Lehrdeputat

An der Führungsakademie der Bundeswehr bringen Spitzenführungskräfte aus allen Bereichen der Streitkräfte ihre Expertise in unterschiedlichen Formaten in die Lehre ein.

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Alumni

Die Führungsakademie der Bundeswehr ist traditionell international stark vernetzt. Weltweite Kooperationen sind die Basis unseres Beitrages zur Völkerverständigung.

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Master: MFIS

Die Führungsakademie der Bundeswehr bietet ihren Lehrgangsteilnehmern in Kooperation mit der Helmut-Schmidt-Universität einen international anerkannten Masterabschluss:

„Militärische Führung und Internationale Sicherheit“

Dialog

Als Begegnungsstätte für den offenen Dialog aller gesellschaftlicher Gruppen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene trägt die FüAkBw zur Friedensicherung und Völkerverständigung bei.

Der Hamburger Diskurs

„Von gestern lernen, am Heute spiegeln, auf morgen vorbereiten“

„Von gestern lernen, am Heute spiegeln, auf morgen vorbereiten“

Autor: Frank Magnus ; Fotos: Frank Magnus

Hamburg, 19.05.2017

Zivile und militärische Teilnehmer am 1.  Besprechungspunkt

Historische Kartenausschnitte helfen beim Orientieren

Der Verlauf der Schlacht wurde im Gelände erschlossen

Die gesamte Woche war ein voller Erfolg

Wie dieser Dreiklang in die moderne Ausbildung von Streitkräften passt, konnten die Heeresuniformträger des Lehrgangs Generalstabs-/Admiralstabsdienst National 2016 (LGAN 2016) sowie Studierende und Lehrpersonal der Universität Potsdam, Lehrstuhl Militärgeschichte und Kulturgeschichte der Gewalt vom 8. bis 12. Mai praxisnah erleben. Der Bereich Heer führte das Seminar Operationsgeschichte 2017 in enger Zusammenarbeit mit den Militärhistorikern OTL Dr. Loch, Major Kriemann und Major Helmecke vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialforschung der Bundeswehr (ZMSBw) durch. Professor Sönke Neitzel unterstützte den Ausbildungsabschnitt und trug zu anregenden Diskussionen bei. 

Nah dran am Geschehen

Nachdem am ersten Seminartag in den Räumen des Militärhistorischen Museums in Dresden durch den emeritierten Professor Stig Förster (bis Ende 2016 Professor für Neueste Allgemeine Geschichte an der Universität Bern) sowie OTL Dr. Loch die Grundlagen zu den Preußisch-Österreichischen Auseinandersetzungen des 18. Jahrhunderts gelegt wurden, ging es an den beiden folgenden Tagen in drei Lerngruppen durch die Tschechische Republik, in die Region um Jicin und Königgrätz. An ausgewählten Übersichtspunkten wiesen Militärhistoriker des Zentrums Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr zunächst in das Gelände ein. Sie stellten den Schlachtverlauf von 1866 dar und erläuterten operative aber auch taktische Entscheidungen greifbar und nachvollziehbar.

Truppenführung im Fokus

Im Anschluss an die Erläuterungen zum Schlachtverlauf diskutierten die Seminarteilnehmer, ob und welche Lehren aus dem jeweiligen Gefechtsverlauf gezogen – und vor allem auf heutiges operativ-taktisches Denken übertragen werden können. Dabei lag der Schwerpunkt auf den Grundsätzen der Truppenführung, nicht auf den taktischen Details der Einzelgefechte. Besondere Beachtung fanden dabei die Grundsätze der Bildung von Schwerpunkten, des Einsatzes von Reserven sowie der Aufklärung und der Führung im Gefecht.

Führungsgrundsätze zur Disposition

Zusammengeführt und abschließend diskutiert wurden die im Felde besprochenen Abläufe dann am vierten und letzten Seminartag, der wieder im Auditorium des Militärhistorischen Museums in Dresden stattfand. Eine wissenschaftlich-historische Sicht auf die Dinge, besonders die Frage, welche Führungsgrundsätze denn in der Schlacht um Königgrätz 1866 entwickelt wurden und welchen Einfluss letztendlich auch die Politik auf Ausstattung, Ausbildung und vor allem die operativen Führer jener Zeit hatte, brachten Dr. Marco Sigg (Militärhistoriker und Direktor des Museums Burg Zug) und Major Kriemann ein. Eine Thematik, die gerade heute aktueller denn je erscheint.

Gemeinsames Verständnis

Insgesamt konnten in der Seminarwoche nicht nur die Grundzüge des deutschen (operativen) Führungsdenkens greifbar und aktiv erarbeitet, sondern speziell in den vielen Gesprächen zwischen den Seminarteilnehmern auch ein gemeinsames Verständnis von Truppenführung und Führungsdenken im Kontext heutiger militärischer Herausforderungen hergestellt werden. Zudem wurde vereinbart, die erstmalige Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Militärgeschichte und Kulturgeschichte der Gewalt der Universität Potsdam auch beim nächsten Seminar fortzusetzen.

Aktuelles

Krisen bearbeiten - aus ökonomischer Perspektive

Aritkel Kriesenbearbeitung aus ökonomischer Perspektive

Autor: Stefan Bayer ; Fotos: Bundeswehr / Internet

Hamburg, 24.05.2017

Handlungsfelder zur ökonomischen Theorie der externen Effekte

 Konfliktregion Südchinesisches Meer

 Herkunftsländer der Flüchtlingsströme

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inwieweit kann wirtschaftliches Handeln generell Verursacher für störende Entwicklungen sein? Wie wirken sich wirtschaftliche Aktivitäten auf Dritte aus? Diese und weitere Fragen hat der Generalstabs- und Admiralstabslehrgang 2015 (LGAN) im Seminar ,,Krisenbearbeitung aus ökonomischer Perspektive“ aufgegriffen.

Zentrale Aspekte der ökonomischen Theorie

Begrenzt vorhandene Güter und Ressourcen in dieser Welt möglichst effizient einzusetzen, ist die Kernfrage, mit der sich die ökonomische Wissenschaft beschäftigt. Damit das bestmöglich gelingt und dabei die Bedürfnisse aller befriedigt werden, gilt es zugleich, alle Kosten- und Nutzeneffekte zu berücksichtigen. In einer vollkommenen Wirtschaftsordnung ist dieses theoretisch möglich. Wird davon abgewichen und kommt es dabei zu einer weniger effizienten Verteilung der Güter, können Probleme entstehen, die im Nachhinein auch unter Zuhilfenahme von Streitkräften bearbeitet gelöst werden müssen. Das liegt dann aber grundsätzlich weniger an ökonomischem Verhalten der Marktteilnehmer als vielmehr daran, dass keine Sanktionen bestehen, die dafür sorgen, dass eine effiziente, ökonomische Verteilung der Güter und Ressourcen erfolgen kann. Mit anderen Worten: Es handelt sich somit vor allem um Staats- statt um Marktversagen.

Konflikte und Resultate

Das Seminar ,,Krisenbearbeitung aus ökonomischer Perspektive“ hat sich mit den Auswirkungen von positiven und negativen externen Effekten auf die krisenhafte Entwicklung im internationalen Kontext beschäftigt. Wenn menschliche Handlungen positive oder negative Auswirkungen auf unbeteiligte Dritte nach sich ziehen, entstehen Kosten, die von anderen getragen werden müssen. Negative externe Effekte verursachen externe Kosten, die zu externen Schäden führen. Aus positiven externen Effekten resultieren externe Vorteile. Wird dabei zu viel zu billig oder zu wenig zu teuer produziert, so führt dieses zu Ungerechtigkeiten und damit zu (politischen) Handlungsnotwendigkeiten. Zudem können externe Effekte auch zu zusätzlichen Konflikten führen oder bestehende Konflikte verschärfen, so dass ökonomische Austauschprozesse auch unter dem Gesichtspunkt der Beurteilung einer Krise Relevanz aufweisen. In jedem Fall gilt: Die Existenz ökonomischer Kosten lässt sich politisch nicht wegdefinieren.

Konkrete Beispiele

Im Rahmen des Seminars beschäftigte sich ein Teil der LGAN-Teilnehmern 2015 mit der ökonomischen Theorie der externen Effekte und deren Auswirkungen auf die krisenhaften Entwicklungen im internationalen Kontext. Beurteilt wurde dabei die

- Konfliktregion Südchinesisches Meer

- externen Kosten und Konflikte am Beispiel der Arktis

- die Gefährdung der zukünftigen Verteidigungsfähigkeit Europas aufgrund national                      fokussierter Verteidigungs- und ineffizienter Rüstungspolitik

- die Migration als Externalität.

Den Teilnehmern wurde anhand der vier Anwendungsbeispiele anschaulich vermittelt, dass sich die Theorie der externen Effekte sich sehr gut zur Analyse von Krisenverläufen in unterschiedlichen Kontexten eignet. Lebhafte Diskussionen begleiteten die aufgezeigten Ergebnisse. Im Ergebnis bleibt festzuhalten: Das Seminar endete nicht mit dem Seminarende. Vielmehr gibt es Raum für vertiefende Überlegungen zur Beurteilung der Ursachen von Krisen.

 

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Rückkehr als Admiral

Autor: Stefan Berger ; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 17.05.2017

Admiral Stawitzki begrüßt Admiral Trojahn an der Führungsakademie der Bundeswehr

Eintrag ins Gästebuch der Akademie

Gespräche im Kreise der Admirale

 

 

 

Konteradmiral Frank Trojahn, Chief of Naval Staff der Königlich Dänischen Marine, besucht die Führungsakademie der Bundeswehr.

Die Lehrgangsteilnehmer an der Akademie stammen traditionell aus unterschiedlichen Ländern und Kulturkreisen, entsprechend vielfältig und bunt ist das Bild der Uniformen auf dem Campus. Insbesondere das persönliche Kennen und die Pflege eines entsprechenden Netzwerkes erzeugen dabei Verständnis und gegenseitigen Respekt. Einen in diesem Zusammenhang ganz besonderen Besuch erlebte die Führungsakademie der Bundeswehr am 11. Mai 2017. Zwanzig Jahre nachdem der heutige Admiral Frank Trojahn seinen zweijährigen Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst (LGAN 1997) begann, kehrte der Lehrgangsteilnehmer von einst für einen Kurzbesuch nach Hamburg zurück.

Die Akademie damals und heute

Nach Gesprächen im Kreise der Admirale mit dem Kommandeur, Konteradmiral Carsten Stawitzki, und dem Direktor Lehrgänge, Flottillenadmiral Karsten Schneider, folgte für den Konteradmiral der gewünschte Rundgang durch die Clausewitz-Kaserne. So traf der Gast im Bereich Marine auf einen Lehrgangskameraden aus dem 39. ASTO und gemeinsame Erinnerungen ließen sehr schnell wieder die Zeit an der Führungsakademie lebendig werden. „Es ist vieles neu heute, aber auch vieles bekannt. Man fühlt sich gleich wieder zu Hause. Die neuen modernen Hörsäle und das Manfred-Wörner-Zentrum sind schon beeindruckend, besonders angenehm ist jedoch die gute Atmosphäre, damals wie heute“ stellte der Admiral in einem Gespräch mit dem Bereichsleiter Marine und Beauftragten des Inspekteurs der Marine an der Führungsakademie der Bundeswehr, Kapitän zur See Straus, anerkennend fest.

Austausch mit dem Nachwuchs

Begleitet wurde der dänische Marinebefehlshaber von einem seiner Nachfolger im Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst LGAN 2015. Korvettenkapitän Nicolai Svane erläuterte seinem Vorgesetzten ausführlich seine persönlichen Erfahrungen im aktuellen Ausbildungsansatz der Akademie. So stehen für die Lehrgangsteilnehmer heute nicht nur militärische Themen auf dem Lehrplan sondern auch Vorträge und Seminare zu gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Fragestellungen.

Kooperation geht weiter

„Deutschland ist für Dänemark ein wichtiger regionaler strategischer Partner“, merkte Konteradmiral Trojahn zum Ende seines Besuches an. „Wir werden auch zukünftig diese besondere Ausbildungseinrichtung mit ihren Möglichkeiten sehr gerne nutzen.“ In der Tat wird bereits zum LGAN 2017 wieder ein dänischer Marinestabsoffizier an der Führungsakademie ausgebildet. Und vielleicht besucht auch dieser dann später erneut die Akademie als Admiral.

 

 

 

Training „Führung und Kommunikation“ für das Rüstungsmanagement

Autor: Kai Prüter ; Fotos: Kai Prüter

Hamburg, 12.05.2017

Training von Überzeugungstechniken

Vizepräsident Armin Schmidt-Frank im Gespräch mit Teilnehmern

 

 

 

„Diese Gewohnheiten treffen alle auf mich zu!“ Mit einem selbstkritischen Lächeln denkt einer der Teilnehmer des Trainings über die 20 Gewohnheiten nach, die sich Führungskräfte laut Marshall Goldsmith abgewöhnen sollten. Seit dem 7. November 2016 diente dieser kleine Katalog von abzulegenden Verhaltensmustern den beiden Dozenten, Fregattenkapitän Dr. Christian Wildhagen und Oberstleutnant Kai Prüter aus dem Fachbereich Führung und Management, als Einstieg in das eineinhalbtägige Führungskräftetraining in Koblenz. Bei diesem Führungskräftetraining für Gruppen- und Referatsleiter des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, kurz: BAAINBw, handelte es sich um ein Gemeinschaftsprojekt des Zentrum Innere Führung, dem Bildungszentrum der Bundeswehr und der Führungsakademie der Bundeswehr im Auftrag von Staatssekretärin Dr. Katrin Suder.

Persönliche Stärken stärken

Die Teilnehmer setzten sich mit zeitgemäßen Kommunikationsmodellen und Führungsinstrumenten auseinander, um ihre persönlichen Stärken weiter auszubauen und modernen Herausforderungen besser zu begegnen. Dieses intensive Training ist gefüllt mit umfangreichen Anwendungen der „Tools“ nach vorausgehenden Impulsen der beiden Dozenten.

Kooperation geht weiter

Den Abschluss des ersten Tages eines jeden Trainings bildete eine offene Diskussion mit einem Leitungsmitglied aus dem Präsidium des BAAINBw. Hierbei wurden vor allem die zurückliegende Mitarbeiterbefragung, das Zielbild Rüstungs-management und aktuelle Herausforderungen rege diskutiert. Der vorerst letzte Durchgang unter Federführung der Führungsakademie der Bundeswehr endete am 29. März dieses Jahres. Bis dahin wurden in Koblenz durch die „Hamburger“ 140 Führungskräfte des BAAINBw ausgebildet. Und schon jetzt steht fest, dass diese Form des Trainings im kommenden Jahr fortgeführt wird.

Eine multinationale Hochwertübung

Autor: Steve Wilhelm ; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 11.05.2017

Lieutenant Colonel Pat Owen -  Leiter der britischen Delegation in Hamburg

Lebhafte Diskussionen der Teilnehmer

Konflikte analysieren und Führungsentscheidungen vorbereiten

Kulinarischer Ausklang beim Formal Dinner

Internationale Zusammenarbeit - Mehrwert durch Training

 

 

 

 

Der 12. Lehrgang General- und Admiralstabsdienst national (12. LGAN) übte EU-geführte Operationen mit vier europäischen Partnerakademien.

Am Freitag der vergangenen Woche fand die diesjährige Combined Joint European Exercise (CJEX) ihren Abschluss. Damit endete eine operative Hochwertübung, die parallel an den Militärakademien Deutschlands, Großbritanniens, Frankreichs, Italiens und Spaniens durchgeführt wurde. Dem multinationalen Ansatz der Übung Rechnung tragend, wurden in einem Austausch Lehrgangsteilnehmer der aktuellen General- und Admiralstabslehrgänge der teilnehmenden Nationen an die Partnerakademien entsandt, um eine einheitliche Lage in mehreren multinationalen Stäben zu bearbeiten.

Ausplanung einer EU-Operation

Das der Übung zugrunde liegende Szenario „Combined Destiny“ sah die Ausplanung einer EU geführten „Bridging Operation“ in einer fiktiven Sub-Sahara Region vor, die aufgrund ethnischer, politischer und ökonomischer Auseinandersetzungen zu zerfallen droht. Unter Abstützung auf die NATO Comprehensive Operations Planning Directive (COPD) galt es, den Konflikt und seine verschiedenen Faktoren zu analysieren und Führungsentscheidungen für ein europäisches Engagement in der Krisenregion vorzubereiten. Lieutenant Colonel Pat Owen, Leiter der britischen Delegation in Hamburg, zeigte sich angetan von der CJEX an der Führungsakademie der Bundeswehr. „Die deutsche Akademie hat die Übung perfekt zwischen Leitung dieser und der Möglichkeit des multinationalen Erfahrungsaustauschs ausbalanciert.“

Arbeit und Kultur miteinander verbinden

Kulturell kam von Shrivenham über Paris, Hamburg und Madrid bis nach Rom kein Übungsteilnehmer zu kurz. In jeder Destination konnte das Wochenende ausgiebig genutzt werden, um einen Eindruck von Land und Leuten zu gewinnen. Sei es der Besuch von Museen und typischen Pubs im britischen Portsmouth und Oxford, das Erkunden der antiken römischen Bauwerke, eine Führung durch den Pariser Invalidendom und das Genießen französischer Cafés oder eine Bootsfahrt auf der Alster mit einem sich anschließenden Besuch des 828. Hamburger-Hafengeburtstags.

Major Sandra Matuszewski, Lehrgangsteilnehmerin des 12. LGAN, die an der Übung an der französischen Militärakademie teilnahm, fasste die gewonnenen Impressionen so zusammen: „Alles in allem fühlten wir uns sehr wohl in Paris, genossen die Zeit und freuten uns über die Erfahrungen und Eindrücke, welche wir aus dieser schönen Stadt und von der Ecole de Guerre mitnehmen konnten.“ Auch Lieutenant Colonel Pietro Imbro von der italienischen Luftwaffe fand lobende Worte für das Erlebte. „Die italienische Delegation hat den Aufenthalt in Hamburg wirklich genossen. Der Besuch des Hafengeburtstags und das köstliche deutsche Essen waren perfekte Möglichkeiten, die deutsche Kultur näher kennenzulernen.“

Ein Mehrwert für alle

Der Mehrwert lag eindeutig im Trainieren der internationalen Zusammenarbeit und dem Erfahrungsaustausch zwischen allen Teilnehmenden. Wie vor allem durch die Mentoren eingesetzten ehemaligen Generale und Admirale bestätigt wurde, konnte die Übung einen realitätsnahen Eindruck der Planungsaufgaben in einem multinationalen Hauptquartier vermitteln und die enorme Bedeutung einer europäischen Vernetzung unterstreichen. Mitunter kontrovers miteinander ins Gespräch kommen zu müssen, die Notwendigkeit, sich auf unterschiedliche Ansichten und Vorgehensweisen einzulassen, zu keiner Zeit aber das gemeinsame Ziel aus den Augen zu verlieren, sind wichtige Erfahrungswerte, die die Übungsteilnehmer während der CJEX 2017 sammeln konnten.

Großer Erfolg schärft Blick in die Zukunft

Die Combined Joint European Exercise war auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg. Der große Aufwand, der an allen teilnehmenden Akademien betrieben wurde, hat sich in jedem Fall gelohnt. Die Führungsakademie der Bundeswehr freut sich darauf, auch im nächsten Jahr wieder einer der Ausrichter dieser operativen Planübung für angehende General- und Admiralstabsoffiziere aus Deutschland und dessen vier CJEX-Partnernationen zu sein.

 

                                                                                          Hier gelangen Sie zu Teil (1)

 

Versöhnung über den Gräbern zum Kriegsende

Autor: Christiane Rodenbücher ; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 09.05.2017

Kranzniederlegung mit Konteradmiral Stawitzki und Soldaten der Führungsakademie

Die Teilnehmer an der Gedenkstätte

Schüler der Stadtteilschule Bergedorf bei ihrer Lesung

„Unsere Verpflichtung – Versöhnung und Frieden“ – getreu dieser Inschrift des zentralen Gedenksteins auf der Internationalen Kriegsgräberstätte des Ohlsdorfer Friedhofs hat der Kommandeur der Führungsakademie an einer Gedenkveranstaltung zum Ende des Zweiten Weltkrieges teilgenommen. Zusammen mit zahlreichen Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Militär hat Konteradmiral Carsten Stawitzki der etwa 3.800 Menschen aus mehr als dreißig verschiedenen Ländern gedacht, die während des Zweiten Weltkrieges in Harnburg zu Tode gekommen sind und dort begraben liegen. Mit einer Delegation der Führungsakademie hat der Kommandeur für die Bundeswehr am Standort Hamburg einen Kranz niedergelegt.

Die Repräsentanten haben eines gemeinsam: Die Fürsorge und die Auseinandersetzung mit diesen Gräbern sehen sie als einen Beitrag zur Friedenswahrung in Europa. Vertreter der Stadt Hamburg und der Konsulate, der Kirchen, von Bildungseinrichtungen und verschiedenen Verbänden, Schriftsteller sowie der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge würdigten die Toten.

Erinnern und Gedenken

„Zur Zukunft gehört Herkunft“, zitierte Karen Koop die Tor-Inschrift eines Hamburger Gymnasiums. Die Hamburger Landesvorsitzende des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge hatte die Einladung ausgesprochen und begrüßte die anwesenden Gäste mit einer Rede. Wie viel Erinnern und gedenken tun gut? Es könne keinen Erinnerungsstopp an die Gedenken des Zweiten Weltkriegs geben, appellierte Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt im Anschluss an das Bewusstsein der Deutschen, sich auch weiterhin mit den verheerenden Folgen des Zweiten Weltkriegs auseinander zu setzen. Weitere Gedenkworte hinsichtlich der Versöhnung über den Gräbern sprach Reverend Canon Dr. Leslie Nathaniel von der Church of England.

Generationsübergreifendes Interesse

Schüler der Stadtteilschule Bergedorf sorgten mit ihrer szenischen Lesung für einen würdigen literarischen Rahmen. Sie nahmen dabei die Rollen eines deutschen Unternehmers, der Zwangsarbeiter beschäftigte, sowie von zwei Kriegsgefangenen aus dem Hamburger Umland ein und schilderten die Kapitulation 1945 aus ihrer Perspektive. Dies gab der Zeremonie einen authentischen, anschaulichen Charakter und hinterließ bei den rund 50 Teilnehmern einen nachhaltigen Eindruck der Ereignisse.

Beim Totengedenken zum Abschluss der Veranstaltung bezog Karen Koop neben den Gefallenen des Zweiten Weltkrieges und den Opfern des Nationalsozialismus ausdrücklich alle Menschen mit ein, die heute von Krieg, Verwundung und Verfolgung betroffen sind. Auch die in den weltweiten Einsätzen der Bundeswehr Gefallenen. Die Gäste sind sich einig: ein würdiger Ausklang für eine bewegende Veranstaltung.

 

Die Führungsakademie übt EU-geführte Operationen

Autor: Axel Hänisch ; Fotos: Katharina Junge / Dennis Brandt

Hamburg, 08.05.2017

Hafenrundfahrt auf FGS „Putlos“

Die Teilnehmer von CJEX

Am vergangenen Freitag begann die Combined Joint European Exercise (CJEX). An dieser jährlich stattfindenden multinationalen Übung nehmen – neben der Führungsakademie der Bundeswehr – auch die Partnerakademien Großbritanniens, Frankreichs, Spaniens und Italiens teil. Darüber hinaus partizipieren auch Angehörige der polnischen War Studies University direkt und Angehörige der rumänischen National Defense University „Carol I“ in einer Beobachterrolle an dieser Übung. Somit wurden insgesamt 65 internationale Gäste durch die Akademieführung begrüßt.


Ziel der Übung CJEX 2017 ist es, in Anlehnung an den Planungsprozess der NATO, eben diesen für einen EU-geführten Einsatz auf operativer Ebene in multinationalen Stäben anzuwenden. Darüber hinaus dient sie der Förderung der interkulturellen Kompetenz sowie der strukturierten und individuellen Netzwerkbildung aller Lehrgangsteilnehmer. Das diesjährige Szenario steht dabei unter dem Namen „Combined Destiny“. In diesem kommt es in einer fiktiven Region bestehend aus vier unterschiedlichen Einzelstaaten in der Sub-Sahara zu ethnischen, politischen und ökonomischen Konflikten. Trotz größter Bemühungen mittels einer UN-Beobachtermission gelingt es nicht, Gewalt und Terror, aber auch humanitäre Katastrophen und Flüchtlingsströme zu verhindern. Das Gegenteil ist der Fall: sie nehmen zu, die Lage wird zunehmend schlechter und eines der Länder droht ins Chaos zu verfallen. Die UN kann dieser Entwicklung nicht tatenlos zusehen und arbeitet gemeinsam mit den Ländern in dieser Region sowie der EU an einem gemeinsamen Friedensplan. Um diesen zu untermauern, soll eine Stabilisierungsoperation durchgeführt werden. Mittels einer „Bridging Operation“ soll diese vorbereitet werden. Und eben diese gilt es nun noch bis zum 12. Mai 2017 zu planen.


Doch nicht nur die Führungsakademie ist somit ein stückweit bunter geworden, auch die Partnerakademien empfingen nahezu gleichstarke Delegationen. Auch von der Führungsakademie der Bundeswehr. Hierfür reisten vier Hörsäle des Lehrgang Generalstabs-/ Admiralsstabsdienst national 2015 nach Rom, Paris, Shrivenham und Madrid, um die Übung von dort aus zu bestreiten. Von den in Hamburg verbliebenen Hörsälen nimmt einer an der Übung teil und ein Hörsaal stellt die organisatorische und administrative Ausgestaltung sicher. An allen Akademien wurde „die Übungstruppe“ der jeweiligen Länder miteinander durchmischt und auf verschiedene Planungsgruppen aufgeteilt. Auch in diesem Jahr werden die Übungsteilnehmer durch vier hochkarätige ehemalige Flaggoffiziere unterstützt und angeleitet. Diese stehen je einer Planungsgruppe als Senior Mentor zur Verfügung. Daher unterstützen sie nicht nur mit ihrer jahrzehntelangen Expertise, sondern übernehmen auch in der Rolle als Joint Force Commander die übergeordnete Entscheidungsfunktion in den einzelnen Planungsgruppen. Zusätzlich unterstützen Subject Matter Experts aus den verschiedenen Fachgebieten die Übung. Dieses „Setting“ stellt sicher, dass die Übungteilnehmer ihr Verständnis im operativen Planungsprozess ausbauen, festigen oder „schärfen“ können.


Neben der eigentlichen Übung sollen die Teilnehmer aber auch Hamburg kennenlernen, was ein wesentlicher Bestandteil der Übung darstellt. So fand am zurückliegenden Wochenende nicht nur eine geführte Stadtrundfahrt sondern auch der Besuch eines Einsatzgruppenversorgers der Deutschen Marine sowie eine Hafenrundfahrt statt. Besonders aber wird der Hamburger Hafengeburtstag allen in unvergesslicher Erinnerung bleiben.

 

Hier gelangen Sie zu Teil (2)

 

LGAN 2015 am US Air Command and Staff College

Autor: Daniel Jarzynka; Fotos: Bundeswehr

Hamburg, 04.05.2017

Informativer Austausch mit dem Lehrpersonal

Diskussionen während der Operationsplanung

Geschenkübergabe an Dr. Reilly vom ACSC

The American Way of Life

 

 

 

 

 

Monatelange Vorbereitungen durch Luftwaffen- sowie teilstreitkraftübergreifende Übungen (sog. Joint Exercises) lagen bereits hinter der Luftwaffendelegation des Lehrgangs Generalstabs- und Admiralstabsdienst National 2015, bevor sie Ihr Können Ende März / Anfang April am US Air Command and Staff College (ACSC) unter Beweis stellen durften. Ganz unbekannt waren die amerikanischen Stabsoffiziere in Montgomery, Alabama für die Deutschen jedoch nicht, da bereits in 2017 eine US-Delegation an der Luftwaffenübung „AirEx“ in Blankenese teilgenommen hatte. So wurde die siebenköpfige deutsche Delegation unter der Führung des Bereichsleiters Luftwaffe, Herrn Oberst i.G. Saur, überaus freundschaftlich an der Maxwell Air Force Base begrüßt. Von Anfang an dabei war Dr. Jeffrey M. Reilly, der Leiter der US-amerikanischen Übungsserie.

Ein Blick in die Zukunft 

Die Studenten am ACSC werden in einem intensiven 10-monatigen Lehrgang auf Ihre nächsten Aufgaben als Luftwaffenstabsoffiziere vorbereitet, wobei ausgewähltes Personal die Möglichkeit erhält, eine dreimonatige operative Übungsserie zu durchlaufen. Die deutsche Delegation wurde dabei Teil eines Pilotprojektes und einer neu angelegten Übung, die sich schwerpunktmäßig auf ein fiktives Szenario im Nahen Osten fokussierte. Innovativ war die operative Planungsübung, da das Szenario in 2025+ spielte, moderne Waffensysteme verfügbar waren, die heutzutage erst in der Erforschung sind und letztendlich Fähigkeitsentwicklungen diverser Akteure extrapoliert wurden, die gegenwärtig nur rudimentär ausgeprägt sind.

„Multidomain Operations“ als Operationsführung der Zukunft 

Auf Grundlage des komplexen Zukunftsszenarios stellte die Übungsleitung zurecht die Frage, ob ein „Joint-Ansatz“ noch adäquat sein werde, um den künftigen Herausforderungen einer sich rasant weiterentwickelnden, operativen Umwelt zu begegnen. In den letzten Dekaden haben besonders die westlichen Luftstreitkräfte den entscheidenden Dominanzvorteil in Konflikten erzielt. Dieser Vorteil schmilzt jedoch in Anbetracht steigender Kosten für Luftfahrzeuge, sich schließender Fähigkeitslücken zu anderen Ländern der Welt und rasanter Weiterentwicklungen in den Bereichen Space und Cyberspace. Den Lehrgangsteilnehmern am ACSC war folglich die Aufgabe zugewiesen, eine „Multidomain Operation“ zu planen, um aus der wechselseitigen Beeinflussung unterschiedlicher Domänen die entscheidende Dominanz in der Missionsführung zu generieren.

Wargaming im Multidomain-Ansatz  

Den Übungsteilnehmern des ACSC und der deutschen Delegation, die auf verschiedene Arbeitszellen aufgeteilt wurden, oblag es nun, in einer Mixtur aus Wargaming und Operationsdurchführung eine Multidomain-Mission so durchzuführen, dass potente Gegner ihren konventionellen Vorteil nicht nutzen konnten. Dabei waren die Beiträge der Teilnehmer des LGAN 2015 äußerst gefragt. Als bislang unbeteiligte Dritte auf den Prozess, die Planungszyklen und die Missionsdurchführung blickend, wurden Einwände und Ergänzungen, teils ganze Planänderungen, bewirkt. Für die deutschen Teilnehmer zeichnete sich ebenso ab, dass das amerikanische operative Planungsverfahren Unterschiede zum operativen Planungsprozess der NATO aufweist. Diese Abweichungen regten zur kritischen Selbstreflexion des an der FüAkBw Erlernten an. So sah man sich bestätigt oder erkannte an entscheidenden Stellen Verbesserungspotential.

Die Südstaaten erleben und Freundschaften schließen 

Trotz des intensiven Übungsvorhabens sorgten die amerikanischen Kameradinnen und Kameraden für ein ansprechendes Freizeitprogramm, bei dem man sich abseits des operativen Planungsgeschäfts über persönliche Dinge und Belange austauschen konnte. Bowling, Pizzeria, Steakhouse und Barbecue waren mehr als geeignet dazu, sich gegenseitig kennenzulernen und den traditionellen Austausch erlebenswert zu machen. Interkulturelle Kompetenz wir somit erlebbar gemacht und weiterentwickelt. Das Begleitprogramm mit der aufwendigen Betreuung durch die amerikanischen Soldatinnen und Soldaten wie auch des zivilen Lehrpersonals, intensivierte die schon vorab empfundene deutsch-amerikanische Verbundenheit. Nach dem Übungsende ging es direkt nach Atlanta, von wo aus der Rückflug nach Deutschland angetreten wurde. Nach der Rückkehr am Sonntagabend wurden die Koffer ausgepackt und die Uniform wieder für die nächsten Tag präpariert, um am Montag mit leichtem Jetlag nahtlos in die Übung „Joint Endeavour“an der FüAkBw einzusteigen. Freilich nahmen dies die Teilnehmer gerne in Kauf, da die Übungsteilnahme in Alabama als voller Erfolg gewertet werden kann.

 

Internationale Lehrgangsteilnehmer besuchen die Marine

Autor: Stefan Berger; Fotograf: Stefan Berger /Bundeswehr

Hamburg, 02.05.2017

Ehrenmal Laboe

U-Boot 995 in Laboe

Rettungsmittelausbildung im EAZS

U-Boot 34

Vier Tage war der Lehrgang Generalstabs-/ Admiralstabsdienst International (LGAI) zu Gast in verschiedenen Standorten der Marine. Von Flensburg bis Neustadt in Holstein wurde den 80 Lehrgangsteilnehmern ein vielfältiges Bild über die maritimen Fähigkeiten der Bundeswehr vermittelt.


Zum Auftakt wurde das Manöver "FüAkEx LGAI 2016“ durch Kapitän zur See Straus, Bereichsleiter Führungslehre Marine und Beauftragter des Inspekteurs der Marine an der Führungsakademie der Bundeswehr, marinetypisch „angepfiffen“. Vorausgegangen war eine umfangreiche Planungsphase der deutschen Marineoffiziere im Hörsaal Marine des LGAI 2016 mit dem Marinekommando und den beteiligten Einheiten.

Tradition und Moderne

Nach dem Besuch an der Marineschule Mürwik, der Alma Mater der Marineoffiziere, bei der neben Architektur und ungebrochener Traditionslinie insbesondere die vorgestellten Ausbildungseinrichtungen überzeugten, präsentierte sich am folgenden Tag die Einsatzflottille 1 in Kiel mit einem spannenden und abwechslungsreichen Programm zum Fähigkeitsspektrum der Flottille. Neben einer statischen Vorführung des Seebataillons waren es hier vor allem die Besichtigung eines U-Bootes der Klasse 212A und die Möglichkeit der Mitfahrt im Tiefensteuersimulator des Ausbildungszentrums U-Boote (AZU), die für nachhaltige Eindrücke sorgten.

Ein Tag in See

Sichtlich beeindruckt zeigten sich dann auch die Lehrgangsteilnehmer aus über 30 Nationen, was die Deutsche Marine bei strahlendem Sonnenschein in See zeigte. Mit einem vielfältigen Programm präsentierte sich die maritime Komponente der Bundeswehr im Seegebiet der Kieler Bucht. Einen Tag lang hatten die Lehrgangsteilnehmer aus Hamburg die Möglichkeit, die zum Teil spektakulären Manöver der Marineeinheiten in See zu verfolgen. „Das Einsatzspektrum der Deutschen Marine ist schon beeindruckend", stellte beim traditionellen „Einlaufbier“ in Kiel ein Offizier aus Kuwait fest. Die Besatzung der ELBE zeigte sich darüber ehrlich erfreut.

Geschichtlicher Abriss

Den Abschluss der Reise bildete ein Besuch des Marine-Ehrenmals in Laboe, der offiziellen Gedenkstätte der Deutschen Marine. Die nationale Gedenkstätte - einst als Kriegerdenkmal errichtet und heute Erinnerungs- und Lernort - beeindruckte die Lehrgangsteilnehmer mit seinem internationalem Charakter der Erinnerung an die auf See Gebliebenen aller Nationen.

Nicht Schiffe kämpfen, sondern Menschen

Das ist das Motto des Einsatzausbildungszentrums Schadensabwehr (EAZS) der Marine in Neustadt/ Holstein. Hier konnten sich alle Lehrgangsteilnehmer einen unmittelbaren Einblick in die fordernde Einsatzausbildung der deutschen Marineeinheiten machen. Im Rahmen von Demonstrationen der U-Bootrettungs-, Brand- und Leckabwehr- sowie der Rettungsmittelausbildung führten die Ausbilder des EAZS die Ausbildungsmöglichkeiten und -kapazitäten des Zentrums vor. Mit dem traditionellen Manöverabpfiff endete dann am späten Nachmittag das diesjährige FüAkEx LGAI 2016. Ein rundes Programm, tiefgründige Einblicke: Alle Teilnehmer waren begeistert.

 

Girl’s Day: Mädels mit voller Kraft voran

Autor: Daniel Eisenbraun; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 28.04.2017

Kameratraining im Mannfred-Wörner-Zentrum

Viele Fragen, viele Antworten

Die CRC-Gruppe verrichtet in dieser Ausrüstung regelmäßig ihre Arbeit

Erheber und Ermittler: die Detektive der Feldjäger

Die Feldjägerausstattung ist vielfältig

Hauptfeldwebel Jaenicke gibt die Kommandos

„Clausewitz-Kaserne – Führungsakademie der Bundeswehr“, liest Dorit Alina Dankert neugierig auf dem Schild. Aufmerksam wandert ihr Blick über das Gelände der Kaserne. Zwischen den Gittern der Zäune erblickt sie ein eindrucksvolles Gebäude – „offenbar das Herzstück der Institution“, denkt sich die Gymnasiastin aus Tostedt. Und dann: „So viele uniformierte Personen auf einmal habe ich noch nie gesehen.“ Die 15-jährige Schülerin und weitere 35 Schülerinnen sind besonders aufgeregt. Sie sind heute zu Besuch bei der Bundeswehr. Es gibt viel zu entdecken.


Es hat der diesjährige Girl’s Day stattgefunden. Alle Fragen von jungen und wissbegierigen Schülerinnen hat die Bundeswehr beantwortet und ihnen einen Eindruck vom Soldatendasein vermittelt. Stabsfeldwebel Stefan Dankelmeier, ein erfahrener und langjähriger Berufssoldat der Bundeswehr, war als Projektleiter für den Girl’s Day 2017 verantwortlich. Der IT-Spezialist aus dem Sachgebiet Kommunikation hieß die Schulgruppe im Admiral-Dieter-Wellershof-Gebäude herzlich willkommen.

Kulturenvielfalt in der Bundeswehr

Dass die Führungsakademie der Bundeswehr keine normale Kaserne ist, wird den Schülern im Vortrag von Fregattenkapitän Kai Paetau sofort bewusst. Schon seit 60 Jahren werden hier militärische Spitzenkräfte auf ihre anspruchsvollen und federführenden Aufgaben in den Streitkräften, der NATO, der Europäischen Union und den Vereinten Nationen vorbereitet. Deswegen treffen die Schüler in dieser Kaserne auch auf internationale Lehrgangsteilnehmer, die wiederum mit ihren unterschiedlichen Uniformen und Kulturen, die Vielfalt der Führungsakademie zum Vorschein bringen.

Über Pressearbeit und Facebook-Auftritte

Nach der Vorstellung der Akademie folgte auch schon der nächste Programmpunkt: die Medienarbeit. Sie ist facettenreich und fordert einen Scharfsinn für Menschen, Meinungen, Sachverhalte. Das Landeskommando Hamburg war vor Ort dabei, um die Schülerinnen über die Aufgaben eines Pressesoldaten zu informieren. „Wir beschäftigen uns jeden Tag mit medialen Aufgaben und sorgen in der Öffentlichkeitsarbeit für ein gutes Bild der Bundeswehr“, sagt Kapitänleutnant Janne Sommerkorn, eine routinierte Fachfrau. Mit der eigenen Facebook-Seite ist es dem Landeskommando möglich, neue Beiträge und Nachrichten aus der Bundeswehr aktuell zu platzieren. Über 2600 interessierte Leser hat das Landeskommando bereits für sich gewinnen können, die mit ihren Kommentaren und Anregungen die Seite genauso wie das Presseteam des Landeskommandos mitgestalten und bereichern.

Ein treuer Freund und Begleiter

Der nächste spannende Programmpunkt: die Feldjäger. Sie demonstrieren den Jugendlichen Drogen- und Sprengstoffspürhunde, die für die Bundeswehr eine große Unterstützung darstellen. Mit ihrem feinen Spürsinn schaffen sie es, unterschiedliche Substanzen in ihrem Versteck ausfindig zu machen. Zum Girl’s Day wurde diese Hundestaffel in Person von Hauptfeldwebel Alexander Jaenicke und seinem Hund Rocky vorgestellt. Noch bevor es richtig losgeht, sehen die Schüler, dass die beiden ein eingespieltes Team sind. Während Jaenicke der Schulgruppe seine Aufgaben als Hundeführer erklärt, beobachtet Rocky in aller Seelenruhe seinen Partner und wartet auf dessen bevorstehende Kommandos. Egal, wie gut die Kapsel mit dem Sprengstoff am Fahrzeug versteckt wird, Rocky erschnüffelt es in Sekundenschnelle. „Jeder Hundeführer hat eine große Verantwortung gegenüber seinem tierischen Begleiter“, berichtet der Hauptfeldwebel. Die richtige Erziehung sowie jahrelanges Training sind erforderlich, um den Hund bestens auf die kommenden Einsätze vorzubereiten. Die Tiere werden spielerisch an die Übungen herangeführt, doch für die Hundeführer ist es jedes Mal purer Ernst.

Militärpolizei im Einsatz

Schilde, Helme und Protektoren – für die CRC-Gruppe (Crowd and Riot Control) gehört diese Grundausstattung zur Lebensversicherung, wenn es darum geht, unfriedliche Menschenansammlungen zu überwachen und wenn nötig einzudämmen. Mit neugierigen Augen betrachteten die Schülerinnen, was CRC ausmacht, aber auch die Feldjägerausrüstung der Erheber und Ermittler. Am Tatort sichern sie Spuren, dokumentieren und stellen im Fall der Fälle die Beweismittel den Strafverfolgungsbehörden zur Verfügung. Ausgestattet wie ein echter Feldjäger – die Schulgruppe erfuhr es am eigenen Leib. Die Waffen blieben dabei natürlich außen vor. Wie schwer so eine Ausrüstung ist, haben die Schüler selbst erfahren dürfen.

Wertvolle Erinnerungen

Ein spannender Tag neigt sich dem Ende zu. „Heute, konnte ich viel über das Soldatendasein in der Bundeswehr erfahren“, denkt sich Dorit, als sie die Kaserne mit ihrer Freundin verlässt. In den Gedanken der Schülerinnen bleiben wertvolle Erfahrungen fest verankert. Für Dorit, und viele andere auch, ist ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen. 

 

Veränderungen bei Fachbereich Führung und Management

Autor: Jürgen Bredtmann; Fotos: Jürgen Bredtmann

Flensburg, 06.03.2017

Die Teilnehmer waren sehr schnell in der Lage, auf neue Situationen zu reagieren

Hauptmann Dr. Philipp Schaller erläutert die komplexen Zusammenhänge

Neue Lernsituationen und Handeln stehen im Mittelpunkt

Auf dem alten Friedhof in Flensburg erklärt Oberst i.G. Strunk Zwistigkeiten zwischen Deutschen und Dänen

Intensiver Blick ins Gelände auf der Schanze 4


 


 


 

Veränderungen bewältigen, sich auf neue Situationen einstellen, Mitarbeiter überzeugen und mitnehmen - das ist häufig schwierig für Menschen und Unternehmen. Die Führungsakademie als Ganzes ist derzeit in so einem Prozess. Der Fachbereich Führung und Management im Speziellen war es auch: Während der Klausurtagung an der Marineoffizierschule in Flensburg befassten sich die anwesenden 24 Angehörigen mit einem Veränderungsprozess in einem fiktiven Unternehmen anhand eines Planspieles.

Auswirkungen in komplexen Situationen


"Jedes Spiel ist immer auch ein bisschen wie das richtige Leben", erklärt der Dozent für Veränderungsmanagement, Hauptmann Dr. Philipp Schaller, der diesen ersten Teil der Tagung vorbereitet hatte. Eine fiktive Firma sollte sich für einen neuen Markt aufstellen, neu ausgerichtet werden. Neue Vision, neue Produktions- und Arbeitsabläufe, neue Kunden und Zulieferer. "Mit diesem Planspiel bekomme ich auch gleich eine andere Methode für die Ausbildung an die Hand", sagt Oberstleutnant Stefan Fritzsche, der wie die anderen Teilnehmer von der Computer gestützten Simulation sehr angetan war. "Veränderungen haben auch immer viel mit sozialen Netzwerken zu tun", so die Erkenntnis bei vielen, denn die Abhängigkeiten in einem Betrieb sind nicht nur linear. Nicht nur beispielsweise zwischen Produktion und Lieferanten, Kunden und Vertrieb oder Meister und Chefsekretärin gibt es Beziehungen und Wechselwirkungen - ähnlich wie im richtigen Leben. Und oft können nicht alle Mitarbeiter bei betrieblichen Veränderung gewonnen werden, für die dann gegebenenfalls eine andere Tätigkeit gefunden werden kann.

Erwachsenenbildung, die Spaß macht 


"Mir ist aufgefallen, dass mehr Eigendynamik einsetzt, sobald wir ins Handeln kommen. Wir müssen den Mitarbeitern auch immer wieder viel erklären", so Oberstleutnant Felix Heymann in seinem Fazit am Ende des Planspiels. "Das stimmt. Die Masse der Ressourcen, auch Zeit und Geld, gehen für das Auftauen zu Beginn des Veränderungsprozesses drauf", bestätigt Hauptmann Dr. Schaller. "Wir haben eine prima Erwachsenenbildung gemacht, Spaß gehabt, aktiv gehandelt und angeknüpft an Bekanntes - und das Ganze natürlich kompetenzorientiert", bedankt sich der Fachbereichsleiter, Kapitän zur See Marko von Kölln, bei allen Teilnehmenden.

Exkursion zu den Düppeler Schanzen


Nach Abschluss des Planspiels zum Veränderungsmanagement ging es in den militärhistorischen Teil der Klausurtagung. Alle Teilnehmer waren sehr beeindruckt von den eindringlich vorgetragenen Geschehnissen am 14. April 1864 an den Düppeler Schanzen, die auch heute noch als Gedenkstätte gepflegt werden. "Dieser eigentlich unbekannte Krieg hat das Verhältnis zwischen Deutschen und Dänen 150 Jahre lang geprägt", fasst Oberstleutnant Ulrich Hegner zusammen.

Ergebnisse: Wo geht es hin?


Am dritten Tag stand die Weiterentwicklung von Lehre und Fachbereich im Mittelpunkt. In einer Arbeitsgruppe befassten sich die Tutoren des BLS mit der Verbesserung ihres Lehrgangs. Auch das Planspiel Veränderungsmanagement soll nun in einem Pilotversuch in zwei Hörsälen praktisch genutzt werden, um Themen wie Gesprächs- oder Verhandlungsführung praktisch auszubilden und neue Lernsituationen zu schaffen. Die Dozenten kümmerten sich in der anderen Arbeitsgruppe um die Synchronisierung aller Lehrgänge und Module. Wie müssen die angepasst werden, damit mit den vorhandenen Dozenten und Ressourcen für die Lehrgangsteilnehmer die definierten Ausbildungsziele erreicht werden können? Welche Ausbildungen oder Seminare können, sollten oder müssen abgesagt oder grundsätzlich gestrichen werden? Und wie werden möglichst viele Lernsituationen geschaffen, um die kompetenzorientierte Ausbildung zu erweitern? "Wir müssen im Auge behalten, dass die Seminare und Module ja auch durch uns vorbereitet werden müssen, und das kostet vor allem Zeit", konstatiert Oberst i.G. Michael Strunk.

Teambuilding

 In der Feedback-Runde zum Schluss wurde abgefragt, wie die Tagung verbessert werden kann. "Ich habe viel gelernt, die Zeit war wichtig und richtig investiert, neue Methoden kennen gelernt, ich fand die Kulturteile sehr gut", so lauteten die positiven Stimmen anschließend. Aber auch: "Die inhaltliche Arbeit kam etwas zu kurz, es fehlt ein halber Tag, der Startschuss für die weitere Planung ist gesetzt." Und wie geht es jetzt weiter? "Versuchen Sie weiterhin, sich in die Veränderungsprozesse an der Führungsakademie, in die Ideenwerkstätten einzubringen", fordert der Fachbereichsleiter, Kapitän zur See Marko von Kölln auf, denn die Menschen des Fachbereiches Führung und Management sind mit ihrer Kompetenz und Kreativität wichtig, den Veränderungsprozess an der Akademie erfolgreich zu begleiten.

 

Diversity Tag 2017

Diversity Tag am 30.05.2017

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