Autor: Jürgen Schrödl; Fotograf: Jürgen Schrödl

Hamburg, 07.04.2017

decoration / Dekoration

Washington D.C. - vor Ort ein Gespür für die Entscheidungsprozesse gewinnen

decoration / Dekoration

 Seminargruppe im NATO-HQ in Brüssel

decoration / Dekoration

 Die deutsche Botschaft in Rom

decoration / Dekoration

Teilnehmer des Seminars im deutschen Institut für internationale Politk und Sicherheit

Sicherheitspolitische Grundlagen

Die erste Seminarwoche des fünfwöchigen Hochwertlehrganges fand im Hörsaal an der Führungsakademie in Hamburg statt. Im Vordergrund standen dabei eine breite Palette sicherheitspolitischer Themen, die sich mit aktuellen Fragen und Herausforderungen der deutschen und europäischen Außen- und Sicherheitspolitik sowie den wichtigsten internationalen Akteuren und Organisationen der globalen Sicherheitsarchitektur befassten. Eine Leitfrage begleitete die Lehrgangsteilnehmerinnen und Lehrgangsteilnehmer dabei durchgängig. „Welche sicherheitspolitische Rolle wird heute von Deutschland international erwartet und welche Führungsrolle können und wollen wir wahrnehmen?“

Ausbildungsreise nach Rom

Die zweite Woche des Seminars „Internationale Höhere Führung 2017“ war von den sicherheitspolitischen Herausforderungen der NATO-Südflanke, den EU-Außengrenzen und Migrationsfragen geprägt. Im Rahmen einer Reise des Seminars nach Rom konnten bei intensiven Gesprächen mit Führungskräften im italienischen Verteidigungs- und Innenministerium die sicherheitspolitischen Herausforderungen dieser Region nicht nur vertieft, sondern auch ein Gefühl dafür gewonnen werden, mit welchen Fragen wir uns zukünftig noch intensiver als bisher beschäftigen werden müssen. Welche Erwartungen hier bereits heute und zukünftig an Deutschland gestellt werden und wie es gilt, sich im europäischen Rahmen dafür aufzustellen, konnte auch mit der Deutschen Botschaft sowie der Konrad-Adenauer Stiftung in Rom eingehend analysiert und diskutiert werden.

Vereinten Nationen im Fokus

Mit einem Besuch in New York wurde die dritte Seminarwoche eingeläutet. Die Deutsche Ständige Vertretung bei den Vereinten Nationen bildete den Einstieg zu intensiven Diskussionen über die anstehende deutsche Kandidatur für den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen und die Möglichkeiten und Grenzen des Peacekeeping. Vor Ort wurde die Seminargruppe durch den Militärischen Berater der Ständigen Vertretung, Oberst.i.G. Klaus Merkel betreut, der nicht nur hochrangige Gesprächspartner für die Gruppe zu den aktuellen Entwicklungen der Reform des Peacekeeping vermittelte, sondern es sich auch nicht nehmen ließ, mit den Seminarteilnehmerinnen und Seminarteilnehmern die Generalversammlung und den Sicherheitsrat zu besuchen, um direkt vor Ort ein Gespür für die Entscheidungsprozesse dieser Organisation zu vermitteln.

Washington - der sicherheitspolitische Hotspot

Am Mittwoch der dritten Woche traf die Gruppe in der amerikanischen Hauptstadt Washington D.C. ein. In der deutschen Botschaft sprachen die Seminarteilnehmer unter Leitung des Verteidigungsattachees Flottillenadmiral Thomas Ernst sowohl mit der Leiterin der politischen Abteilung Frau Helga Barth als auch mit dem Leiter der Wirtschaftsabteilung Herrn Peter Rondorf über die jüngsten Entwicklungen seit der Wahl und dem Amtsantritt des US-Präsidenten Donald Trump. Der erste Besuch der Bundeskanzlerin beim neuen US-Präsidenten in Washington, der nur 5 Tage zuvor stattgefunden hatte, bildete ebenfalls einen wichtigen Bezugspunkt, um die jüngsten Entwicklungen und politischen Tendenzen in den USA nachzuvollziehen und Schlussfolgerungen für die transatlantischen Beziehungen ableiten zu können. Am Folgetag wurde das Department of State besucht, wo auch drei Monate nach dem Amtsantritt von Donald Trump politische Kernpositionen immer noch aus innenpolitischen Gründen unbesetzt sind. Das Themenspektrum der intensiven Gesprächsrunde reichte hier von der Europäischen Union über die NATO und Türkei bis hin zum Nahen und Mittleren Osten sowie der Migrationsproblematik. Auch die Frage, ob Deutschland das in Wales vereinbarte 2%-Ziel erreicht, war wie schon oft zuvor im Mittelpunkt der Diskussionen. Zwei Kernaussagen wurden dabei von amerikanischer Seite immer wieder betont: Zum einen wird erwartet, dass Deutschland seine 2%-Zusage einhält und zum anderen wird von Deutschland in Europa, der NATO und im Kampf gegen den internationalen Terrorismus eine Führungsrolle erwartet, die seiner wirtschaftlichen und politischen Bedeutung entspricht. Um das teilweise diffuse Meinungsbild in den USA besser verstehen zu können, hatte das Seminar "Internationale Höhere Führung 2017“ die Möglichkeit auch mit Angehörigen von drei Think-Tanks zu diskutieren. Das Center for Strategic and International Studies (CSIS), das Brooking Institute und die Heritage Foundation wurden besucht. Gerade diese Diskussionen und der Besuch beim Committee on Armed Services des US House of Representatives sowie die aktuellen politischen Entwicklungen bei Obama Care, die während des Aufenthaltes des Kurses das Hauptthema in den US-Medien waren, zeigten, dass die in der US-Verfassung angelegten Balance of Powers trotz Twitter und Fake News uneingeschränkt funktionieren und die gewählten Abgeordneten im Senat und Repräsentantenhaus die Möglichkeit und Macht haben, den Kurs der amerikanischen Politik entscheidend mitzubestimmen. Abgerundet wurde der Besuch in Washington mit dem Themenspektrum Ökonomie und Sicherheitspolitik beim IWF und der Weltbank. Mit Vertretern beider Organisationen konnten die Teilnehmer über weltweite Armutsbekämpfung, humanitäre Hilfe, die Herausforderungen von "Failed States", den Klimawandel und die Flüchtlingsthematik diskutieren und so auch wichtige Punkte im Rahmen eines vernetzten sicherheitspolitischen Ansatzes vertiefen.

Zurück

Hier gelangen Sie zu Teil (2)