Aritkel Kriesenbearbeitung aus ökonomischer Perspektive

Autor: Stefan Bayer ; Fotos: Bundeswehr / Internet

Hamburg, 24.05.2017

Handlungsfelder zur ökonomischen Theorie der externen Effekte

 Konfliktregion Südchinesisches Meer

 Herkunftsländer der Flüchtlingsströme

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inwieweit kann wirtschaftliches Handeln generell Verursacher für störende Entwicklungen sein? Wie wirken sich wirtschaftliche Aktivitäten auf Dritte aus? Diese und weitere Fragen hat der Generalstabs- und Admiralstabslehrgang 2015 (LGAN) im Seminar ,,Krisenbearbeitung aus ökonomischer Perspektive“ aufgegriffen.

Zentrale Aspekte der ökonomischen Theorie

Begrenzt vorhandene Güter und Ressourcen in dieser Welt möglichst effizient einzusetzen, ist die Kernfrage, mit der sich die ökonomische Wissenschaft beschäftigt. Damit das bestmöglich gelingt und dabei die Bedürfnisse aller befriedigt werden, gilt es zugleich, alle Kosten- und Nutzeneffekte zu berücksichtigen. In einer vollkommenen Wirtschaftsordnung ist dieses theoretisch möglich. Wird davon abgewichen und kommt es dabei zu einer weniger effizienten Verteilung der Güter, können Probleme entstehen, die im Nachhinein auch unter Zuhilfenahme von Streitkräften bearbeitet gelöst werden müssen. Das liegt dann aber grundsätzlich weniger an ökonomischem Verhalten der Marktteilnehmer als vielmehr daran, dass keine Sanktionen bestehen, die dafür sorgen, dass eine effiziente, ökonomische Verteilung der Güter und Ressourcen erfolgen kann. Mit anderen Worten: Es handelt sich somit vor allem um Staats- statt um Marktversagen.

Konflikte und Resultate

Das Seminar ,,Krisenbearbeitung aus ökonomischer Perspektive“ hat sich mit den Auswirkungen von positiven und negativen externen Effekten auf die krisenhafte Entwicklung im internationalen Kontext beschäftigt. Wenn menschliche Handlungen positive oder negative Auswirkungen auf unbeteiligte Dritte nach sich ziehen, entstehen Kosten, die von anderen getragen werden müssen. Negative externe Effekte verursachen externe Kosten, die zu externen Schäden führen. Aus positiven externen Effekten resultieren externe Vorteile. Wird dabei zu viel zu billig oder zu wenig zu teuer produziert, so führt dieses zu Ungerechtigkeiten und damit zu (politischen) Handlungsnotwendigkeiten. Zudem können externe Effekte auch zu zusätzlichen Konflikten führen oder bestehende Konflikte verschärfen, so dass ökonomische Austauschprozesse auch unter dem Gesichtspunkt der Beurteilung einer Krise Relevanz aufweisen. In jedem Fall gilt: Die Existenz ökonomischer Kosten lässt sich politisch nicht wegdefinieren.

Konkrete Beispiele

Im Rahmen des Seminars beschäftigte sich ein Teil der LGAN-Teilnehmern 2015 mit der ökonomischen Theorie der externen Effekte und deren Auswirkungen auf die krisenhaften Entwicklungen im internationalen Kontext. Beurteilt wurde dabei die

- Konfliktregion Südchinesisches Meer

- externen Kosten und Konflikte am Beispiel der Arktis

- die Gefährdung der zukünftigen Verteidigungsfähigkeit Europas aufgrund national                      fokussierter Verteidigungs- und ineffizienter Rüstungspolitik

- die Migration als Externalität.

Den Teilnehmern wurde anhand der vier Anwendungsbeispiele anschaulich vermittelt, dass sich die Theorie der externen Effekte sich sehr gut zur Analyse von Krisenverläufen in unterschiedlichen Kontexten eignet. Lebhafte Diskussionen begleiteten die aufgezeigten Ergebnisse. Im Ergebnis bleibt festzuhalten: Das Seminar endete nicht mit dem Seminarende. Vielmehr gibt es Raum für vertiefende Überlegungen zur Beurteilung der Ursachen von Krisen.

 

-> Hier gelangen Sie zum umfassenden Seminarpapier<-

Autor: Stefan Berger ; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 17.05.2017

Admiral Stawitzki begrüßt Admiral Trojahn an der Führungsakademie der Bundeswehr

Eintrag ins Gästebuch der Akademie

Gespräche im Kreise der Admirale

 

 

 

Konteradmiral Frank Trojahn, Chief of Naval Staff der Königlich Dänischen Marine, besucht die Führungsakademie der Bundeswehr.

Die Lehrgangsteilnehmer an der Akademie stammen traditionell aus unterschiedlichen Ländern und Kulturkreisen, entsprechend vielfältig und bunt ist das Bild der Uniformen auf dem Campus. Insbesondere das persönliche Kennen und die Pflege eines entsprechenden Netzwerkes erzeugen dabei Verständnis und gegenseitigen Respekt. Einen in diesem Zusammenhang ganz besonderen Besuch erlebte die Führungsakademie der Bundeswehr am 11. Mai 2017. Zwanzig Jahre nachdem der heutige Admiral Frank Trojahn seinen zweijährigen Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst (LGAN 1997) begann, kehrte der Lehrgangsteilnehmer von einst für einen Kurzbesuch nach Hamburg zurück.

Die Akademie damals und heute

Nach Gesprächen im Kreise der Admirale mit dem Kommandeur, Konteradmiral Carsten Stawitzki, und dem Direktor Lehrgänge, Flottillenadmiral Karsten Schneider, folgte für den Konteradmiral der gewünschte Rundgang durch die Clausewitz-Kaserne. So traf der Gast im Bereich Marine auf einen Lehrgangskameraden aus dem 39. ASTO und gemeinsame Erinnerungen ließen sehr schnell wieder die Zeit an der Führungsakademie lebendig werden. „Es ist vieles neu heute, aber auch vieles bekannt. Man fühlt sich gleich wieder zu Hause. Die neuen modernen Hörsäle und das Manfred-Wörner-Zentrum sind schon beeindruckend, besonders angenehm ist jedoch die gute Atmosphäre, damals wie heute“ stellte der Admiral in einem Gespräch mit dem Bereichsleiter Marine und Beauftragten des Inspekteurs der Marine an der Führungsakademie der Bundeswehr, Kapitän zur See Straus, anerkennend fest.

Austausch mit dem Nachwuchs

Begleitet wurde der dänische Marinebefehlshaber von einem seiner Nachfolger im Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst LGAN 2015. Korvettenkapitän Nicolai Svane erläuterte seinem Vorgesetzten ausführlich seine persönlichen Erfahrungen im aktuellen Ausbildungsansatz der Akademie. So stehen für die Lehrgangsteilnehmer heute nicht nur militärische Themen auf dem Lehrplan sondern auch Vorträge und Seminare zu gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Fragestellungen.

Kooperation geht weiter

„Deutschland ist für Dänemark ein wichtiger regionaler strategischer Partner“, merkte Konteradmiral Trojahn zum Ende seines Besuches an. „Wir werden auch zukünftig diese besondere Ausbildungseinrichtung mit ihren Möglichkeiten sehr gerne nutzen.“ In der Tat wird bereits zum LGAN 2017 wieder ein dänischer Marinestabsoffizier an der Führungsakademie ausgebildet. Und vielleicht besucht auch dieser dann später erneut die Akademie als Admiral.

 

 

 

Autor: Kai Prüter ; Fotos: Kai Prüter

Hamburg, 12.05.2017

Training von Überzeugungstechniken

Vizepräsident Armin Schmidt-Frank im Gespräch mit Teilnehmern

 

 

 

„Diese Gewohnheiten treffen alle auf mich zu!“ Mit einem selbstkritischen Lächeln denkt einer der Teilnehmer des Trainings über die 20 Gewohnheiten nach, die sich Führungskräfte laut Marshall Goldsmith abgewöhnen sollten. Seit dem 7. November 2016 diente dieser kleine Katalog von abzulegenden Verhaltensmustern den beiden Dozenten, Fregattenkapitän Dr. Christian Wildhagen und Oberstleutnant Kai Prüter aus dem Fachbereich Führung und Management, als Einstieg in das eineinhalbtägige Führungskräftetraining in Koblenz. Bei diesem Führungskräftetraining für Gruppen- und Referatsleiter des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, kurz: BAAINBw, handelte es sich um ein Gemeinschaftsprojekt des Zentrum Innere Führung, dem Bildungszentrum der Bundeswehr und der Führungsakademie der Bundeswehr im Auftrag von Staatssekretärin Dr. Katrin Suder.

Persönliche Stärken stärken

Die Teilnehmer setzten sich mit zeitgemäßen Kommunikationsmodellen und Führungsinstrumenten auseinander, um ihre persönlichen Stärken weiter auszubauen und modernen Herausforderungen besser zu begegnen. Dieses intensive Training ist gefüllt mit umfangreichen Anwendungen der „Tools“ nach vorausgehenden Impulsen der beiden Dozenten.

Kooperation geht weiter

Den Abschluss des ersten Tages eines jeden Trainings bildete eine offene Diskussion mit einem Leitungsmitglied aus dem Präsidium des BAAINBw. Hierbei wurden vor allem die zurückliegende Mitarbeiterbefragung, das Zielbild Rüstungs-management und aktuelle Herausforderungen rege diskutiert. Der vorerst letzte Durchgang unter Federführung der Führungsakademie der Bundeswehr endete am 29. März dieses Jahres. Bis dahin wurden in Koblenz durch die „Hamburger“ 140 Führungskräfte des BAAINBw ausgebildet. Und schon jetzt steht fest, dass diese Form des Trainings im kommenden Jahr fortgeführt wird.

Autor: Steve Wilhelm ; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 11.05.2017

Lieutenant Colonel Pat Owen -  Leiter der britischen Delegation in Hamburg

Lebhafte Diskussionen der Teilnehmer

Konflikte analysieren und Führungsentscheidungen vorbereiten

Kulinarischer Ausklang beim Formal Dinner

Internationale Zusammenarbeit - Mehrwert durch Training

 

 

 

 

Der 12. Lehrgang General- und Admiralstabsdienst national (12. LGAN) übte EU-geführte Operationen mit vier europäischen Partnerakademien.

Am Freitag der vergangenen Woche fand die diesjährige Combined Joint European Exercise (CJEX) ihren Abschluss. Damit endete eine operative Hochwertübung, die parallel an den Militärakademien Deutschlands, Großbritanniens, Frankreichs, Italiens und Spaniens durchgeführt wurde. Dem multinationalen Ansatz der Übung Rechnung tragend, wurden in einem Austausch Lehrgangsteilnehmer der aktuellen General- und Admiralstabslehrgänge der teilnehmenden Nationen an die Partnerakademien entsandt, um eine einheitliche Lage in mehreren multinationalen Stäben zu bearbeiten.

Ausplanung einer EU-Operation

Das der Übung zugrunde liegende Szenario „Combined Destiny“ sah die Ausplanung einer EU geführten „Bridging Operation“ in einer fiktiven Sub-Sahara Region vor, die aufgrund ethnischer, politischer und ökonomischer Auseinandersetzungen zu zerfallen droht. Unter Abstützung auf die NATO Comprehensive Operations Planning Directive (COPD) galt es, den Konflikt und seine verschiedenen Faktoren zu analysieren und Führungsentscheidungen für ein europäisches Engagement in der Krisenregion vorzubereiten. Lieutenant Colonel Pat Owen, Leiter der britischen Delegation in Hamburg, zeigte sich angetan von der CJEX an der Führungsakademie der Bundeswehr. „Die deutsche Akademie hat die Übung perfekt zwischen Leitung dieser und der Möglichkeit des multinationalen Erfahrungsaustauschs ausbalanciert.“

Arbeit und Kultur miteinander verbinden

Kulturell kam von Shrivenham über Paris, Hamburg und Madrid bis nach Rom kein Übungsteilnehmer zu kurz. In jeder Destination konnte das Wochenende ausgiebig genutzt werden, um einen Eindruck von Land und Leuten zu gewinnen. Sei es der Besuch von Museen und typischen Pubs im britischen Portsmouth und Oxford, das Erkunden der antiken römischen Bauwerke, eine Führung durch den Pariser Invalidendom und das Genießen französischer Cafés oder eine Bootsfahrt auf der Alster mit einem sich anschließenden Besuch des 828. Hamburger-Hafengeburtstags.

Major Sandra Matuszewski, Lehrgangsteilnehmerin des 12. LGAN, die an der Übung an der französischen Militärakademie teilnahm, fasste die gewonnenen Impressionen so zusammen: „Alles in allem fühlten wir uns sehr wohl in Paris, genossen die Zeit und freuten uns über die Erfahrungen und Eindrücke, welche wir aus dieser schönen Stadt und von der Ecole de Guerre mitnehmen konnten.“ Auch Lieutenant Colonel Pietro Imbro von der italienischen Luftwaffe fand lobende Worte für das Erlebte. „Die italienische Delegation hat den Aufenthalt in Hamburg wirklich genossen. Der Besuch des Hafengeburtstags und das köstliche deutsche Essen waren perfekte Möglichkeiten, die deutsche Kultur näher kennenzulernen.“

Ein Mehrwert für alle

Der Mehrwert lag eindeutig im Trainieren der internationalen Zusammenarbeit und dem Erfahrungsaustausch zwischen allen Teilnehmenden. Wie vor allem durch die Mentoren eingesetzten ehemaligen Generale und Admirale bestätigt wurde, konnte die Übung einen realitätsnahen Eindruck der Planungsaufgaben in einem multinationalen Hauptquartier vermitteln und die enorme Bedeutung einer europäischen Vernetzung unterstreichen. Mitunter kontrovers miteinander ins Gespräch kommen zu müssen, die Notwendigkeit, sich auf unterschiedliche Ansichten und Vorgehensweisen einzulassen, zu keiner Zeit aber das gemeinsame Ziel aus den Augen zu verlieren, sind wichtige Erfahrungswerte, die die Übungsteilnehmer während der CJEX 2017 sammeln konnten.

Großer Erfolg schärft Blick in die Zukunft

Die Combined Joint European Exercise war auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg. Der große Aufwand, der an allen teilnehmenden Akademien betrieben wurde, hat sich in jedem Fall gelohnt. Die Führungsakademie der Bundeswehr freut sich darauf, auch im nächsten Jahr wieder einer der Ausrichter dieser operativen Planübung für angehende General- und Admiralstabsoffiziere aus Deutschland und dessen vier CJEX-Partnernationen zu sein.

 

                                                                                          Hier gelangen Sie zu Teil (1)

 

Autor: Christiane Rodenbücher ; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 09.05.2017

Kranzniederlegung mit Konteradmiral Stawitzki und Soldaten der Führungsakademie

Die Teilnehmer an der Gedenkstätte

Schüler der Stadtteilschule Bergedorf bei ihrer Lesung

„Unsere Verpflichtung – Versöhnung und Frieden“ – getreu dieser Inschrift des zentralen Gedenksteins auf der Internationalen Kriegsgräberstätte des Ohlsdorfer Friedhofs hat der Kommandeur der Führungsakademie an einer Gedenkveranstaltung zum Ende des Zweiten Weltkrieges teilgenommen. Zusammen mit zahlreichen Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Militär hat Konteradmiral Carsten Stawitzki der etwa 3.800 Menschen aus mehr als dreißig verschiedenen Ländern gedacht, die während des Zweiten Weltkrieges in Harnburg zu Tode gekommen sind und dort begraben liegen. Mit einer Delegation der Führungsakademie hat der Kommandeur für die Bundeswehr am Standort Hamburg einen Kranz niedergelegt.

Die Repräsentanten haben eines gemeinsam: Die Fürsorge und die Auseinandersetzung mit diesen Gräbern sehen sie als einen Beitrag zur Friedenswahrung in Europa. Vertreter der Stadt Hamburg und der Konsulate, der Kirchen, von Bildungseinrichtungen und verschiedenen Verbänden, Schriftsteller sowie der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge würdigten die Toten.

Erinnern und Gedenken

„Zur Zukunft gehört Herkunft“, zitierte Karen Koop die Tor-Inschrift eines Hamburger Gymnasiums. Die Hamburger Landesvorsitzende des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge hatte die Einladung ausgesprochen und begrüßte die anwesenden Gäste mit einer Rede. Wie viel Erinnern und gedenken tun gut? Es könne keinen Erinnerungsstopp an die Gedenken des Zweiten Weltkriegs geben, appellierte Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt im Anschluss an das Bewusstsein der Deutschen, sich auch weiterhin mit den verheerenden Folgen des Zweiten Weltkriegs auseinander zu setzen. Weitere Gedenkworte hinsichtlich der Versöhnung über den Gräbern sprach Reverend Canon Dr. Leslie Nathaniel von der Church of England.

Generationsübergreifendes Interesse

Schüler der Stadtteilschule Bergedorf sorgten mit ihrer szenischen Lesung für einen würdigen literarischen Rahmen. Sie nahmen dabei die Rollen eines deutschen Unternehmers, der Zwangsarbeiter beschäftigte, sowie von zwei Kriegsgefangenen aus dem Hamburger Umland ein und schilderten die Kapitulation 1945 aus ihrer Perspektive. Dies gab der Zeremonie einen authentischen, anschaulichen Charakter und hinterließ bei den rund 50 Teilnehmern einen nachhaltigen Eindruck der Ereignisse.

Beim Totengedenken zum Abschluss der Veranstaltung bezog Karen Koop neben den Gefallenen des Zweiten Weltkrieges und den Opfern des Nationalsozialismus ausdrücklich alle Menschen mit ein, die heute von Krieg, Verwundung und Verfolgung betroffen sind. Auch die in den weltweiten Einsätzen der Bundeswehr Gefallenen. Die Gäste sind sich einig: ein würdiger Ausklang für eine bewegende Veranstaltung.

 

Autor: Axel Hänisch ; Fotos: Katharina Junge / Dennis Brandt

Hamburg, 08.05.2017

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Hafenrundfahrt auf FGS „Putlos“

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Die Teilnehmer von CJEX

Am vergangenen Freitag begann die Combined Joint European Exercise (CJEX). An dieser jährlich stattfindenden multinationalen Übung nehmen – neben der Führungsakademie der Bundeswehr – auch die Partnerakademien Großbritanniens, Frankreichs, Spaniens und Italiens teil. Darüber hinaus partizipieren auch Angehörige der polnischen War Studies University direkt und Angehörige der rumänischen National Defense University „Carol I“ in einer Beobachterrolle an dieser Übung. Somit wurden insgesamt 65 internationale Gäste durch die Akademieführung begrüßt.


Ziel der Übung CJEX 2017 ist es, in Anlehnung an den Planungsprozess der NATO, eben diesen für einen EU-geführten Einsatz auf operativer Ebene in multinationalen Stäben anzuwenden. Darüber hinaus dient sie der Förderung der interkulturellen Kompetenz sowie der strukturierten und individuellen Netzwerkbildung aller Lehrgangsteilnehmer. Das diesjährige Szenario steht dabei unter dem Namen „Combined Destiny“. In diesem kommt es in einer fiktiven Region bestehend aus vier unterschiedlichen Einzelstaaten in der Sub-Sahara zu ethnischen, politischen und ökonomischen Konflikten. Trotz größter Bemühungen mittels einer UN-Beobachtermission gelingt es nicht, Gewalt und Terror, aber auch humanitäre Katastrophen und Flüchtlingsströme zu verhindern. Das Gegenteil ist der Fall: sie nehmen zu, die Lage wird zunehmend schlechter und eines der Länder droht ins Chaos zu verfallen. Die UN kann dieser Entwicklung nicht tatenlos zusehen und arbeitet gemeinsam mit den Ländern in dieser Region sowie der EU an einem gemeinsamen Friedensplan. Um diesen zu untermauern, soll eine Stabilisierungsoperation durchgeführt werden. Mittels einer „Bridging Operation“ soll diese vorbereitet werden. Und eben diese gilt es nun noch bis zum 12. Mai 2017 zu planen.


Doch nicht nur die Führungsakademie ist somit ein stückweit bunter geworden, auch die Partnerakademien empfingen nahezu gleichstarke Delegationen. Auch von der Führungsakademie der Bundeswehr. Hierfür reisten vier Hörsäle des Lehrgang Generalstabs-/ Admiralsstabsdienst national 2015 nach Rom, Paris, Shrivenham und Madrid, um die Übung von dort aus zu bestreiten. Von den in Hamburg verbliebenen Hörsälen nimmt einer an der Übung teil und ein Hörsaal stellt die organisatorische und administrative Ausgestaltung sicher. An allen Akademien wurde „die Übungstruppe“ der jeweiligen Länder miteinander durchmischt und auf verschiedene Planungsgruppen aufgeteilt. Auch in diesem Jahr werden die Übungsteilnehmer durch vier hochkarätige ehemalige Flaggoffiziere unterstützt und angeleitet. Diese stehen je einer Planungsgruppe als Senior Mentor zur Verfügung. Daher unterstützen sie nicht nur mit ihrer jahrzehntelangen Expertise, sondern übernehmen auch in der Rolle als Joint Force Commander die übergeordnete Entscheidungsfunktion in den einzelnen Planungsgruppen. Zusätzlich unterstützen Subject Matter Experts aus den verschiedenen Fachgebieten die Übung. Dieses „Setting“ stellt sicher, dass die Übungteilnehmer ihr Verständnis im operativen Planungsprozess ausbauen, festigen oder „schärfen“ können.


Neben der eigentlichen Übung sollen die Teilnehmer aber auch Hamburg kennenlernen, was ein wesentlicher Bestandteil der Übung darstellt. So fand am zurückliegenden Wochenende nicht nur eine geführte Stadtrundfahrt sondern auch der Besuch eines Einsatzgruppenversorgers der Deutschen Marine sowie eine Hafenrundfahrt statt. Besonders aber wird der Hamburger Hafengeburtstag allen in unvergesslicher Erinnerung bleiben.

 

Hier gelangen Sie zu Teil (2)

 

Autor: Daniel Jarzynka; Fotos: Bundeswehr

Hamburg, 04.05.2017

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Informativer Austausch mit dem Lehrpersonal

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Diskussionen während der Operationsplanung

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Geschenkübergabe an Dr. Reilly vom ACSC

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The American Way of Life

 

 

 

 

 

Monatelange Vorbereitungen durch Luftwaffen- sowie teilstreitkraftübergreifende Übungen (sog. Joint Exercises) lagen bereits hinter der Luftwaffendelegation des Lehrgangs Generalstabs- und Admiralstabsdienst National 2015, bevor sie Ihr Können Ende März / Anfang April am US Air Command and Staff College (ACSC) unter Beweis stellen durften. Ganz unbekannt waren die amerikanischen Stabsoffiziere in Montgomery, Alabama für die Deutschen jedoch nicht, da bereits in 2017 eine US-Delegation an der Luftwaffenübung „AirEx“ in Blankenese teilgenommen hatte. So wurde die siebenköpfige deutsche Delegation unter der Führung des Bereichsleiters Luftwaffe, Herrn Oberst i.G. Saur, überaus freundschaftlich an der Maxwell Air Force Base begrüßt. Von Anfang an dabei war Dr. Jeffrey M. Reilly, der Leiter der US-amerikanischen Übungsserie.

Ein Blick in die Zukunft 

Die Studenten am ACSC werden in einem intensiven 10-monatigen Lehrgang auf Ihre nächsten Aufgaben als Luftwaffenstabsoffiziere vorbereitet, wobei ausgewähltes Personal die Möglichkeit erhält, eine dreimonatige operative Übungsserie zu durchlaufen. Die deutsche Delegation wurde dabei Teil eines Pilotprojektes und einer neu angelegten Übung, die sich schwerpunktmäßig auf ein fiktives Szenario im Nahen Osten fokussierte. Innovativ war die operative Planungsübung, da das Szenario in 2025+ spielte, moderne Waffensysteme verfügbar waren, die heutzutage erst in der Erforschung sind und letztendlich Fähigkeitsentwicklungen diverser Akteure extrapoliert wurden, die gegenwärtig nur rudimentär ausgeprägt sind.

„Multidomain Operations“ als Operationsführung der Zukunft 

Auf Grundlage des komplexen Zukunftsszenarios stellte die Übungsleitung zurecht die Frage, ob ein „Joint-Ansatz“ noch adäquat sein werde, um den künftigen Herausforderungen einer sich rasant weiterentwickelnden, operativen Umwelt zu begegnen. In den letzten Dekaden haben besonders die westlichen Luftstreitkräfte den entscheidenden Dominanzvorteil in Konflikten erzielt. Dieser Vorteil schmilzt jedoch in Anbetracht steigender Kosten für Luftfahrzeuge, sich schließender Fähigkeitslücken zu anderen Ländern der Welt und rasanter Weiterentwicklungen in den Bereichen Space und Cyberspace. Den Lehrgangsteilnehmern am ACSC war folglich die Aufgabe zugewiesen, eine „Multidomain Operation“ zu planen, um aus der wechselseitigen Beeinflussung unterschiedlicher Domänen die entscheidende Dominanz in der Missionsführung zu generieren.

Wargaming im Multidomain-Ansatz  

Den Übungsteilnehmern des ACSC und der deutschen Delegation, die auf verschiedene Arbeitszellen aufgeteilt wurden, oblag es nun, in einer Mixtur aus Wargaming und Operationsdurchführung eine Multidomain-Mission so durchzuführen, dass potente Gegner ihren konventionellen Vorteil nicht nutzen konnten. Dabei waren die Beiträge der Teilnehmer des LGAN 2015 äußerst gefragt. Als bislang unbeteiligte Dritte auf den Prozess, die Planungszyklen und die Missionsdurchführung blickend, wurden Einwände und Ergänzungen, teils ganze Planänderungen, bewirkt. Für die deutschen Teilnehmer zeichnete sich ebenso ab, dass das amerikanische operative Planungsverfahren Unterschiede zum operativen Planungsprozess der NATO aufweist. Diese Abweichungen regten zur kritischen Selbstreflexion des an der FüAkBw Erlernten an. So sah man sich bestätigt oder erkannte an entscheidenden Stellen Verbesserungspotential.

Die Südstaaten erleben und Freundschaften schließen 

Trotz des intensiven Übungsvorhabens sorgten die amerikanischen Kameradinnen und Kameraden für ein ansprechendes Freizeitprogramm, bei dem man sich abseits des operativen Planungsgeschäfts über persönliche Dinge und Belange austauschen konnte. Bowling, Pizzeria, Steakhouse und Barbecue waren mehr als geeignet dazu, sich gegenseitig kennenzulernen und den traditionellen Austausch erlebenswert zu machen. Interkulturelle Kompetenz wir somit erlebbar gemacht und weiterentwickelt. Das Begleitprogramm mit der aufwendigen Betreuung durch die amerikanischen Soldatinnen und Soldaten wie auch des zivilen Lehrpersonals, intensivierte die schon vorab empfundene deutsch-amerikanische Verbundenheit. Nach dem Übungsende ging es direkt nach Atlanta, von wo aus der Rückflug nach Deutschland angetreten wurde. Nach der Rückkehr am Sonntagabend wurden die Koffer ausgepackt und die Uniform wieder für die nächsten Tag präpariert, um am Montag mit leichtem Jetlag nahtlos in die Übung „Joint Endeavour“an der FüAkBw einzusteigen. Freilich nahmen dies die Teilnehmer gerne in Kauf, da die Übungsteilnahme in Alabama als voller Erfolg gewertet werden kann.

 

Autor: Stefan Berger; Fotograf: Stefan Berger /Bundeswehr

Hamburg, 02.05.2017

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Ehrenmal Laboe

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U-Boot 995 in Laboe

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Rettungsmittelausbildung im EAZS

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U-Boot 34

Vier Tage war der Lehrgang Generalstabs-/ Admiralstabsdienst International (LGAI) zu Gast in verschiedenen Standorten der Marine. Von Flensburg bis Neustadt in Holstein wurde den 80 Lehrgangsteilnehmern ein vielfältiges Bild über die maritimen Fähigkeiten der Bundeswehr vermittelt.


Zum Auftakt wurde das Manöver "FüAkEx LGAI 2016“ durch Kapitän zur See Straus, Bereichsleiter Führungslehre Marine und Beauftragter des Inspekteurs der Marine an der Führungsakademie der Bundeswehr, marinetypisch „angepfiffen“. Vorausgegangen war eine umfangreiche Planungsphase der deutschen Marineoffiziere im Hörsaal Marine des LGAI 2016 mit dem Marinekommando und den beteiligten Einheiten.

Tradition und Moderne

Nach dem Besuch an der Marineschule Mürwik, der Alma Mater der Marineoffiziere, bei der neben Architektur und ungebrochener Traditionslinie insbesondere die vorgestellten Ausbildungseinrichtungen überzeugten, präsentierte sich am folgenden Tag die Einsatzflottille 1 in Kiel mit einem spannenden und abwechslungsreichen Programm zum Fähigkeitsspektrum der Flottille. Neben einer statischen Vorführung des Seebataillons waren es hier vor allem die Besichtigung eines U-Bootes der Klasse 212A und die Möglichkeit der Mitfahrt im Tiefensteuersimulator des Ausbildungszentrums U-Boote (AZU), die für nachhaltige Eindrücke sorgten.

Ein Tag in See

Sichtlich beeindruckt zeigten sich dann auch die Lehrgangsteilnehmer aus über 30 Nationen, was die Deutsche Marine bei strahlendem Sonnenschein in See zeigte. Mit einem vielfältigen Programm präsentierte sich die maritime Komponente der Bundeswehr im Seegebiet der Kieler Bucht. Einen Tag lang hatten die Lehrgangsteilnehmer aus Hamburg die Möglichkeit, die zum Teil spektakulären Manöver der Marineeinheiten in See zu verfolgen. „Das Einsatzspektrum der Deutschen Marine ist schon beeindruckend", stellte beim traditionellen „Einlaufbier“ in Kiel ein Offizier aus Kuwait fest. Die Besatzung der ELBE zeigte sich darüber ehrlich erfreut.

Geschichtlicher Abriss

Den Abschluss der Reise bildete ein Besuch des Marine-Ehrenmals in Laboe, der offiziellen Gedenkstätte der Deutschen Marine. Die nationale Gedenkstätte - einst als Kriegerdenkmal errichtet und heute Erinnerungs- und Lernort - beeindruckte die Lehrgangsteilnehmer mit seinem internationalem Charakter der Erinnerung an die auf See Gebliebenen aller Nationen.

Nicht Schiffe kämpfen, sondern Menschen

Das ist das Motto des Einsatzausbildungszentrums Schadensabwehr (EAZS) der Marine in Neustadt/ Holstein. Hier konnten sich alle Lehrgangsteilnehmer einen unmittelbaren Einblick in die fordernde Einsatzausbildung der deutschen Marineeinheiten machen. Im Rahmen von Demonstrationen der U-Bootrettungs-, Brand- und Leckabwehr- sowie der Rettungsmittelausbildung führten die Ausbilder des EAZS die Ausbildungsmöglichkeiten und -kapazitäten des Zentrums vor. Mit dem traditionellen Manöverabpfiff endete dann am späten Nachmittag das diesjährige FüAkEx LGAI 2016. Ein rundes Programm, tiefgründige Einblicke: Alle Teilnehmer waren begeistert.

 

Autor: Daniel Eisenbraun; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 28.04.2017

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Kameratraining im Mannfred-Wörner-Zentrum

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Viele Fragen, viele Antworten

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Die CRC-Gruppe verrichtet in dieser Ausrüstung regelmäßig ihre Arbeit

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Erheber und Ermittler: die Detektive der Feldjäger

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Die Feldjägerausstattung ist vielfältig

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Hauptfeldwebel Jaenicke gibt die Kommandos

„Clausewitz-Kaserne – Führungsakademie der Bundeswehr“, liest Dorit Alina Dankert neugierig auf dem Schild. Aufmerksam wandert ihr Blick über das Gelände der Kaserne. Zwischen den Gittern der Zäune erblickt sie ein eindrucksvolles Gebäude – „offenbar das Herzstück der Institution“, denkt sich die Gymnasiastin aus Tostedt. Und dann: „So viele uniformierte Personen auf einmal habe ich noch nie gesehen.“ Die 15-jährige Schülerin und weitere 35 Schülerinnen sind besonders aufgeregt. Sie sind heute zu Besuch bei der Bundeswehr. Es gibt viel zu entdecken.


Es hat der diesjährige Girl’s Day stattgefunden. Alle Fragen von jungen und wissbegierigen Schülerinnen hat die Bundeswehr beantwortet und ihnen einen Eindruck vom Soldatendasein vermittelt. Stabsfeldwebel Stefan Dankelmeier, ein erfahrener und langjähriger Berufssoldat der Bundeswehr, war als Projektleiter für den Girl’s Day 2017 verantwortlich. Der IT-Spezialist aus dem Sachgebiet Kommunikation hieß die Schulgruppe im Admiral-Dieter-Wellershof-Gebäude herzlich willkommen.

Kulturenvielfalt in der Bundeswehr

Dass die Führungsakademie der Bundeswehr keine normale Kaserne ist, wird den Schülern im Vortrag von Fregattenkapitän Kai Paetau sofort bewusst. Schon seit 60 Jahren werden hier militärische Spitzenkräfte auf ihre anspruchsvollen und federführenden Aufgaben in den Streitkräften, der NATO, der Europäischen Union und den Vereinten Nationen vorbereitet. Deswegen treffen die Schüler in dieser Kaserne auch auf internationale Lehrgangsteilnehmer, die wiederum mit ihren unterschiedlichen Uniformen und Kulturen, die Vielfalt der Führungsakademie zum Vorschein bringen.

Über Pressearbeit und Facebook-Auftritte

Nach der Vorstellung der Akademie folgte auch schon der nächste Programmpunkt: die Medienarbeit. Sie ist facettenreich und fordert einen Scharfsinn für Menschen, Meinungen, Sachverhalte. Das Landeskommando Hamburg war vor Ort dabei, um die Schülerinnen über die Aufgaben eines Pressesoldaten zu informieren. „Wir beschäftigen uns jeden Tag mit medialen Aufgaben und sorgen in der Öffentlichkeitsarbeit für ein gutes Bild der Bundeswehr“, sagt Kapitänleutnant Janne Sommerkorn, eine routinierte Fachfrau. Mit der eigenen Facebook-Seite ist es dem Landeskommando möglich, neue Beiträge und Nachrichten aus der Bundeswehr aktuell zu platzieren. Über 2600 interessierte Leser hat das Landeskommando bereits für sich gewinnen können, die mit ihren Kommentaren und Anregungen die Seite genauso wie das Presseteam des Landeskommandos mitgestalten und bereichern.

Ein treuer Freund und Begleiter

Der nächste spannende Programmpunkt: die Feldjäger. Sie demonstrieren den Jugendlichen Drogen- und Sprengstoffspürhunde, die für die Bundeswehr eine große Unterstützung darstellen. Mit ihrem feinen Spürsinn schaffen sie es, unterschiedliche Substanzen in ihrem Versteck ausfindig zu machen. Zum Girl’s Day wurde diese Hundestaffel in Person von Hauptfeldwebel Alexander Jaenicke und seinem Hund Rocky vorgestellt. Noch bevor es richtig losgeht, sehen die Schüler, dass die beiden ein eingespieltes Team sind. Während Jaenicke der Schulgruppe seine Aufgaben als Hundeführer erklärt, beobachtet Rocky in aller Seelenruhe seinen Partner und wartet auf dessen bevorstehende Kommandos. Egal, wie gut die Kapsel mit dem Sprengstoff am Fahrzeug versteckt wird, Rocky erschnüffelt es in Sekundenschnelle. „Jeder Hundeführer hat eine große Verantwortung gegenüber seinem tierischen Begleiter“, berichtet der Hauptfeldwebel. Die richtige Erziehung sowie jahrelanges Training sind erforderlich, um den Hund bestens auf die kommenden Einsätze vorzubereiten. Die Tiere werden spielerisch an die Übungen herangeführt, doch für die Hundeführer ist es jedes Mal purer Ernst.

Militärpolizei im Einsatz

Schilde, Helme und Protektoren – für die CRC-Gruppe (Crowd and Riot Control) gehört diese Grundausstattung zur Lebensversicherung, wenn es darum geht, unfriedliche Menschenansammlungen zu überwachen und wenn nötig einzudämmen. Mit neugierigen Augen betrachteten die Schülerinnen, was CRC ausmacht, aber auch die Feldjägerausrüstung der Erheber und Ermittler. Am Tatort sichern sie Spuren, dokumentieren und stellen im Fall der Fälle die Beweismittel den Strafverfolgungsbehörden zur Verfügung. Ausgestattet wie ein echter Feldjäger – die Schulgruppe erfuhr es am eigenen Leib. Die Waffen blieben dabei natürlich außen vor. Wie schwer so eine Ausrüstung ist, haben die Schüler selbst erfahren dürfen.

Wertvolle Erinnerungen

Ein spannender Tag neigt sich dem Ende zu. „Heute, konnte ich viel über das Soldatendasein in der Bundeswehr erfahren“, denkt sich Dorit, als sie die Kaserne mit ihrer Freundin verlässt. In den Gedanken der Schülerinnen bleiben wertvolle Erfahrungen fest verankert. Für Dorit, und viele andere auch, ist ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen. 

 

Autor: Jürgen Bredtmann; Fotos: Jürgen Bredtmann

Flensburg, 06.03.2017

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Die Teilnehmer waren sehr schnell in der Lage, auf neue Situationen zu reagieren

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Hauptmann Dr. Philipp Schaller erläutert die komplexen Zusammenhänge

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Neue Lernsituationen und Handeln stehen im Mittelpunkt

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Auf dem alten Friedhof in Flensburg erklärt Oberst i.G. Strunk Zwistigkeiten zwischen Deutschen und Dänen

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Intensiver Blick ins Gelände auf der Schanze 4


 


 


 

Veränderungen bewältigen, sich auf neue Situationen einstellen, Mitarbeiter überzeugen und mitnehmen - das ist häufig schwierig für Menschen und Unternehmen. Die Führungsakademie als Ganzes ist derzeit in so einem Prozess. Der Fachbereich Führung und Management im Speziellen war es auch: Während der Klausurtagung an der Marineoffizierschule in Flensburg befassten sich die anwesenden 24 Angehörigen mit einem Veränderungsprozess in einem fiktiven Unternehmen anhand eines Planspieles.

Auswirkungen in komplexen Situationen


"Jedes Spiel ist immer auch ein bisschen wie das richtige Leben", erklärt der Dozent für Veränderungsmanagement, Hauptmann Dr. Philipp Schaller, der diesen ersten Teil der Tagung vorbereitet hatte. Eine fiktive Firma sollte sich für einen neuen Markt aufstellen, neu ausgerichtet werden. Neue Vision, neue Produktions- und Arbeitsabläufe, neue Kunden und Zulieferer. "Mit diesem Planspiel bekomme ich auch gleich eine andere Methode für die Ausbildung an die Hand", sagt Oberstleutnant Stefan Fritzsche, der wie die anderen Teilnehmer von der Computer gestützten Simulation sehr angetan war. "Veränderungen haben auch immer viel mit sozialen Netzwerken zu tun", so die Erkenntnis bei vielen, denn die Abhängigkeiten in einem Betrieb sind nicht nur linear. Nicht nur beispielsweise zwischen Produktion und Lieferanten, Kunden und Vertrieb oder Meister und Chefsekretärin gibt es Beziehungen und Wechselwirkungen - ähnlich wie im richtigen Leben. Und oft können nicht alle Mitarbeiter bei betrieblichen Veränderung gewonnen werden, für die dann gegebenenfalls eine andere Tätigkeit gefunden werden kann.

Erwachsenenbildung, die Spaß macht 


"Mir ist aufgefallen, dass mehr Eigendynamik einsetzt, sobald wir ins Handeln kommen. Wir müssen den Mitarbeitern auch immer wieder viel erklären", so Oberstleutnant Felix Heymann in seinem Fazit am Ende des Planspiels. "Das stimmt. Die Masse der Ressourcen, auch Zeit und Geld, gehen für das Auftauen zu Beginn des Veränderungsprozesses drauf", bestätigt Hauptmann Dr. Schaller. "Wir haben eine prima Erwachsenenbildung gemacht, Spaß gehabt, aktiv gehandelt und angeknüpft an Bekanntes - und das Ganze natürlich kompetenzorientiert", bedankt sich der Fachbereichsleiter, Kapitän zur See Marko von Kölln, bei allen Teilnehmenden.

Exkursion zu den Düppeler Schanzen


Nach Abschluss des Planspiels zum Veränderungsmanagement ging es in den militärhistorischen Teil der Klausurtagung. Alle Teilnehmer waren sehr beeindruckt von den eindringlich vorgetragenen Geschehnissen am 14. April 1864 an den Düppeler Schanzen, die auch heute noch als Gedenkstätte gepflegt werden. "Dieser eigentlich unbekannte Krieg hat das Verhältnis zwischen Deutschen und Dänen 150 Jahre lang geprägt", fasst Oberstleutnant Ulrich Hegner zusammen.

Ergebnisse: Wo geht es hin?


Am dritten Tag stand die Weiterentwicklung von Lehre und Fachbereich im Mittelpunkt. In einer Arbeitsgruppe befassten sich die Tutoren des BLS mit der Verbesserung ihres Lehrgangs. Auch das Planspiel Veränderungsmanagement soll nun in einem Pilotversuch in zwei Hörsälen praktisch genutzt werden, um Themen wie Gesprächs- oder Verhandlungsführung praktisch auszubilden und neue Lernsituationen zu schaffen. Die Dozenten kümmerten sich in der anderen Arbeitsgruppe um die Synchronisierung aller Lehrgänge und Module. Wie müssen die angepasst werden, damit mit den vorhandenen Dozenten und Ressourcen für die Lehrgangsteilnehmer die definierten Ausbildungsziele erreicht werden können? Welche Ausbildungen oder Seminare können, sollten oder müssen abgesagt oder grundsätzlich gestrichen werden? Und wie werden möglichst viele Lernsituationen geschaffen, um die kompetenzorientierte Ausbildung zu erweitern? "Wir müssen im Auge behalten, dass die Seminare und Module ja auch durch uns vorbereitet werden müssen, und das kostet vor allem Zeit", konstatiert Oberst i.G. Michael Strunk.

Teambuilding

 In der Feedback-Runde zum Schluss wurde abgefragt, wie die Tagung verbessert werden kann. "Ich habe viel gelernt, die Zeit war wichtig und richtig investiert, neue Methoden kennen gelernt, ich fand die Kulturteile sehr gut", so lauteten die positiven Stimmen anschließend. Aber auch: "Die inhaltliche Arbeit kam etwas zu kurz, es fehlt ein halber Tag, der Startschuss für die weitere Planung ist gesetzt." Und wie geht es jetzt weiter? "Versuchen Sie weiterhin, sich in die Veränderungsprozesse an der Führungsakademie, in die Ideenwerkstätten einzubringen", fordert der Fachbereichsleiter, Kapitän zur See Marko von Kölln auf, denn die Menschen des Fachbereiches Führung und Management sind mit ihrer Kompetenz und Kreativität wichtig, den Veränderungsprozess an der Akademie erfolgreich zu begleiten.

 

Autor: Jan Heinsohn; Fotograf: Bundeswehr

Hamburg, 26.04.2017

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Die Kommandeure der Akademien im Gespräch - v.l. Divisionär Keller, Generalleutnant Csitkovits, Konteradmiral Stawitzki

In Luzern sind nun die Leiter der höchsten militärischen Bildungseinrichtungen aus Deutschland (Führungsakademie der Bundeswehr / FüAkBw), Österreich (Landesverteidigungsakademie / LVak) und der Schweiz (Höhere Kaderausbildung / HKA) zusammen gekommen.

Ziel dieser Tagung war es, durch Vorstellung der Neuerungen an den jeweiligen Akademien, vom gemeinsamen Erfahrungsaustausch zu profitieren. Die Schweiz ist Vorreiter in der Führungsausbildung mit Simulatoren. Aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte und der im Vergleich zu Deutschland und Österreich relativ kleinen Fläche war die Schweizer Armee schon früh gezwungen, auf Simulationen zu setzen und deren Methodiken kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Erfahrungsaustausch und Weiterentwicklung der Lehre

Mittels dieses intensiven Erfahrungsaustausches erlangen die Teilnehmer einerseits Handlungssicherheit, zudem lassen sich zukünftige militärische Entscheidungsprozesse optimieren. Darüber hinaus werden wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Lehre generiert.

Eingehend thematisiert wurden die aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen wie z.B. die Terrorismusbekämpfung, die hybride Kriegsführung und Cyberkriminalität, die Prävention kritischer Infrastruktur sowie Migrationsbewegungen. Darüber hinaus diskutierten die Teilnehmer den potentiellen Einsatz von Streitkräften im Inneren vor dem Hintergrund politischer und juristischer Erwägungen in den betrachteten Staaten.

Die nächsten D-A-CH Gespräche sind für April/Mai 2018 geplant und finden an der Landesverteidigungsakademie in Wien statt. Bis dahin sollen auf Vorschlag des Kommandeurs der Führungsakademie im Rahmen von ein- bis zweitägigen Workshops spezifische Fragestellungen (z.B. Cyber Defence) diskutiert sowie Forschungsergebnisse präsentiert und ausgetauscht werden.

 

Autor: Mario Bünnagel; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 24.04.2017

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Kulturelle Einblicke in die südamerikanische Republik

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Sichtliche Freude - Lehrgangsteilnemer mit der Musikgruppe ,,Tango Chocolate"

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Zahlreiche Gäste besuchen den GNIT in der Rotunde

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Kulturelle Einblicke durch Musik und Tanz

Argentinien ist eine junge Nation mit großer kultureller Vielfalt, eindrucksvollen Landschaften, hoher Leidenschaft und stolzen Einwohnern, aber auch zahlreichen Herausforderungen. Hiervon konnten sich die Teilnehmer des „Großen Nationalen Informationstages“ (GNIT) Argentinien in der Rotunde des Manfred-Wörner-Zentrums am 11. April 2017 überzeugen.

Land und Leute

In ihrem überaus lebendigen Vortrag, der streckenweise an eine Bühnenaufführung erinnerte, stellten Fregattenkapitän Alejo Bonanni und Oberstleutnant Hernan Chamadoira, beide Lehrgangsteilnehmer im Lehrgang Generalstabs-/ Admiralstabsdienst International (LGAI) ihr Heimatland mit südamerikanischer Leidenschaft vor. Neben Informationen zu Klima und Bevölkerung wurden die Zuschauer auch über kulturelle Besonderheiten des Landes informiert. So wurden insbesondere dem Tanz und der Musik ein besonderer Stellenwert eingeräumt und durch die Musikgruppe „Tango Chocolate“ und Tango-Tänzer der Gruppe „Tango Mujer“ spektakulär eingerahmt. Selbst die Familien der argentinischen Lehrgangsteilnehmer waren eingebunden. Die zwölfjährige Guadalupe reichte ihrem Vater während des Vortrages das argentinische Nationalgetränk „Mate“ zur Erfrischung und die Söhne beider Vortragenden, Manuel, Pedro, Juan Cruz und Antonio liefen in Trikots der argentinischen Fußball-Nationalmannschaft auf. Hier konnte sich Fregattenkapitän Bonanni eine Spitze dann doch nicht verkneifen: Mit Hinweis auf die letzten Niederlagen Argentiniens gegen Deutschland während der Fußball-Weltmeisterschaft bemerkte er mit einem Augenzwinkern: „Wir sehen uns wieder im Finale in Russland!“

Politik und Militär

Ein zentrales Thema erhielt im Rahmen des Informationstages besonderes Gewicht: Oberstleutnant Chamadoira und Fregattenkapitän Bonanni beleuchteten ausführlich die argentinische Perspektive zum Thema Malvinas, hierzulande besser bekannt als Falkland-Inseln. Neben der Darstellung von geschichtlichen, rechtlichen und geographischen Aspekten resümierten sie: „Argentinien wird sich weiterhin friedlich um die Rückgewinnung der Malvinas bemühen. Dieses Thema hat in Argentinien Verfassungsrang!“ Aber auch die großen Herausforderungen des Landes wurden dargestellt. Neben Armutsbekämpfung und Korruptionsprävention stellen insbesondere die illegale Fischerei und der Kampf gegen den Drogenhandel Argentinien täglich vor Probleme.

Kulinarischer Ausklang

Die Vortragenden hatten für ihre Präsentation große Erwartungen geweckt und wurden diesen vollauf gerecht. Klassische Vortragsanteile wechselten sich mit synchron kommentierten Filmbeiträgen und Videoeinspielungen ab, und die abschließende Frage an das Publikum zu einer Zugabe argentinischen Tangos fand begeisterten Zuspruch. Das Vortragsprogramm wurde abgerundet durch eine Probe argentinischer Weine sowie landestypischen Speisen in der Pause und nach der Veranstaltung. Beim Genuss von Alfajores, Empanadas und Locro (einem landestypischen Eintopf) waren sich fast alle Besucher einig: „Der beste GNIT seit langem!“

 

Autor: Philipp Lenske; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 20.04.2017

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Begeisterte Teilnehmer beider Verbände

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Hauptmann Merten im Gespräch mit einem Mitglied der Jungen Union - Altona

Der CDU-Ortsverband Nienstedten unter Führung des Ortsvorsitzenden Herrn Peter Schmidt hat gemeinsam mit Mitgliedern der Jungen Union Altona die Führungsakademie der Bundeswehr besucht. Dieser Besuch war eingebettet in eine Reihe von Institutionsbesichtigungen, die der Ortsverband in jüngster Zeit unternommen hat.

Ursprung und Zukunft der Akademie

Begrüßt wurde die Gruppe durch den Kommandeur der Führungsakademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki, der in seiner Einführungsrede die besondere Bedeutung der Inneren Führung und die damit einhergehende Verantwortung des Führungspersonals der Bundeswehr betonte.

Die Namensgebung der drei Kasernen in Hamburg geht auf Strategen, Philosophen, Reformer und Militärwissenschaftler zurück, deren Theorien heute immer noch großen Einfluss auf die Lehre der Akademie haben.

Politische Besucher herzlich willkommen

Der Kommandeur der Führungsakademie betonte die Wichtigkeit von Besuchern aus der Politik. „Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee und muss sich offen der Politik gegenüber präsentieren, um ein umfassendes und transparentes Bild für kommende Entscheidungsfindungen darzulegen.“ Aus diesem Grund wurde die Führungsakademie 1958 aus der Kleinstadt Bad Ems in Rheinland-Pfalz hoch in den Norden in die Hansestadt verlegt, „um die Akademie tief in die Gesellschaft zu verankern“, so der Kommandeur. Admiral Stawitzki ging auf die von der Bundesministerin der Verteidigung Frau Dr. Ursula von der Leyen beauftragte Weiterentwicklung der Führungsakademie und die künftige Rolle als Denkfabrik ein.

Vielseitige Einblicke

Die Führung unter Leitung von Hauptmann Johannes Merten wurde im Manfred-Wörner-Zentrum fortgeführt. Präsentiert wurde unter anderem das Plenum und die umfassende technische Ausstattung des Regieraums. Darüber hinaus wurden die Besucher über das informationstechnische Fähigkeitsprofil der Führungsakademie unterrichtet. Besonders die Besucher der Jungen Union zeigten sich sehr interessiert. Zudem wurden die Besucher detailiert über den Einfluss des kürzliche aufgestellten Kommando Cyber und Informationsraum (KdoCIR) auf die Ausbildung an der Akademie informiert.

Der Besuch endete mit abschließenden Gesprächen und einem gemeinsamen Mittagessen in der Truppenküche der Führungsakademie. Alle sind sich einig: Die vielseitigen Einblicke haben den Besuch zu einem großen Erfolg gemacht.

 

Autor: Marcel Bohnert; Fotograf: Marcel Bohnert

Hamburg, 18.04.2017

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Umfassendes Verständnis für Clausewitz

 

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Reales Kriesenszenario

„Der Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“ – Wer hat dieses Carl von Clausewitz-Zitat in seiner Dienstzeit nicht schon häufiger gehört oder sogar selbst benutzt? Die richtige Einordnung dieser Aussage fällt angesichts der Komplexität der von Clausewitz entwickelten Strategietheorie allerdings nicht allzu leicht. Zudem ist das Zitat in der obigen Form nur eine sinngemäße Wiedergabe der Formulierung in seinem Hauptwerk „Vom Kriege“.


Das Clausewitz-Netzwerk für Strategische Studien (CNSS) führte an der Führungsakademie der Bundeswehr ein Strategieseminar durch, um den Clausewitz´schen „Nebel des Krieges“ für ausgewählte nationale und internationale Teilnehmer des Lehrganges Generalstabs-/Admiralstabsdienst 2015 (LGAN 2015) ein wenig zu lüften. In der ersten Woche wurden den Teilnehmern grundlegende Gedankengänge des Militärwissenschaftlers näher gebracht. Prof. Dr. Lennart Souchon vermittelte dabei in Vorträgen die Kernelemente der Militärtheorie. Diese wurden in gemeinschaftlichen Diskussionen vertieft. Im Verlaufe der Woche wurde auf diese Weise unter anderem ein Verständnis für Wahrscheinlichkeiten und Zufälle im Krieg sowie Moralische Größen erworben. Zwei Paneldiskussionen rundeten die erste Seminarwoche ab. Dort wurden die Kernelemente der Theorie in einen Zusammenhang gebracht, um daraus eine Methode zu entwickeln, mit der strategische Lagen tiefgreifend um umfassend erfasst werden können.


Die Seminarleitung der Praxiswoche übernahm Fregattenkapitän Oliver Heinicke. Er wurde dabei zeitweise von Dr. Martin Wolff (Expertise: Philosophie mit Schwerpunkt Konfliktforschung) sowie von Stefan Licht (Expertise: Wirtschaft und Unternehmensberatung) unterstützt. Das Praxisszenario war in die reale und tagesaktuelle Situation eines Konfliktgebietes eingebettet. Die Seminarteilnehmer nahmen die Rolle von Referenten im BMVg ein und wurden damit beauftragt, militärische Handlungsoptionen im Rahmen des gesamtpolitischen Handelns Deutschlands zu entwickeln. Auch wenn der Auftrag die Erstellung einer Tischvorlage vorsah, lag der Schwerpunkt darauf, die Denkprozesse zu erkennen und zu verstehen, die bei der Auftragsanalyse und eigenen Standortbestimmung, der Konfliktanalyse sowie zur Entwicklung zielgerichteter Handlungsoptionen ablaufen. Die Ergebnisse der Praxiswoche wurden dem Direktor Lehre an der Führungsakademie der Bundeswehr, Brigadegeneral Thomas Hambach, in Form eines Tischgespräches vorgetragen.


In der abschließenden Feedbackrunde wurde deutlich, dass das zweiwöchige Seminar begeistern konnte und von allen Teilnehmern als äußerst gewinnbringend empfunden wurde. Das Verständnis davon, wie sehr das Denken von Clausewitz´ die militärischen Führungsprozesse beeinflusst und wie aktuell seine Ideen auch heute noch sind, konnte vermittelt und die Vorstellungen einer verstaubten Theorie aufpoliert werden.

 

Autor: Jörg Barandat; Fotograf: Jörg Barandat / AIRBUS

Hamburg, 13.04.2017

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OTL i.G. a.D. Uwe Krempf: Gehirn macht Strategie - ich denke - also bin ich - also irre ich.

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OTL i.G. Dr. Dr. Kai Busch, Referat Zukunftsanalyse, Planungsamt der Bundeswehr: Hybride Kriege sind keine neue Form der Konfliktaustragung.

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Werksbesichtigung im Anschluss an die Gewährung tieferer Einblicke in „Strategy & Development“ im Konferenzraum

stellte bereits 1955 der französische Ethnologe Claude Lévi-Strauss fest. Was bedeutet dies angesichts des rasanten Wandels, der Multiplexität und Vielschichtigkeit im heutigen Cyber- und Informationsraum und dem damit verbundenen akuten Risiko, dass wir als „Informationsgiganten“ zu „Wissenszwergen“ werden? Und welche Folgerungen sollten wir daraus für unser politisches und strategisches Denken, Planen und Handeln ziehen?

Nachdem in den beiden Seminaren in 2016 Chinas Seidenstraßen-Strategie („One Belt, one Road - Initiative“) thematisiert wurde, rückt im diesjährigen Seminar das Thema „Hybride Machtprojektion“ in den Fokus. Mit Beginn des Seminars richteten sich alle Lerneinheiten -Globalisierung, Strategiegeschichte, Fähigkeiten strategischen Denkens und Kommunikation - in der politischen Machtprojektion bereits an dieser Schwerpunktsetzung aus.

Insbesondere der Beitrag des Planungsamts der Bundeswehr zur Zukunftsanalyse „als Fernlicht der Bundeswehr“ stellte dabei nachfolgend sehr deutlich den Charakter hybrider Kriege/Konflikte heraus:
- Räumlich und zeitlich entgrenzte, dabei meist nur schwer zum Verursacher zurück verfolgbare Machtprojektionen, vorrangig in zivile Gesellschaftsbereiche mit dem Ziel der Unterbrechung, Störung und Lähmung politischer, gesellschaftlicher oder wirtschaftlicher Systeme.
- Nutzung auch verdeckter militärischer Operationen, allerdings möglichst unterhalb der Schwelle eines offenen Krieges.

Der halbtägige Block „Hybride Machtprojektion am Beispiel der russischen „Gerasimov Doktrin““ vertiefte und konkretisierte dann diese Grundlagen weiter durch die Analyse historischer, politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen in Osteuropa, klärte politische Interessenlagen sowie konzeptionelle Grundlagen russischer hybrider Machtprojektion und machte am konkreten Beispiel Balkan Methoden russischer Einflussnahme transparent.

Mit dem abschließenden Besuch bei AIRBUS wurde uns die Möglichkeit eröffnet, vergleichend strategisches Denken in einem sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Kontext zu betrachten und dabei Gemeinsames wie Unterschiedliches zu entdecken.


Mit diesem Seminar haben wir uns bewusst als Suchende in ein Themenfeld begeben, in der viele politisch-strategische Fragen noch offen sind, sofern überhaupt schon erkannt („unknown unknowns“). Das, was wir bisher an Fake-News-Attacken und -Aktivitäten von „Troll-Fabriken“ erlebt haben, scheinen noch „Testballons“ zu sein, mit denen Akteure Erfahrungen sammeln und ihre Instrumente weiter entwickeln. Möglicherweise werden wir allerdings schon in naher Zukunft komplexen und koordinierten hybriden Angriffen ausgesetzt sein.

Wie sind wir darauf vorbereitet und welche erfolgversprechenden Abwehrstrategien haben wir? Militärisch sind wir wohl operativ-taktisch bei der Bundeswehr und NATO (NATO Handbook of Russian Information Warfare) schon gut aufgestellt. Aber wie sieht es mit unseren Fähigkeiten zur ressortübergreifenden „Gesamtverteidigung“ aus, wenn das Angriffsziel der Zusammenhalt der zivilen Gesellschaft ist?
Wissen, (politische und historische) Bildung, Persönlichkeit und Kultur sind in solchen Formen Hybrider Machtprojektion sehr bedeutsame Ressourcen im Kampf um Resilienz / Widerstandsfähigkeit gegen Desinformations- und Desintegrationskampagnen.

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie fest in unserer Gesellschaft die Wertevorstellungen der europäischen Aufklärung verankert sind. Welche Rolle spielt z.B. die Forderung Immanuel Kants: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“?
Und wie halten wir Soldaten es mit der, schon vom preußischen Heeresreformer Generalleutnant Gerhard von Scharnhorst gestellten Forderung „Bildung ist Berufspflicht!“ mit dem Ziel der Herausbildung von Selbstdenken und eigener Urteilskraft?

Aus dem Kreis der Teilnehmer waren durchweg positive Bewertungen zu hören. „Das Seminar macht mehr Lust auf mehr Strategie“, kommentierte ein Seminarteilnehmer. Ein anderer zeigte sich ob der „vielen, vielen bunten Bauklötze mit einem sehr offenen Bauleitplan“ begeistert.

Das nächste Seminar Strategisches Denken ist für das erste Quartal 2018 geplant. Auch dann wird es wieder um ein aktuelles politisches Thema gehen, das einen angeregten und vor allem strategischen Diskurs befördern wird.

Weitere Informationen zum Modul 1007 finden Sie über diesen LINK.

 

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