seine Ausführungen zum “Theater Logistics“ und zur  „Force Generation & Deployment” sind von den Teilnehmenden mit hohem Interesse verfolgt und intensiv diskutiert worden.

 

Admiral lädt zum Captains Dinner

Der Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, Konteradmiral Carsten Stawitzki, ließ es sich als besonderes Highlight am Donnerstagabend nicht nehmen, die versammelten Führungskräfte zum Formal Dinner auf die Rickmer Rickmers einzuladen. Ber der Gelegenheit informierte der Kommandeur auf Wunsch der Generale und Admirale über den aktuellen Sachstand der Weiterentwicklung der Führungsakademie.

Gerne wieder!

Viele Lehrgangsteilnehmer betonten am Ende der Woche bei der Verabschiedung, dass sowohl die Wiederholung des NATO Planungsprozesses als auch die konkreten Aufgabenstellungen eines Commanders für sie den besonderen Gewinn des Seminars ausgemacht haben. Neben der fachlichen Weiterbildung standen Networking und die Möglichkeit zu vielen Gesprächen bei diesem Hochwertseminar an prominenter Stelle.

Das Feed back der Generale und Admirale fiel sehr positiv aus: „Vielen Dank!“ und „Gerne wieder!.“