Autor: Mark Fritsche/Maximilian Voß; Fotografin: Katharina Junge / Bundeswehr

Hamburg, 20.02.2017

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Kommandeur der Führungsakademie begrüßt die erste Präsidentin eines Bundesamtes im Geschäftsbereich des BMVg

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Die Präsidentin des BAIUDBw über die Unterstützung der Soldaten im Einsatz

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Soldaten brauchen Unterkünfte - hier das Feldlager der Streitkräfte in Incirlik (TUR)

Die Präsidentin des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw), Ulrike Hauröder-Strüning, besuchte im Rahmen eines Lehrdeputats die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Den Teilnehmern der Generalstabs- und Admiralstabsausbildung stellte sie in ihrem Vortrag nicht nur die Organisation, Aufgaben und Ziele ihrer Behörde vor, sondern ging auch auf die besonderen Herausforderungen ein, die sich aus den derzeitigen Einsätzen der Bundeswehr für ihren Amtsbereich ergeben. Durch die Lehrdeputate der Spitzenführungskräfte der Bundeswehr erhalten die Lehrgangsteilnehmer der Akademie tiefe Einblicke in die verschiedenen Arbeitsbereiche der Streitkräfte.

Vielfältiges Aufgabenspektrum

Ausgestattet mit rund 23.000 Dienstposten, umfasst die Behörde neben dem Amt in Bonn unter anderem das Zentrum Brandschutz der Bundeswehr, das Verpflegungsamt der Bundeswehr, den Bereich Kompetenzzentrum Travel Management (Reiseplanung, Reiseabrechnung, Trennungsgeld- und Umzugsbearbeitung), die 43 Bundeswehr-Dienstleistungszentren, 7 Bundeswehrverwaltungsstellen im Ausland und 8 Einsatzwehrverwaltungsstellen. Dabei trägt das BAIUDBw die Verantwortung für alle nicht ministeriellen, zentralen Aufgaben aus den Bereichen Infrastruktur, gesetzliche Schutzaufgaben, Finanzen und Controlling sowie Dienstleistungen und Recht. Die Aufgaben werden in zivil-militärisch gemischten Strukturen wahrgenommen.

Unterstützung im Einsatz

Der Schwerpunkt der Ausführungen der Präsidentin lag auf den besonderen Herausforderungen bei der Einsatzunterstützung. Hauröder-Strüning wies besonders auf den dreifach Spagat zwischen bestmöglicher Unterstützung der Soldaten im Einsatz, gesetzlichen Vorgaben und den tatsächlichen Gegebenheiten im Einsatzland selbst hin. So verpflichtet das Amt auch Dritte für die Unterstützung bei der Unterbringung im Einsatz. Es kann sich hier um multinationale Partner, aber auch um Agenturen oder gewerbliche Dienstleister handeln, deren Schwankungen in Qualität und Anspruch das Amt in den o.g. Einsatzwehrverwaltungsstellen bestmöglich auszugleichen versucht.

Leistungspakete geschnürt

Gemeinsam mit der Bw Consulting, einer Inhouse-Beratung der Bundeswehr, hat das Amt für die Planung, Errichtung und den Betrieb der Feldlager in den Einsatzländern ein Leistungspaket entwickelt, um die Leistungen Dritter schneller in den Einsatz zu bringen. Für diese Leistungspakete soll derzeit im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung der bestmögliche industrielle Partner identifiziert werden. Dabei wird ganz bewusst Augenmerk darauf gelegt, dass der mögliche Dienstleister seine Leistungsfähigkeit auch unter Einsatzbedingungen unter Beweis stellt.

Aktuelle Herausforderungen

Von den aktuellen Einsatzgebieten hob die Präsidentin insbesondere den Einsatz in türkischen Incirlik hervor, wo für weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Einsatzbedingungen die Planungen bereits weit fortgeschritten sind. Die Umsetzung, so die Präsidentin Hauröder-Strüning, scheitere aber bislang an der Nichtratifizierung der Verträge und Vereinbarungen. Als aktuellstes Szenario stellte die Amtschefin den Einsatz im litauischen Rukla heraus, wo bei einem Investitionsvolumen von mehr als 20 Millionen Euro die Bautätigkeiten unter extremen Winterbedingungen durchgeführt werden. Momentan wird nach einer tragfähigen Interimslösung gesucht.

Ihren Vortrag schloss die erste Präsidentin des BAIUDBw mit einen Appell an die Teilnehmer: Wir als Wehrverwaltung stehen mit dem gesamten Spektrum unserer Dienstleistungen der Truppe im Inland, im Ausland und insbesondere in den Einsätzen zur Seite.

 

Autor: Maximilian Voß; Fotografin: Laura Clayborn

Hamburg, 14.02.2017

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Mit eigenen Werten und kulturellen Hintergründen auseinandersetzen

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Kulturbegriff deuten und einordnen

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Interkulturelle Kompetenz als Schlüssel-qualifikation gefragt – nicht nur beim Militär

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Tomforde will Impulse zur eigenen Reflexion über den Umgang mit anderen Kulturen geben

Die Welt wächst zusammen, Globalisierung und erhöhte Mobilität der Menschen sorgen dafür, dass Landesgrenzen keine Barrieren mehr darstellen. Beschleunigt durch die Liberalisierung der Arbeitsmärkte, sehen sich viele Länder mit Multi- und Interkulturalität auseinandergesetzt. So kennzeichnet heute die Vielzahl an religiösen, ethnischen und kulturellen Hintergründen der Bevölkerung die moderne Gesellschaft. Für ein gegenseitiges Verständnis ist deshalb die Auseinandersetzung mit den eigenen Werten sowie der Rolle und Funktionen von Stereotypen und Vorurteilen von großer Bedeutung.

Verständnis erlangen

„Die interkulturelle Kompetenz spielt eine immer wichtigere Rolle bei der Förderung einer gesellschaftlichen Identität, des inneren Friedens und wirtschaftlichen Erfolgs“, erklärt Ethnologin Dr. Maren Tomforde. Sie leitet gemeinsam mit Psychologin Heike Bühring das Modul „Interkulturelle Kompetenz“ an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Die Teilnehmer des Seminars gehen deshalb nicht nur auf die Konzeptionen für Kultur, interkulturelle Kompetenz und des Fremden ein, sondern setzen sich vor allem auch mit sich selbst auseinander.

Schlüsselqualifikation

Aufgrund der zunehmend kulturellen Vielfalt in den deutschen Streitkräften, der Verwendung in multinationalen Stäben oder der Entsendung in Auslandseinsätze sind auch die Soldaten der Bundeswehr in zunehmendem Maße mit kulturellen Unterschieden und interkulturellen Erfahrungen konfrontiert. „Interkulturelle Kompetenz wird deshalb seit einigen Jahren als eine der Schlüsselqualifikationen für Soldaten einer Einsatzarmee betrachtet“, weiß Tomforde

Fähigkeiten stärken

Das Modul „Interkulturelle Kompetenz“ an der Führungsakademie verfolgt das Ziel, kulturallgemeine Grundlagen zu vermitteln und interkulturelle Fähigkeiten, wie beispielsweise ein grundlegendes Verständnis der eigenen Kultur, Ambiguitätstoleranz, Empathie, Rollendistanz sowie Kommunikationsflexibilität zu stärken. „Wir betrachten das Seminar als Bestandteil eines langfristigen Lernprozesses, mittels dessen die Teilnehmer professionell in einer zunehmend kulturell komplexen Umgebung auftreten zu können“, erklärt die Seminarleiterin.

Expertise von außen

Mehrere Vorträge von auswärtigen Referenten bereicherten das diesjährige Seminar. So trug beispielsweise eine Referentin vor, die in verschiedenen internationalen Unternehmen als Beraterin in diesem Themenfeld tätig war. Unter anderem zeigte sie auf, wie sie ihrer Firma auf kultursensible Art und Weise in Japan dazu verhalf, die lokalen Mitarbeiter für ein fast gescheitertes Projekt zu motivieren und für bis dahin unbekannte Arbeits- und Denkweisen zu begeistern. Zwei weitere Referenten eröffneten durch ihre authentischen Erfahrungsberichte aus der aktiven Flüchtlingshilfe neue Perspektiven auf die Themen Flucht, Integrationsmodelle und Umgang mit fremden Kulturen.

Historische Sicht auf Flucht und Migration

Ein Besuch des Auswanderermuseums in der Ballinstadt in Hamburg rundete dieses Mal das Seminar ab. Das Museum setzt sich anhand der mehr als fünf Millionen Flüchtlinge, die im 19. und 20. Jahrhundert von Hamburg aus per Schiff vorwiegend nach Nord- und Südamerika migrierten, mit der Entwicklung von Ein- und Auswanderung auseinander und erlaubt einen persönlichen Einblick in das damalige Leben der Menschen zu Zeiten ihrer Migration. „Der Besuch des Auswanderermuseums war sicherlich ein kultureller Höhepunkt für uns, der uns die vielfältigen Aspekte eines Aufeinandertreffens fremder Kulturen in plastischer Weise vor Augen führte“, fasste der Seminarteilnehmer Christoph Mey im Anschluss des Besuchs zusammen.

Impulse setzen

In Ergänzung zu den historischen Perspektiven erlaubten aktuelle Entwicklungen der Bevölkerungszunahme, Städteentwicklung und Migration einen anderen Blick auf die heutige Flüchtlingssituation in Deutschland und Europa. „Wir möchten damit einen weiteren Impuls zur Reflexion über den Umgang mit anderen Kulturen anregen“, erklärte Dr. Tomforde die Intention des Museumsbesuchs. Wie ein Teilnehmer am Ende des Seminars wissen ließ, ist der Funke übergesprungen: „Das Modul ist eine Inspiration als auch Bereicherung unserer Gedankenwelt. Mein künftiges Handeln wird dies sehr beeinflussen. Ich empfehle die Teilnahme an diesem Seminar jedem, der in Führungsverantwortung im internationalen Rahmen als auch in unserer von Kulturen durchmischten Gesellschaft steht.“

 

Autor: Maximilian Voß; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 13.02.2017

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Generalleutnant Roßmanith zu den Herausforderungen von multinationalen Operationen

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Hohe Aufmerksamkeit in den Reihen der Zuhörer

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Hohe Anforderungen an Personal und Material zur erfüllung des Auftrags

Eine multinational besetzte Dienststelle der Streitkräftebasis, die darauf ausgerichtet ist, im Auftrag der Vereinten Nationen, der NATO oder der EU die Planung und Führung von weltweiten Krisenmanagementeinsätzen zu übernehmen, stand im Mittelpunkt der Ausführungen von Generalleutnant Richard Roßmanith. In seiner Funktion als Befehlshaber des Multinationalen Kommandos Operative Führung in Ulm besuchte er im Rahmen eines Lehrdeputats die Führungsakademie der Bundeswehr und hielt dort vor den Teilnehmern der Generalstabs- und Admiralstabsausbildung einen Vortrag zu den Aufgaben und Herausforderungen dieses Kommandos.

Sonderstellung in den Streitkräften

„Das Ulmer Kommando ist die zukunftsweisende Antwort auf die immer komplexer werdenden Herausforderungen von Einsätzen und auf den Zwang zur effizienteren Nutzung vorhandener militärischer Mittel“, erklärte Roßmanith und zeigte damit gleich die Relevanz dieser Einrichtung auf. Im Falle der Bündnisverteidigung sei es notwendig, dass die Nationen dem jeweiligen Bündnis die richtige Infrastruktur zur Führung der militärischen Kräfte verfügbar machen. „Genau diese Lücke schließt das Multinationale Kommando Operative Führung.“ So hänge der Erfolg einer Mission maßgeblich von der Infrastruktur, inklusive der IT-Landschaft, ab. Der General stellte klar: „Sie ist die Achillesferse der Führungsfähigkeit“.

Jederzeit und weltweit

Die Strukturen des Kommandos basieren wesentlich auf Jahre langen Erkenntnissen und Erfahrungen aus Übungen und den laufenden Einsätzen der Bundeswehr. „Unsere Kernkompetenz ist die Planung und Führung von zusammenwirkenden Land-, Luft- und Seestreitkräften, Sanitätspersonal und spezialisierten Kräften aus 16 verschiedenen Nationen, auch mit den zivilen staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren im Krisengebiet“, fasste der General zusammen. „Dabei ist das Kommando jederzeit schnell und weltweit verlegbar. Ständig einsatzbereites Personal sowie eine hochmobile Gefechtsstand- und moderne IT-Ausstattung gewährleisten die Erfüllung dieser Anforderung.“

Auf Einsatz ausgerichtet

Das multinationale Kommando befindet sich in einem fortlaufenden Evaluierungs- und Zertifizierungsprozess. „Wir wollen auch zukünftig als verlässliches Führungsinstrument der Bundeswehr und unseren Bündnispartner zur Verfügung stehen“, erklärte Roßmanith. Personal und Ausrüstung sowie Prozesse und Strukturen unterliegen deshalb einer regelmäßigen Neubewertung. „Mit den Übungen SABRE STRIKE im nächsten und TRIDENT JAGUAR im übernächsten Jahr bereiten wir uns auf mögliche Einsatzszenarien vor und wollen unseren Erfahrungsschatz weiter ausbauen. Anschließend streben wir die Zertifizierung als NATO-Headquarters an“, formulierte der Befehlshaber die klare Zielsetzung.

 

Autor: Maximilian Voß; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 06.02.2017

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Der Inspekteur der Streitkräftebasis zum Lehrdeputat an der Führungsakademie der Bundeswehr

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Ausführung zu den Herausforderungen der SKB

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Relevanz der SKB dargelegt: "Ohne uns läuft nichts"

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Reges Interesse und zahlreiche Nachfragen

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Jeder Besuch auch Anlass zum Austauschen

„Aktuelle und künftige Herausforderungen der Streitkräftebasis“: Der Inspekteur der Streitkräftebasis, Generalleutnant Martin Schelleis, hielt zu diesem Thema einen Vortrag im Rahmen eines Lehrdeputats. So sieht sich die Streitkräftebasis (SKB) durch die Errichtung des neuen Bereiches ‚Cyber- und Informationsraum‘ mit strukturellen und personellen Veränderungen konfrontiert. General Schelleis fügt sich mit seinem Lehrdeputat in eine Reihe regelmäßig stattfindender Veranstaltungen ein, durch die den Lehrgangsteilnehmern der Akademie tiefe Einblicke in die Arbeitsbereiche der Spitzenführungskräfte der Bundeswehr gewährt werden.

Bundeswehr im Wandel

„Wir befinden uns in einer Zeit des Wandels“, erklärte der Generalleutnant gleich zu Beginn seiner Ausführungen und deutete so auf die jüngsten sicherheitspolitischen Entwicklungen in Europa und der westlichen Welt. „Eine Organisation, die relevant bleiben will, muss sich permanent verändern“, sagte er und spielte damit auf die Tatsache an, dass steter Wandel heute zum Wahren der Kontinuität gehört. Auch die Bundeswehr habe sich den Gegebenheiten anzupassen und müsse sich so aufstellen, dass sie jederzeit in der Lage sei, auf Bedrohungen des Landes oder des Bündnisses reagieren und ihren Betrag leisten zu können.

Große Verantwortung

Sein Vortrag tangiert auch die Rolle Deutschlands in verschiedenen Bündnissen. Im Zentrum Europas fungiert Deutschland mehr und mehr als Drehscheibe für die alliierten Verstärkungskräfte. Ebenso ist Deutschland als ein Kernstaat der EU ein wesentlicher Träger der europäischen Verteidigung und muss sich entsprechend an Bündnissen militärisch beteiligen. Auch die Unterstützung innerstaatlicher Organisationen, beispielsweise im Rahmen der Hochwasser- und Flüchtlingshilfe, sind in der jüngsten Vergangenheit in einem so hohen Maß erfolgt, dass der Einsatz der Bundeswehr im Innern zunehmend diskutiert wurde. „In allen Szenarien wird die SKB auch in Zukunft eine wesentliche Rolle spielen und ihren Beitrag leisten“, schlussfolgerte Schelleis.

Streitkräftebasis baut sich um

Nach einer ausführlichen Vorstellung des Organisationsbereiches mit seiner Struktur und seinen Fähigkeiten leitete der Inspekteur auf die bevorstehenden Unterstellungswechsel einiger Dienststellen über. Er machte klar, dass auch der strukturelle Wandel auch vor der SKB keinen Halt machen wird. Die Relevanz der neuen Dimension ‚Cyber‘ und die damit einhergehende Etablierung eines eigenen Bereiches in der Bundeswehr hinterlassen innerhalb der SKB deutliche Spuren. „Viele Soldaten des künftigen Bereiches kommen in ihrer Funktionalität aus der SKB“, berichtete Schelleis. „Trotz des Wechsels von Dienststellen und Personals bleibt die SKB auch in Zukunft der zweitgrößte Bereich der Bundeswehr.“

Vielfalt und Zwänge

Die SKB zeichnet sich durch eine besondere Vielzahl an unterschiedlichen Fähigkeiten aus und unterstützt die Bundeswehr bei ihren Einsätzen im In- und Ausland. So sind in diesem Organisationsbereich unter anderem die Logistik, das Nachrichtenwesen, die bundeswehrgemeinsame Ausbildung sowie das territoriale Netzwerk abgebildet. Fähigkeiten, ohne die kaum eine Aktivität der Streitkräfte möglich wäre. „Ohne uns läuft nichts“, weiß der Generalleutnant. Die Unverzichtbarkeit führt jedoch auch zu Zwängen und Belastungen. Aufgrund der laufenden Einsätze, der einsatzgleichen Verpflichtungen, durch beispielsweise mehrwöchige Manöver, und die zunehmende Übungstätigkeit der SKB sei das Personal der SKB stark eingebunden.

Gelungene Veranstaltung

„Die Streitkräftebasis kann ein Beispiel für Europa sein“, weiß der Inspekteur. So sollen die Zusammenarbeit sowie der Austausch in speziellen Themenfelder, wie beispielsweise der Logistik, mit anderen Nationen der europäischen Gemeinschaft intensiviert werden. „Wir beabsichtigen deshalb, die SKB multinationaler auszurichten und unsere Fähigkeiten mit anderen Streitkräften noch mehr zu harmonisieren“, sagte er weiter. Die Zuhörer zeigten ein großes Interesse an den Ausführungen zu den Themen der SKB und nutzten die Gelegenheit für zahlreiche Nachfragen. „Für mich ist es nicht nur eine Verpflichtung, sondern es ist mir immer wieder auch eine Freude, die Führungsakademie zu besuchen“, erklärte Generalleutnant Schelleis schließend. Die Akademie und die Lehrgangsteilnehmer dankten General Schelleis für sein persönliches Engagement.

 

Autor: Maximilian Voß; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 30.01.2017

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Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker, besuchte die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. In seiner Rede widmete er sich in einer intensiven Auseinandersetzung den aktuellen Themen der Weiterentwicklung der Akademie und zeigte damit sein besonderes Interesse am Führungsnachwuchs der Bundeswehr. Der Leiter der Abteilung ‚Führung Streitkräfte‘ im Verteidigungsministerium, Generalleutnant Eberhard Zorn, begleitete ihn bei diesem Besuch. In einer offenen und aufgeschlossenen Diskussion stellten sie sich den Fragen des Stammpersonals.

 

Autor: Maximilian Voss; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 31.01.2017

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Generalmajor Huhn über den Cyberinformationsraum

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Lehrgangsteilnehmer folgen interessiert den Ausführungen

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,,Cyber" als aktuelles Thema des Verteidigungsbündnisses

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Herzlicher Empfang durch stellv. Kommandeur, Flottillenadmiral Karsten Schneider

Anlässlich eines Lehrdeputats an der Führungsakademie der Bundeswehr besuchte Generalmajor Walter Huhn, Kommandeur der NATO Communication and Information Systems Group (NATO CIS Group), die Lehrgangsteilnehmer der Generalstabs- und Admiralstabausbildung, um über die aktuellen Herausforderungen des Verteidigungsbündnisses im Bereich Cyber zu berichten. Gleichzeitig war es der Auftakt einer Veranstaltungsreihe, durch welche die Lehre an der Führungsakademie vom Wissen der Spitzenkräfte profitieren soll.

Bedrohung durch Cyberangriffe steigt

"Nach unseren neuesten Erhebungen gab es im vergangenen Jahr pro Monat durchschnittlich 500 bedrohliche Cyberangriffe auf Einrichtungen der Nato, die ein intensives Eingreifen von Seiten unserer Experten erforderlich machten", äußerte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg vor kurzem gegenüber den Medien. Damit sei die Anzahl der Angriffe um knapp 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die meisten dieser Attacken würden "von staatlichen Institutionen anderer Länder gesponsert", berichtete Stoltenberg weiter. "Ich bin äußerst besorgt über diese Entwicklung.“

Strategie der NATO

„Angesichts der Zunahme von Angriffen auf unsere Netzwerke und der großen Bandbreite an gegnerischen Potenzialen sind wir gezwungen Strategien zu entwickeln, um auf diese Bedrohungen angemessen reagieren zu können“, erläuterte Generalmajor Huhn seinen Zuhörern. „Wir betrachten Cyber als eigene "Domäne", parallel zu den Operationsebenen Land, See, Luft“, erklärte er weiter und unterstrich damit die Relevanz des Informationsraumes für die erfolgreiche Durchführung militärischer Missionen.

Technologischer Fortschritt heizt Entwicklung an

Laut Huhn gehe die Organisation davon aus, dass die Attacken zukünftig komplexer und herausfordernder werden. „Immer mehr Endgeräte kommunizieren über das Internet miteinander, Stichwort ‚Internet der Dinge‘. Diese Geräte können unmerklich für den Benutzer gehackt, zu einem schlagkräftigen Netzwerk verbunden und für Angriffe missbraucht werden“, begründet der General den Bedeutungszuwachs der Dimension Cyber. „Die dahinterstehenden Ziele können ganz unterschiedlich sein. Von der Einschleusung von Viren bis zum Datenklau ist alles vorstellbar“, führt Huhn aus. „Im Resultat kann festgehalten werden, dass es das Bündnis schädigen oder zumindest unsere Kampfkraft mindern soll.“

Schwere Folgen

Auch im militärischen Bereich basiert heute vieles auf der Übertragung von Daten. „Kommt es zu einer Beeinträchtigung unser Kommunikations- und Informationsmittel, kann das schwerwiegende Folgen für die Verteidigungsbereitschaft der NATO haben“, weiß Huhn. Er erläuterte an zahlreichen Beispielen die möglichen Folgen von Cyberattacken. Bei einem mehrwöchigen Angriff auf Estland im Jahr 2007 gelang es den Angreifer wichtige Elemente der Infrastruktur lahmzulegten und ganze Einrichtungen des Staates und der Politik einfach auszuschalten. „Übertragen auf die Streitkräfte der Bündnisstaaten hieße das“, so der Generalmajor, „sie wären schlichtweg kampfunfähig“.

Schwachstellen erkannt

„Unsere Systeme sind gut geschützt“, berichtet Huhn. Jedoch wies er auf eine ständig latente Gefahr hin. „Das schwächste Glied in einer Kette von Sicherheitsmaßnahmen“, hob er hervor, „ist und bleibt der Mensch“. So sei die Nutzung eines ungeprüften USB-Sticks meist die einzige Möglichkeit ein entkoppeltes, autarkes Netzwerk zu infiltrieren. Um die Sensibilität der Mitarbeiter zu erhöhen, setzt die NATO weiterhin auf sogenannte Awareness-Maßnahmen, „Das Personal zu schulen und über den sicheren Umgang mit neuen Technologien zu unterrichten, hat höchste Priorität“, erklärt der General. „Nur so lässt sich ein Kulturwechsel im Umgang mit IT einleiten und die Prozesse verbessern.“

Ein gutes Stück Arbeit

Das Herausheben des Cyber- und Informationsraumes als gesonderte Operationsebene ist nur der erste Schritt für die NATO. Damit das Bündnis zukünftig im internationalen Rahmen auf Bedrohungen adäquat reagieren und im Cyberraum operieren kann, muss das eigene Personal qualifiziert und infrastrukturelle Kapazitäten geschaffen werden. Ebenso sind die Mitgliedstaaten gefordert operative Fähigkeiten im Cyberraum zu entwickeln und diese später ins das Militärbündnis einzubringen. „Wir haben bisher viel erreicht, jedoch auch noch ein gutes Stück Arbeit zu leisten“, fasste Generalmajor Huhn schließend zusammen.

 

Autor: Maximilian Voss; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 29.01.2017

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Konteradmiral Stawitzki fordert: ,,Bleiben Sie wachsam!"

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Direktor des Militärhistorischen Museum zum Vortrag an der Führungsakademie der Bundeswehr

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Prof. Dr. Rogg: „Juden waren patriotische Kämpfer auf deutscher Seite im Ersten Weltkrieg.“

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Personal der Führungsakademie folgt den Ausführungen

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Kampf um Anerkennung der Glaubensrichtung und der militärischen Verdienste

„Heute sind die Flaggen auf Halbmast gesetzt, denn wir wollen uns erinnern“, sind die Worte, die der Kommandeur der Führungsakademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki, zur Eröffnung der Veranstaltung zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts fand. Umgangssprachlich wird dieser Tag auch als "Holocaust-Gedenktag" bezeichnet. Er wurde 2005 von den Vereinten Nationen eingeführt, um des Holocausts sowie des Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau zu gedenken.

Mahnung für uns alle

Dieser Tag hält die Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten wach. „Was haben Menschen anderen Menschen bloß angetan?“, stellt Stawitzki fragend in den Raum. Der Gedenktag sei als stete Mahnung anzusehen. „Uns selbst zu ermahnen“, so der Kommandeur weiter, „ist die Forderung an jeden einzelnen von uns.“ Man müsse auch künftig wachsam bleiben und die Erinnerung nicht enden lassen, forderte er weiter, denn nur „aktives Nachdenken über die Vergangenheit gibt Orientierung für die Zukunft“.

Wachsam bleiben

„Wir alle müssen hinsehen und uns Gedanken über die Umwelt und uns selbst machen“, sagte Stawitzki. Nur so gelange man zu den Erkenntnissen, um die schnelllebige und komplexe Welt noch verstehen zu können. „Die Verfolgung der Juden begann nicht schon im Mittelalter. Sie begann auch nicht erst mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten“, klärte er auf und fügte hinzu: „Jedoch beginnt sie auch heute – darum bleiben Sie wachsam!“ Anschließend unterstrich der Konteradmiral seinen Anspruch an das Publikum. „Als Soldaten sind wir bereit, für die Freiheit und Demokratie unser Leben einzusetzen, und als Staatsbürger in Uniform sind wir zur Zivilcourage angehalten.“

Soldaten unterm Davidstern

Das Leben jüdischer Soldaten in den deutschen Streitkräften im Zeitalter der Weltkriege stellte der Direktor des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr, Oberst Prof. Dr. Matthias Rogg, anschließend in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Dabei veranschaulichte er die wechselvolle Geschichte jüdischer Soldaten symbolisch anhand eines Eisenbahnwagons. Im Ersten Weltkrieg wurde dieser als Transportmittel für die Soldaten des Deutschen Kaiserreiches an die Front genutzt. Unter ihnen waren auch zahlreiche Soldaten jüdischen Glaubens. Im Zweiten Weltkrieg fanden diese Wagons häufig bei der Deportation jüdischer Gefangener in die Vernichtungslager ihre Verwendung. Das Militärhistorischen Museum in Dresden stellt einen solchen Wagen in seiner Sammlung aus.

Zeit nehmen zu erinnern

„Juden kämpften im Ersten Weltkrieg patriotisch für Deutschland, aber gleichzeitig auch für die Anerkennung ihrer Glaubensrichtung“, berichtete Rogg. Doch der später staatlich legitimierte Antisemitismus führte zu einer weit verbreiteten Diskriminierung und Ausgrenzung der jüdischen Soldaten in den deutschen Streitkräften. Viele ließen ihre Leben in den Konzentrationslagern. „Wir haben die Verantwortung, ein Zeichen für Toleranz zu setzen. Ebenso haben wir die Verantwortung zu entscheiden, den Menschen, die anders denken entgegenzutreten. Es ist möglich, wenn wir uns die Zeit nehmen zu erinnern“, sagte Rogg schließend.

Zum Nachdenken animiert

Musikalisch wurde die Veranstaltung von einem Holzbläser-Trio des Luftwaffenmusikkorps Münster begleitet. Mit Stücken von Ignaz Josef Pleyel (Romance aus Trio Nr. II) und Wolfgang Amadeus Mozart (Diventimento Nr. 5 – 3. Satz Adagio) gelang es der Kammermusikbesetzung, die Stimmung aufzugreifen und die im Raum befindliche Nachdenklichkeit zu stützen.

 

Autor: Maximilian Voss; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 26.01.2017

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Unterzeichnung ist Startschuss in die nächste Phase

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Bundesministerin der Verteidigung Dr. Ursula von der Leyen bei ihrer Rede im November des letzten Jahres

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Grundlage der Weiterentwicklung der IT-Landschaft der Führungsakademie geschaffen

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Engagement der Partner zahlt sich aus

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Vertreter der BWI IT zur Unterzeichnung an der FüAkBw

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Kommandeur der Führungsakdemie und Regionenleiter der BWI IT unterzeichnen Vereinbarung

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Klicken Sie hier für den Mittschnitt des Interviews.

Der Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw), Konteradmiral Carsten Stawitzki, und der Regionenleiter der BWI IT, Dr. Adrian Overberg, haben heute das Konzept zur Weiterentwicklung der IT-Landschaft der Akademie in Hamburg unterzeichnet. Inhaltlich greift es eine Menge auf: erstens das Ergebnis einer Bestandsaufnahme aller IT-Systeme der Institution. Außerdem beschreibt es akademiespezifische Lösungen und den Weg, wie die BWI IT die Servicedienstleistungen anpassen könnte. „Wir versammeln uns an der Startlinie, um gemeinsam loszulaufen“, sagt Stawitzki. Die Unterzeichnung symbolisiert den Startschuss für die nächste Phase. Basierend auf diesem Schriftstück geht es nun im nächsten Schritt um eine detaillierte Planung: Wie können die Partner ihre Ziele umsetzen? Wie können sie die benötigten Fähigkeiten der FüAkBw auch in Zukunft an die Herausforderungen anpassen? .

An die Spitze der Bundeswehr

„Ich möchte, dass sich die Führungsakademie weiter entwickelt“, sagte die Bundesministerin der Verteidigung bei ihrem Besuch im November an der Akademie. „Gute Lehre ist damit auch eine Frage der Technik“, fügte Ursula von der Leyen hinzu. Deswegen müsse die FüAkBw bei Digitalisierung und bei Fragen des Fernstudiums sowie des e-Learnings an der Spitze stehen. Und wenn es technische und bauliche Hürden gibt, dann sind sie dazu da, genommen zu werden“, forderte die Ministerin weiter. Bereits zuvor hatte das Kommando Streitkräftebasis den Anstoß zur Weiterentwicklung der IT-Landschaft gegeben, woraufhin die IT-Mannschaft der FüAkBw bereits ein Konzept für eine zukunftsfähige Lösung erarbeitet hat.

Besonderer Status

Derzeit hat die Akademie mit ihrer IT-Landschaft eine Sonderstellung innerhalb der Streitkräfte. Sie ist eine „IT-Insel“ der Bundeswehr, die noch nicht vollständig vom Leistungsverbund BWI, dem zentralen IT-Dienstleister der Bundeswehr, versorgt wird. Aufgrund des besonderen Status der Akademie als internationale und gleichzeitig militärische Lehreinrichtung hat sie bisher ein eigenes IT-Leitungsnetz betrieben. Hochqualifiziertes IT-Personal verwaltet die gesamte IT-Ausstattung und managt die Nutzerbetreuung genauso wie den IT-Services für die gesamte Dienststelle. Künftig sollen weitere IT-Services aus dem Projekt HERKULES, das die gesamte IT der Bürokommunikation bereitstellt, genutzt werden. Zu diesem Zwecke führten die IT-Fachkräfte der Führungsakademie eine vollständige Bestandsaufnahme der vorhandenen IT-Systeme in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr und der BWI IT durch.

Beurkundung des Konzepts zur Bestandaufnahme der IT-Systeme der Führungsakademie

Neue Lösungen – nicht nur in Hamburg

Die BWI ist zusätzlich von der Bundeswehr im Rahmen der Studie „Interoperables Cloud-Computing“ (IOCC) damit beauftragt, die Möglichkeiten, die sich aus dem Cloud-Computing, ergeben, für die Streitkräfte zu untersuchen. Mit IOCC haben die Mitarbeiter die Chance, ortsunabhängig auf Daten und Programme zuzugreifen und diese zu bearbeiten. Die Weiterentwicklung der IT-Landschaft der Führungsakademie bietet den Anlass, sie als Anwendungsfall für das Cloud-Computing zu nutzen. Somit könnte die Akademie im Ergebnis und in der Art des Weges dorthin als Beispiel und vielleicht auch als Vorreiter für andere Dienststellen der Bundeswehr dienen und diese zusammen mit der BWI IT bei ihren Vorhaben beraten und unterstützen. Vorher müssen jedoch zunächst die erforderlichen technischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Voraussetzungen dafür geschaffen werden.

Ideen entwickelt

Das jetzt gemeinsam erarbeitete Konzept berücksichtigt die Besonderheiten, die der Lehrbetrieb an der Akademie erfordert, und gestaltet die gesamte IT-Landschaft für die Herausforderungen der Zukunft aus. Zentrales Stichwort dabei ist nicht zuletzt „Vernetzung“ über nationale Grenzen hinweg, mit anderen Streitkräften und Bündnispartnern. „Bestimmte Dinge sind an der Führungsakademie einfach anders. So stellt die Ausbildung der nationalen und internationalen Stabsoffiziere an uns besondere Anforderungen, die in der restlichen Schullandschaft der Bundeswehr nicht vorzufinden sind“, erklärte Stawitzki. „Demnach müssen wir genau erkennen, was der IT-Nutzer braucht.“

Konkretes Ziel vor Augen

Das mit der Weiterentwicklung der IT-Landschaft der FüAkBw verfolgte Ziel besteht darin, auftrags- und bedarfsgerecht IT-Services, beispielsweise Telefon, Computer und Server, für alle Angehörigen der Führungsakademie bereit zu stellen. Diese Mittel sollen dabei stets zeitgemäß und leistungsfähig sein, um den Vorgaben, die sich aus der IT-Strategiedes Geschäftsbereichs BMVg und der Agenda „Bundeswehr in Führung – Aktiv. Attraktiv. Anders.“ des Verteidigungsministeriums ergeben, zu entsprechen.

Umfassend gewappnet

Zugleich soll in einem erforderlichen Maß ein Risikomanagement eingerichtet und die notwendige IT-Sicherheit gewährleistet werden, ohne dabei die Flexibilität bei der Bereitstellung von IT-Services einzuschränken. Wie sich das alles konkret in die Tat umsetzen lässt, erarbeiten Vertreter der beteiligten Stellen künftig in verschiedenen Workshops. Konteradmiral Stawitzki fordert, „wir müssen uns verzahnen und ein offenes Ohr für den anderen haben. Nur so gelingt es uns, den Bedarf der Zukunft zu erkennen und nachhaltig mit Ressourcen, wie Material, Personal und Ausbildung, zu hinterlegen.“

Autor: Maximilian Voß; Fotos: Katharina Junge; Laura Clayborn

Hamburg, 17.01.2017

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Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr begrüßt die zahlreichen Gäste

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Das Ehepaar Warburg und die Staatsministerin Aydan Özoguz in entspannter Atmosphäre beim Neujahrsempfang

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Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin Hamburgs, vertritt die Bürgerschaft der Hansestadt

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Partner der zivil-militärischen Zusammenarbeit – auch das THW war vertreten

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Kapitän zur See Michael Setzer begrüßt die rund 500 geladenen Gäste im Scharnhorstsaal

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Zusammenarbeit der Dienststellen auch in Zukunft von zentraler Bedeutung

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Sorgten für die musikalische Begleitung: „Die Anker“ formiert aus Studierenden der Helmut-Schmidt-Universität

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Die Leiter der fünf größten Dienststellen der Bundeswehr in Hamburg zusammen mit der Zweiten Bürgermeisterin. V. l. n. r.: Regierungsdirektor Jülf Draheim (BwDLZ Hamburg), Kapitän zur See Michael Setzer (Landeskommando Hamburg), Konteradmiral Carsten Stawitzki (Führungsakademie), Katharina Fegebank (Zweite Bürgermeisterin), Univ.-Prof. Dr. Wilfried Seidel (Helmut-Schmidt-Universität), Generalarzt Dr. Joachim Hoitz (Bundeswehrkrankenhaus)

„Veränderungen bedürfen oftmals eines äußeren Anstoßes.“ Beim Empfang in den Räumen der Führungsakademie der Bundeswehr in Blankenese stellte Kommandeur Konteradmiral Stawitzki den Modernisierer und Heeresreformer als geschichtliches Beispiel in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen. Scharnhorst nutzte die weltgeschichtliche Zäsur, um Reformen anzustoßen. Die Welt hat sich gewandelt, die Führungsakademie ist mehr denn je gefordert, auf diese Änderungen einzugehen, um ihr künftiges Führungspersonal bestmöglich auf seine Aufgaben vorzubereiten. Die gestiegene Bedeutung der Akademie spiegelt sich nun auch im Unterstellungswechsel wieder: Die Führungsakademie untersteht jetzt dem Generalinspekteur.

Moderne Ausbildung

Die Weiterentwicklung der Aus-, Fort und Weiterbildung wird mit einer Vielzahl von Umgestaltungen einhergehen. „Das entscheidende Prinzip ist, dass wir eine komplizierter werdende Welt zuerst politisch begreifen müssen und dann daraus Konsequenzen für den Einsatz von Streitkräften ziehen“, erklärt der Admiral. Dieses Prinzip an der Führungsakademie in Anwendung zu bringen, hat sich der Kommandeur auf die Fahnen geschrieben, denn ihm ist daran gelegen, die Ausbildung immer wieder zu hinterfragen und auf der Höhe der Zeit zu halten.

Führungskräfte von morgen

 „Wir hinterfragen mit schonungsloser Offenheit die Dinge und denken das Undenkbare“, sagt Stawitzki. „Der Führungsnachwuchs von morgen ist mit den Herausforderungen der Zukunft konfrontiert. Deshalb müssen wir ihm Methoden- und Handlungskompetenz vermitteln“, fügt er hinzu. Um ihn bestmöglich auf seine künftige Tätigkeit vorzubereiten und die Flexibilität im Denken auszubauen, wird die gesamte Aus- und Weiterbildung der Akademie überdacht. „Die sich immer schneller entwickelnde Welt verlangt unseren Soldatinnen und Soldaten bereits in jungen Jahren viel ab“, erklärt der Admiral. „Es gibt keine Blaupausen für die künftigen sicherheitspolitischen Herausforderungen. Gerade deshalb müssen die Führungskräfte von morgen in der Lage sein, frühzeitig Tendenzen zu erkennen und mögliche Szenarien zu durchdenken.“

Hoher Anspruch

„In den letzten 60 Jahren hat sich die Akademie immer wieder den Herausforderungen in der Weiterentwicklung der Lehre gestellt und sich einen Platz an der Spitze erarbeitet. Dort gehört sie auch hin und soll es weiterhin bleiben“, begründet Stawitzki seine Motivation. „Methodisch-didaktisch sowie inhaltlich stets auf der Höhe der Zeit durch eine international anerkannte und zukunftsweisende Ausbildung im Verbund mit anderen Dienststellen und wissenschaftlichen Einrichtungen“, so sieht Admiral Stawitzki die Zukunft der Akademie.

Faktor Mensch

„Es ist mir eine große Freude, die Weiterentwicklung der Akademie mitzugestalten“, berichtet der Kommandeur. Er weiß, das Vorhaben gelingt nur als „Teamleistung der wunderbaren Menschen hier an der Akademie“. Aus diesem Grund dankt er allen Angehörigen der Akademie für die erbrachten Leistungen und blickt voller Zuversicht in die kommenden Monate. Er unterstreicht das Verbindende und heißt die Anwesenden als „Freunde und Freundinnen der Bundeswehr“ zur Veranstaltung willkommen. „Denn auf das Verbindende, das Zusammenstehen und das Gemeinsam-an-einem-Strang-ziehen kommt es in diesem Jahr besonders an.“

Zahlreiche Gäste

Regelmäßig bietet der Neujahrsempfang der Bundeswehr in Hamburg auch einen Anlass, auf das verstrichene Jahr zurückzublicken. Stellvertretend für die 18 Dienststellen der Bundeswehr in der Hansestadt begrüßt Kapitän zur See Michael Setzer, Kommandeur des Landeskommandos Hamburgs und Standortältester, als Schirmherr der Veranstaltung die zahlreich angereisten Gäste aus Politik, Behörden und der Gesellschaft.

Soldaten gefordert in Hamburg

„Das letzte Jahr war ereignisreich und voller Herausforderungen“, bringt er gleich zu Beginn die Sache auf den Punkt. Die Flüchtlingshilfe der Bundeswehr hinterlässt auch in der jüngsten Vergangenheit an den Dienststellen der Hansestadt ihre Spuren. „Motiviert haben unsere rund 5800 Soldaten im Rahmen der zivil-militärischen Zusammenarbeit die Blaulichtorganisationen unterstützt und somit für die Hamburger Behörden und Organisationen Anschubhilfe geleistet“, fasst Setzer zusammen.

Integration als Chance

Ein Engagement, das sich auszahlt. Mittlerweile konnten die ersten Objekte, die vorübergehend als Unterkünfte dienten, an die eigentlichen Nutzer übergeben werden. „Doch die Integrationsbemühungen müssen weitergehen!“, erinnert er. Setzer sieht in der kontrollierten Zuwanderung „eine Chance für unser Land“, die genutzt werden will. Worte, die nicht nur bei Aydan Özoðuz Gehör finden. Die Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration ist nur eine der zahlreichen hochrangigen Gäste der Veranstaltung.

Für den Frieden

Ein weiteres Großevent hielt die Truppe in Hamburg ebenfalls in Atem. Beim OSZE-Außenministertreffen im Dezember brachte sich die Bundeswehr im Rahmen der technischen Amtshilfe ein. „Frieden ist nicht selbstverständlich“, weiß Setzer. „Frieden bedeutet Arbeit, nicht nur für uns Soldaten.“ Er hebt die Bedeutung der OSZE als wichtige Plattform hervor, die zwischenstaatliche Gespräche ermöglicht. „Gespräche, die nicht abreißen dürfen“, mahnt er.

Partnerschaft weiter von Bedeutung

„Modernisierung und Wandel sind die Themen für das neue Jahr“, verlautbart Setzer beim Blick in die Zukunft. Aus der Entwicklung der Sicherheitslage resultieren eine strategische Neuausrichtung der Streitkräfte sowie die Neugewichtung zwischen Landes- und Bündnisverteidigung. „Deutschland wird im Krisenmanagement künftig stärker gefordert sein“, schlussfolgert er. Die personelle, materielle und finanzielle Trendwende in der Bundeswehr nach langer Zeit der Reduzierung schafft die Grundlage, sich dieser Aufgabe zu stellen. Weitere wichtige Bausteine sind aus Sicht Setzers die Zusammenarbeit der Dienststellen, das Engagement der Reservisten und der zivilen Partner. „Ihnen allen gilt besonderer Dank. Sie sollen wissen, wir stehen auch weiterhin als ihr Partner zur Verfügung“, schließt der Kommandeur des Landeskommandos.

Mit gutem Beispiel voran

Stimmungsvoll führt die Musikband „Die Anker“ der Helmut-Schmidt-Universität durch das Programm und sorgt für die musikalische Untermalung der Veranstaltung. „Das Auftreten dieser Band symbolisiert das dicke Band zwischen den Bildungseinrichtungen der Bundeswehr im Osten und im Westen Hamburgs“, zieht Admiral Stawitzki einen treffenden Vergleich. Und das ist nicht das einzige Beispiel an diesem Tag und in der gelebten Zusammenarbeit der Dienststellen, dass Verbinden funktionieren kann.

 

Autor: Maximilian Voß; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 10.01.2017

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Informationen zum Sachstand der ,,Agenda 2017+"

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Mitglieder des Senior Advisory Boards beim ersten Zusammentreffen mit dem neuen Kommandeur

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Ausgiebige Diskussion zum Aufbau eines Think Tanks

Das neue Jahr ist noch jung an Tagen, doch hinter den Kulissen dampft schon wieder der Kessel: Die Mitarbeiter der Führungsakademie haben sich zum Jahreswechsel nur eine kurze Verschnaufpause gegönnt. Schon in der zweiten Januarwoche bildet ein Zusammentreffen des Senior Advisory Boards, das ein hochrangiges Beratergremium darstellt, den Auftakt im neuen Jahr. Für den Kommandeur, Konteradmiral Carsten Stawitzki, bedeutet dieses Treffen einen weiteren Meilenstein zur Weiterentwicklung der Akademie, da sich die Inhalte schwerpunktmäßig mit der strategischen Ausrichtung der Institution beschäftigten. Im Rahmen der „Agenda 2017+“ wird die Einrichtung für die Zukunft gewappnet. „Die Akademie hat sich die letzten 60 Jahre immer wieder der Herausforderung gestellt, die Aus-, Fort,- und Weiterbildung weiterzuentwickeln. Sie ist eine lernende Organisation und wird sich auch weiterhin den Trends der Zeit anpassen“, erklärt Stawitzki.

Auf Expertise bauen

Das Senior Advisory Board ist ein hochkarätiges Gremium bestehend aus ehemaligen Spitzenführungskräften der Bundeswehr sowie Vertretern der zivilen Wirtschaft und Gesellschaft. Es erarbeitet regelmäßig konkrete Vorschläge zur Weiterentwicklung der Institution hinsichtlich ihrer Lehre, Organisation und Struktur. Die Mitglieder greifen zumeist auf ein breites Erfahrungsspektrum zurück, das sie sich im Laufe ihrer militärischen oder zivil-beruflichen Karriere angeeignet haben. Die meisten sind eng mit der Akademie verbunden. So begleiten einige von ihnen regelmäßig die Planübungen der Lehrgänge für den Generalstabs- und Admiralstabsdienst als Mentoren und stehen dort den Teilnehmern beratend zur Seite.

Konkrete Ratschläge entwickeln

Der Kommandeur informierte die Mitglieder des Senior Advisory Boards über den aktuellen Sachstand der „Agenda 2017+“. Die Gruppe diskutierte ein breites Spektrum an Themen. Sie erörterte unter anderem, welche Kompetenzen das militärische Führungspersonal in 15 Jahren braucht und wie diese am besten vermittelt werden können. Den Abschluss des Zusammentreffens bildete eine gemeinsame Diskussion zum Aufbau eines Think Tanks an der Führungsakademie. Die Mitglieder zogen sich zur Erarbeitung von konkreten Ideen zurück und besprachen dann gemeinsam das weitere Vorgehen. Admiral Stawitzki bedankte sich für die konstruktive Zusammenarbeit  und für die zahlreichen Beiträge. Abschließend fasste er zusammen: „Die umfangreiche Expertise dieses Gremiums ist für die Führungsakademie und für mich unersetzbar. Die von Ihnen in der Vergangenheit erarbeiteten Vorschläge waren stets äußerst zielführend

 

Autor: Jens Landau; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 20.12.2016

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„Determined Effort“ - Vielschichtige Stabsübung

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Übungsteilnehmer besetzen Schlüsselfunktionen im simulierten Korpsstab

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NATO-Führungsprozess praktisch angewandt

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Künftige Einsätze vor Augen – Training in international durchmischten Übungsgruppen

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Generalleutnant a.D. Ton van Loon bereichert als Senior Mentor die Übung durch seine umfangreichen Kenntnisse

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Offiziere verschiedener Nationen weiterhin im Austausch

Mit dem sich zu Ende neigenden Ausbildungsjahr 2016 an der Führungsakademie der Bundeswehr ging auch für die knapp 45 Heeresuniformträger des nationalen Generalstabs- und Admiralstabslehrgangs die sogenannte Heeresphase zu Ende. Höhepunkt und gleichzeitig Abschluss dieses prägenden Ausbildungsabschnittes stellte nunmehr die zweiwöchige Stabsübung „Determined Effort“ dar, in der der ohnehin internationale Lehrgang durch Delegationen aus vier weiteren Ländern unterstützt wurde.

Komplexes Szenario

Auf dem Gebiet der Iberischen Halbinsel kam es zu einem bewaffneten Konflikt zweier fiktiver Staaten, die sich im Streit um Ressourcenvorkommen als auch durch einen ethnischen Konflikt befeuert gegenseitig angegriffen und jeweils Staatsterritorium des Anderen erobert hatten. Die NATO hat in der Folge einen Korpsstab damit beauftragt, als sogenanntes Land Component Command eine landgestützte Operation zur Trennung der Konfliktparteien zu planen und diese mit den anderen Teilstreitkräften abzustimmen. Die Kernfunktionen des Korpsstabes wurden im Rahmen der Übung durch Lehrgangsteilnehmerinnen und -teilnehmer besetzt.

Neue Führungsebene – Neuer Führungsprozess

So manch einem Lehrgangsteilnehmer war im Vorfeld der Übung zu Beginn der Ausbildung auf der Ebene Korps die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, als die liebgewonnene und intensiv studierte ehemalige Heeresdienstvorschrift 100/100 „Truppenführung“ durch den Führungsprozess der NATO, beschrieben in der Comprehensive Operations Planning Directive, ausgetauscht werden musste. In knapp vier Wochen wurde der neue Prozess sowohl theoretisch vorgestellt und erarbeitet, als auch in einer kurzen Planübung praktisch angewandt. Die Voraussetzungen waren damit gelegt, um in der Abschlussübung zu bestehen und den neuen Prozess zu vertiefen.

Multinationalität zum Anfassen

Das internationale Gesicht des Lehrgangs hat sich während der Übung noch weiter ausgepägt. Zu den zwölf internationalen Lehrgangsteilnehmern aus zehn NATO-Staaten kamen weitere Kameraden aus den USA, Großbritannien, Polen und Frankreich hinzu. Mit der Übungssprache Englisch hatten sich alle Übungsteilnehmer schnell arrangiert und jeder brachte seine ganz individuellen Erfahrungen aus Ausbildung und Einsatz gewinnbringend ein. Generalmajor John S. Kem, der Leiter der Army University und Stellvertretende Kommandeur des Command and General Staff College in Fort Leavenworth, USA, stellte anlässlich seines Besuches heraus, dass die heutigen Einsätze ohne multinationale Kooperation nicht mehr vorstellbar seien. „Lernen Sie die Offiziere anderer Nationen kennen, bilden Sie Netzwerke und lernen Sie voneinander“, lautete sein Auftrag im Rahmen des gemeinsamen Abschlussabends.

Senior Mentor

Als Senior Mentor konnte auch in diesem Jahr wieder der ehemalige Niederländische Generalleutnant Ton van Loon gewonnen werden. Die drei Übungsstäbe profitierten intensiv von dem großen Erfahrungsschatz des ehemaligen Kommandierenden Generals des I. Deutsch-Niederländischen Korps und Kommandeurs des Regionalkommandos Süd in Afghanistan. In seiner Rolle als Kommandeur verdeutlichte er ein ums andere Mal wie wichtig ein ganzheitlicher Ansatz und insbesondere die Tätigkeitsfelder Zivil-Militärische Zusammenarbeit und Operative Kommunikation in den heutigen Konflikten seien. „Konzentrieren Sie sich nicht nur auf das Gewinnen des militärischen Gefechts, sondern insbesondere darauf eine friedliche Lösung zu erreichen“, lautete sein Credo. Auch er hob die Bedeutung von Multilateralismus hervor. „Berücksichtigen Sie die Vorzüge verschiedener Nationen und setzen Sie sie gewinnbringend ein“. Auf diese Weise entfalte ein Bündnis wie die NATO seine wahre Stärke.

Übergang zur operativen und strategischen Ebene

Für die Heeresuniformträger in der anspruchsvollen Generalstabsausbildung endete mit der Stabsübung „Determined Effort“ die Ausbildung auf der höchsten taktischen Ebene. Sie blicken auf eine spannende und fordernde Zeit zurück, in der vor allem die taktische Führung von Landstreitkräften vertieft, bereits aber auch Schnittstellen zur operativen Ebene abgebildet wurden. Diese Ebene wird in der folgenden „Joint-Lehre“ gemeinsam mit den Kameraden von Luftwaffe und Marine im Fokus der Ausbildung stehen.

 

Autor: Maximilian Voß; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 02.01.2017

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Teilnehmer des 20. Seminardurchganges

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Leiter des Kompetenzzentrum für Reservisten-angelegenheiten der Bundeswehr, Oberst Benedict von Andrian, trägt im Seminar vor

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Teilnehmer erfahren Facetten ihrer Aufgabe

Ohne die Reservistinnen und Reservisten bei der Bundeswehr würde es im Dienstbetrieb an so mancher Stelle haken und klemmen. Sie sind im Dienstalltag ein wesentlicher Bestandteil und stellenweise gar unverzichtbar für die Auftragserfüllung, wenn beispielsweise Personal gesundheitsbedingt längerfristig ausfällt. Doch neben der Rolle für die Personalergänzung und -verstärkung kommt ihren auch eine Mittlerfunktion für die Bundeswehr in der Gesellschaft zu. Der Heimatschutz, wie zuletzt beispielsweise beim Elbehochwasser im Jahr 2014, ist ebenfalls eine wichtige Aufgabe der Reserve.

Vorbereitung auf wichtige Aufgabe

Das Weißbuch 2016 wird diesem Umstand gerecht. Hier wird aufgeführt, dass den Reservisten beim Entwickeln und Bereitstellen künftiger Fähigkeiten der Bundeswehr eine bedeutende Rolle zukommt. „Sie leisten nicht nur einen unverzichtbaren Beitrag im gesamten Missionsspektrum der Bundeswehr sondern sind auch Symbol für die feste Verankerung der Truppe in der Gesellschaft“, heißt es hier weiter. Um die Reservistenarbeit in den Verbänden zielgerichtet zu lenken, werden die Kommandeure aller Ebenen durch einen Beauftragten für Reservistenangelegenheiten unterstützt. Diese Aufgabe wurde den stellvertretenden Kommandeur des jeweiligen Verbandes übertragen. Damit dieser Personenkreis – der vom Generalmajor bis zum Oberstleutnant reicht – auf diese Nebenaufgabe vorbereitet wird, wurde das Seminar „Beauftragter für Reservistenangelegenheiten“ an der Führungsakademie eingerichtet.

Besonderer Personenkreis

Für den Seminarleiter Oberst i.G. Michael Buck liegt die Herausforderung darin, „diesen besonders ausgelasteten Personenkreis in einem zeitlich gestrafften Seminar die wesentlichen Aspekte der Reservistenarbeit – die von der Konzeption der Reserve über das Personalmanagement der Reservisten bis zur Rolle des zivilen Arbeitgebers reichen – bezogen auf ihre Aufgabe nahezubringen“. Buck weiß, dass diese Aufgabe nur zu lösen ist, wenn „bei diesem anspruchsvollen Teilnehmerkreis im Seminar die jeweiligen Spitzen der Fachexpertise und tatsächlich Handelnde zu Wort kommen“.

Fachwissen vermittelt

Regelmäßig tragen unter anderem Vertreter aus dem Bundesministerium für Verteidigung, aus dem Kompetenzzentrum für Reservistenangelegenheiten und vom Verband der Reservisten der Bundeswehr vor. Es sei durch die hochwertigen Referenten „ein sehr informatives und anregendes Seminar in überaus angenehmer Atmosphäre“, berichtet ein Teilnehmer des Kurses. Mit bisher 20 Durchgängen des Seminars kann Oberst Buck gerade ein kleines Jubiläum feiern.

Positives Feedback

Die Rückmeldungen der Seminarteilnehmer zeichnen ein positives Bild. „Die persönlichen Gespräche abends und in den Pausen sind nicht zu unterschätzen - ich habe wertvolle Erkenntnisse für meine Aufgaben mitnehmen können“, lässt ein Kursteilnehmer wissen. Mit etwas Glück erschließen sich im Rahmen des Seminars sogar ganze Netzwerke. „Mein Highlight: ich habe hier gleich drei Beauftragte für Reservistenangelegenheiten kennengelernt, mit denen ich zukünftig im Organisationsbereich zusammen arbeiten werde“, resümiert ein weiterer Seminarteilnehmer. Bei solch einem positiven Feedback der Seminarteilnehmer kann Oberst i.G. Buck hoffnungsfroh auf die nächsten Durchgänge blicken.

 

Autor: Jennifer Simon; Foto: Katharina Junge

Hamburg, 19.12.2016

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LEGO-Serious-Play fasziniert die Kursteilnehmer

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Eine Frage, die es im Modell darzustellen gilt

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Teilnehmer tauschen sich über Führungskultur aus

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Brainstorming um Vielfalt abzubilden

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Militärs werben für die zivilen Laufbahnen

„Dass ich als alter Grenadier noch einmal LEGO spielen darf“, damit hatte ein Teilnehmer des Moduls „Bundeswehrgemeinsames Führungskräftetrainings I“ nicht gerechnet und war sichtlich überrascht. Es galt, die künftige Führungskraft der Bundeswehr als Modell darzustellen, und war nur eine von vielen Aufgaben, die an die Seminarteilnehmer gestellt wurden. Das einwöchige Training unter der Leitung von Oberstleutnant i.G. Bjarne Krause von der Führungsakademie der Bundeswehr und dem Wissenschaftlichen Oberrat Thomas Lüthgen vom Bildungszentrum der Bundeswehr besuchte sowohl ziviles als auch militärisches Spitzenpersonal aus allen Organisationsbereichen.

Gemeinsamkeiten erkennen

"Bevor die Teilnehmer in den Gedankenaustausch treten, müssen wir gemeinsame Grundlagen schafften", erklärte Lüthgen zu Beginn des Moduls. Daher standen zur Eröffnung des Kurses das Herausarbeiten eines gemeinsamen Führungsverständnisses sowie die Akzeptanz einer Führungs- und Organisationskultur im Mittelpunkt. Ebenso diskutierten die Seminarteilnehmer ausgiebig über eine mögliche Steigerung der Attraktivität und die Wettbewerbsfähigkeit der Bundeswehr durch ein modernes Führungsverhalten ihrer Angehörigen.

Gedankenaustausch mittels LEGO

Als nächstes musste eine Antwort auf die Frage „Was kennzeichnet Ihre Führungskraft 2030?“ gefunden werden. Die Herausforderung dieser Aufgabe lag darin, dass Ergebnis mittels LEGO-Serious-Play zum Ausdruck zu bringen. „Das Arbeiten mit den LEGO-Bausteinen motiviert die Seminarteilnehmer, sich auf die gestellte Aufgabe einzulassen, da jeder eine Verbindung zu LEGO herstellen kann“, sagte Seminarleiter Krause. „Statt einer schlichten Mind-Map kreiert hier jeder Teilnehmer ein individuelles Modell, welches in Kleingruppen zu einem Gruppenmodell zusammengeführt wird. Durch die LEGO-Modelle wird die Interaktion zwischen dem zivilen und militärischen, jungen und alten Personal gefördert. Die Möglichkeit, sich dem Gedankenaustausch zu entziehen, ist daher weitestgehend unmöglich.“ Im weiteren Verlauf stellte jede Gruppe ihr Modell den anderen Gruppen vor und reflektierte die Ergebnisse nochmals in den Kleingruppen. Das Grundmodell der "Führungskraft 2030" wurde so gemeinsam erarbeitet.

Vergangenheit und Zukunft treffen aufeinander

Schnell gelangten die Teilnehmer an den Punkt, an dem sie erkennen mussten, dass die ersten Schritte zur "Führungskraft 2030" relativ banal sind. Denn sie liegen in der jetzigen Führungskultur der Teilnehmer selbst: Jeder muss bei sich selbst anfangen, muss Vorbild sein und Mut zum Widerspruch zeigen. „Es ist Zeit, daß jetzt etwas getan wird. [...]  Unterläßt er jedoch die Tat, dann wäre er ein Verräter vor seinem eigenem Gewissen“, wusste schon Claus Schenk Graf von Stauffenberg.

Führungskultur als Attraktivitätsfaktor

Der stellvertretende Kommandeur der Führungsakademie, Flottillenadmiral Karsten Schneider, hob bei seinem Besuch des Seminars hervor, dass „Führungskultur nicht nur darin besteht, den Kameradinnen und Kameraden detailliert vorzugeben, wie sie ihre Aufträge umzusetzen haben, sondern ihnen den Raum zu lassen, erwachsen zu sein und ihre Aufgaben eigenverantwortlich zu realisieren“. Das wiederum ist nicht unbedeutend, wenn es um die Steigerung der Attraktivität der Bundeswehr als Arbeitgeber und das Werben um qualifiziertes Personal geht. Die gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse des Seminars gilt es nun in den Dienst zu integrieren, denn wie die Teilnehmer bereits feststellten: Es ist Zeit, dass etwas getan wird.

 

Autor: Maximilian Voß; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 16.12.2016

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Inspekteur der Streitkräftebasis besucht die Akademie

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Würdigung der geleisteten Arbeit in der Vergangenheit

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Zuhörer danken mit Beifall für die persönlichen Worte

„Die Führungsakademie hat einen herausragenden Ruf und befindet sich auf Augenhöhe mit ihren Pendants im internationalen Umfeld, wenn sie nicht sogar als Vorbild angesehen wird“, lobte Generalleutnant Martin Schelleis die Einrichtung am heutigen Freitag vor dem Stammpersonal der Führungsakademie. Gleichzeitig würdigte der Inspekteur der Streitkräftebasis die Bedeutung der Weiterentwicklung, um auch in Zukunft dem Anspruch als strategische Denkfabrik und als Impulsgeber für die Sicherheitspolitik Deutschlands gerecht zu werden. „Die Streitkräftebasis wird auch weiterhin ihren Beitrag zur initiierten Weiterentwicklung der Akademie leisten und sich aktiv einbringen“, machte Schelleis deutlich.

Herzlicher Abschied

Der Inspekteur der Streitkräftebasis erklärte, dass er bei seinem Besuch in diesem Sommer nicht damit gerechnet hätte, so schnell wieder nach Hamburg zu kommen. „Bei meinem letzten Besuch an der FüAk Ende August hätte ich nicht gedacht, dass ich sobald wieder vor ihnen stehe“, sagte er auf der Jahresabschlussveranstaltung im bis auf den letzten Platz gefüllten Manfred-Wörner-Zentrum. „Es war mir jedoch ein Bedürfnis und eine Herzensangelegenheit, noch in der Funktion Ihres Inspekteurs hierherzukommen und mich persönlich von ihnen zu verabschieden.“ Ab Januar 2017 ist die Führungsakademie dem Generalinspekteur der Bundeswehr direkt unterstellt.

Verbindung bleibt erhalten

Dass für Generalleutnant Schelleis auch eine persönliche Bindung zur Führungsakademie besteht, brachte er mit Blick auf seine eigene Historie zum Ausdruck: „Ich selbst habe die gute Ausbildung dieser Einrichtung genossen und später sehr zu schätzen gelernt. Ich war gerne Ihr Inspekteur und werde die weiteren Entwicklungen mit Interesse verfolgen.“ Durch seinen persönlichen Besuch auf der Jahresabschlussfeier der Akademie würdigte er nicht nur die geleistete Arbeit und die Kooperation in der Vergangenheit, sondern auch die vor Ort tätigen Menschen. Das Stammpersonal freute sich sehr über die Wertschätzung. Für die Zukunft hat der Inspekteur deutlich gemacht: „Wir bleiben in Verbindung!“

 

Autor: Maximilian Voß; Fotograf:Katharina Junge, Laura Clayborn

Hamburg, 13.12.2016

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Angehörige beider Akademien üben gemeinsam

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U.S. Major General Kem zu Besuch an der FüAk

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Vorstellung der Akademie und Austausch

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Würdigung der Kooperation und Besiegelung der weiteren Zusammenarbeit

Jede Partnerschaft fußt auf Gemeinsamkeiten und gegenseitigem Austausch. Das beidseitige Interesse sowie das Engagement, Verbindungen zu pflegen, sind wesentliche Eckpfeiler, wenn die Partnerschaft über lange Zeit Bestand haben soll. Das sind hohe Hürden, die es zu überwinden gilt. Dass dies über viele Jahre mit Erfolg gemeistert werden kann, haben die Führungsakademie der Bundeswehr und das US-amerikanische Command and General Staff College bis heute bewiesen.

50-jähriges Bestehen

Seit nunmehr einem halben Jahrhundert sind beide Akademien durch gemeinsame Übungen eng miteinander verbunden. Anlass genug, diesen besonderen Umstand zu würdigen. Aus diesem Grund lud der Kommandeur der Führungsakademie, Flottillenadmiral Carsten Stawitzki, den Leiter der Army University und Stellvertretenden Kommandeur des Command and General Staff College, U.S. Major General John S. Kem, zu einer feierlichen Festveranstaltung nach Hamburg ein. „Es hat sich so viel verändert seit 1966, aber die Freundschaft zwischen unseren Akademien ist stets geblieben“, stellte der US-amerikanische General anlässlich des Jubiläums fest. 

Intensiver Austausch

General Kem ist der Einladung des Kommandeurs mit großer Freude gefolgt. Obwohl er schon mehrfach in Deutschland stationiert war, war es für den amerikanischen Zwei-Sterne-General sein erster Aufenthalt in Hamburg. Um ein umfassendes Bild über die Akademie zu erlangen, hieß Flottillenadmiral Stawitzki seinen Gast bereits am Vortag der Veranstaltung herzlich willkommen. General Kem lernte die Stadt kennen, informierte sich über die verschiedenen Lehrgänge und die Struktur der Ausbildungseinrichtung. Intensive Einblicke erfuhr er zweifelsohne durch den regen Austausch mit den „Senior Mentors“ der Generalstabs- und Admiralstabslehrgänge. Um diesen Austausch fortzusetzen, wird im Frühjahr wieder eine deutsche Delegation nach Fort Leavenworth reisen und dort an einer mehrwöchigen Übung sowie zentralen Festveranstaltung teilnehmen.

Finales Dinner als Höhepunkt

Die diesjährige teilstreitkraftübergreifende und international besetzte Übung „Determined Effort“ (vormals „Common Trail“) endete ebenfalls in diesen Tagen. Unter anderem nahmen zahlreiche Vertreter der U.S.-Streitkräfte bei diesem Training teil. Ein feierliches Dinner bereitete den Abschluss dieser mehrwöchigen Übung und bot gleichzeitig einen festlichen Rahmen zur Würdigung des 50. Jubiläums der Kooperation zwischen beiden Akademien. Major General Kem hob im Rahmen des Dinners die Bedeutung dieses Austausches für die jungen Stabsoffiziere hervor: „Unsere Offiziere haben zwei beeindruckende Wochen erlebt. Die gesammelten Erfahrungen und die Erinnerungen daran werden ewig bleiben.“

 

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